Hallo zusammen,
ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich lebe in einer festen Beziehung und habe folgendes Problem:
Ich habe ganz furchtbare Angstzustände. Und zwar habe ich Panik davor, daß meiner Freundin etwas passieren könnte. Sei es, wenn sie abends später aus dem Büro kommt, tagsüber einkaufen fährt, beruflich irgendwo hinfliegen muß… also fast bei jeder Gelegenheit.
Ich habe dann immer Panik, daß sie vergewaltigt oder überfallen wird, einen Autounfall hat oder mit dem Flugzeug abstürzt.
Das klingt ziemlich bescheuert, ich weiß, aber ich kann nichts dagegen tun!!
Ich bin schon in einer Psychotherapie, aber so ein richtiges Notfall-Rezept gegen diese Anfälle kann mir meine Therapeutin auch nicht geben. Habt ihr vielleicht Erfahrungen damit oder einen Tipp für mich. Mein Leben besteht echt nur noch aus Angst und für meine Freundin ist das natürlich auch total der Horror. Sie versteht mich zwar, aber weiß natürlich auch nicht, wie sie damit umgehen soll!
Danke und Gruß
Oli
Hi, Oli
Sicher kann ich Dir kaum weiterhelfen, aber ich kann Dir vermitteln, dass ich zweimal im Leben soetwas durchlebt habe.
Zuerst als Kind, ich hatte wahnsinnige angst, meine Mutter könnte ermordet werden. damals war ich 7. da ich so am „Rockzipfel“ hing, dachten alle, ich hab um mich Angst, was falsch war. Hörte ich nachts ein geräusch, ging ich in die Küche und schnappte mir das längste Messer, um meine ma zu beschützen.
Sie brachten mich zum kinderpsychologen-rauskam dabei nichts, da sie ja von falschen vorraussetzungen ausgingen.
Das zweite mal, ich war knapp über 20 hatte ich einen freund, den ich über alles liebte. aber er war cleaner heroinabhängiger, der rückfällig wurde.4 Mal hab ich ihn insgesamt wiederbeleben müssen, einmal musste er defibriliert werden, die anderen Male sagten sie zu mir (Rettungsdienst) „zum Glück haben sie keine Minute gezögert…sonst“ Ich hatte auch panik, war er weg, sah ich ihn irgendwo tot rumliegen…Ok, ich musste mich dann von ihm trennen, das passt natürlich nicht zu Deiner Geschichte, aber ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich Deine Gefühle verstehe.
Die Kindheitsgeschichte allerdings war mit grossen Verlassensängsten verknüpft, die ja auch eher irreal waren.
Es trat auf, als meine Eltern anfingen, öfter das Wort „Scheidung“ in den Raum zu werfen, und meine Oma, die ich sehr liebte, hatte zu jener Zeit einen Herzinfarkt, damit koppelte sich die Angst vor Verlust und projizierte sich auf meine Ma. Hast Du in letzter zeit etwas erlebt in der richtung…
dann wäre dies eine mögliche ursache, oder auch das gefühl, dass Du an Dir selbst zweifelst (vielleicht läuft gerade ein „Ur-Programm“, die wir ja alle noch in uns tragen, wie der Beschützerinstinkt des mannes ab, und Du hast das Gefühl ihr irgendetwas nicht geben zu können? )
Das sind nur meine zwei kleinen Ideen.
Aber, ich weiss, was Du durchlebst und, wie schlimm es ist.
Mehr hab ich nicht zu bieten ausser dass ich Dir die Daumen halte, das in den Griff zu kriegen.
LG Christin.
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Liebe Christin,
vielen Dank für deine liebe Mail. Es ist schön zu hören, daß es auch anderen Menschen so geht wie mir. Mit deiner Vermutung, daß in mir gerade etwas abläuft liegst du bestimmt richtig. Auch meine Eltern haben sich getrennt und ich verarbeite gerade sehr viel aus meiner Kindheit. Aber ich kann mir einfach nicht erklären, woher diese Ängste kommen und daß diese Ängste auch immer in Verbindung mit Gewalttaten stehen…
Nicht das ich da irgendeine Neigung hätte, oder so!!!
Vorallem habe ich Angst, daß meine Freundin irgendwann nicht mehr zu mir hält, mit der Situation nicht mehr leben kann/will und mich wirklich verläßt!!
Deshalb brauche ich schleunigst professionelle Hilfe. Aber ich glaube, ein herkömmlicher Therapeut ist da nicht die richtige Adresse. Gibt es vielleicht selbsthilfegruppen oder sonst was??
Gruß
Beck
Hallo Oli,
ein zweiter Versuch, dir Hilfe zukommen zu lassen. In aller Kürze: Es gibt verschiedene Therapemöglichkeiten bei Panikattacken, verhaltenstherapeutische oder tiefenpsychologisch orientierte Ansätze. Zur Unterstützung in akuten Situationen helfen sehr gut Bachblüten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Selbsthifegruppen, die sich mit diesen Themen beschäftigen.
Nähere Infos würde ich dir lieber per Mail zukommen lassen, wenn du Interesse hast.
Liebe Grüße und viel Erfolg
Mechthild
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Hallo Oli,
ein zweiter Versuch, dir Hilfe zukommen zu lassen. In aller
Kürze: Es gibt verschiedene Therapemöglichkeiten bei
Panikattacken, verhaltenstherapeutische oder
tiefenpsychologisch orientierte Ansätze. Zur Unterstützung in
akuten Situationen helfen sehr gut Bachblüten. Darüber hinaus
gibt es zahlreiche Selbsthifegruppen, die sich mit diesen
Themen beschäftigen.
Nähere Infos würde ich dir lieber per Mail zukommen lassen,
wenn du Interesse hast.
Liebe Grüße und viel Erfolg
Mechthild
Liebe Mechthild,
vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Ich freue mich sehr, daß du mir noch weitere Infos geben willst. Bitte schreibe mir an folgende Adresse: [email protected]
Vielen Dank und liebe Grüße
Beck