Zickenkrieg

Von: , Frage gestellt am Do, 22. Jan 2009

Hallo,

ich stehe vor der Aufgabe, in einer kleinen Firma (fünf Frauen, Kundenverkehr) zu schlichten. Die Kommunikation dort lässt zu wünschen übrig. Die Chefin hat Autoritätsprobleme, eine Angestellte hat sich einerseits zur (un)heimlichen Chefin entwickelt, liefert andererseits nach Auskunft der Chefin aber auch die beste Arbeit ab.

Das Problem scheint mir lösbar. Ich denke da an folgende Vorgehensweise:

- Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern
- Soziogramm und Aufstellung (ähnlich wie die Familienaufstellung, nur halt für eine Firma - kann man dafür Playmobilfiguren nehmen?), um die Verhältnisse untereinander zu klären
- Gruppengespräch

Ich habe keine psychotherapeutische Ausbildung, sonst würde ich diese Fragen nicht stellen, bin aber mit einem gesunden Meschenverstand ausgestattet und habe schon den einen oder anderen Konflikt durch Reden lösen können. Mit Ausnahme der Chefin sind mir die Beteiligten unbekannt.

Ich bitte um Kommentare, Hinweise, Ratschläge oder Ergänzungen.

Viele Grüße
Müller

21 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Minuten 0 hilfreich
    Re: Zickenkrieg

    Hallo Müller,

    mich würde interessieren, wer Du in diesem Kreise bist. Kollege, Vorgesetzter oder Externer?

    Gruß
    demenzia

  2. Antwort von nach 31 Minuten 5 hilfreich
    Re: Zickenkrieg

    Auch hallo, ich stehe vor der Aufgabe, in einer kleinen Firma (fünf
    Frauen, Kundenverkehr) zu schlichten. Die Kommunikation dort
    lässt zu wünschen übrig. Die Chefin hat Autoritätsprobleme,
    eine Angestellte hat sich einerseits zur (un)heimlichen Chefin
    entwickelt, liefert andererseits nach Auskunft der Chefin aber
    auch die beste Arbeit ab.

    Das Problem scheint mir lösbar. Ich denke da an folgende
    Vorgehensweise:

    - Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern
    - Soziogramm und Aufstellung (ähnlich wie die
    Familienaufstellung, nur halt für eine Firma - kann man dafür
    Playmobilfiguren nehmen?), um die Verhältnisse untereinander
    zu klären
    Playmobil??? Das geht nur mit Original Steiff-Teddybären.
    Neben der zweifelhaften Bedeutung von (Familien)Aufstellungen, hast Du irgendeine Vorstellung davon, wie Du das (allein oder mit den Beteiligten) auswerten willst? Hast Du Erfahrungen mit Soziogrammen? - Gruppengespräch

    Ich habe keine psychotherapeutische Ausbildung, sonst würde
    ich diese Fragen nicht stellen, bin aber mit einem gesunden
    Meschenverstand ausgestattet und habe schon den einen oder
    anderen Konflikt durch Reden lösen können.
    Ich habe auch einen gesunden Verstand, und nähen kann ich auch: Lässt Du Dir von mir mal den Blinddarm entfernen? Einen Splitter aus dem Finger ziehen schon, aber wenn´s komplizierter wird? Bei psychologischen Fragestellungen trauen sich viele, weil´s leicht zu sein scheint ... Mit Ausnahme der
    Chefin sind mir die Beteiligten unbekannt.

    Ich bitte um Kommentare, Hinweise, Ratschläge oder
    Ergänzungen.

    Viele Grüße
    Müller
    Empfehlung: Wenn es relativ leichte Konflikte sind, rede mit den Leuten, einzeln und in Gruppen. Bluffe nicht mit Verfahren, die Du nicht kennst.
    Stellst Du fest, dass die Konflikte massiver sind, empiehl ihnen einen Fachmann, wobei bei "Zickenkriegen" zu überlegen ist, ob sich eine Fachfrau besser oder schlechter eignet.

    Mit freundlichen Grüßen
    vom Vieux

  3. Antwort von nach 34 Minuten 3 hilfreich
    Re: Zickenkrieg

    Hallo,

    ich denke auch dass dieses Problem lösbar ist, aber eine Sache kann ich aus eigener Erfahrung nicht empfehlen. - Soziogramm und Aufstellung (ähnlich wie die
    Familienaufstellung, nur halt für eine Firma - kann man dafür
    Playmobilfiguren nehmen?), um die Verhältnisse untereinander
    zu klären
    Zickenkrieg hin, oder normale suboptimale Führungskompetenz her, wer mit erwachsenen Menschen einen Familienstellen-Playmobilzirkus veranstalten will, hat zumindet bei mir sofort verloren.

    Was ich glaube was in dieser Firma fehlt ist dringend eine Rollen/Aufgabendefinition der Chefin. Wenn sie nicht weiß was sie will, sich nicht durchsetzt, Aufgaben nicht wahrnimmt/sieht/offiziell delegiert und auch nicht weiß wie sie ihre Leute einsetzten kann (sonst gäbe es ja keine heimliche Chefin), dann kommt es automatisch dazu dass ihr andere diese Rolle abnehmen und diese "heimliche Chefin" die dann auch noch Leistungsträger ist (weil sie sich verantwortlich fühlt, was ja nichts schlechtes ist), der willst du wirklich mit Playmobil und Psychogrammen kommen? Um sie von was zu überzeugen? Wie ihre Kolleginen zuzuschauen und das "Pflichtsoll" zu erfüllen? Ich dachte immer das Wahrnehmen von Verantwortung und Übernehmen von Kompetenzen zeichnet eine Führungspersönlichkeit aus. Leider hast du nicht genau beschrieben was du unter Zickenkrieg verstehst und wieso du die "heimliche Chefin" (un)heimliche nennst.

    Ich denke der Kasus-Knacksus liegt bei der wirklichen Chefin. Ich denke dass was du Ziuckenkrieg nennst ist die Unzufriedenheit darüber dass die offizielle Chefin keine echte Chefin ist, ihre Rolle nicht lebt, sich darum eine andere dieser Aufgaben annahm und als eigentlich "normale Mitarbeiterin" nun Führungsrollen übernimmt (weil sie es muss) und damit natürlich den anderen Vorschriften macht, delegiert - sich "heraushebt". Das führt zu 100% sofort zu Verminzungen und das Arbeitsklima hängt schief. Für mich aber eher ein Grund sich länger mit der Chefin hinzusetzten, als Soziogramme der anderen auszuarbeiten. Was willst du denn mit Playmobil-Familienstellen und Gruppengesprächen, wenn der Kopf (= Chefin) unfähig ist seine Rolle zu übernehmen oder wenigstens die Dinge die sie nicht kann so zu deligieren (=Vertreter / Assistentin ernennen) dass andere Personen offiziell eine Rolle in der Gruppe bekommen die klar umrissen und definiert ist. Und dann erst kannst du einen Teamgedanken in Gruppengesprächen entwickeln. Aber zuerst muss die offitielle Chefin ihre Rolle finden. Sonst sattelst du das Pferd von hinten auf.

    Ciaoi
    Helena

  4. Antwort von nach 34 Minuten 1 hilfreich
    Re: Zickenkrieg

    Hallo!

    Ich bin kein Profi, stehe als Lehrerin aber häufig vor derselben Aufgabe. Das Problem scheint mir lösbar. Ich denke da an folgende
    Vorgehensweise:

    - Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern
    - Soziogramm und Aufstellung (ähnlich wie die
    Familienaufstellung, nur halt für eine Firma - kann man dafür
    Playmobilfiguren nehmen?), um die Verhältnisse untereinander
    zu klären
    - Gruppengespräch
    Hört sich erstmal ganz vernünftig an, mich würde jedoch interessieren:
    Hast du solch eine Aufstellung schon einmal gemacht?
    Was genau willst du damit erreichen?
    Gibt es Regeln für das Gruppengespräch (z.B. ausreden lassen, Ich-Botschaften, etc.) Ich habe keine psychotherapeutische Ausbildung, sonst würde
    ich diese Fragen nicht stellen, bin aber mit einem gesunden
    Meschenverstand ausgestattet und habe schon den einen oder
    anderen Konflikt durch Reden lösen können. Mit Ausnahme der
    Chefin sind mir die Beteiligten unbekannt.
    Wichtig ist meiner Meinung nach, dass jeder von sich spricht (deshalb die Regel mit den Ich-Botschaften), dass keine Bewertungen vorgenommen werden und jeder darstellen darf, wie er sich in dem ganzen Szenario fühlt.

    Manchmal muss man sie sich allerdings auch anzicken lassen für eine Weile. Aber du wirst merken, wann das nötig ist und wann du einen Cut machst.

    Ein Spiel, dass ich nach solchen Gesprächen anschließe, geht so: Jeder formuliert drei positive Eigenschaften, die er sich selbst zuschreiben würde, und drei, die er an seinem Nachbarn kennt. Die Ergebnisse sind oft überraschend positiv und differenziert, und am Ende strahlen alle in der Gruppe und wirken gelöst bis heiter.
    Ob das in deiner kleinen 'Zickenrunde' auch funktioniert musst du selbst beurteilen.

    Ein glückliches Händchen
    wünscht dir
    ChrisTine


    P.S.: Hältst du uns auf dem Laufenden?

  5. Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
    Re: Zickenkrieg

    Hallo,

    abgesehen davon, dass ich unterschreiben möchte, was Vieux geschrieben hat und einiges andere aus den anderen Postings - wenn du das schon "Zickenkrieg" nennst, dann zeigt das schon deine Wertschätzung der Teilnehmer. Nicht gerade die beste Voraussetzung da etwas zu schlichten.

    Gruß
    Elke

    • Antwort von nach 6 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Zickenkrieg

      Danke, abgesehen davon, dass ich unterschreiben möchte, was Vieux
      geschrieben hat und einiges andere aus den anderen Postings -
      wenn du das schon "Zickenkrieg" nennst, dann zeigt das schon
      deine Wertschätzung der Teilnehmer. Nicht gerade die beste
      Voraussetzung da etwas zu schlichten.
      das war genau mein Gedanke. Interessant ist, dass häufig, wenn Frauen in einem Betrieb nicht miteinander klarkommen, das als Zickenkrieg betitelt und eher belächelt wird. Wenn Männer das gleiche machen, sind sie eben ehrgeizig oder ähnliches, jedenfalls wird das eher ernst genommen ...

      Also ich würde mir in so einem Fall einen anderen Mediator suchen als jemanden, der ein bestehendes Problem als Zickenkrieg betitelt. Im Gegenteil, diesen jemand würd ich fast zum Problem zählen.

      Gruß
      Cess

      • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Zickenkrieg

        Danke,
        Schon mal vorweg genommen :-)

        Hallo, das war genau mein Gedanke. Interessant ist, dass häufig, wenn
        Frauen in einem Betrieb nicht miteinander klarkommen, das als
        Zickenkrieg betitelt und eher belächelt wird. Wenn Männer das
        gleiche machen, sind sie eben ehrgeizig oder ähnliches,
        jedenfalls wird das eher ernst genommen ...
        Ich beobachte auch, aus Sicht eines Mannes, einen deutlichen Unterschied im Verhalten von Frauen untereinander und dem Verhalten von Männern in diesen Situationen. Frauen entscheiden und handeln grob gesagt gegeneinander vorwiegend aus dem Gefühl heraus, haben eher emotionale, persönliche und sexuell motivierte Beweggründe, Männer eher aus "sachlichen", finanziellen und existenzerhaltenden Gründen. Also ich würde mir in so einem Fall einen anderen Mediator
        suchen als jemanden, der ein bestehendes Problem als
        Zickenkrieg betitelt.
        Nun, da hat er etwas locker dahingegeplaudert, und seine Kompetenzen, Verantwortung und Entscheidungsbefugnis auch nicht näher erläutert. Im Gegenteil, diesen jemand würd ich
        fast zum Problem zählen.
        Das nicht unbedingt, aber ich würde meine Entscheidung anhand seiner Ergebnisse aus "sachlichen, finanziellen und existenzerhaltenden Gründen" auch dahingehend genau überdenken.

        Gruß
        Der Franke
        ich befürchte zu wissen, worüber jetzt gestolpert wird

        • Antwort von nach 19 Stunden 1 hilfreich
          Re^4: Zickenkrieg

          Hi Franke Ich beobachte auch, aus Sicht eines Mannes, einen deutlichen
          Unterschied im Verhalten von Frauen untereinander und dem
          Verhalten von Männern in diesen Situationen. Frauen
          entscheiden und handeln grob gesagt gegeneinander vorwiegend
          aus dem Gefühl heraus, haben eher emotionale, persönliche und
          sexuell motivierte Beweggründe, Männer eher aus "sachlichen",
          finanziellen und existenzerhaltenden Gründen.
          Grundsätzlich mag ich Dein Posting, nur kann ich Dir bei besten Willen nicht bei oben zitierter Aussage beipflichten. Es würde mich wundern, wenn bei Konfliktsituationen unter Männern nicht ebenfalls persönliche Gründe im Vordergrund stehen würden. Ausserdem kann ich mir kaum vorstellen, dass auch da Emotionen keine Rolle spielen.

          Was wären denn aus Deiner Sicht diese "sachlichen" Gründe, aus deren wegen Männer handeln?



          Gruss,

          Semiramis

        • Antwort von nach einem Tag 5 hilfreich
          Zickenkrieg und Platzhirsche

          Hallo Frank,

          genau:-), ich stolpere gleich mal los: Frauen
          entscheiden und handeln grob gesagt gegeneinander vorwiegend
          aus dem Gefühl heraus, haben eher emotionale, persönliche und
          sexuell motivierte Beweggründe,
          das halte ich für ein - mit Verlaub - ziemlich dämliches Vorurteil:-). Mag sein, dass du das Verhalten von Frauen verwirrend findest und die Motivationen nicht immer deuten magst, aber wild altbekannte Stereotype hinein zu interpretieren macht es nicht richtiger.

          Ich würden eher behaupten, dass Frauen oft emotionaler argumentieren. Für ihr Verhalten können sie aber sehr rationale Gründe haben.

          Männer eher aus "sachlichen", finanziellen und existenzerhaltenden Gründen.
          Das halte ich ebenfalls für totalen Quatsch. Das sind vielleicht die Gründe, die sie dann vorschieben. So wie es den "Zickenkrieg" gibt, gibt es das "Platzhirschverhalten", dass sicher auf irgendeiner Ebene als "existenzerhaltend" motiviert ist, das ist der so genannte "Zickenkrieg" aber wahrscheinlich auch. Nur dass du die innere Logik nicht nachvollziehen kannst (so wie ich es manchmal schon fast amüsant finde, wenn ein Mann "typisches" Revierverhalten an den Tag legt und versucht, verbal sein Reich abzustecken - ob das rationaler ist, als wenn Konkurrentin A Konkurrentin B fixiert und abschätzt und einen "zickigen" Spruch ablässt?).

          Konflikte haben auch bei Männern eine emotionale Komponente, nicht nur bei Frauen. Nur das Männer das offenbar oft ausblenden.


          Nervig finde ich auf jeden Fall beides: Zickenkrieg und Platzhirschgedöns:-).

          grüßlis,

          barbara



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