Antwort von
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Re^3: Alleinsein oder Einsamkeit?
Hallo, Faten,
als Jugendlicher war ich ein einsamer Stubenhocker, der sich nie hätte träumen lassen, Jahre später von einem Menschen als ``schillernde Persönlichkeit mit zuvielen(!) Bekannten'' bezeichnet zu werden, was für diesen fast ein Hinderungsgrund gewesen wäre, mit mir mal Kammermusik (ich spiele Klavier) zu machen (womit ich sagen möchte, daß es nicht mal um ``mehr'' ging).
Ich glaube einfach nur, daß man neugierig auf Leute zugehen können muß, die einem einen oberflächlich guten Eindruck machen, und sich nicht von Zurückweisungen (mufflige Antworten o.dgl.) entmutigen lassen soll.
Es war halt mal ein Versuch, ohne Probieren geht es schon gar nicht.
Übrigends schreckt es andere Menschen ab,
wenn sie jemanden treffen, der zugibt,
einsam zu sein, da sie z.B. befürchten,
daß derjenige sich wie ein Ertrinkender an
sie klammert als Kontakt zur Menschheit -
den Freundeskreis der Bekanntschaft auch
kennenlernen will etc.
Diesem Mißtrauen bin ich auch schon begegnet, mein Rezept ist hier, auch mal vorzeitig ``Auf Wieder(!)sehen'' zu sagen und auch mal keine Telefonnummern auszutauschen. Der potentielle ``gute Bekannte'', abgesättigt durch eigene Freunde oder Ehe usw., braucht auch Zeit, sich an mich zu ``gewöhnen''. Dieses Zurückhaltung klingt nach Berechnung, aber ist meiner Meinung nach eine Frage der Höflichkeit.
Wenn der potentielle Bekannte sich auch nach mehreren Anrufen o.dgl. nicht rührt, kann man ihn getrost vergessen, der Frust, ihm nachzulaufen, lohnt sich nicht. ``Dann eben nicht!'' Davon geht die Welt nicht unter.
Wenn man in einer neuen Stadt ist, soll man auch daraus Selbstvertrauen ziehen können, wie groß etwa die Abschiedsparty in der alten Heimat war - so schlecht kann man als Mensch nu' nicht sein. Außerdem ist es sehr wohl eine Mentalitätsfrage in der neuen Heimat, wie weit man Fuß faßt. Hier lobe ich bei den Leipzigern die Offenheit und das Entgegenkommen Neuen gegenüber auf höchste!
Also, Kopf hoch, immer neugierig bleiben, Geduld haben und entspannt bleiben - das kleine oder große Glück kommt von selbst!
Gruß
Stefan