Gene, Triebe, Evolution
Moin!
Das hat ganz wesentlich auch biologische Gründe. Männliche
Hormone spielen dabei eine ganz wichtige Rolle.
Ist dafür nicht Testosteron verantwortlich??
Wahrscheinlich. Allerdings nicht nur der aktuelle
Testosteronspiegel, sondern wohl auch der Testosteronspiegel in
bestimmten kritischen Lebensphasen (insbesondere auch schon vor
der Geburt). Zumindest kann man im Tierversuch durch
Testosterongaben bei genetisch weiblichen Tieren „männliche
Gehirne“ erzeugen, die dann „männliches“ Verhalten erzeugen
(vermehrtes Raufen, „Aufsitzen“ beim Kopulieren).
…es spricht -finde ich- sogar insofern für die Theorie, als
wenn man sich vorstellt, dass ein Geisteskranker seine
sexuelle befriedigung durchaus auch ohne Gewalt bekäme (Puff,
Freundin…) aber entschieden vergewaltigt weil es eine
bestimmte sexuelle Gier = Trieb ist.
Hm, ja. Oder, nee. Also erstmal ist ja der „geistesgestörte
Triebtäter“ (ich mag diese Bezeichnung gar nicht) ja nicht der
Prototyp des Vergewaltigers. Wenn ich mich jetzt nicht total
irre, dann ist die typische Vergewaltigungssituation nicht die,
in der der Täter ein Fremder ist, der plötzlich aus dem Gebüsch
springt. Den „Trieb“ haben wir, wenn wir jetzt mal Papa Freud
folgen, ohnehin alle. Und wir haben auch alle bestimmte
Vorstellungen davon vermittelt bekommen, was Mann darf und was
Mann nicht darf. Wie wir uns in einer gegebenen Situation
verhalten ist davon abhängig, welche (psychologischen) Kräfte die
Oberhand gewinnen.
Wenn man die Komplexität und Gleichheit des Sexualtriebes des
Menschens vergleicht, dann ist dies auch verblüffend und MUSS
genetisch bedingt sein.
Ja natürlich, das KANN ja auch gar nicht anders sein. Die
elementaren Verhaltensweisen, die der Fortpflanzung dienen, haben
selbstverständlich eine genetische Grundlage. Frage war doch
aber, ob ganz konkretes Verhalten (Vergewaltigung) für sich
genommen so etwas wie eine Adaptation sein kann.
Wissenschaftler haben das mit einem
Versuch bewiesen, bei dem Männer völlig verschiedener
Kulturen, Volksgruppen und Rassen immer genau die selben
Merkmale einer Frau erotisch fanden: Immer das selbe
Hüft-Tailie Verhältnis, das Mund Kin Verhältnis und …
wahrscheinlich auch die Gesichtssymmetrie! - DAmit hätte ich
schon eher schwierigkeiten… das scheint aber bewiesen zu
sein.
Naja, da muß man sich die einzelnen Untersuchungen wahrscheinlich
genauer ansehen. Es gibt auch Arbeiten, in denen gezeigt wird,
daß die Befunde zum Hip-to-waiste-ratio Artefakte sein können.
Ich habe da keine Meinung, ich kenne die Literatur einfach nicht
gut genug.
Das ist das TOLLE an der evolutionären Psychologie 
Ist das Dein Fach? (habe mich nat. darüber informiert…) 
Nee, nich. Allerdings sitze ich hier Tür an Tür mit Kollegen, die
starke Interessen in diesem Bereich haben. Da schnappt man mal
das eine oder andere auf (solides Halbwissen, also…)
Gruß
Michael