Intelligenz, Def.
Von: , Frage gestellt am Mi, 3. Nov 1999
Wie lautet die augenblicklich gültige Definition der Intelligenz?
Oder gibt es noch immer verschiedene Ansichten?
wer weiss was?
Gruß
Hanna
Wie lautet die augenblicklich gültige Definition der Intelligenz?
Oder gibt es noch immer verschiedene Ansichten?
wer weiss was?
Gruß
Hanna
Ich zitiere mal aus Strube et al. (1996). Wörterbuch der Kognitionswissenschaft. Stuttgart: Klett-Cotta
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Intelligenz
Eine allgemein anerkannte Definition der I. gibt es nicht. Häufig wird I. definiert als die Fähigkeit zur Anpassung an neuartige Bedingungen und zur Lösung neuer Probleme (Stern), als das Ensemble von Fähigkeiten, das den in einer Gesellschaft Erfolgreichen gemeinsam ist, oder als das, was I.-Test messen (Boring). Zwei Expertenbefragungen, die 1921 und 1996 durchgeführt wurden, haben bei ansonsten erheblichen Differenzen beide Male die größte Übereinstimmung darin ergeben, unter I. die höheren mentalen Prozesse wie abstraktes Denken, Repräsentation, Problemlösen und Entscheidungsfindung zu subsumieren (Sternberg & Berg). I. wird heute meist als komplexes theoretisches Konstrukt aufgefaßt, dessen Bedeutungsgehalt im Verlauf der Theorieentwicklung sukzessive spezifiziert wird.
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Alles klar? Das ist nur die Einleitung, danach geht es noch 1 1/2 Seiten weiter. Tja, so ist das eben in der Psychologie...
Michael
Danke für die Mühe, mir die Def. der Intelligenz abzuschreiben! Ziemlich wissenschaftlich verfasst, dieser Artikel! Ich werde mein Fremdwörterbuch bemühen, um ihn vollständig zu verstehen. Aber soweit ich erkenne, ist das genau das, was wir auch gelernt haben.
Also: Herzlichen Dank nochmals!
Hanna
Hallo Hanna,
ebenso wie Michael (oder eher: wie sein Lexikon) denke ich, daß Intelligenz nur sehr schwer zu definieren ist. Ich will jetzt nicht den Versuch unternehmen, dem Lexikon etwas hinzuzufügen...
aber es ist, glaube ich, ein weiterer interessanter Aspekt, daß Forscher in den letzten Jahren zunehmend auf den Aspekt der "Emotionalen Intelligenz" stoßen. Was wir mit dem gesunden Menschenverstand schon immer wußten, wird jetzt wissenschaftlich fundiert: Reiner IQ reicht nicht aus. Und zwar weder für beruflichen, noch für anderweitigen Erfolg.
Ein wichtiger Aspekt ist das, was die Wissenschaft nun "EQ = Emotionalen Quotienten" getauft hat. Die Fähigkeit zur Kommunikation, soziale und emotionale Kompetenzen.
Aber vielleicht wiecht dies ja meilenweit von dem ab, was Du eigentlich wissen wolltest...
Liebe Grüße, Nike
Aber vielleicht weicht dies ja meilenweit
von dem ab, was Du eigentlich wissen
wolltest...
Irrtum! Als ich vor Jahren einmal mit einer Kinderpsychologin ins Gespräch kam, fragte ich auch sie um die Definition der Intelligenz. Und sie erklärte mir, dass mcn neuerdings davon abgehe, die I. mit den bisher üblihen Methoden zu messen, da sich erwiesen habe, dass die bisher zur Bestimmung der I. herangezogenden Faktoren alleine nicht ausschlaggebend sind für Erfolg (z.B. bei einer Problemlösung). Auffallend sei, dass es viele hochintelligente Schulabbrecher gebe, aber auch etliche durchschnittlich begabte Schüler, die das Abi schaffen. Sie sprach von Ausdauer und Durchhaltevermögen, die ebenfalls zur I. gezählt werden müssen.
Mit meiner Anfrage wollte ich herausfinden, wie weit sich diese Ansicht durchgesetzt hat.
Deine Antwort war der erhoffte Treffer!
Liebe Grüße
Hanna
Hier eine Definition aus einem allgemeinen Lexikon (sorry Michael aber Dein Artikel war für meinen Verstand (Intelligenz?! ;-) ) etwas zu abgehoben.
Gandalf
Intelligenz:
von lateinisch intelligenzia: „Einsicht, Verstand, Vorstellung". Als allgemeiner Begriff die Fähigkeit, zu lernen und zu verstehen sowie sich in konkreten Situationen erfolgreich zu verhalten. Als hypothetisches Konstrukt aus verschiedenen ineinandergreifenden Fähigkeiten ist der Begriff indes nur schwer von verwandten Eigenschaften wie z. B. der Phantasie oder Gedächtnisleistung abgrenzbar. Hierin liegt auch die grundsätzliche Problematik von Intelligenztests (siehe Intelligenzquotient).
In der Psychologie wird Intelligenz etwas enger als die Fähigkeit definiert, Kenntnisse oder Einsichten zu erwerben und auf neue Situationen anzuwenden. Im Experiment kann untersucht und in gewissem Umfang auch quantitativ erfasst werden, wie erfolgreich Personen sich in ihrem Verhalten auf die ganze Situation einstellen oder die in der speziellen Situation gestellte Aufgabe lösen.
Es wird angenommen, dass die Fähigkeiten, die mit Tests oder in Laborsituationen gemessen werden, auch im Alltagsleben erforderlich sind, um neue Sinneswahrnehmungen oder intellektuelle Informationen zu analysieren und aufzunehmen, um das Handeln auf die eigenen Ziele ausrichten zu können. Uneinigkeit besteht darüber, ob es angemessen ist, Intelligenz umfassend zu definieren oder sie nach speziellen Funktionen aufzugliedern. Eine Denkrichtung geht beispielsweise davon aus, dass Intelligenz die Summe spezieller Fähigkeiten ist, die jeweils in spezifischen Situationen zum Tragen kommen.
Bei der Konstruktion von Intelligenztests legen die meisten Psychologen zugrunde, dass Intelligenz eine allgemeine Fähigkeit ist, die einer Vielfalt spezieller Fertigkeiten als gemeinsamer Faktor zugrundeliegt. Man beobachtet und misst sie, indem man diese Fertigkeiten untersucht; dabei kann man sich auf eine dieser Fertigkeiten konzentrieren oder mehrere gemeinsam untersuchen. Soziale Einflussfaktoren und kulturelle Unterschiede werden dabei jedoch oft vernachlässigt, was zu verzerrenden Ergebnissen führen kann. Zweifelhafte Ergebnisse aus den USA, wonach Schwarze durchweg weniger intelligent als die weiße Bevölkerung sein sollen, haben ihre Wurzel in solchen ungeeigneten Test-Designs, in denen Aspekte der Schulbildung (zu der Schwarze in der amerikanischen Gesellschaft keinen wirklich gleichberechtigten Zugang haben) unterschwellig mit Intelligenz gleichgesetzt werden.
Die alte Streitfrage, ob Intelligenz grundsätzlich angeboren ist oder durch geeignete Maßnahmen erworben wird, wird nach neuerer Auffassung so entschieden, dass auf einem vorhandenen Potential, das sich beginnend mit der Geburt (oder schon früher) nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten weiterentwickelt, aufgebaut werden kann. Der Umwelteinfluss auf die Ausprägung der kindlichen Intelligenz ist jedoch von zentraler Bedeutung, wie sich allein schon anhand der Sprachentwicklung eklatant nachweisen lässt. Nachdem festgestellt wurde, dass der größte Teil der Intelligenzentwicklung in der Phase vom Kleinkind- bis ins frühe Schulalter stattfindet, kommt einer adäquaten Intelligenzfrühförderung mithin eine besondere Wichtigkeit zu. Versäumnisse in dieser Zeit sind demnach nur schwer oder gar nicht wieder aufzuholen: Untersuchungen zeigten, dass anhand von Intelligenztests bei der Einschulung bereits zuverlässige Aussagen über den späteren Erfolg in Schule und Beruf gemacht werden können.
Danke, Gandalf,
in dieser Formulierung versteh ichs auch!
Danke nochmal für die viele Mühe!
Ganz liebe Grüße!
Hanna
auch eine Art der Definition:
Intelligenz ist das, was der Intelligenztest mißt!
..habe ich mal in einem Buch aufgeschnappt, in dem seitenweise verschiedene Definitionen reflektiert wurden und der Autor die Definition auf den oben genannten Satz reduzierte....
auch eine Art der Definition:
Intelligenz ist das, was der
Intelligenztest mißt!
denn gerade das, was diese tests aufschnappen, ist meiner ansicht nach das uninteressanteste an der ganzen sache.
ich habe in meinem leben an die dutzend solcher tests machen müssen, und die sind alle sehr unterschiedlich ausgefallen, vom "schlechtesten" bis zum "besten" 25 punkte differenz!) ich denke, die aussagekraft dieser tests geht gegen null...
liebe grüße, nike