ich habe letztens beim Chatten eine nette Frau kennengelernt. Wir haben über „Gott und die Welt“ gelabert, schließlich wurde es persönlicher. Irgendwann habe ich dann mitbekommen daß sie Suizidgedanken in sich trägt.
Sie hat mehrere Suizidversuche hinter sich.
Als jemand, der im Rettungsdienst arbeitet kenne ich nur das akute Vorgehen (Zwangseinweisung oder freiwillig in die Klinik mitkommen) aber ich weiß nicht, wie sowas langfristig weitergeht und wie ich mich ihr gegenüber verhalten sollte.
Sie äußert eine ungeheure Angst davor, ihre Freiheit zu verlieren, hat Angst, „monatelang weggesperrt zu werden“.
Da wir uns nur ab und zu im Chat begegnen und ich weder eine Möglichkeit noch ein Interesse daran habe sie ausfindig zu machen, interessiert mich nun:
Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten?
Welche Möglichkeiten/Hilfsangebote gibt es, wohin kann sie sich wenden?
Wie sehen Therapieformen aus und wer macht Therapien?
Was war das mit dem Wegschliessen? Das befürchtet sie für den
Fall, daß sie sich in therapeutische Behandlung begibt? Dann
sollte man sie wahrscheinlich beruhigen, daß das gegen ihren
Willen (außer im von Dir geschilderten Fall akuter Gefahr) nicht
passieren wird.
Vielen Dank, Michael! Ich werde mir den Link jetzt gleich ansehen.
Richtig, ihre Angst ist weggesperrt zu werden wenn sie sich Hilfe holt und somit offenbart daß sie suizidgefährdet ist. Das versuche ich ihr gerade auszureden. Ich hoffe mir gelingt es…
Mach doch die Frau darauf aufmerksam, daß es in jeder größeren Stadt eine Telefonseelsorge gibt, an die sie sich wenden kann. Dort kann sie anonym bleiben, und man wird versuchen, ihr Brücken zu bauen und mit ihr zu schauen, was für sie ein angemessenes Hilfsangebot ist.
Sie kann auch mehrmals bei der Telefonseelsorge anrufen.
In vielen Großstädten gibt es auch Krisendienste, wo man persönlich hingehen kann und anonym bleiben kann.
Es gibt auch einzelne Telefonseelsorgestellen, die ihr Angebot auf Beratung per email erweitert haben.
Schau einfach mal in einer Suchmaschine nach.
sowas ist eine ausgesprochen dumme Situation, die ich allerdings auch kenne.
Auf alle Fälle darfst Du sie nicht bedrängen. Auch nicht dazu drängen, eine Behandlung aufzusuchen. Unter Umständen fühlt sie sich dann bedroht und begeht wirklich eine Kurzschlußhandlung.
Du kannst nur versuchen, langsam Vertrauen aufzubauen. Erst wenn sie Dir vertraut, wirklich vertraut, kannst Du sie ganz vorsichtig auf eine Behandlung hin ansprechen.
Wenn sie genug Vertrauen zu Dir hat, wird sie eventuell auch über ihre Probleme mit Dir reden. Selbstmorgedanken kommen ja schließlich irgendwo her.
So etwas kann aber eine sehr nervenaufreibende Geschichte für Dich werden, ich warne Dich. Du mußt wissen, was Du Dir zutrauen kannst.
Kommst Du nicht dienstlich an einen Psychologen oder so ran? Der könnte Dir evetuell Hinweise geben. Zumindest wäre es, wenn Du den Kontakt aufrecht erhalten willst, gut, notfalls schnell jemanden an den Hand zu haben, den man fragen kann.
an der Uniklinik Eppendorf / Hamburg gibt es das TZS (=Therapiezentrum für Suizidgefährdete) Einmalig in Deutschland!
Das ist eine ambulante Einrichtung die dir bestimmt helfen kann.
Gruß
Oli