forensische Psychologie

Von: , Frage gestellt am So, 10. Feb 2008

Gibt es unter Euch jemanden, der mir im Bereich forensischer Psychologie weiterhelfen kann??
Genau genommen geht es um einen Serientäter aus einem gerade entstehenden Kriminalroman, zu dessen "gebasteltem" Psychogramm ich eine fachmännische Meinung (evtl. Tips) bräuchte.

Vielen Dank!

Kwini

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: forensische Psychologie

    Hi Kwini Gibt es unter Euch jemanden, der mir im Bereich forensischer
    Psychologie weiterhelfen kann??
    Du meinst wahrscheinlich eher "forensische Psychiatrie", oder?
    Aber immer raus damit, her mit dem Fall...
    Lass ihn uns in aller Öffentlichkeit begutachten ;-).
    Gruß,
    Branden

      • Antwort von nach 15 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: forensische Psychologie

        Forensische Psychologie gibt's auch, lieber Branden, und ist
        auch in dem hier zu verhandelnen Fall anwendbar.
        Okay, Oliver, ich seh's ein.
        Es grüßt Dich
        Branden

  2. Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
    Re: forensische Psychologie

    hi kwini

    Ich bin zwar nicht beruflich in dem Bereich tätig (leider) interessiere mich aber schon seit vielen Jahren für Profiling und Forensik. Vielleicht kann ich dir ja mit meinem Wissen etwas weiterhelfen.

    Schreib mir einfach mal worum es dir geht, interessiert mich doch sehr was du da so schreibst :)

    LG
    Novalee [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: forensische Psychologie

      @Novalee / vanBranden:
      ja dann leg ich mal los:

      Handlung in DDR Ende der '80er.

      Es geht um einen Täter, welcher im Laufe mehrerer Jahre (25 Jahre) Frauen umbringt (v.a. Prostituierte). Es soll weder einen religiösen noch (rein) sexuellen Hintergrund geben, sondern der Täter ist ernsthaft der Meinung, den "gesellschaftlichen Auftrag" zu haben, 'asoziale Elemente' (wie eben Prostituierte) eliminierern zu müssen.
      Natürlich spielt ja meist die Sexualität eine Rolle, so ist er doch auch etwas pervers/fetischistisch veranlagt. Seine Mutter hält er für eine Hure, die ihn im frühen Kindesalter ins Kinderheim gegeben hat. Daher schon mal ein kleiner Grund für seinen Hass auf Huren. Mit Anfang 20 hat er die erste Prostituierte umgebracht. Mit Mitte/Ende 40 geht es wieder los, Auslöser ist ein Schlüsselerlebnis mit einer Frau.
      Durchgängiges Muster beim Töten ist, dass er die Frauen erdrosselt und post mortem aufhängt/erhängt. Ist also nicht die reine Lust am Töten, sondern auch etwas Rituelles dabei.
      (Soviel hierzu in Kurzform...)

      Hinzu kommt allerdings, dass sich sein Hass auch in politischer/gesellschaftlicher Ebene ausweitet. So ist er als getreuer DDR-Bürger (und Mitarbeiter beim MfS) gegen alles, was die gesellschaftliche Ordnung stört und/oder wer sich dagegen wehrt - Bsp.: deutsch-deutsche Annäherung; Republikflüchtlinge, Prostituierte und Alkohiliker als nicht lebenswerte Personen, etc etc.

      Ein Psychogramm ist soweit auch schon vorhanden, -meiner Meinung nach- auch schlüssig. Das Problem bzw. wo ich nicht so recht weiterkomme, ist eben der sich weiter ausbreitende Hass auf "gesellschaftlicher Ebene". Wo kann hier der Auslöser/Grund dafür sein?? Man kann ja nicht alles mir einer verkorksten Kindheit erklären....
      Zudem ist dessen Vater (zum momentanen Zeitpunkt) Kubaner. Eigentlich deswegen, um ihn ein wenig von den anderen "abzusetzen" (dunkler Teint; Außenseiter als Kind etc.). Ist das nun förderlich oder kontrovers zu der Theorie, dass er sich für einen "Super"-(DDR-)Deutschen hält?

      So, also mal viel Spaß beim Lesen - und vielleicht habt Ihr ja Tips, Anregungen für mich ;-)

      LG
      Kwini

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: forensische Psychologie

        Hi Kwini
        Ich denke, eine der wesentlichen Dinge, die man sich bei den Serienmördern, den sogenannten "Triebtätern" vor Augen halten sollte, ist, dass sie nicht wegen eines abnormen Triebes (denn der Trieb ist ja nicht der casus knacktus), sondern wegen eines fehlenden (also nicht ausgebildeten) Über-Ich meistens im Kern eine antisoziale Persönlichkeitsstörung ihr eigen nennen dürfen, welchselbe -roughly spoken- praktisch nicht therapierbar ist. Theoretisch meinetwegen, aber nicht praktisch. Deswegen haben wir ja in schöner Regelmäßigkeit die erneuten Serienmorde bei auf freien Fuß gesetzten "therapierten" Serienmördern.
        Das alles mag für den Laien konservativ klingen, ist aber aus den psychiatrischen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte rekrutiert.
        Soviel fürs erste. ;-)
        Es grüßt Dich
        Branden

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: forensische Psychologie

        hallo kwini,

        sehr unrealistisch, da prostitution in der ddr außerhalb der leipziger messe eher eine randerscheinung war und natürlich vom MfS für dessen zwecke eingespannt wurde.
        die ganze story klingt dermaßen bemüht und konstruiert, daß die glaubwürdigkeit an sich kaum vermittelbar ist. warum nicht bei realen vorbildern motive und motivationen übernehmen und abwandeln?



        strubbel
        §:O)

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: forensische Psychologie

          warum nicht
          bei realen vorbildern motive und motivationen übernehmen und
          abwandeln?

          strubbel
          §:O)
          1. müssen es nicht unbedingt wirkliche Prostituierte sein, sondern können auch Frauen sein, die er dafür hält bzw. als solche betituliert (aufgrund Lebensweise, lockere Sexualität etc.)
          2. wie gesagt, es beginnt Anfang der '60er, und das sogar außerhalb der DDR. Dazu kommt, dass es sich bei alldem nicht um reine Phantasiegespinste ("mühsam und konstruiert") handelt, sondern um Begebenheiten.
          Mir geht es nun darum, die Psyche des Täters zu "verstehen" und natürlich einigermaßen übermitteln zu können....

          Kwini ;-)

          • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: forensische Psychologie

            hallo kwini,

            auch deine erläuterungen bringen nicht weiter. heutzutage sind wir in sexueller hinsicht um jahre zurück hinter dem stand zu ddr-zeiten, was einige(!!!) dinge im sexualleben angeht.
            gerade was die rolle der frau dabei angeht hinsichtlich selbstwertgefühl, verhalten usw.
            es hat den anschein(!), du schreibst über ein milieu, für das du nicht das geeignete einfühlungsvermögen mitbringst bzw. mitbringen kannst.
            auch sind deine vorstellungen von mitarbeitern des MfS anscheinend durch spiegel o.ä. geprägt, was nicht mit der realität übereinstimmt.


            strubbel
            #:O)



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