Hallo Grilla,
leider habe ich mit Psychologen und Psychotherapeuten
schlechte Erfahrungen gemacht. Bei manchen habe ich den
Eindruck, dass sie mit ihren Kenntnissen über des Menschen
Innerstes eine Überlegenheit empfinden, die ihnen zuschaffen
macht. So manche Therapiestunde empfande ich eher als
dogmatisch weniger menschlich kommunikativ.
Der Begriff „dogmatisch“ kann sehr unterschiedlich definiert werden. Wenn du eine gewisse Strenge erlebst, so ist das eben der Stil dieses Therapeuten, man kann hier nicht sagen, es ist richtig oder falsch. Ein Therapeut kann sein Gegenüber in der Regel sehr schnell einschätzen.
Eine Therapie ist nicht immer so gestaltet, wie man sie sich wünscht. Da wird schon mal Klartext geredet. Deshalb ist es für viele Menschen ja auch so schwer, eine Therapie durchzuhalten. Es ist ein Stück harte Arbeit und das, was der Therapeut sagt, möchte man nicht immer hören. Aber genau das ist ja der Punkt. Ich meine, was habe ich davon, wenn mein Therapeut mich bedauert und mir sagt, dass Leben ist auch wirklich schwer…
Das ist nicht Sinn der Therapie, sicher ist es wichtig, dass man sich auch mal selber bedauert, auf der anderen Seite muß man aber klar erkennen könne, nicht immer Opfer, sondern oft auch Täter zu sein. Das gefällt einem Anfangs gar nicht, mit der Zeit aber wird man sich selber besser kennenlernen.
Es gibt, wie überall, sehr verschiedene Methoden der Therapie.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Therapie ist, dass eine gewisse Sympathie zwischen Therapeut und Patient vorhanden ist. Wenn hier von seitens des Patientens irgendwelche Zweifel bestehen, kann eine Thearpie nicht funktionieren !
Will sagen: ich bin sehr skeptisch bei dem Gedanken, dass die
Menschen öfters und regelmäßig zu Therapiestunden gehen
sollten. Ich befürchte, dass dann eine Tendenz entsteht - wie
bei der katholischen Absolution (bitte um Vergebung, ich bin
evangelisch - man kann ruhig was anstellen, danach bitte ich
um Vergebung).
Sorry Grilla, aber kann es sein, dass du hier etwas missverstanden hast ?
Es ist natürlich auch wichtig, sich von eventuellen Schuldgefühlen zu befreien. Aber grundsätzlich geht es in einer Therapie doch erstmal darum, sich selber kennenzulernen um mit sich, dem Alltag, schwierigen Situationen und den Mitmenschen besser umgehen zu können.
Besser wäre es, wenn wir Menschen im Umgang
miteinander anfangen würden füreinander Verantwortung zu
empfinden und zu übernehmen. Ein Therapeut kann bestenfalls
seelische Wunden heilen, bei der Neuintegration in die
Gemeinschaft helfen.
Das ist nicht richtig.
Ein Therapeut kann noch viel viel mehr bewirken !
Allerdings nicht allein, der Patient muss schon mitarbeiten.
Selbstverständlich kann man in einer Therapie lernen, Verantwortung zu übernehmen und zu empfinden.
Aber die Verbesserung in der Umgangsweise
miteinander wird nicht automatisch verbessert.
Nein, nicht automatisch…das ist natürlich erstmal harte Arbeit. Wenn man bereit ist, diese Mühe auf sich zu nehmen und sich den Dingen zu stellen, dann kann man durchaus u.a. die Umgangsweise mit seinen Mitmenschen verbessern.
Klar, die Therapeuten könnten im Zuge ihrer Therapien auch
idealere Wertevorstellungen vermitteln. Aber was ist, wenn
diese Wertevorstellungen der einzelnen Therapeuten sich nicht
mit den anderen decken?
Kein Therapeut wird seinem Patienten seine Sichtweise aufdrängen. Vielmehr wird im Gespräch festgestellt, woher die eigene Sichtweise kommt und wie gerechtfertigt sie ist. Das jeder Mensch seine eigenen Wertvorstellungen hat ist nicht nur natürlich, sondern auch sehr wichtig. Wenn man allerdings nur schwer mit seiner eigenen Wertvorstellung leben kann, ist es hilfreich, diese zu hinterfragen und zu verstehen. Es kann durchaus sinnvoll sein, seine eigenen Wertvorstellungen abzulegen. Aber nicht auf Wunsch des Therapeuten, sondern als Ergebnis vieler Gespräche.
Die Psychotherapien haben zweifellos ihre
Darseinsberechtigung, und werden auch wahrgenommen. Aber ein
ständig verschnupfter Mensch sollte sich lieber über seine
Lebensweise Gedanken machen, als sich ständig Nasenspray
verschreiben lassen.
Ein Therapeut verschreibt wohl kaum Nasenspray. Selbst ein ständiger Schnupfen kann psychosomatisch sein. Es kann sein, dass man sich zu dünn anzieht und ungesund lebt. Es kann aber eben auch sein, dass der Schnupfen ausdrückt : Hier stimmt etwas nicht !
Du schreibst am Anfang deines Artikels : Psychologe und Psychotherapeut.
Das ist ein Unterschied. Ein Psychotherapeut ist Mediziner, er erkennt den Zusammenhang zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden auf Grund seiner Ausbildung, die doch sehr viel umfangreicher ist als die eines Psychologen, oft besser und schneller.
Hiermit will ich auf keinen Fall die Kompetenzen der Psychologen in Frage stellen. Es sind einfach zwei verschiedene Berufe.
Auch die Krankenkassen, dies wurde hier auch angesprochen, unterscheiden ganz klar zwischen diesen Berufsgruppen. Eine Behandlung durch den Psychiater /Psychotherapeuten wird in der Regel von den Kassen getragen. Bei Psychologen sieht das schon wieder anders aus.
In diesem Sinne,
dir noch einen schönen Rest-Ostermontag,
Vabe