Insbesondere die Punkte 3, 4, 5, 6
(Definitionsfrage), 8 und 9 halte ich für
nicht haltbar (wenn es eben um „nicht
vorhanden“ geht, nicht nur um eine
schwächere Ausprägung)
Punkt 3 Kulturfähigkeit
Ist bekannt, ob und wann bzw. in welcher
Form Primaten eine Schrift entwickelt
haben? Diese auch lesen? Und
darüberhinaus rechnen?
Aber hallo, das ist jetzt ganz unnötige Polemik: gegen „weniger ausgeprägt“ sage ich doch gar nichts. Ich denke da an die Weitergabe von nicht genetisch bestimmten Verhaltensweisen an nachfolgende Generationen - so etwas wie „Traditionsbildung“. So etwas gibt es nachweislich bei anderen Primaten auch (und bei Blaumeisen
))))
Punkt 4 Selbst-Bewusstsein
Mir ist nicht bekannt, wie das Fehlen
desselben nachgewiesen wurde. Da muss ich
passen.
Wenn man die Fähigkeit, sich selbst im Spiegel zu erkennen (als ein von anderen verschiedenes Individuum) als Indikator für Selbstbewußtsein zuläßt: die gibt es auch bei anderen Tieren (z.B. bei anderen Menschenaffen)
Punkt 5 Lernen aus Einsicht
Tiere lernen immer noch nach
Zufall/Irrtum (Erfolg/Misserfolg).
Deshalb bietet sich ja auch das System
Belohnung/Bestrafung zur Dressur an.
Welches Tier gehorcht schon aus Einsicht?
Ein Klassiker dazu: Köhler, W. (1917) Intelligenzprüfung an Menschenaffen.
Punkt 6 Zeit-Perspektive
Tiere planen nicht für die Zukunft, ihr
Handeln (auch das in die Zukunft
gerichtete) ist instinktgesteuert.
Woran sieht man das?
Tatsache soll
sein, dass auch der beste Primat nicht
über den geistigen Level eines 4jährigen
Menschen hinaus"trainiert" werden kann.
Ein quantitativer Unterschied, sage ich doch.
Punkt 9 Bindungsfähigkeit über die
Brutpflege hinaus
Habe ich auch nicht selber überprüft,
muss mich da auf glaubwürdige
Behauptungen von Psychologen verlassen.
Darauf würde ich mich jetzt nicht verlassen; ich kenne da Psychologen, von denen würde ich nicht mal einen Gebrauchtwagen kaufen… (Tschuldigung, das war nur ein blöder Scherz, aber ich darf das, weil ich selbst zu dieser ehrenwerten Gesellschaft gehöre)
Im Ernst: für Menschenaffen gilt das ganz sicher NICHT, und, wenn man den Berichten glauben darf, auch für eine ganze Reihe anderer Spezies.
Insgesamt war die Aussage des Artikels in
dem erwähnten Buch eher in Richtung
qualitativ.
Ah, so, naja, diese Ansicht teile ich nicht. Aber ich habe leider auch kein Buch zu dem Thema geschrieben 
Die spielerische Jagd ist Training. Zählt
daher zur Lebenserhaltung.
Haben wir Sex, weil es uns Spaß macht, oder weil es der Arterhaltung dient?
Gruß
Michael