Hi katy
es schient ein recht ungewöhnliches Problem zu sein, von dem du da berichtest, allerdings würde ich dir dazu gerne noch ein paar Fragen stellen, denn ich hab es noch nicht ganz verstanden. Wenn es dir also wichtig ist, können wir ja nochmal zusammen alles durchgehen, ok?
Ich kenne einen Jungen, er ist 15, der hat ernsthafte
psychische Probleme!
Frage: sagt er SELBST auch, daß er "ernsthafte psychische Probleme" hat? d.h. benutzt er genau DIESEN Ausdruck dafür?
Er selbst nähmlich kämpft um die Gerechtigkeit der Hässlichen!
Ist das SEIN Ausdruck? sagt er selbst "er kämpft"?
und sagt er selbst "um die Gerechtigkeit der Häßlichen"
(das ist nicht ganz unwichtig!)
Er selbst findet sich schön, doch die anderen nicht! ER will
nichts an ihm verändern!
Nun, ich kann das, was du weiter unten schreibst nur verstehen, wenn du dich hier verschriebn hast: daß es also heißen müßte: "Er selbst findet sich NICHT schön, doch die anderen finden NICHT, daß er NICHT schön sei. Aber an seinem Selbstbild will er nichts ändern"
Wenn das so sein sollte, dann ist der Rest meiner Mail hier überflüssig. Dann gib mir einfach eine Rückmeldung und wir reden dann weiter drüber, ok?
Wenn es aber doch richtig ist, so, wie du es schreibst, dann ist es sehr kompliziert, und wir müssen uns durchwühlen, um klar zu kriegen, was er für ein Problem hat... um dann zu sehen, wie du ihm helfen kannst. Denn je nachdem, wie du selbst zu ihm stehst, kannst auch du ihm helfen, und wir werden darüber reden, wenn du es willst.
Also, angenommen es war KEIN Schreibfehler,
dann hab ich die Frage: Sagt er selbst "ICH bin schön"? oder sagst DU, daß er sich schön finde (so, daß es also eine Meinung von DIR über ihn ist). Das ist wichtig, weil es schon ungewöhnlich ist, daß ein 15 jähriger Junge den Ausdruck "schön sein" für SICH verwendet, statt zum Beispiel "gut aussehen"...
Und dann: "doch die anderen nicht" heißt das: ER findet die anderen nicht schön, oder heißt das, die anderen finden IHN nicht schön? Ich gehe mal davon aus, es heißt: "die anderen finden ihn nicht schön", denn sonst paßt es zu dem anderen nicht, was du schreibst.
Und dann: "ER will nichts an ihm verändern" heißt eigentlich "er will nichts an SICH verändern"?? ist das richtig?
Dann wäre aber die Frage: warum sollte er denn etwas an sich verändern, wenn er sich doch schön findet!?
Sagt er selbst diesen Satz "Ich will nichts an mir verändern?"
oder sagen ihm andere, er SOLLTE etwas an sich verändern? Sagst auch DU das zu ihm?
Und wie ist es überhaupt mit dir: findest du ihn schön?
Doch er ist verzweifelt, allein, obwohl er weiß das es noch
tausend hässliche Menschen und Außenseiter gibt!
Hast du dich hier verschrieben? sollte es vielleicht heißen:
".... WEIL (!) er weiß, daß es noch
tausend hässliche Menschen und Außenseiter gibt" ?
d.h. weil er SICH schön findet, fühlt er sich unter vielen Häßlichen allein?
Denn sonst müßte das, was du schreibst ja bedeuten: DU, Katy, bist der Meinung, daß sein Wissen, daß es häßliche Menschen gibt, ihn eigentlich über sein Alleinsein wegtrösten müßte....
Wenn das aber tatsächlich DEINE Meinung ist, warum sollte die Anwesenheit häßlicher Menschen jemanden über sein Alleinsein wegtrösten?
Wenn das aber alles nicht stimmt, dann versteh ich dein Satz so:
OBWOHL es so viele Häßliche gibt, fühlt er, der AUCH häßlich ist, sich allein. Das aber verstehe ich wiederum nicht, denn er findet sich doch schön!!
Oder ist es so, daß er darunter leidet, daß die anderen ihn häßlich finden und ihn deshalb meiden? Das aber kann ja nur so sein, wenn er selbst sich EBENFALLS häßlich findet!!
Du sagst aber, er findet sich schön! Dann könnte er eigentlioch nur leiden, daß die andern ihn häßlich finden, OBWOHL er schön ist!!
Das ist ein bißchen tricky, aber es ist wichtig für die Bedeutung deines Satzes "Er kämpft für die Gerechtigkeit der Häßlichen"!
Er sagt dass das alles so ungerecht ist und das niemand bisher
zu ihm nett war, nur weil er nicht schön ist!
Das hieße also doch, daß er sich selbst häßlich findet!? (siehe oben)
Aber wie gesagt, ich gehe davon aus, daß er sich SCHÖN findet, wie du oben geschriebn hast:
Er glaubt allle
lachen über ihn, er fühlt sich wie ein Außenseiter, will aber
auch immer einer bleiben weil er auf der Seiter dieser
Menschen steht!
Das würde nämlich heißen, daß er, weil er sich selbst ja schön findet, sich selbst aus Mitleid zu ihnen gehörig fühlt, daß er sich also gegen sein besseres Wissen als häßlich empfindet, gewissermaßen aus Solidarität. Oder gar, daß er wegen seiner Schönheit Schuldgefühle entwickelt, weil er eben DESHALB nicht zu den Häßlichen zählt, und er sich sozusagen als Opfer oder Buße die Rolle des Außenseiters zusammenphantasiert.
Deshalb erstmal die wichtige Frage: Wie erlebst DU ihn? ist er in seiner Umgebung tatsächlich Außenseiter? Meidet man ihn? Und wenn ja, wegen seiner Häßlichkeit? oder weil er diesen seltsamen Gerechtigkeits-Kampf (ich nehme hier den Ausdruck, den du oben geschrieben hast) führt.
Bitte helft mir, bessergesagt ihm, er ist so einsam!
Gerne, aber versuche bitte erstmal, dich durch meine Rückfragen durchzuackern. Ich weiß, es ist nicht ganz simpel und es sieht wie eine Denksportaufgabe aus oder wie ein Logik-Rätsel aus einem PM-Heft. Aber es ist wichtig und: es ist wirklich kompliziert, besonders, weil ich/wir nicht mit ihm direkt reden können. Du könntest dabei aber eine wichtige Rolle spielen, was du sicher gern tust, wie man sieht.
Also, nur Mut, bis dann
by
Manfred G.