Freundin mit Selbstmordversuch

Von: , Frage gestellt am So, 28. Jan 2001

Hallo, ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiß, was ich tun soll.
Ich habe eine Freundin, sie ist eigentlich sehr energiegeladen, nur auch sehr schwierig zu durchschauen. Sie hat eine schwere Kindheit (Prügel, ihr wurde eingeredet, sie wäre ein nichts) hinter sich. Kurz vor Weihnachten starb ihre Mutter. Ich und mein Partner sind damals zu ihr gefahren, um ihr zu helfen. Weihnachten war sie mit ihren Kindern und ihrem Ehemann zusammen und nachdem die Kinder im Bett waren, ist sie in die Wohnung ihrer verstorbenen Mutter gefahren und hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ich weiß nicht, ob sie extra nicht tief genug geschnitten hat. Sie wurde rechtzeitig gefunden. Vor ein paar Tagen rief sie nun an und erzählte erst wie gut es ihr ginge und als ich nach Weihnachten fragte, erzählte sie mir davon. Sie hat noch viele andere Probleme. sie kann nie über ihre Probleme sprechen und versucht immer alles selbst zu lösen. Was soll ich mit ihr anfangen? Ich hab sie schon oft versucht, von einer Psychotherapie zu überzeugen. Aber sie hat wohl Angst?

23 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Freundin mit Selbstmordversuch

    hallo heidi!

    deine freundin ist ganz klar selbstmordgefährdet, da wird auch die zeit keine wunder vollbringen. was ihr hilft, ist eine fachlich kompetente expedition in sich selbst ... denn die voraussetzungen (erziehung, tod einer bezugsperson) für despressionen und desgleichen sind geschaffen.

    grüsse, bassdass.

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Freundin mit Selbstmordversuch

      Hallo Bassdass,

      erstmal vielen Dank für die Antwort. Nun aber meine nächste Frage: Wie kann ich sie davon überzeugen professionelle Hilfe anzunehmen? Sie sagt ja, es geht ihr prächtig und soetwas würde sie nie wieder tun. Gibt es Vorteile einer Therapie, die so eindeutig sind, daß sie jemanden überzeugen können? Und wenn: Sollte sie zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten oder... gehen?

      Nochmal Danke
      Heidi

      • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
        Freundin

        Hallo Heidi,

        das ist keine einfache Situation, weil zaubern kannst Du auch nicht.
        Darum würde ich an Deiner Stelle mir nicht um jeden Preis das Ziel stecken, dass Deine Freundin in psychotherapeutische Behandlung muß. Vielleicht hilft es ihr, indem Du ihr irgendwie klar machst, dass sie in ihrem Umfeld eine riesige Lücke hinterläßt, wenn sie nicht mehr da ist. Dass sie, egal wie krank, eine wichtige Person ist - für Dich, für die Kinder, für all die Verwandten. Es ist einfach nicht egal, wenn sie nicht mehr leben würde.
        Vielleicht entwickelt sie irgendwann einmal eine eigene Idee, welche Hilfe sie annehmen möchte, um von ihrem jetzigen Lebensgefühl weg zu kommen: eine urlaubsähnlicher Kuraufenthalt (mit therapeutischer Behandlung), ein Arzt, der sie wieder aufrichtet (körperlich und seelisch!).
        Oder sie überlegt sich etwas, was sie schon immer tun wollte: ein Orts- oder Wohnungswechsel, eine berufliche Tätigkeit, ein Hobby. Mit einem Traum vor Augen, bekommt das Leben einen neuen Wert. Der Traum läßt sich aber nur im gesunden Zustand verwirklichen.
        Aber mehr als reden kannst Du mit ihr nicht. Höchstens, Du erkundigst Dich bei einem Seelsorger (die verschiedensten Kirchen und Selbsthilfegruppen bieten so jemanden an), welche Worte Du wann einsetzst. In solcher Situation darf man seine eigene Befangenheit nicht außeracht lassen, die einen zu falschen Äußerungen verleiten könnte.
        viele Grüße
        grilla

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re: Freundin

          Vielleicht hilft es ihr, indem Du ihr
          irgendwie klar machst, dass sie in ihrem Umfeld eine riesige
          Lücke hinterläßt, wenn sie nicht mehr da ist.
          das wissen die betreffenden personen meistens ohnehin. ein schlechtes gewissen zusätzlich machts glaub ich nicht besser...

          der rest deiner ausführungen ist wunderbar.
          was die therapeutische hilfe anbelangt: das ist so eine sache, wenn die freundin so überzeugt ist, daß sie alles selber schafft (es gehört mehr mut dazu, hilfe annehmen zu können, imho) und keine/n therapeut/in braucht, weils ihr "eh gut geht" (der verdrängungsmechanismus scheint hervorragend zu funktionieren). aber es hat sich erwiesen, daß sie hilfe braucht, und je früher sie jetzt anfängt, um so besser. vielleicht möchte sie ja ein, zwei probesitzungen vereinbaren (sind glaub ich kostenlos, hängt aber von dem/der therapeut/in ab. wie auch der rest: das ist natürlich eine heikle sache, die richtige person zu finden).

          • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
            Irrtum

            Hallo, hallo,

            ne leider wissen selbstmordgefährdete Personen
            nichts mehr von den "liebenden" Personen,

            sie können sie zu Zeiten starker Depressionen
            gar nicht mehr erkennen.

            susan [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
          Bedenke

          Hallo grilla,

          ich finde es toll, wie du dich um deine Freundin sorgst.
          Ist bei Ihr dieses Gefühl angekommen ? Bei Suicidgefährdeten dauert es nämlich sehr lange, bis die Nachricht
          "ich bin jemandem wertvoll" ankommt !
          Dies sage ich, um dich vor Enttäauschungen zu warnen.

          Wenn du sie zu sehr drängst, wird sich ihr Autodestruktionstrieb
          auch auf Eure Beziehung abfärben.
          Im Klartext sie wird Gründe finden, Eure Beziehung zu zerstören,
          um sich selbst weiter ein Stück zu zerstören. Dies tut sie keinensfalls bewußt. Das Unterbewußtsein schlägt ihr ein Schnippchen ! Es gibt den Befehl "Du darfst nicht glücklich sein ! Du bist nicht lebenswert " Eine Trennung beruhigt dieses Unterbewußtsein und gibt ihr erneut die negative Bestärkung.

          Auch dein Weg ist nicht einfach. Hole dir selbst Rat.

          Alles Gute Susanne [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
        Therapeutin

        Hallo

        es ist empfehlenswert eine Therapeutin aufzusuchen.
        Diese weiß am Besten wie sie schonend und verantwortungsvoll mit ihr ins Gespräch kommt. Überzeugend sind die Argumente z. B. warum sie mit a n d e r e n häufig Probleme hat. Mit diesem Ansatz ist es einfacher dann schonend auf die eigenen Probleme zu kommen.

        Viel Glück und Kopf hoch

        susan [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      therapien

      Hallo Bassdass,

      ich glaube, dass es wesentlich mehr Menschen gibt, die in psychotherapeutischer Behandlung müßten, als es tatsächlich welche tun. Aber lieber gehen sie mit ihren Depressionen nach gewohnter Manier um (bis zum geht-nicht-mehr), als den bisherigen Weg zu verlassen, um sich auf die seelischen Wunden schauen zu lassen.
      Ich selbst habe mich mal um einen Therapieplatz bemüht. Entweder sind die Therapeuten telefonisch nicht zu erreichen (kein Anrufbeantworter), oder sie haben nur zu bestimmten Zeiten einen Termin, den ich mit meinen Verpflichtungen nicht vereinbaren kann. Eine andere Therapeutin meinte, dass sie mein Problem nicht interessiert. Sie beschäftigt sich nur mit bestimmten Problemen.
      Es sagt sich leicht, "geh zum Therapeuten". Und was, wenn die Freundin dies nicht tut? Selber Schuld? Was ist, wenn die Freundin sich zu einem Besuch beim Therapeuten entschließt, und solche Erfahrungen macht, wie ich?
      Heidi empfindet für ihre Freundin eine Verantwortung, der sie gerne mit aller Konsequenz nachkommen möchte.

      viele grüße
      grilla

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: therapien

        hallo grilla.

        leider kann ich hier nur aus eigenen erfahrungen sprechen, aber die besagen, dass es immer eine möglichkeit gibt ... zu allererst mal der gang zum hausarzt, der schickt einem vielleicht zu einem homöopathen oder zu einem anderen therapeuten. auf eigene faust muss man sich kein glück versprechen ...

        grüsse, bassdass.



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