Unser Sohn (7 Jahre) hat Angst, obwohl gar kein Grund besteht.
Er hat 1 mal im ersten Grundschuljahr die Hausaufgaben vergessen, woraufhin die Lehrerin etwas mit ihm schimpfte. Seitdem steht er unter einem Druck, der nicht normal sein kann.
Er ruft am nachmittag 10 verschiedene Mitschüler an, um bestätigt zu bekommen, daß er auch die Hausaufgaben richtig verstanden hat. Er kontrolliert während des Spielens nochmals seine Hausaufgaben mit dem Taschenrechner, obwohl wir sie schon kontrolliert hatten. In seinem Kopf spukt nur noch der Gedanke, hoffentlich habe ich die Hausaufgaben, hoffentlich sind es die richtigen Hausaufgaben usw. Abends kommt er aus dem Bett wieder und wieder, um uns zu fragen, ob wir glauben er würde am nächsten Tag wieder Hausaufgaben aufbekommen usw. Er sagt abends schon er habe Bauchweh, was er auch tatsächlich hat, an der Gesichtsfarbe erkennent, er holt sich einen Eimer ans Bett, falls er sich nachts übergeben müssen. Morgens hat er dann tatsächlich Durchfall, und wenn ich ihn nicht zur Schule schicke (kam 2 mal vor) geht es ihm nach 1 Stunde wieder sehr gut. Gespräch mit der Lehrerin brachte nichts, sie hat mit ihm am nächsten Tag geredet, daß doch alles längst vergessen wäre, wir beruhigen ihn tagtäglich und trotz allem, selbst nach den Sommerferien, das gleiche Problem wieder. Selbst wenn seine Lehrerin gar nicht da ist, setzt er sich unter Druck. Wer hat eine Antwort, was wir tun können? Wir haben zunächst mal einen Gesprächstermin beim Kinderarzt, allerdings sollen wir ihn dazu mitbringen. Er ist nur noch unbeschwert von Freitagmittag bis Sonntagabend.
Hallo Iris
Das klingt nach einem längeren Dilemma!
Ich finde zuerst mal, ein Kinderarzt wird kaum helfen, vielleicht noch mit Beruhigungsmitteln etc. Das kann nicht der Sinn sein. Ein Kinderpsychologe wäre besser, oder die Suche nach einer Selbsthilfegruppe für Eltern.
Ich glaube, er leidet unter fehlendem /schwachen Selbstbewußtsein. Woher auch immer das kommt. Er glaubt sich selbst nicht, selbst, wenn er die HA schon kontrolliert hat. Das ganze wächst sich dann irgendwie zu einem Kontrollzwang aus.
Sicher seid ihr dann auch besonders aufmerksam ihm gegenüber -als Eltern ganz selbstverständlich. Oder versucht, ihn zu beruhigen. Damit allerdings zeigt ihr im quasi, daß es tatsächlich etwas gibt, vor dem man beruhigt werden müsse - also eine „Gefahr“. Das hat sich bei ihm nun verselbstständigt, anstatt die Ursachen woanders zu suchen (was man als Kind auch gar nicht kann) projeziert er alles in die Schule hinein. Ich glaube, da wäre eine Veränderung in der ganzen Familie angeraten - wobei ich nicht sage, ihr macht was falsch, im Gegenteil. Aber euer Verhalten bestätigt ihm jedoch (im Laufe der Zeit), das die Schule etwas „zu Fürchtendes“ ist. Er selbst muß lernen, sich selbst zu trauen und ihr, ihn darin zu unterstützen.
Ich hoffe, einen Anstoß gegeben zu haben. Drücke euch die Daumen, mein Sohn ist auch 7.
Mitfühlende Grüße
Kerstin
Liebe Iris,
dies kann nicht alleine die Ursache sein, dass dein Kind nicht gern in die Schule geht. Überlege ob es vielleicht noch was anderes gibt und ich würde bei dieser Sache den Schulpsychologen einschalten. Stell dir mal vor, du würdest bei der Arbeit/ beim Spiel ständig an die nicht gemachten Hausaufgaben denken. Das Verhalten ist eher leicht zwanghaft und ich würde mich mal beraten lassen. Viel Glück dabei ! Vielleicht hilft auch ein Wechsel der Lehrkraft !
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Hallo Ihr zwei
Leider habe ich, glaube ich den Artikel etwas falsch rübergebracht! Es ist nicht die Angst vor der Schule, die das Problem ist, sondern die Angst, die unbegründete Angst vor den Hausaufgaben. Er hat keine Probleme damit in die Schule zu gehen, sondern immer nur Angst davor, entweder die falschen Hausaufgaben oder gar keine gemacht zu haben, einfach vergessen zu haben. Ganz gleich bei welcher Lehrerin er Unterricht hatte. Den ganzen Tag denkt er nur daran, ob er auch die richtigen Hausaufgaben gemacht hat, lässt sich von den Mitschülern bestätigen, daß er auch nichts vergessen hat usw.
Ich glaube, wenn er keine Hausaufgaben auf bekäme, wäre das Problem gar nicht, jedoch ist dies nicht zu realisieren.
Ich danke Euch trotzdem für Eure Beiträge und werde berichten welche Meinung der Kinderarzt ist, denn leider muß man eine Überweisung des Kinderarztes bringen, um einen Psychologen aufsuchen zu können.
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Hallo,
vielleicht könnt ihr ja um ihm kurzfristig zu helfen einfach ein Aufgabenheft besorgen, wo er alle Hausaufgaben einträgt, und die Lehrer einen Blick hinein werfen und ein Kreuzchen oder Sternchen machen, wenn alles richtig notiert ist, was er tun muss. Dann hat er schnell Sicherheit und ihr könnt gleichzeitig nach den Ursachen forschen und ihm langfristig mental helfen.
Viel Glück,
Ulli
Er ruft am nachmittag 10 verschiedene Mitschüler an, um
bestätigt zu bekommen, daß er auch die Hausaufgaben richtig
verstanden hat. Er kontrolliert während des Spielens nochmals
seine Hausaufgaben mit dem Taschenrechner, obwohl wir sie
schon kontrolliert hatten. In seinem Kopf spukt nur noch der
Gedanke, hoffentlich habe ich die Hausaufgaben, hoffentlich
sind es die richtigen Hausaufgaben usw. Abends kommt er aus
dem Bett wieder und wieder, um uns zu fragen, ob wir glauben
er würde am nächsten Tag wieder Hausaufgaben aufbekommen usw.
Er ist nur noch
unbeschwert von Freitagmittag bis Sonntagabend.
hallo iris,
für mich klingt das auch nach einer zwangsstörung, möglicherweise kombiniert mit einer phobie.
würde auch einen raschen besuch mit dem kind beim kinderpsychiater und eine anschließende psychotherapeutische behandlung empfehlen.
alles gute
andrea
Hi Iris,
zunächst mal stimme ich natürlich allen ExpertInnen zu, die die Hinzuziehung eines Kinderpsychologen oder -psychiaters vorgeschlagen haben. Vor allem solltet Ihr wohl rasch etwas unternehmen; Deine Schilderung klingt ein wenig danach, als würde sich das zwanghaft wirkende Verhalten Eures Sohnes über die Zeit eher verfestigen als bessern.
Vielleicht ist es dafür jetzt schon etwas zu spät, aber zumindest in Ansätzen läßt sich ein solches Verhalten durch „Verträge“ zwischen Euch und dem Jungen eingrenzen. Warum z.B. muß er, wie Du schreibst, 10 Mitschüler anrufen? Es reicht, wenn er EINEN danach fragt, ob er alles richtig verstanden hat (natürlich sollte er so viele Mitschüler anrufen können, wie er will, aber nicht zu dem einzigen Zweck, um nach den Hausaufgaben zu fragen). Ihr könntet also sagen, klar, wir verstehen, daß Du Dich versichern willst, also ruf jetzt den Tobias oder den Kevin oder wen-auch-immer an und frag ihn: EINEN Mitschüler, den er sich aussuchen darf und den er für verläßlich hält. Unter Umständen müßt Ihr auch wirklich ein bißchen hart mit ihm sein, wahrscheinlich würde ein(e) Verhaltenstherapeut(in) Euch das ohnehin auferlegen. Zum Beispiel: Was soll das mit dem Eimer vor dem Bett? Kommt gar nicht in die Tüte, Du mußt schon nicht kotzen (ich nehme mal an, daß der Eimer bisher unbenutzt geblieben ist…)
Aber wie gesagt, jetzt erst mal fix zum Arzt oder Psychologen mit dem Kind. Und, das wurde hier ja auch schon gesagt, nicht mit einer rein medikamentösen Behandlung abspeisen lassen!
Gruß
Michael
Hallo Michael
Danke für Deinen Eintrag, jedoch muß ich Dir in einigen Sachen widersprechen. Nachdem wir heute beim Kinderarzt waren, sind wir auch um einiges schlauer.
Zunächst mal der Eimer blieb zwar meist unbenutzt, jedoch nicht immer, da er sich so unter Druck setzte, daß er tatsächlich Bauchweh, Durchfall usw. bekam.
Desweiteren an die Sache mit den Mitschülern haben auch wir schon gedacht, jedoch ich weiß nicht ob Du Kinder hast. Unser Sohn war dann den ganzen Tag unterwegs zu Freunden, um dort die Frage zu stellen, die er am Telefon nicht stellen durfte.
Na ja und zu spät ist es gott sei Dank auch noch nicht. Wie gesagt, vielleicht war es auch falsch, wir dachten während der Sommerferien könne er etwas Abstand gewinnen und da wir noch einen 13jährigen Sohn haben, der jedoch von der Sensibilität genau das Gegenteil ist, würde sich das Problem beheben, wenn unser jüngster erst in die zweite Klasse kommt und wir vielleicht nicht mehr so sehr darauf eingehen.
Trotzdem Danke
Gruß Iris
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Unser Sohn (7 Jahre) hat Angst, obwohl gar kein Grund besteht.
Er hat 1 mal im ersten Grundschuljahr die Hausaufgaben
vergessen, woraufhin die Lehrerin etwas mit ihm schimpfte.
Seitdem steht er unter einem Druck, der nicht normal sein
kann.
Er ruft am nachmittag 10 verschiedene Mitschüler an, um
bestätigt zu bekommen, daß er auch die Hausaufgaben richtig
verstanden hat. Er kontrolliert während des Spielens nochmals
seine Hausaufgaben mit dem Taschenrechner, obwohl wir sie
schon kontrolliert hatten. In seinem Kopf spukt nur noch der
Gedanke, hoffentlich habe ich die Hausaufgaben, hoffentlich
sind es die richtigen Hausaufgaben usw. Abends kommt er aus
dem Bett wieder und wieder, um uns zu fragen, ob wir glauben
er würde am nächsten Tag wieder Hausaufgaben aufbekommen usw.
Danke an alle, die versucht haben uns zu helfen. Waren heute beim Kinderarzt und denken, daß wir endlich das Problem in den Griff bekommen. Wer Interesse daran hat, kann uns gerne eine Email schicken.
Er sagt abends schon er habe Bauchweh, was er auch tatsächlich
hat, an der Gesichtsfarbe erkennent, er holt sich einen Eimer
ans Bett, falls er sich nachts übergeben müssen. Morgens hat
er dann tatsächlich Durchfall, und wenn ich ihn nicht zur
Schule schicke (kam 2 mal vor) geht es ihm nach 1 Stunde
wieder sehr gut. Gespräch mit der Lehrerin brachte nichts, sie
hat mit ihm am nächsten Tag geredet, daß doch alles längst
vergessen wäre, wir beruhigen ihn tagtäglich und trotz allem,
selbst nach den Sommerferien, das gleiche Problem wieder.
Selbst wenn seine Lehrerin gar nicht da ist, setzt er sich
unter Druck. Wer hat eine Antwort, was wir tun können? Wir
haben zunächst mal einen Gesprächstermin beim Kinderarzt,
allerdings sollen wir ihn dazu mitbringen. Er ist nur noch
unbeschwert von Freitagmittag bis Sonntagabend.
Hi Iris,
Na ja und zu spät ist es gott sei Dank auch noch nicht.
nee, nee, da habe ich mich wohl ganz mißverständlich ausgedrückt: „zu spät“ sollte keineswegs bedeuten, nun hättet Ihr sowieso schon alles falsch gemacht, und alle Hoffnung sei verloren - so arrogant bin ich wirklich nicht. Ich meinte nur, daß frühe Interventionen in solchen Fällen meist leichter sind, als solche, die versuchen, bereits eingefahrene Verhaltensweisen zu korrigieren. Aber egal, Hauptsache, Ihr habt jetzt einen Arzt hinzugezogen, dem Ihr (und Euer Sohn) vertraut.
Gruß
Michael
Liebe Iris,
ich weiß dass man für einen Schulpsychologen keine Überweisung durch einen Arzt braucht. Das Hausaufgabenproblem ist immer auch ein Problem der Schule- denn es gibt nun mal erst durch die Schule eine Hausaufgabe. Da dieses Problem ja nicht in den Ferien erscheint- wäre es meines Erachtens schon wichtig auch Hilfe von außen zu holen. Dass dabei auch die Familie miteinbezogen wird ist natürlich klar. Ich wünsche euch bald eine stressfreie Hausaufgabenzeit !