leider macht´s kaum einer!
hi,
eine psychiatrische diagnose, so auch die "einfache hyperaktivitäts- und aufmerksamkeitsstörung" -auch genannt: "adhs/ads", wird immer aus den ergebnissen psychologischer tests UND dem persönlichen (klinischen=heilkundlichen) eindruck des behandlers getroffen.
die ergebnisse der tests können dabei auch dem klinischen eindruck des behandlers und dessen bewertung unterliegen, z.b. wenn eine unauffällige konzentrationsleistung im test gezeigt wird, aber die hyperaktivität und ablenkbarkeit in der therapeutischen situation und nach aussage der lehrerin auch in der schule deutlich sind.
der behandler sucht sich seiner meinung nach geeignete tests aus, der hawik ist ein iq-test und vor da her sehr gut geeignet, adhs zu testen, weil die darin enthaltenen aufgaben eine leistungsanforderung darstellen, die neben der fähigkeit, bestimmte probleme zu lösen auch den blick auf den patienten ermöglicht, wie dauerthaft konzentriert er/sie an die probleme drangeht. adhs zeigt sich vorrangig als beeinträchtigte aufmerksamkeitsleistung mit spontanen abbrüchen der leistungsaktivität in eine einzige richtung.
kinder, die bei mir einen iq-test machen, zeigen sich damit auch in sachen auffälligkeit in bezug auf adhs. es gibt auch computertests zur aufmerksamkeits-ermittlung.
die diagnose kann aber nur gestellt werden, wenn alle anderen störungen, die eine einschränkung der aufmerksamkeitsleistung (auch mit tests und befragungen/ interview) mit sich bringen, ausgeschlossen sind. solange das nicht erfolgt ist, UND DAS IST LEIDER DIE REGEL, handelt es sich um eine verdachtsdiagnose!
solche anderen psychischen störungen, die hyperaktiv und unaufmerksam machen, sind:
-angst
-depression, agitierte form
-traumafolgen
-aggression
-impulskontrollstörung
-psychosoziale deprivationsfolgen (schlimme und belastende lebensbedingungen)
-anpassungsstörung nach belastenden lebensereignissen bis zur dauer von ca. 6 monaten
-u.a.
es ist eine tatsache, das oft zu ungenau und zu schnell adhs diagnostiziert wird. gleichzeitig ist es aber auch aus patientensicht fast egal, denn wenn ich als behandler erkenne, wie das problem aussieht und hilfreiche interventionen anbiete, die das symptom zurückführen, war es im nachhinein unwichtig, wie es geheissen hat.
wichtiger als der name ist die richtige behandlung!