Ekelige Eigenart

Also, Frage an Psychologen oder andere, die sich da n´Reim drauf machen können…meine Freundin hat einen Arbeitskollegen, der ständig popelt und seine Popel dann „heimlich“ ißt ( ca. 30 Jahre alt). Natürlich kriegen das doch einige mit und sprechen ihn an, aber er streitet alles ab und erfindet Ausreden, die zu dieser Gestik passen…Und mir fällt auch eine erwachsene Person ein, die ihr getrocknetes Nasensekret ißt. Bei Kindern sieht man das ja auch mal. Aber ist das nicht etwas unnormal oder hat da jeder verschiedene Ekelgrenzen? Ist vielleicht Nägel-abknibbeln genauso ekelig?
Oder kann man tatsächlich auf irgend etwas schließen??

Hallo!

…Arbeitskollegen, der ständig popelt und seine Popel dann „heimlich“ ißt…
ist das nicht etwas unnormal oder hat da jeder verschiedene Ekelgrenzen?
…kann man tatsächlich auf irgend etwas schließen??

In einer Fernsehsendung wurde mal gesagt [zugegeben keine sehr präzise Quelle :smile:], daß Ekel anerzogen ist, also nicht naturgegeben, angeboren oder sonstwie arttypisch.
Beispiel in der Sendung war der Geruch von Fäkalien, den viele Leute eklig finden. Eine Person aus der Lederverarbeitung aber fand diesen Geruch angenehem. Anders erzogen eben.
Manche Völker finden total eklig, wenn wir „verdorbene Milch“ essen (Käse). Oder umgekehrt, finden wir das Essen von Heuschrecken oder Leguanen eklig.
Insofern ist es bei uns sicherlich zwar weit verbreitet, aber deshalb noch lange nicht zwangsläufig gerechtfertigt, Popel als eklig zu bezeichnen. Ekelgrenzen sind individuell sehr verschieden.

Wenn Hunde Kot fressen, fehlen ihnen bestimmte Nährstoffe. Vielleicht hat Popel essen sogar einen historischen Sinn?

ok, das zur Vorrede. So lange der Kollege für sich allein popelt und da selbst nix eklig findet, gibts kein Problem.

Man könnte vermuten, daß er in solchen Momenten geistig angespannt oder nervös ist und diese Erregung unbewußt, mit Hilfe körperlicher Aktivität, wieder abbaut. Andere kauen dann an ihren Stiften oder verbiegen Büroklammern.

Wenn jemand ständig seinen Kuli klickt, find ich das zwar nicht eklig, aber nervig und bitte ihn darum, aufzuhören. Genauso ist Euer Wunsch legitim, wenns denn in der Öffentlichkeit passiert.

Prinzipiell gibts aber zwei Quellen des Problems: er, der popelt und ihr, die’s eklig finden. Theoretisch könntet Ihr versuchen Euren Ekel zu überwinden und das Probelem so zu lösen. Eingefleischte Demokratie-Anhänger mögen das anders sehn und der Mehrheit einfach recht geben. Aber die Mehrheit hat auch Karies.

Für den kollegialen Frieden kann meiner Meinung nach darum hilfreich sein, neben dem Mitteilen Eures Ekels auch mal wegzugucken.

Tschuess, Sven.