Re: Suche Master/Ausbildung: Ernährung/Psychologie
Hallo Rebecca,
stelle Dir mal vor, Du bist krank. Ich meine keine Erkältung, sondern richtig krank. Stell Dir mal vor, Du bist sehr krank. An dieser Krankheit kann man sterben und man hat viele unangenehme Krankheitssymptome. Also gut, Du bist also krank und gehst zu einem Arzt. Du schaust Dich um und findest eine ganz tolle Praxis. Hell, freundliche Sprechstundenhilfe und Du bekommst auch superschnell einen ersten Termin. Du siehst den Arzt und findest ihn auch ganz klasse, immerhin spricht er ganz verständlich mit Dir und nicht im Fachjargon. Du bekommst eine "Spezialtherapie". Das heisst, Du wirst in seine Praxisklinik eingewiesen und bekommst allerlei Säfte und Pillen. Anfangs fühlst Du Dich sehr schlecht und elend - das ist Deine spezielle Krankheit, sagt der Arzt. Welche das nun genau ist - nun, das kann man schwer sage, aber immerhin bist Du ausgebrannt und musst aufgebaut werden. Die Medikamente und seine Therapie müssen erst noch ansprechen. Ab sofort wirst Du rund um die Uhr eng betreut. Etwa tausend Menschen kümmern sich um Dich und Du fühlst Dich echt gut umsorgt und geborgen. Langsam verschwinden die Schmerzen und Du fühlst Dich nicht mehr so elend. Dann kommt der Arzt: Du bist geheilt! Endlich! Nach nur zwei Jahren! Da macht es nix, dass Du eine ziemlich hohe Rechnung bekommst - was macht man nicht alles für seine Gesundheit. Aber was ist mit Deinem restlichen Krankheitsgefühl? Du bist immer noch ein bisschen schwach... Macht nichts, sagt der Arzt, das geht vorüber.
Okay, klar, das kennt man ja. Dann gehst Du nach Hause und kehrst wieder in den Alltag zurück.
Aber iregndwie wird es nicht besser.
Es wird sogar wieder schlimmer.
Und schließlich fühlst Du Dich kranker als je zuvor!
Was ist da los? Die Krankheit doch nicht etwa? Nein, kann nicht sein. Du bist doch geheilt! Das denkst Du auch, als Du mit dem Krankenwagen mit Blaulicht in die Uniklinik fährst. Dort sind zwar auch Leute, aber die lächeln alle nicht ganz so toll; hier sind auch viele komische Apparate, die echt kompliziert sind. Und nachdem man Dich richtig "auf den Kopf gestellt" hat, sprichst Du wieder mit einem Arzt: Du hast Krebs. Im Endstadium. Seit drei Jahren ist nie etwas gemacht worden, jetzt kann man nicht mehr viel tun, sondern nur noch hoffen. Komisch, sagst Du, aber ich war doch die letzten beiden Jahre bei dem Arzt XY! Der hat mich doch geheilt! Nein, sagt da der Arzt, hast Du da mal auf das Türschild geschaut? Es war kein Arzt, der Dich behandelt hat, sondern ein "Heiler"! Der hat von Krebs natürlich nicht viel Ahnung gehabt, sondern sein esoterisches Programm mit Dir gemacht. Das ist Dir natürlich nicht aufgefallen, woher sollst Du den Unterschied zwischen "richtigem" Arzt und Heiler kennen? Klar, dass Du auch bei den Methoden keine Ahnung hattest - der Arzt, 'tschuldigung, Heiler musste ja wissen, was er tut. Du warst auf ihn angewiesen. Und nun bist Du damit auf die Nase gefallen. Aber es ging Dir doch besser?!, sagst Du. Tja, sagt der Arzt, das Gefühl hattest Du schon, ganz einfach, weil sich der Körper mittlerweile im Laufe der langen Zeit auf die Schmerzen eingestellt hatte - Du hast sie einfach nicht mehr so sehr gespürt wie vorher. Und natürlich bist Du ständig umsorgt worden - da ist man auch ganz schön abgelenkt und hat auch die restlichen Beschwerden einfach heruntergespielt, wenn einem den ganzen Tag "Heilung" suggeriert wird.
Und was will ich damit sagen: Entweder Du lernst das Fach richtig oder Du lässt es besser bleiben. Wenn Du psychologisch beraten möchtest, dann solltest Du wenigstens bereit sein, 10 Semester Zeit zu investieren und dann Menschen korrekt beraten können. Sonst fallen andere Menschen auch auf die Nase.
Gruß
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