Re: nochmals zum Thema Depressionen
Hallo Priska,
schwierige Frage, denke ich. ich wurde selbst als depressiv diagnostiziert - dachte aber, ich sei nur schlecht drauf. Als ich dann dieses Gefühl durcharbeitete, habe ich gemerkt, dass der Therapeut recht hatte. Es war eine Reaktion auf sehr komplexe Abläufe. Habe auch Bekannte mit Depresionen, die zeitweise auftreten (frühling - Herbst) Die Hochs dazwischen kenne ich bei einer anderen Person und wurden als manische Phase der "Mansich-depressiven Form" eingestuft. wobei die behandelnden Therapeuten/psychiater sowohl eine körperliche Unstimmigkeit bei der Versorgung mit bestimmten Botenstoffen im Gehirn feststellten (daher Anti-depressiva) andererseits aber auch psychische Probleme durch verdrängte Ängste (also Psychotherapie). Manchmal werden Anti-depressiva auch gegeben, um überhaupt erst einen Patienten für die Therapie aufzuschließen.
Die Abläufe sind unterschiedlich. Ich kenne es bei mir als Rückzug, nicht mehr ans Telefon gehen, nicht ausgehen, wenig od. kein Tontakt, schlafen wollen, nicht aufstehen, herumsitzen, Antriebsschwäche, Arbeit fällt schwer, Konzentrationsschwächen. Dazu kommt, daß einem die Welt da draussen grau, unfreundlich, wenn nicht feindselig vorkommt. Man fühlt sich unverstanden und glaubt, mit keinem mehr reden zu können.
Generelles Gefühl der Unfähigkeit: zu reden, zu leisten, zu funktionieren. Bei anderen habe ich den Ablauf bis zur völligen Lähmung beobachtet. d.h. kaum noch gehen können. die Körperhaltung ändert sich, sinkt zusammen, Gesicht wird immer trauriger etc.
Meine Einsicht war, daß Depression viel mit nicht ausgedrückter Rebellion und Wut zu tun hat. Statt sie auszudrücken, rutscht man in die Resignation und Depression. Die Agression richtet sich im schlimmsten Fall gegen sich selbst (Selbstmordgefährdung). Aber bis dahin ist es meist ein sehr langer Weg. Da Depressive oft einfach nur still sind(keiner versteht sie ja), wird ihre Erkrankung von anderen häufig nicht bemerkt und erst wenn es ganz schlimm wird, reagiert die Umwelt.
Ursachen? Wie gesagt evtl physisch, evtl psychisch ( wenig Strategien sich zu wehren) evtl beides zusammen. Das muss von erfahrenen Therapeuten geklärt werden.
Essucht deutet möglicherweise auf unausgetragene Konflikte mit der Familie. Du findest dazu eine ganze Menge Info im Net. Und das Wort "möglicherweise" ernst nehmen. Weil jeder von uns auf seine Weise einzigartig ist und die Probleme damit auch.
Einige können sich vielleicht selbst heilen, andere brauchen dazu Unterstützung. Hilfreich ist vielleicht, möglich viel über die Erkranbklung in Erfahrung zu bringen. Weil man sich wieder erkennt und gleichzeitig nachlesen kann, daß es einen Weg nach draussen gibt. Nur Mut.
Grüsse Leska
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