Hi Herbert
haben dich meine Argumente gegen die Hohlwelt, das Wasserauto
und die Mondlandungsfälschung etwa nicht überzeugt?
Das haben sie nicht, um von etwas überzeugt zu werden muß man
doch vorher der gegenteiligen Meinung sein - oder etwa nicht
?
LOL
Eigentlich hilft eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung
stark gegen die Hybris, bereits alles zu wissen. (eine
Grundvoraussetzung für den Fanatismus)
Tja, aber wieviele Menschen haben eine naturwissenschaftliche
Ausbildung, bzw. wieviele Leute können sich ein meist
brotloses Studium leisten?
Eigentlich sollte ja schon in der Schule eine halbwegs solide Grundausbildung vermittelt werden…
Aber wer kriegt die da schon…
sollte es einem nicht eigentlich schnurz sein was die anderen
denken? ollte man im zuge des liberalismus nicht sogar einem
hohlweltheini seine meinung lassen?
Ich denke nicht, das eine derartige Meinung unwiedersprochen stehen bleiben darf. Man verwehrt ihm natürlich nicht, das zu glauben (!!!) was er will, aber ich halte es für sehr gefährlich, wenn offensichtlich irrigen Ansichten nicht wiedersprochen wird. Dies würde dazu führen, das sich diese Ansichten wie die Krätze verbreiten würden und es immer schwerer wird, dagegen anzugehen. Gerade im politischen Bereich kann so etwas äusserst gefährlich sein. Siehe z.B. die Creationismusdebatte in den USA.
Das bedeutet in meinen Augen: Leute müssen ihre Überzeugungen auch gegenüber Andersdenkenden artikulieren, denn sonst bekommen wir sehr schnell die Diktatur der Fanatiker.
ultimative wahrheiten gibt
es ja schließlich nicht - oder?
Das ist richtig, aber viele Theorien können wiederlegt werden.
Und eine sicher wiederlegte Theorie gehört halt in den Orkus gestampft.
Vielleicht habe ich mich ausgedrückt. Mir geht es mehr um die
Bereitschaft seine Überzeugung mit aller Kraft zu verteidigen.
Der Unterschied zwischen Fanatismus und Überzeugungen liegt m.E. darin, das sich Überzeugungen ändern können, fanatismus nie.
Überzeugungen stehen letztlich auf einem logisch begründbaren Gedankensystem, Fanatismus geht darüber hinaus, meist sind die Grundlagen nicht mehr rational zu erklären.
Das bedeutet natürlich, das jemand eine andere Überzeugung haben kann, die er genauso logisch begründen kann…
Der unterschied zwischen Überzeugung und fanatismus liegt darin, das der „Überzeugte“ irgendwann mal aufgibt, während „der fanatiker“ es NIE tut und alles versuchen wird, diese „falsche meinung“ zu beseitigen, nötigenfalls mit Gewalt.
Mir werden ewige die Amiga und PC Lager meiner Klasse in der
Oberstufe in Erinnerung bleiben. Mein Deutschlehrer hatte dazu
lapidar gemeint: „Und ihr wundert euch, dass sich früher die
Leute wegen ihrer religiösen Überzeugung den Schädel
eingeschlagen haben?“ Als ob die gegenteilige Überzeugung die
eigene Existenz gefährdet? Warum reagiert der Mensch hier so?
Weiss ich ehrlich gesagt nicht…
Vieleicht stammt es noch aus der Steinzeit. Die Gruppe musste sich durch irgendetwas von den anderen Gruppen abgrenzen. Sprich: der Gruppenzusammenhalt entsteht nicht durch positive Werte, wie gemeinsame Wertschätzung der Gruppenmitglieder., sondern durch negative werte, wie „die anderen“ verwenden einen Anderen computer… die anderen stinken… die anderen sind weniger Wert als wir.
(in diese Richtung zielt ja auch ein Teil dieser unsäglichen Nationalstolzdebatte)
Alles vollkommen irrational…
Auf keinen Fall weil wir einen anderen Gedanken bewußt
als Gefahr interpretieren, und daher bewußt präventiv dagegen
vorgehen.
Aber anscheinen unbewusst: Der „andere“ stellt eine „Gefahr“ für die Gruppe dar, weil er „nicht so ist wie wir“. darin wurzeln Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiislamismus, Antiwasweissichmus…
Eine solche Gruppe muss zwangsläufig „fanatisch“ werden, denn nur diese neg. Werte halten sie zusammen. Sie würde ihre Identität aufgeben, wenn sie die „Wahheit“ anerkennen würde, nämlich das es diesen Unterschied im „Wert“ gegenüber anderen Gruppen nicht gibt!
Eigentlich ist es paradox: Die Gruppe definiert sich über „die anderen“ gleichzeitig bekämpft sie die anderen… Die Gruppe würde aber zerfallen, wenn es „die anderen“ nicht mehr gäbe…
Gruss
Mike
„derseineÜberzeugungennichtfanatischverteidigt“