Denkarten...

Von: , Frage gestellt am Sa, 16. Dez 2000

Hi Leute!
Ich habe anscheinend eine Art an Aufgaben heranzugehen, Probleme im Kopf zu überarbeiten, wie sie bei den meisten Anderen nicht vorkommt. Anders gesagt: Ich denke auf andere Art und Weise und das sehr effizient. Wenn aber jemand versucht, mir zur Lösung eines Problems, seine Denkweise aufzuzwingen und mich Schritt für Schritt zu unterbrechen, kann ich fast gar nichts. Ich muß Gelegenheit haben in diesen geistigen "Logikmodus" umzuschalten. Wenn jemand das absichtlich oder zufällig behindert, bin ich in dem Moment praktisch strohdoof. Ist das normal?
Ich meine jetzt nicht direkt das mit dem irritieren lassen, weil das geht ja vielen so, sondern diesen "Logikmodus" oder wie auch immer...
Gruß
Michael

9 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Denkarten...

    Hallo Michael,
    in letzter Zeit habe ich einige Bücher über Lern- und Lehrweisen gelesen. Dieses Thema finde ich sehr interessant.
    Es ist unumstritten, dass nicht alle Menschen auf gleichem Wege etwas lernen oder verstehen.
    Könntest Du bitte an einem Beispiel Deine Denk-Wege beschreiben?
    grilla

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Re^2: Denkarten...

      Hallo!
      Ein Beispiel hierfür zu bringen ist sehr schwer. Das ist ungefähr genau so als würde ich versuchen zu beschreiben, welche Schritte im Gehirn vor sich gehen, die mich dazu veranlassen z.B. einzuatmen.
      Wenn ich eine gestellte Aufgabe in zwei schwarze Kisten gebe und am Ende kommt das selbe raus, kann ja trotzdem etwas unterschiedliches in diesen Kisten vorgegangen sein. Ich weiß, ich rede jetzt etwas drumherum, aber ich kann es einfach nicht beschreiben. Ich merke nur, dass mein Vorgehen beim Denken schon einige Male inkompatibel zu den Gedankengängen Anderer war.
      Gruß
      Michael

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        Re^3: Denkarten...

        Hallo Michael,

        ich kenne das Problem auch. Es liegt einfach daran, daß es mitunter mehrere Lösungswege zum Ziel gibt. Dann passiert es mir oft, daß ich durch logisches Denken zwar auch hinkomme, aber eben nicht auf dem "üblichen" Wege.
        Ich habe dadurch schon in meiner Schul-, Lehr- und Studienzeit meine Lehrer total aus dem Konzept gebracht, weil ich mitunter völlig andere Varianten hatte, als die in ihren Lehrbüchern.
        Wenn der Lehrer gut war, hat er erst mich in Ruhe angehört und dann seinen Weg aufgezeigt. Wenn nicht, hatte ich meist schlechtere Noten...
        Das passiert häufig Leuten mit ausgeprägtem logischen Denkvermögen. Die sind (ohne mich jetzt rühmen zu wollen) in der Lage, sich Zusammenhänge aus ihrem Wissen heraus selbst abzuleiten, ohne an den angelernten Erklärungen zu kleben. Auswendiglernern passiert so was nicht, die kennen nur ihr erlerntes Schema. Das ist nebenbei mein NAchteil, ich kann nicht ausendiglernen. Ich muß den Zusammenhang begreifen, warum und wieso etwas so und nicht anders ist, sonst vergesse ich das Ganze gleich wieder.

        Ich weiß nicht, ob Dir das weiterhilft.


        Gernot Geyer

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Denkarten...

          Hallo Gernot,

          das geht mir irgendwie ähnlich. Den Rest meiner Antwort und warum ich damit angefangen habe, mir überhaupt mal intensiver Gedanken darüber zu machen steht in meiner Antwort an grilla. Das Problem ist auch noch, dass ich mich relativ leicht durch Einflüsse von Außen an diesem "Umschalten" in den "Logikmodus" hindern lasse...
          Gruß
          Michael [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 19 Tagen hilfreich
          Re^4: Denkarten...

          Hallo Gernot, ich kenne das Problem auch. Es liegt einfach daran, daß es
          mitunter mehrere Lösungswege zum Ziel gibt.
          Genau so ist es. Das kann ich aus meiner Unterrichtserfahrung nur bestätigen. Dann passiert es
          mir oft, daß ich durch logisches Denken zwar auch hinkomme,
          aber eben nicht auf dem "üblichen" Wege.
          Genau. Ein richtig "guter" Lehrer sollte sich darum immer bemühen, möglichst viele verschiedene Wege aufzuzeigen und jedem Schüler so auf "seinem" eigenen Lösungsweg unterstützen und weiterhelfen. Dies ist für einen Lehrer aber auch ganz schön anstrengend: Er kann ja nur weiterhelfen, wenn er den vermutlich vom Schüler eingeschlagenen Weg erahnen kann. (Meistens hakt's ja irgendwo und der Lösungsweg ist noch nicht fertig zu Ende gedacht). Ich habe dadurch schon in meiner Schul-, Lehr- und Studienzeit
          meine Lehrer total aus dem Konzept gebracht, weil ich mitunter
          völlig andere Varianten hatte, als die in ihren Lehrbüchern.
          Aber genau so sammelt doch ein vielseitiger Lehrer im Laufe der Jahre viele verschiedene Lösungswege und -Gedanken. Und immer wieder bestätigt sich: auf die besten und elegantesten Lösungen wäre man als Lehrer mit seiner eigenen, eingefahrenen Denkweise niemals gekommen - die besten Ideen stammen meist von Schülern. Wenn der Lehrer gut war, hat er erst mich in Ruhe angehört und
          dann seinen Weg aufgezeigt.
          Na ja. Ich zeige vielleicht der ganzen Klasse noch einen anderen Weg. Würde aber niemandem meinen Lösungsweg aufzwingen! Wenn nicht, hatte ich meist
          schlechtere Noten...
          Das passiert häufig Leuten mit ausgeprägtem logischen
          Denkvermögen. Die sind (ohne mich jetzt rühmen zu wollen) in
          der Lage, sich Zusammenhänge aus ihrem Wissen heraus selbst
          abzuleiten, ohne an den angelernten Erklärungen zu kleben.
          Das wiederum (s.o.) ist vollkommen richtig. Allerdings ist es für einen Lehrer ungeheuer schwer bei den überfüllten Klassen dieses Denken zu fördern. Dies ist nur dann möglich, wenn im Unterricht Platz und Zeit geschaffen wird, in der jeder Schüler versucht eine Aufgabe wirklich selbstständig zu lösen. Genau diese Zeit ist aber bei den heutigen Lehrplänen in keinsterweise mehr gegeben. Außerdem muß der Lehrer dann, während die Schüler versuchen die Aufgabe zu lösen, permanent durch die Klasse wandern und (s.o.) jedem Schüler "seinen eigenen" Tipp zur weiteren Lösung geben. Das ist bei Klassen mit über 30 Schülern nahezu unmöglich und ungeheuer zeitraubend. Außerdem müssen die Schüler zunächst schon mal soviel Selbstsicherheit ("Ich kann das", "das was ich rechne ist richtig") gewonnen haben, daß sie sich überhaupt daran wagen eine Aufgabe selbstständig zu lösen. Auswendiglernern passiert so was nicht, die kennen nur ihr
          erlerntes Schema. Das ist nebenbei mein NAchteil, ich kann
          nicht ausendiglernen. Ich muß den Zusammenhang begreifen,
          warum und wieso etwas so und nicht anders ist, sonst vergesse
          ich das Ganze gleich wieder.
          Ohne genau dieses Denken hätte ich mein Mathe-Studium nie gepackt! Wenn man etwas begriffen hat, muß man ja auch viel weniger lernen. (Schätze mal: Aufwand mindestens um 1/3 reduziert)

          Mit freudlichen Grüßen

          Helga

      • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
        Zeichen und Bilder

        Hallo Michael,
        angenommen die beiden besagten Kisten würden sich in ihrem Informationsgehalt durch Zeichen und Bilder unterscheiden. Es begreift der eine den Sachverhalt, der mittels Zahlen und Texte Informationen bekommt und bei der Problemlösung ausschließlich Zahlen und Texte nutzt. Der andere stellt sich zum Sachverhalt Bilder vor, und löst das Problem in seiner Vorstellungskraft oder durch Skizzen. (wobei er natürlich auch nicht ohne Zeichen auskommt).
        5 + 3 = 8 -> der eine löst die Aufgabe so
        5 Äpfel und 3 Äpfel ergeben 8 Äpfel -> der andere nutzt den "Umweg" über die Bildhaftigkeit
        Meistens nutzt der Mensch bei seiner Denkweise beide Kisten, wobei je nach Fähigkeit die eine oder andere Kiste mehr genutzt wird.
        Letztendlich ist es wichtig, dass die Fähigkeit des logischen Denkens und die Merkfähigkeit funktioniert. Wie ist doch egal, oder?
        grilla

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re: Zeichen und Bilder, Prüfung

          Letztendlich ist es wichtig, dass die Fähigkeit des logischen
          Denkens und die Merkfähigkeit funktioniert. Wie ist doch egal,
          oder?
          grilla
          Hallo grilla,
          das stimmt natürlich so allgemein betrachtet (obwohl ich eher mit "Zahlen" nur anders umgehe anstatt mit Hilfe von Bildern zu denken)! Schlimm ist es nur, wenn andere einem nicht folgen können bzw. kein Verständnis dafür haben, dass man eine Sache "anders" angeht als sie selber.
          Etwas ähnliches ist es, wenn jemand zum Beispiel in Prüfungssituationen ganz gezielt verhindert, dass sich der Prüfling auch nur einmal auf die zu prüfende Sache konzentrieren kann, indem ihm ständig von mehreren Personen fragwürdige und/oder themenfremde Schritte aufgezwungen werden. Ob und wie weit dies bei einer normalen Fertigkeitsprüfung zulässig ist oder ob es als gezielte Manipulation betrachtet werden kann, ist allerdings eher eine rechtliche Frage, denke ich...
          Gruß
          Michael *dereinkleinesbisschenvomThemaabgekommenist*

        • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
          Re: Zeichen und Bilder

          Hallo grille,#
          als mann denke ich in Birnen oder pflaumen, 1 und 1 ist drei inclusive MWST, ist das richtig gedacht, oder bnrauche ioch Therapie ?
          greützi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Denkarten...

    Hallo Michael,

    was Du beschreibst ist absolut normal. Jeder Mensch hat seine eigene Logikkette, um Probleme zu lösen. Die meisten Menschen haben vielleicht ähnliche Lösungsketten, daher fällt es weniger auf, daß jeder seine eigene Lösungsmethode hat.
    Im NLP ist recht viel zu diesem Thema geschrieben worden, weshalb ich jetzt hier zu dem Thema nicht viel mehr sagen möchte, einfach mal zu dem entsprechenden Stichwort eine Suchmaschine anwerfen.

    Grüße von Harriet

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!