Eltern-Kind-Beziehung

Hallo,
wer von euch kennt das auch: Eine „vergiftete“ Beziehung zu den Eltern?
Ich bin seit ewig keine 18 mehr, lebte schon frühzeitig in einer eigenen Wohnung, immer ohne Probleme und in sog. geordneten Verhältnissen. Dennoch hat vor allem meine Mutter ständig etwas an mir auszusetzen. Es ist so extrem (ich war auch schon bei einem Psychotherapeuten…), dass ich nur noch aus Loyalität mit ihr überhaupt spreche. Wenn sie nicht meine Mutter wäre…
Woher kommt eigentlich so etwas? Dieser Hass hat mich doch immer sehr irritiert.
Gibt es vielleicht sogar Tipps, wie man sich vor weiteren Verletzungen besser abschotten kann?
Schreibt mir,
Jana

innerfamiliäre Kommunikation
Hi Jana

Du schreibst:

Dennoch hat vor allem meine Mutter ständig etwas an mir
auszusetzen.

und ich nehme mal an, obwohl es in deiner Mail nicht drinsteht, daß das auch schon so war, als du noch zu Hause warst? (sonst wäre es eine ganz andere Situation…)

Es ist so extrem (ich war auch schon bei einem
Psychotherapeuten… )

…in der Hoffnung, daß du von ihm Ratschläge bekommst, wie du mit deiner Mutter umgehen könntest?

Du stellst zwei Fragen, von denen die erste

Woher kommt eigentlich so etwas? Dieser Hass hat mich doch
immer sehr irritiert.

wohl kaum Diskussionsgegenstand hier sein kann. Abgesehen davon, daß selbst bei einem Gespräch über deine Mutter (statt mit ihr) sehr viel mehr über eure (und ihre!) Vorgeschichte bekannt sein müßte, denn solche Eigenschaften fallen nicht plötzlich vom Himmel… auch wäre wichtig, ob du Geschwister hast, mit denen sie ebenso umgeht, und einen Vater gibts vielleicht auch (?), der zu dem Problem eine Einstellung und Haltung hat(te)…usw.

Eine ganz andere Sache ist aber deine zweite Frage:

Gibt es vielleicht sogar Tipps, wie man sich vor weiteren
Verletzungen besser abschotten kann?

Es hat sich immer wieder gezeigt, daß viel erreicht werden kann, wenn die Betroffenen (und die „Tipgeber“) weniger psychologisch als vielmehr rhetorisch an die Sache herangehen (denn man will ja etwas ändern und nicht unbedingt die Mutter therapieren, was ja auch gar nicht ginge, wenn sie es nicht selbst will). Vieles an solchen Dramen innerfamiliärer Kommunikation beruht darauf, daß sich bestimmte Formen des Umgangs miteinander (dazu gehört auch der sprachliche) fest eingefressen haben, und wenn man diese Formen ändert, kann man manchmal regelrechte „Wunder“ erleben (im positiven Sinn).

Diese Vorschläge für Verhaltensänderungen (in diesem Fall von dir, nicht von ihr!) würden davon ausgehen, daß deine bisherigen (zumindest seit du aus dem Haus bist) Reaktionsweisen auf ihre Attacken entweder wirkungslos waren - oder sogar eine Verstärkung (!) zur Folge hatten. Bei genauerer Beobachtung, wie die (erfolglose) Gegenwehr in den einzelnen Szenen artikuliert wird, zeigen sich interessanterweise fast immer dieselben „Fehler“ („Fehler“ in dem Sinne, daß sie keine Verhaltensänderung beim Problempartner zur Folge hatten).

Das Entscheidende ist fast immer eine sehr deutliche und vor allem rigorose (!) Formulierung mit genau solchem Wortlaut wie z.B. „ich will das nicht“, „ich will nicht, daß du so mit mir umgehst“, „ich bin nicht mehr bereit, deine unangemessene Kritik an mir zu dulden“ usw usw.

Dabei ist das Problem, daß solche Ausdrucksweisen selten zum aktiven Sprachschatz des Betroffenen gehören, oft auch, daß in der Familie regionale Dialekte gesprochen werden, in die solche (wörtlichen) Ausdrucksweisen überhaupt nicht übersetzbar sind, und wenn, dann haben sie nicht diesen Gehalt an Rigorosität.

Wenn sich ein Betroffener aber trotzdem einmal entschließt, solche Formulierungen (meist müssen sie sogar „auf dem Trockenen“ geübt werden) anzuwenden, dann habe ich (in 100erten von Beispielen) noch nie (!) erlebt, daß nicht zumindest ein gründliches und klärendes Gespräch die Folge war (meist zum ersten Mal).

Für eine endgültige Verhaltensänderung, die durch solche und ähnliche Mittel erreicht werden soll, auch kann, ist dann allerdings eine genauere Betrachtung notwendig, wie sich solche Dialoge (innerhalb der gefürchteten Szenarien) im Detail abspielen.

Wenn es dich interessiert, was man alles auf diesem Wege erreichen kann, schreib mir. Oder, wenn es dir sinnvoll erscheint, können wir auch öffentlich darüber hier austauschen, da es sicher viele gibt, die ähnliche Probleme mit ihren Eltern oder auch Partnern haben.

Grüße
Metapher

Hallo Jana,
oh ja, dieses Problem kenne ich auch. Und ich habe festgestellt, dass es gar nicht so wenig Erwachsene gibt, die sich mit ihrem Verhältnis zu ihren Eltern plagen.
Zwischen mir und meiner Mutter herrschte ein verbreitetes Mutter-Tochter-Verhältnis. Meine Mutter hat all ihre Hoffnungen in mich gesetzt, die sich bei ihr nicht erfüllt haben. Ich sollte ihr zweites Ich werden. Es ist mühsam für mich gewesen ihr immer wieder zu entschlüpfen, schon allein weil ich meine Mutter mag, und ich immer wieder zu ihr zurückgekehrt bin.
Ich kann Dir aus meiner Erfahrung heraus empfehlen darüber Bücher zu lesen. Ich habe in unserer Stadtbücherei einige interessante Bücher gefunden, die mir sehr viel weitergeholfen haben. Eine Therapeutin konnte mir nicht helfen, weil ich mir ihr nicht zurecht kam. Aber ich will diese Möglichkeit nicht absprechen auch dadurch herauszufinden, wie der eigene Stand in der Familie ist.
Irgendwann einmal habe ich mich gedanklich davon verabschiedet, dass meine Mutter nicht das verkörpert, was ich mir von einer Mutter wünsche. Und ich empfinde keine Unruhe mehr, wenn sie unzufrieden mit mir ist. Das hat aber Jahre gedauert.
Vor ihren Verletzungen bin ich nie sicher. Aber sie drücken mich nicht mehr zu Boden wie bis vor Jahren.
Man kann sich vor psychischen Verletzungen nicht abschotten, wie bei einer körperlichen Auseinandersetzung, außer du meidest den Kontakt zu Deinen Eltern. Verletzt wird man durch Gesagtes, und das geht schnell und zielsicher, gerade wenn es von der Mutter kommt, die Übung darin hat, passendes im richtigen Moment zu sagen. Ich will damit sagen: Die empfindlichen Stellen sind in Dir. Das sind Wunden, die nie geheilten. Eine Berührung, und die gute Laune ist weg. Ich glaube, wenn es etwas gibt, das einen immer wieder kränkt, dann lohnt sich die Mühe herauszufinden, wo die wunden Stellen genau sind, und wie sie verursacht wurden. Bis die heilen kann es, wie gesagt, Jahre dauern.
viele Grüße
grilla

Hallo Metapher,
Deine Zeilen waren ja wirklich „knackig“. Also im Sinne von hart, aber ich fühle mich trotzdem nicht verletzt, sondern ernst genommen. Es ist ein gutes Gefühl!

Du schreibst:

Dennoch hat vor allem meine Mutter ständig etwas an mir
auszusetzen.

und ich nehme mal an, obwohl es in deiner Mail nicht
drinsteht, daß das auch schon so war, als du noch zu Hause
warst? (sonst wäre es eine ganz andere Situation…)

Das würde ich so nicht sagen. Im Gegenteil, ich konnte tun und lassen, was ich wollte. Ich hatte eine so genannte Narrenfreiheit, aber auch viiiieeeel Desinteresse an dem, was ich tag. Ich war jedoch sicher nie „die Ungeliebte“. So weit möchte ich auf keinen Fall gehen. Ich vergleiche dieses Verhalten eher mit Gedankenlosigkeit…

Seit ich meine eigenen Sachen mache - und anscheinend mache ich sie gut -, ist das Interesse mit den Jahren gewachsen. Zeitweise war es beinahe eine Freundschaft, die sich entwickelte. Doch bald folgten Neid und Missgunst.

Es ist so extrem (ich war auch schon bei einem
Psychotherapeuten… )

…in der Hoffnung, daß du von ihm Ratschläge bekommst, wie du
mit deiner Mutter umgehen könntest?

Ja - natürlich. Was ist daran so falsch??

Du stellst zwei Fragen, von denen die erste

Woher kommt eigentlich so etwas? Dieser Hass hat mich doch
immer sehr irritiert.

wohl kaum Diskussionsgegenstand hier sein kann.

Aber warum denn nicht? Ich bin selbst Mutter, und ich kenne nur (vielleicht bis jetzt…) die absolut wertfreie Liebe zu meinem Sohn. Und er kann durchaus auch schon verletzend sein.

Zum letzten Abschnitt kann ich vor allem so viel sagen (schreiben): Ich bin ein Mensch, der ruhig und ausgeglichen auf seine Umwelt wirkt. Ich kann natürlich auch garstig werden. Beide Seiten in mir habe ich zur Genüge ausgereizt. Und Du magst es kaum glauben: Ich habe auch schon klar und deutlich und sehr sehr förmlich (ich kann das, ich bin Sekretärin) ein ziemlich gut vernehmbares STOP gesagt. Nur leider…

Meine Mutter ist ein Mensch, der gern Macht hat, sie auch ausspielt, aber ich denke (hoffe, glaube), um Liebe zu bekommen. Und zu allem Unglück kann sie unerhört gut aus der Rolle fallen, hysterische Anfälle auch vor Fremden sind nie die Seltenheit gewesen.

Naja, Patentrezepte gibt es nicht, das ist mir schon klar.

Jana

Grüße
Metapher

Hallo Grilla,

das hat mich wirklich aufgebaut, dass es wohl doch nicht so selten ist, mit diesen vertrackten Familienverhältnissen…

Mit den Therapeuten, das fand ich auch ziemlich komisch. Als dann Themen wie Mutterkomplex fielen, habe ich endgültig das Weite gesucht. Ich hatte tatsächlich geglaubt, dass es leichter fällt, einem wildfremden Menschen etwas von sich zu erzählen. Doch es klappte irgendwie nicht. Die Chemie wahrscheinlich…

Ich denke, ich werde mich wirklich auch in die Bibliothek begeben, denn es muss irgendwie eine akzeptable Änderung zu Stande gebracht werden. Normalerweise bin ich eine Meisterin im Weglaufen. Doch ich kann der Großmutter auch nicht den Enkel nehmen und umgekehrt, das wäre nicht rechtens.

Vielen Dank für Deine lieben Zeilen,
Jana

Hi Jana,

Verhalten ist immer Ausdruck von Beziehung zwischen Menschen und zwar beidseitig!

Wenn du verstehen möchstest, was hier abgeht, würde ich mir einen Therapeuten wählen, welcher Erfahrung in Familienarbeit hat und der ein Genogramm( Stammbaum) deiner Familie mit dir erstellt.

Auch eine Familientherapie könnte helfen.

MfG Harald

Tja ganz klar du solltest auch ein Täter werden!Ich meine
Esoterik hilft dir wesentlich weiter als Psychologie. aber am bestenb ist immer das woran du glaubst. das ist nämlich wahr!

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nashino

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