Was tun bei Selbstverstümmelung?

Ich kenne ein Mädchen dass an dieser Krankheit leidet und wollte fragen was man da tun kann.

Aus einem Gespräch mit ihr weiss ich dass sie als Kind missbraucht wurde, aber sie kann sich nicht mehr daran erinnern sagt sie (molested heisst doch missbraucht oder?)

Sie sagte ihr ist es so lieber als ihrer Mutter sorgen zu machen. Sie sagte auch Psychiater würde die Selbstverstümmelung als lächerlich abtun wie sie es im Internet gelesen hat.
ch halte es für ein ernsthaftes Problem das sie sich schon mit Rasierklingen geschnitten hat und auch schon einen Schraubenzieher erhitzt und sich damitverbrannt hat

Hallo!

Aus einem Gespräch mit ihr weiss ich dass sie als Kind
missbraucht wurde, aber sie kann sich nicht mehr daran
erinnern sagt sie (molested heisst doch missbraucht oder?)

Ich kann dir was deine Frage betrifft zwar kaum weiterhelfen, aber es ist vielleicht nicht ganz unwichtig darauf hinzuweisen, dass ‚molested‘ eigentlich ein ziemlich ‚ungenauer‘ Ausdruck ist. Generell wuerde man es wohl eher mit ‚belästigt‘ als mit ‚missbraucht‘ übersetzen - dass heisst aber nicht dass eine Englischmuttersprachlerin diesen Ausdruck nicht DOCH für sexuellen Missbrauch verwenden würde. Frag vielleicht noch mal nach, was sie meint.

Barbara

wir meinen schon das denn wir sprachen darüber dass ich einige Mädchen kenne die „raped“ also vergewaltigt wurden und daher denke ich schon dass sie das meint damit

Psychiatrie vs. Psychotherapie
Hi Yves

aus deiner Mail vermute ich, daß es sich um eine chat-Freundin handelt?

Zumindest im amerikanischen wäre „molested“ sicher als Euphemismus für das, was du vermutest, gebräuchlich. Aber es ist eigentlich auch gleichgültig, denn solche Angelegenheiten sind sicher ein brisantes Thema für einen chat. Wenn sie selbst davon spricht, ist es ok, aber es empfiehlt sich überhaupt nicht, daß du das Thema von dir aus ansprichst.

Daß sie selbst ihre Neigung zur Selbstverletzung mit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Vergangenheit verbindet, bedeutet übrigens noch lange nicht, daß es diese Verbindung auch tatsächlich hat. Aber es ist absolut sinnlos, darüber zu reflektieren oder gar zu spekulieren. Das würde ihr überhaupt nichts bringen.

Mit Therapieempfehlungen sollte man immer sehr vorsichtig sein! Bestenfalls kannst du das Thema in Form einer Frage anschneiden „hast du schon mal daran gedacht, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen“, denn Therapien machen nur Sinn, wenn die Person es von sich aus selbst wünscht. Sonst ist die Gefahr zu groß, daß sie es nach den ersten Gesprächen wieder abbricht, und dann bleibt mindestens eine Enttäuschung übrig.

Leider geht man in der amerikanischen Umgangssprache etwas salopp mit der Bezeichnugn „psychiatric“ um. Alles, was entfernt mit „psycho“ zu tun hat, heißt dort „Psychiatrie“ und man unterscheidet es nicht gegen „Psychotherapie“. In D findet man das auch oft. Daraus kann eine verhängnisvolle Verwechslung entstehen, weil bei Unkundigen psychische Probleme sogleich mit „Spritzen“ und „Irrenhaus“ assoziiert werden.

Aus dem, was du schilderst, ist sicher zu entnehmen, daß eine „psychiatrische“ Beratung hier nicht anliegt, dagegen können psychotherapeutische Betreuungen mit großer Wahrscheinlichkeit helfen… aber - wie gesagt - nur, wenn sie es selbst sucht. Das Problem ist, daß sie bereits durch ihre Net-Recherchen negativ voreingenommen ist (zumal sie ja eben auch von „Psychiatrie“ spricht, die hierfür gar nicht zuständig ist).

Du könntest ihr ja empfehlen, sich einmal zuerst von einem (realen!) Psychotherapeuten beraten zu lassen. Es gibt nämlich immer zuerst Vorgespräche, aus denen dann deutlich werden sollte, welche Art von Psychotherapie überhaupt hier in Frage kommt - Psychoanalyse wahrscheinlich, Gesprächstherapie (genauer Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie) wäre vielleicht auch schon sinnvoll. Aber - wie ich weiter unten unter der Anfrage „sie plant ihren 2. selbstmord…“ (3.12.) schrieb (in „keine Ferndiagnosen“ - sorry, ich hab meinen Namen verändert), sollte man auf keinen Fall Ferndiagnosen versuchen, schon gar nicht, wenn man auf dem Gebiet Laie ist. Man „meint es gut“ und möchte helfen, aber es kann Blockaden erzeugen und die wirkliche Therapie erschweren.

Wünsche dir viel Glück mit deiner Chatpartnerin

Grüße
M.G.

Stimmt es ist eine chatterin, aber sie bemühr sich auch um eine psychotherapeutische Behandlung, sie hat nur angst davor wegen ihrer Mutter oder davor nicht ernst genommen zu werden. Sie sprach es übrigens von sich aus an.

„LAIE“ bin ich auf diesem Gebiet übrigens schon lange nicht mehr *g*

PS: mit Psychotherapeuten reden ist gut wenn man mal einen findet der nicht total ausgebucht ist

Stimmt es ist eine chatterin, aber sie bemühr sich auch um
eine psychotherapeutische Behandlung, sie hat nur angst davor
wegen ihrer Mutter oder davor nicht ernst genommen zu werden.
Sie sprach es übrigens von sich aus an.

Wenn das so ist, dann kommt sicher ein nicht gerade vordergründiges Problem mit ihrer Mutter (erschwerend) hinzu. Grund genug, den Schritt zu wagen (ist sie noch nicht volljährig?). Nicht ernstgenommen zu werden, hat sie mit Sicherheit nicht zu fürchten: DARIN kannst du sie ja vielleicht bestärken!!

„LAIE“ bin ich auf diesem Gebiet übrigens schon lange nicht
mehr *g*

sorry, Yves, ich meinte „Laie“ übrigens in keiner Weise geringschätzend!! Meinte lediglich Personen, die nicht selbst aktiv in der Therapie tätig sind.

PS: mit Psychotherapeuten reden ist gut wenn man mal einen
findet der nicht total ausgebucht ist

Das ist leider ein Problem, ja.

Trotzdem: viel Erfolg!

sorry, Yves, ich meinte „Laie“ übrigens in keiner Weise
geringschätzend!! Meinte lediglich Personen, die nicht selbst
aktiv in der Therapie tätig sind.

Ok, darin bin ich Laie. Aber mir erzählt man dauernd seine Probleme also habe ich mit einigen Dingen meine Erfahrungen selbst gesammelt

Lieber Yves,
Selbstverstümmelung(-verletzung) ist mir als „Symptom“ nicht als Krankheit bekannt. Ich kenne mehrere Personen, bei denen dies als Folge traumatischer Erlebnisse auftrat und als Posttraumatisches Belastungssyndrom identifiziert wurde. Die Behandlungen sind sowohl in der Klinik als auch ambulant erfolgt und oft wurde zur Audeckung der Amnesien (Schutzmechanimus der Psyache gegen überwältigende Angst oder auch Nahtoderlebnisse) EMDR als Methode eingesetzt. Die Selbstverletzungen können als Gegenreiz gegen horrible Erinnerungesbilder verstanden werden. Oft wissen die Selbstverletzer nicht, wie sie sich diese Verletzungten zugefügt haben. Für diese Zeit fehlt ihnen die Erinnerung. Diese Dissoziation ist ebenfalls ein Schutz. Leider einer,der den gequälten Menschen schadet. Typisch ist auch, daß die Betroffenen die verantwortlichen (Eltern, Täter etc) schützen wollen. Nicht selten wurde den Misshandelten mit schrecklichen Folgen und Mord bedroht, sollten sie je über ihre furchtbaren Erlebnisse reden. Wenn du möchtest, kann Du Dich auf folgenden Seiten über das Thema informieren. Für Deine Bekannte günstig sind die meisten in englisch.
WWW.trauma-pages.com/pg2.htm (David Baldwin’s Trauma pages)
www.issd.org/isdself.htm (offizielle Seite einer Vereinigung von Traumatherapeuten)
www.dissoc.de (deutsche Trauma-experten mit querverweis zu EMDR bzw. Emdria)
www.psychotrauma.ch (dort unter Artikel den Aufsatz von Gschwend lesen)
Grüße Leska

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