Liebe Fachleute,
ich arbeite jetzt rund 10 Jahre in psychiatrischen Einrichtungen und ich bin müde, es leid, ich würde gerne etwas anderes tun.Raus aus der sozialen Arbeit. Und jetzt die Frage: aber was??? Mir fehlt die Vision; auch wohl das Zutrauen in die Fähigkeiten, obwohl ich in meinem Sozialarbeiterjob sicher kein schlechter bin. Gibt es Methoden, Bücher, Anleitungen, Fachleute (Raum Köln), die sich damit befassen, jemanden wie mir auf die Sprünge zu helfen? Für eure Tips bedankt sich herzlich
Christian
vielleicht ein Lesetipp…
Hallo Christian,
Vielleicht hilft ja schon einmal ein Buchtipp etwas weiter?? Der Titel hört sich zwar saudoof an, aber das Buch finde ich schon recht gut…
Nelson Bolles, Richard: Durchstarten zum Traumjob. ISBN 3-593-36294-5 Buch anschauen
Hat mir selber auch prima geholfen, besser herauszufinden, was ich evtl. kann und was ich beruflich gerne tun möchte. Und: das Buch ist wirklich sehr ermutigend!
Dir schöne Grüße und viel Glück!
Anne
…und noch ein Lesetipp:
Diether Wolf von Goddenthow, Neue berufliche Wege wagen. Veränderungsintelligenz trainieren - den Wandel erfolgreich gestalten. Falken 2000, 19.90 DM
Hallo Christian !
Das ganze hoert sich irgendwie nach Burnout an, was ja in sozialen Berufen nicht so selten ist. Ich vermute, dass Du irgendwann sehr motiviert warst und vor allem das Beduerfnis hattest anderen zu helfen. Menschen, die sich in solchen Berufen vor allem auch emotional engagieren, haben jedenfalls die besten Chancen, auszubrennen: die Arbeit satt haben, am Ende keinen emotionalen Bezug zum „Objekt“ seiner Arbeit + evtl., psychosomatische Symptome.
So weit ich als wissenschaftlich taetiger Psychologe (allerdings in einem arbeitspsychologischen Forschungsprojekt beschaeftigt) etwas dazu sagen kann, hat das in starkem Masse etwas mit einem Mangel an Reziprozitaet zu tun: D.h., fuer das, was Du emotional und allgemein in die Arbeit investierst, bekommst Du subjektiv aus Deiner Sicht keine aequivalente Rueckmeldung. Hier ist nicht die finanzielle Entlohnung gemeint, sondern allgemein das, was Du Dir vorher erhofft hast. Vielleicht hast Du vorher irgendwie das Ziel gehabt, diesen Menschen in der Psychiatrie staerker zu helfen, als es Dir letztlich moeglich ist.
Ich will Dir an dieser Stelle keine beruflichen Perspektiven aufzeigen (ich weiss auch nicht, was Du fuer eine Ausbildung hast), moechte Dich aber vor allem darauf hinweisen, Dir erst einmal zu ueberlegen, was Du eigentlich in Deiner bisherigen Arbeit erreichen wolltest. Idealismus ist sicherlich in jeder Arbeit irgendwo notwendig, zuviel davon schadet aber der eigenen psychischen Gesundheit.
Zufriedenheit kannst Du erreichen, indem Du entweder die objektiven Gegebenheiten soweit aenderst, dass sie Dich zufriedenstellen oder aber indem Du Dein eigenes Anspruchsniveau veraenderst. Bei psychiatrischen Patienten oder auch in anderen Bereichen (Pflege von totkranken oder senilen Patienten) muss man sich schon klarmachen, dass das was man an Rueckmeldung von den Patienten bekommen kann, relativ gering ist. Vielleicht muss man auch nur ein wenig danach suchen.
Gruss Psycho
durchstarten zum Traumjob
dieses buch habe ich gerade durchgelesen und auch die Übungen durchgemacht (allerdings noch nicht alle). Ich kann es wärmstens empfehlen- auch denen, die „nur“ ein neues Hobby suchen.
Dummerweise habe ich einen Beruf erlernt, der mir weder liegt noch dazu geeignet ist den in Teilzeit auszuüben. Schnell fühlt man sich unter all den arbeitenden Frauen mit 40 als Versager. Bei diesem Buch sind Denkansätze, die einem zu einer neuen Lebensphilosophie verhelfen.
Einen neuen Job habe ich noch nicht, aber ich bin optimistisch.
grilla
Hallo Grilla,
wie wär´s denn mit einer neuen Ausbildung zur Goldschmiedin? Selbst kreativ zu sein ist immer befriedigender als lebenslang immer das gleiche zu machen. Und für was Neues ist es nie zu spät (demnächst müssen sowieso alle bis 80 arbeiten
).
Ciao
Uwe
Traumjob
Hallo Uwe,
die Idee ist nicht schlecht. Aber ich bin über 40, und für den Arbeitsmarkt mit zwei Kinder in vieler Hinsicht unattraktiv. In Sachen Kreativität (homepages bauen, romane schreiben…) tobe ich mich Zuhause aus.
Ich muß und will Geld verdienen. Nun muß ich dem Arbeitgeber in spe überzeugen, dass ich trotz meines Alters und auch wenn ich nur in Teilzeit arbeite, einiges an Berufserfahrung zu bieten habe.
Seufz, es ist wahrlich schwer.
Aber danke für den Tipp
bis denn
grilla
Goldener Schnitt
Hi Grilla,
vor allem solltest Du Sätze wie
Aber ich bin über 40…
und
trotz meines Alters
schnell aus Deinem Sprachschatz verbannen 
Du bist, wenn man mit 20 eine Lehre/Ausbildung abgeschlossen hat (von einem Studium ganz zu schweigen) und bis 65 arbeitet, mit über 40 genau im Mittelfeld, also exakt in dem für Arbeitgeber interessanten Alter - der bestmöglichen Schnittstelle zwischen Dynamik und Erfahrung (alles andere sind Ausreden Dir selbst gegenüber
) In welcher Stadt suchst Du denn was?
Aber danke für den Tipp
Hm, Tipp mit zwei „p“? Du bist ziemlich fortschrittlich. Vergiß aber nicht, daß Traditionen auch ihre Berechtigungen haben 
Ciao
Uwe
Hallo Uwe,
Verzeihung, der Frust blitzte durch mein posting. Aber Du hast recht. Sein Alter sollte man weder im allgemeinen noch im speziellen herunterspielen.
Ich lebe in der Oberpfalz in einer größeren Stadt und bin Bürokauffrau. Da muß man Tipp nach der neuen Rechtschreibereform schreiben können. Doch geht es mir wie Dir, es ist schwer sich daran zu gewöhnen.
Es gibt begeisterte Forenbesucher, die einen Tip mit einem p nicht ertragen können. So habe ich mich auch deshalb des lieben Friedens willen angepaßt.
Wie bereits geschrieben: dass Buch macht jedem Mut, der mit seinem beruflichen Selbstwertgefühl abgesackt ist, und einen gezielten Neustart wagen will.
Bis denn
grilla
Na, dann alles Gute im Traumjob…(o.T.)
o.T. = ohne Text 