wie soll ich mich verhalten??

Von: , Frage gestellt am Mo, 8. Nov 1999

guten morgen,

am samstag haben wir eine einladung (die leute kommen zu uns). unter den gästen befindet sich ein alkoholiker, der momentan aber auf entziehung ist. wie soll ich mich verhalten? soll ich nur antialko. getränke anbieten? oder für die anderen gäste bier, wein ect.?
soll man das thema auch mal anschneiden? oder besser garnix drüber sagen?

bin für jede hilfe dankbar
liliana

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Minuten hilfreich
    Re: wie soll ich mich verhalten??

    Vor allem: Nichts mit Alkohol kochen, keine Rotweincreme oder so. Viele denken da nicht dran, aber das kann für einen Rückfall reichen.

    Ich würde Alkohol anbieten. Damit muß er den Rest seines Lebens klarkommen. Wenn er das während der Entziehung nicht schafft, hält er eh nicht durch. Er muß es selbst wollen und selbst schaffen, da kann ihm keiner helfen. Und Alkohol wird ihm immer wieder in seinem Leben begegnen. Also, biete Deinen anderen Gästen ruhig was an.

    Thema anschneiden oder nicht ist schon schwieriger. Ich würde abwarten, wie er damit umgeht. Wenn er offen drüber spricht, gibt es für Dich und die anderen keinen Grund, das Thema zu tabuisieren. Ansonsten lieber vorsichtig sein.

    Viel Glück bei der Party.
    Nike

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Re^2: wie soll ich mich verhalten??


      Ich würde Alkohol anbieten. Damit muß er
      den Rest seines Lebens klarkommen. Wenn
      er das während der Entziehung nicht
      schafft, hält er eh nicht durch. Er muß
      es selbst wollen und selbst schaffen, da
      kann ihm keiner helfen. Und Alkohol wird
      ihm immer wieder in seinem Leben
      begegnen. Also, biete Deinen anderen
      Gästen ruhig was an.
      Schon richtig, damit muß er klar kommen. Dennoch braucht er sicherlich Hilfe dabei. Wieviele haben schon mal versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen, und fielen in geselliger Runde wieder in den alten Trott?
      Ich bin zwar auch der Meinung, dass man ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber stets mit dem freundlichn Hinweis, dass man auch nicht-alkoholische Getränke im Haus hätte. Dadurch macht man es ihm sicherlich etwas einfacher und zeigt auch, dass man in der Lage ist zu akzeptieren, dass jemand einen Abend lang keinen Alkohol trinkt.
      Ernie

      • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
        Re^3: wie soll ich mich verhalten??


        hallo
        Ich bin zwar auch der Meinung, dass man
        ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber
        stets mit dem freundlichn Hinweis, dass
        man auch nicht-alkoholische Getränke im
        Haus hätte.
        wobei ich mit dem alkohol anbieten eigentlich die anderen meinte. ích meine, ich würde ihm direkt nur antialk. getränke anbieten.
        und was mach ich wenn er dann doch ein bier will? soll ich es ihm dann geben?
        ganz schön schwierig so was.

        das mit dem kochen hab ich schon bedacht.
        also danke schon mal für eure reaktionen
        liliana

        • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
          Re^4: wie soll ich mich verhalten??


          Hi Liliana,
          ich war auch einmal in ähnlicher Situation: wollte eine Fete machen und stand vor dem Problem, dass ein Gast Alkoholiker ist. Ich wollte ihm keine Plattform bieten. Aufgrund der Tatsache, dass ich wußte, dass er nur Bier trinkt und Wein nicht mag, habe ich das Ganze unter ein französisches Motto gestellt und nur Weine, Pastis u.ä. angeboten. Alle Gäste haben sich toll unterhalten, es wurde eine lange, gemütliche Nacht ohne Probleme. Zusätzlich wurde von allen Anwensenden explizit positiv hervorgehoben, dass es mal was anderes war...
          Viel Spaß bei Deiner Party!
          Ernie

          • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
            Re^5: wie soll ich mich verhalten??noch etwas


            Hi Liliana,
            Die Idee von Bernie finde ich auch sehr gut, wenn Du noch etwas tun willst, dann vermeide moeglichst, zu dieser Party jemanden einzuladen, der andere immer wieder auffordert, womoeglich ein aehnliches Problem hat. Manchmal weiss man es ja nicht, aber Leute zu denen Du vertrauen hast, weihe sie ein, damit sie Dir helfen, die Sache moeglichst natuerlich zu behandeln. Manchen Alkoholikern faellt es leichter, wenn sie sich auf momentane Medikamenteneinnahme ausreden koennen, das kannst Du von Dir aus auch als Begruendung anbieten, so in etwa. ich weiss, du nimmst Medikamente, daher hab ich fuer Dich diese Getraenke aufs Eis gelegt.
            Thema NUR behandeln, wenn der Betroffene davon zu reden beginnt. Ich wuensche Dir und Deinen Gaesten ein vollen Erfolg, Ruecksichtnahme ist so wichtig und das ist der Unterschied zwischen einer Party und einem echten Beisammensein. Viel Spass Angelika
            war auch einmal in ähnlicher Situation: wollte eine Fete machen und
            stand vor dem Problem, dass ein Gast
            Alkoholiker ist. Ich wollte ihm keine
            Plattform bieten. Aufgrund der Tatsache,
            dass ich wußte, dass er nur Bier trinkt
            und Wein nicht mag, habe ich das Ganze
            unter ein französisches Motto gestellt
            und nur Weine, Pastis u.ä. angeboten.
            Alle Gäste haben sich toll unterhalten,
            es wurde eine lange, gemütliche Nacht
            ohne Probleme. Zusätzlich wurde von allen
            Anwensenden explizit positiv
            hervorgehoben, dass es mal was anderes
            war...
            Viel Spaß bei Deiner Party!
            Ernie

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: wie soll ich mich verhalten??

        Schon richtig, damit muß er klar kommen.
        Dennoch braucht er sicherlich Hilfe
        dabei. Wieviele haben schon mal versucht,
        sich das Rauchen abzugewöhnen, und fielen
        in geselliger Runde wieder in den alten
        Trott?
        Ich bin zwar auch der Meinung, dass man
        ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber
        stets mit dem freundlichn Hinweis, dass
        man auch nicht-alkoholische Getränke im
        Haus hätte.
        Natürlich meinte ich nicht, daß man ihm Alkohol anbieten würde. Es ist doch ohnehin selbstverständlich, daß man auf einer Party auch nicht alkoholische Getränke im Haus hat. Dadurch macht man es ihm
        sicherlich etwas einfacher und zeigt
        auch, dass man in der Lage ist zu
        akzeptieren, dass jemand einen Abend lang
        keinen Alkohol trinkt.
        Ich bin nicht Deiner Meinung. Man weiß von jeder Art von Süchtigen, daß nur einer ihnen helfen kann, und daß sind sie selbst. Ich glaube, wenn er der Versuchung, in fröhlicher Runde zu trinken, nicht widerstehen kann, kann auch Liliana ihm nicht "helfen". Wenn er es schaffen will, muß er es auch so schaffen, oder er schafft es nie.

        Was das darüber sprechen anbelangt, denke ich auch: Man sollte das Thema nicht nur anschneiden, wenn er darüber sprechen will.

        Tja, was, wenn er ein Bier will? Das ist eine schwierige Frage. Ich persönlich würde es so machen: Wenn er mich wirklich explizit nach einem Bier fragt, würde ich ihn direkt darauf ansprechen: "Bist Du sicher, daß Du das willst? Du weißt, daß Du damit alles wieder kapputt machst". Wenn er dann immer noch darauf beharrt, würde ich's ihm geben. Denn wenn er es so dringend will, kommt er auch heimlich dran.

        Ich glaube aber nicht, daß er direkt nach einem Bier fragen wird. Entweder er sterht es durch, oder, wenn er rückfällig wird, macht er es heimlich. Alkoholiker sind, wie alle Süchtigen, Meister der Lüge und Heimlichkeit.

        Ich bleibe also dabei: Schafft er es nicht, trocken zu bleiben, obwohl es auf der Party Alkohol gibt, ist ihm nicht zu helfen. Das klingt hart, aber so ist es nun mal.

        Liebe Grüße,
        Nike

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: wie soll ich mich verhalten??

    Hi, ich hab in einem ähnlichen Fall es einfach so gemacht, daß ich einfach nichts alkoholisches zu Hause hatte.
    Bei mir Chaoten ist das jedoch einfacher. Da ist das was ich zu Haus hab einfach Glückssache. Meine Freunde sind gewohnt bei mir Cola zu trinken, wenn ich Cola da habe, oder Bier, wenn zufällig nur mehr Bier da ist.
    Servus
    Herbert [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: wie soll ich mich verhalten??

    Hi Liliana,

    hast Du Gelegenheit, vorher mit ihm unter vier Augen zu reden? Dann frag ihn selbst. Wie er zu seiner Entziehung steht, wie sicher er sich schon fühlt.

    Einerseits ist alles richtig, was bisher gesagt wurde, daß er sein ganzes Leben lang damit konfrontiert sein wird etc.
    Aber gerade am Anfang ist es besonders schwer für ihn. Die Gefahr, daß er rückfällig wird, ist immer gegeben. Aber wenn erst kurz "trocken" ist, dann hat er vielleicht gerade eben genug Kraft, nicht in die nächste Wirtschaft oder in den nächsten Getränkemarkt zu rennen. Aber anderen Leuten beim trinken zusehen und selbst nix trinken dürfen, könnte für ihn zur Zerreißprobe werden.

    Frag Dich mal ganz ehrlich. Muß das sein? Auch wenn er den Abend durchsteht. Er wird die Hölle für Deinen Bekannten sein. Magst Du ihn wirklich? Dann laß es. Vielleicht mal zwischendurch ein Glas Sekt zum Anstoßen und dann weg mit dem Zeug. Feiern kann man auch "ohne". Laß Dir irgend was anderes einfallen, was die Stimmung anheizt. Lustige Spiele, gute Musik, was auch immer. Aber ich würde nicht wollen, daß ein Freund leiden muß, nur damit ich meine Freude habe und trinken darf. Was ist denn da sooooo toll dran?

    Liebe Grüße. Auch an Deinen Bekannten. Ich drücke ihm alle Daumen, daß er es schafft.

    Nena

  4. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Die Meinung eines Alkoholikers

    hallo,

    ich habe gestern einen guten freund befragt. er ist alkoholiker, aber seit nun sieben jahren trocken. seine aussage dazu:

    1. bloß nicht gar keinen alkohol im haus haben. das nützt deinem freund nichts und beleidigt ihn, wenn er merkt, daß alle ihm zuliebe nichts trinken. mein freund meinte, wenn er das merken würde, dann würde er die party sofort verlassen. er muß es schaffen, auch wenn's alkohol gibt.

    2. ihm selbst natürlich keinen alkohol anbieten. und wenn er danach fragt (und da war ich ja anderer meinung), ihm auch keinen geben mit den worten: "wenn du saufen willst, mach's zu hause, ich helfe dir dabei nicht". gerade in der ersten phase der entziehung ist er noch sehr anfällig für rückfälle

    3. das thema anschneiden, wenn er es tut und kann. ansonsten nicht.


    das also als die meinung eines alkoholikers, der es geschafft hat. vielleicht hilft das dir weiter.

    liebe grüße, nike



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!