Was tun mit 'Ignoranten'?

Von: , Frage gestellt am Mi, 4. Apr 2001

...es gibt sie überall in der Familie (Geschwister) und unter den Kollegen: Leute, mit denen man ein wirklich ganz tolles Verhältnis hat, die man mag, mit denen man gerne zusammen ist, arbeitet oder etwas unternimmt. Sie haben jedoch alle einen - in meinen Augen schlimmen - Fehler: sie hören sich am liebsten selber reden.

Ausführlich berichten sie über eigene Erlebnisse, Gefühle und dergleichen und fragen nicht ein einziges Mal ihre Gesprächspartner, was diese erlebt haben, fühlen oder wollen. Als ob es sie nicht interessiert. Wenn man dann aus eigenem Antrieb etwas berichtet, wird dies übergangen, ignoriert oder als Ansatzpunkt für eigene Erzählungen genutzt.

Wie führt man diesen Menschen - ohne sie zu verletzen - ihre Ignoranz Anderen gegenüber wirkungsvoll vor Augen?

Wer weiss Rat?

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 37 Minuten 0 hilfreich
    Wo ist das Problem?

    ...es gibt sie überall in der Familie (Geschwister) und unter
    den Kollegen: Leute, mit denen man ein wirklich ganz tolles
    Verhältnis hat, die man mag, mit denen man gerne zusammen ist,
    arbeitet oder etwas unternimmt.
    ...offensichtlich sind diese Menschen ja sehr angenehm im Umgang ;-)...was genau stört Dich also? Wie führt man diesen Menschen - ohne sie zu verletzen - ihre
    Ignoranz Anderen gegenüber wirkungsvoll vor Augen?
    ...Ignoranten kannst Du nicht verletzen - sie hören ja ohnehin kaum zu. Aber Spaß beiseite - abgesehen davon, daß sie nicht die schlimmsten Zeitgenossen sind (s.o.), schwimmen in ihrem Fahrwasser oft auch diejenigen eher stummen Zeitgenossen, die ganz erleichtert sind, nicht behelligt zu werden (a la: "Jetzt erzähl doch mal was von Dir!") und von sich reden "zu müssen".

    Viele Grüße
    Diana (die ausnahmsweise mal brav zugehört hat *zwinker*)

  2. Antwort von nach 2 Stunden 4 hilfreich
    Rhetorik

    Hi Martin,

    das Problem ist klar, mit dem du es da zu tun hast. Allerdings sind deine Nicht-Gesprächs-Partner keineswegs Ignoranten, im Gegenteil, sie wissen etwas sehr gut und beherrschen (vielleicht nicht ganz bewußt, aber das ist ja wurscht) die rhetorische Technik dafür:

    Wie verhindere ich, daß der andere mir die Gesprächsführung aus der Hand nimmt?

    Die Haupttechnik dafür ist:

    1. voll durchpowern - einfach nicht zuhören und ein neues thema auf den Tisch schmeißen....

    und dann gibt es noch zwei Techniken, die mehr judo-artig funktionieren

    2. erst ein bißchen zuhören, dann ein beliebiges Stichwort aufgreifen und dann sagen "ja, ich kenn das, bei mir war das dann so... ... ... ..."

    3. erst ein bißchen zuhören, dann ein beliebiges Stichwort aufgreifen und dann sagen "das seh ich nicht so, ich finde daß... ... ... ..."

    Und diese Leute, von denen du berichtest, beherrschen diese Technik perfekt.

    Du kannst da nur gegen an, indem du
    1. die rhetorischen Tricks durchschaust, die sie (unbewßt) anwenden
    2. diesselben Tricks bzw. bessere Tricks anwendest, um sie zum Zuhören zu bewegen
    3. indem du rigoros zu erkennen gibts: "so nicht mit mir!"

    Übrigens schaffen sie das auch nur mit Menschen, die dieses "3." nicht können...

    Das hat mit dem Verhältnis, das man zu den Leuten hat, nicht die Bohne zu tun. Aber manchen fällt es um so schwerer, dem Einhalt zu gebieten, desto näher (oder gar verwandter) sie sich diesen Nichtzuhörern fühlen...

    Ein paar Bemerkungen zu Antitechniken (wie kann man da eingreifen?) hatte ich hier schon mal gepostet (dasselbe Problem hatte schon mal jemand aufgeworfen):

    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...

    und zur Kunst des Zuhörens selbst:

    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv... Ausführlich berichten sie über eigene Erlebnisse, Gefühle und
    dergleichen und fragen nicht ein einziges Mal ihre
    Gesprächspartner, was diese erlebt haben, fühlen oder wollen.
    Als ob es sie nicht interessiert.
    Du kannst davon ausgehen, wenn sie nicht fragen, daß es sie nicht interessiert... das im Unterschied zu mehr schweigsamen oder vorsichtigen Gesprächspartnern, die aus anderen Gründen nicht gern nachfragen... Wenn man dann aus eigenem
    Antrieb etwas berichtet, wird dies übergangen, ignoriert oder
    als Ansatzpunkt für eigene Erzählungen genutzt.
    ja klar:
    "wo du das grad sagst, da fällt mir ein, daß....." Wie führt man diesen Menschen - ohne sie zu verletzen - ihre
    Ignoranz Anderen gegenüber wirkungsvoll vor Augen?
    sieh Link oben...

    (Ich frag mich aber immer noch, warum du das "Ignoranz" nennst, du meinst doch nicht "Nichtwissen"???)

    Gruß
    Metapher

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