Rückläufige Geburtenrate

Hallo Leute!

Wieder mal ein Thema, wo man sich nicht sicher sein kann, auf dem richtigen Brett zu sein, aber egal. Was glaubt ihr, warum es immer weniger Kinder in Deutschland so wie in Österreich gibt? Bei uns (in Ö) wird dieses Thema in letzter Zeit von den Medien ziemlich breitgetreten. Nicht zuletzt weil die FPÖ versucht mittels Kinderscheck diesem Trend mittels „Kinderscheck“ entgegenzuwirken versucht. Und was glaubt ihr könnte man tun um diesem Trend entgegenzuwirken? Wieso gibt es diesen Trend in den USA nicht so (Ich glaube zumindest, dass dem so ist, konnte aber keine Zahlen finden), geschweige denn in 2. und 3. Welt Ländern?

Servus,
Herbert

Das Problem ist, dass die Politik in Deutschland viel zu wenig Anreize für das Kinderkriegen anbietet.

So haben z.B. Frankreich und die Skandinavischen Länder ein landesweites kostenloses Netz von Ganztagsschulen, so das Mütter nicht für ihr Kind auf die „Karriere“ verzichten müßen.

Dies fehlt in Deutschland völlig und selbst Kindergartenplätze sind in sehr vielen Regionen mangelware.

In Schweden und Island z.B. ist der Anteil der Arbeitenden Frauen weitaus höher als in Deutschland (80 % vs. 60 %), allerdings die Zahl der Kinder pro Frau ebenso (2 vs. 1,35), da es dort für jedes Kind eine Ganztagsschule mit Betreung gibt.

Die USA haben ebenfalls ein System von Ganztagsschulen, dazukommt eine weitaus größere Migration als in Deutschland.

In der 2. und 3. Welt ist das Problem eher umgekehrt, dort gibt es zu viele Kinder. So sind z.B. in Afrika mehr als 50 % der Bevölkerung unter 18 Jahre alt, dies ist eine fatale Assymetrie die zu Kinderarbeit/versklavung/armut führt. Hier liegen die Probleme bei einer quasi nicht vorhanden Verhütung.

Allerdings werden derzeit wieder Stimmen laut und es erfolgen auch Taten, um die Stellung der Familie in der Gesellschaft zu verbessern, so soll u.a. das Kindergeld erhöht werden und Eltern mit Kinder sollen weniger in die Sozialversicherung einzahlen.

Denn Deutschland ist dringend auf Kinder angewiesen sonst sinkt die Zahl der Deutschen auf weniger als 50 Mio. im Jahre 2050, sie ist schon seit den 80ern Rückläufig und bleibt nur wegen höhere Zuwanderung konstant bei etwa 80 Mio. Personen.

Und es ist nuneinmal so das Kinder kriegen Verzicht bedeutet, auf Karriere und Geld und viele wollen diese Last heute nicht mehr auf sich nehmen, daran ändert auch die beste Politik nichts mehr, denn ein Land kann seine Bürger (gott sei dank…) nicht zum Kinder kriegen zwingen.

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Hi,

eine rückläufige Geburtenrate hat sicherlich mehrere Gründe.

  1. Menschen wollen „egoistischer“ mehr genießen und leben, Kinder sind bei dieser Politik zu teuer.
  2. Kinderwünsche bleiben auch zunehmend unerfüllt, teils durch Umweltgifte / Umweltbelastungen. Ich bin auch der Meinung, daß die Natur / Psyche auch ein Regulativ bei gestreßten überforderten Menschen einbindet.

Möglicherweise hat die Geburtenrate auch mit unseren Werten zu tun, die sich ja größtenteils am Konsum orientieren.

Ciao,
Romana

  1. Menschen wollen „egoistischer“ mehr genießen und leben,
    Kinder sind bei dieser Politik zu teuer.

eigenartig, findest du nicht? den menschen gehts heute besser als früher. aber je besser es ihnen geht, desto eigensinniger werden sie anscheinend, desto mehr streben sie nach selbstverwirklichung

Hi Herbert,

ich habe hier zu wenig fundiertes Wissen für meine Antworten, doch grundsätzlich mag ich die Dinge lieber am einzelnen Individuum betrachten als pauschal zu beurteilen.

Nunja, das mit dem „egoistischer“ ist auch so eine Sache, wo möglicherweise einiges reingelegt wird, was gar nicht wirklich „egoistisch“ ist, eben z.B. daß Menschen mit sich selbst schon überfordert sind, ihr Leben nicht geregelt bekommen oder nur partiell, und dann mit einem Kind in Gänze überfordert wären.

Geht es den Menschen wirklich besser? Besser als wann. Ich bin der Meinung, daß jede Zeit ihr Für und Wider hat. Wir haben heute viele technische Errungenschaften, die das Leben vereinfachen. Doch parallel vereinsamen die Menschen trotz Globalisierung immer mehr in ihren vier Wänden. Geht es ihnen nun tatsächlich besser als in den 80ern, 70ern, 60ern…?

Kinder haben muß ja nicht bedeuten, daß man sich deshalb nicht selbst entwickeln kann. Ohne Kinder gäbe es uns nicht. Sogesehen ist ein Teil der Selbstentwicklung auch Kinder, seien sie nun biologisch oder nur geistig.

Ciao,
Romana

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Was Politiker mit diesem Thema „zuwenig Kinder“ treiben ist in meinen Augen höchst fraglich. Wenn dann das Thema Rente auch noch dazu kommt finde ich das nahezu kriminell. Es wird immer noch versucht dieses Pyramiden / Schneeballsystem aufrecht zu erhalten.

Tatsache ist doch das sich mehr und mehr Menschen unwohl fühlen, gestresst und überfordert. Wie soll jemand der sowieso überfordert ist, auf die Idee kommen noch mehr Verantwortung zu übernehmen, das kann man dann auch Egoismus nennen.
Vielleicht ist es ganz normal, das bei unserer Bevölkerungsdichte, die Geburtenzahl abnimmt?? Vielleicht wird das ganze nur dramatisiert von Politikern, Journalisten usw. die ein Thema brauchen, weil Sie sonst nichts zu sagen haben.
Was genau ist denn so wichtig für Dich?

Michael

Was Politiker mit diesem Thema „zuwenig Kinder“ treiben ist in
meinen Augen höchst fraglich. Wenn dann das Thema Rente auch
noch dazu kommt finde ich das nahezu kriminell. Es wird immer
noch versucht dieses Pyramiden / Schneeballsystem aufrecht zu
erhalten.

in Österreich (Mitte-rechts Regierung) wird schön langsam versucht, davon abzugehen. Mit einem 3-Säulen Modell aus privater, betrieblicher und staatlicher Vorsorge. Was in Deutschland passiert weiß ich nicht.

Tatsache ist doch das sich mehr und mehr Menschen unwohl
fühlen, gestresst und überfordert. Wie soll jemand der sowieso
überfordert ist, auf die Idee kommen noch mehr Verantwortung
zu übernehmen, das kann man dann auch Egoismus nennen.

Daran wirds wohl liegen…

Vielleicht ist es ganz normal, das bei unserer
Bevölkerungsdichte, die Geburtenzahl abnimmt??

Nein, in der 3. Welt ist die Dichte viel höher, aber die Geburtenrate alles andere als niedriger. Oder auch in China etc.

Vielleicht wird
das ganze nur dramatisiert von Politikern, Journalisten usw.
die ein Thema brauchen, weil Sie sonst nichts zu sagen haben.

So einfach ist es nicht. Wenn die Menschen älter werden, und es gleichzeitig kaum Nachkommen gibt, ist das ein volkswirtschaftliches Problem, vor allem wegen der Pensionen! Die alternative Zuwanderung ist für Konservative und Rechte, die nunmal in Österreich regieren anscheinend ein Problem. Für die Konservativen, weil es zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen angeblich immer zu Spannungen kommt (schließlich mögen sich in Belgien nichtmal die Flamen und Valonen) und für die Rechten, weil sie den Bestand der eigenen Rasse gefährdet sehen. Auch wenn diese Parteien die wahren Gründe für ihre Familienpolitik (mehr Kinder) nur ungern zugeben. Darüber darf man denken was man will.

Was genau ist denn so wichtig für Dich?

Net wirklich was. Ich finde es nur ein interessantes Thema. Vor allem wird es in letzter Zeit immer mehr auch von den Medien thematisiert wird. Und wehr weiß, vielleicht gibt es einmal tatsächlich Rassenkonflikte in Europa, vielleicht hat der Jörg Haider ja recht und Multikulti kann nicht funktionieren (solange es Typen wie ihn gibt, bin ich mir da selbst nicht sicher!)

Michael

Servus,
Herbert

in Österreich (Mitte-rechts Regierung) wird schön langsam versucht, davon abzugehen. Mit einem 3-Säulen
Modell aus privater, betrieblicher und staatlicher Vorsorge. Was in Deutschland passiert weiß ich nicht.

Ist es wohl ähnlich, ich bin Globetrotter und so viel unterwegs, das ich das alles kaum mitkriege.

Nein, in der 3. Welt ist die Dichte viel höher, aber die Geburtenrate alles andere als niedriger. Oder auch in
China etc.

In der dritten Welt ist doch der Hintergrund das die Menschen davon ausgehen je mehr Kinder sie haben desto besser haben Sie für Ihr Alter vorgesorgt. China hat vor langer Zeit die 1-Kind Ehe eingeführt um das Problem in den Griff zu bekommen.

So einfach ist es nicht. Wenn die Menschen älter werden, und es gleichzeitig kaum Nachkommen gibt, ist
das ein volkswirtschaftliches Problem, vor allem wegen der Pensionen!

Das volkswitschaftliche Problem würde ich in Zeifel ziehen. Immerhin ist es jetzt schon so das immer weniger Arbeit für immer mehr Menschen da ist. Wenn dann wird es eher generell zu einem Problem der Geldverteilung.
Schon vor vielen Jahren hat es mal eine Untersuchung gegeben, die besagte, das in der westlichen Welt niemand mehr arbeiten MUSS um zu überleben, Mittel währen genug da, nur sind sie etwas ungeschickt verteilt (vornehm ausgedrückt).
Wurde glaube ich im Stern oder Spiegel veröffentlicht.

Ich habe vor zwanzig Jahren eine Roman gelesen, der damals schon alt war und eine Welt beschrieben hat in der Konsumzwang herrschte, damit die Leute arbeiten DÜRFEN. Damit die Industrie produzieren konnte.
Ein sogenannter einfacher Arbeiter musste konsumieren und konnte mit guten (Konsum) Leistungen während der Freizeit in der Hierarchie steigen, durfte dann weniger konsumieren und durfte mehr arbeiten.
Fragt sich natürlich wo fängt Arbeit an und hört Freizeitkonsum auf. Oder umgekehrt ?º!ª@ äh…?mhmm
Ich glaube wir sind mitlerweile an diesem Punkt angelangt. Fakt ist das eine auf ständigem Wachstum basierende Gesellschaft entweder auf dieser Welt an Ihre Grenzen stösst, oder anfängt auszuwandern, oder eine neue Basis findet.

Die alternative Zuwanderung ist für
Konservative und Rechte, die nunmal in Österreich regieren anscheinend ein Problem. Für die
Konservativen, weil es zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen angeblich immer zu Spannungen
kommt (schließlich mögen sich in Belgien nichtmal die Flamen und Valonen) und für die Rechten, weil sie
den Bestand der eigenen Rasse gefährdet sehen. Auch wenn diese Parteien die wahren Gründe für ihre
Familienpolitik (mehr Kinder) nur ungern zugeben. Darüber darf man denken was man will.

Das ist’s wohl …
Hat was mit Bildung, Erziehung und Minderwertigkeitskomplexen zu tun oder?

Ciao
Michael

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In der dritten Welt ist doch der Hintergrund das die Menschen
davon ausgehen je mehr Kinder sie haben desto besser haben Sie
für Ihr Alter vorgesorgt. China hat vor langer Zeit die
1-Kind Ehe eingeführt um das Problem in den Griff zu bekommen.

die 1-kind ehe funkt in china auch nicht wirklich, wenn ich mich jetzt nicht irr. die tatsache, dass die westlichen länder mit zuwenigen leuten, den anderen ländern mit zu vielen gegenüberstehen werden macht einen schon nachdenklich!

Das volkswitschaftliche Problem würde ich in Zeifel ziehen.
Immerhin ist es jetzt schon so das immer weniger Arbeit für
immer mehr Menschen da ist. Wenn dann wird es eher generell zu
einem Problem der Geldverteilung.

glaub ich eigentlich nicht. eine gesellschaft, in der jeder für sich selbst vorsorgt, kann nicht mehr funktionieren sobald „alle“ in pension gehen. ich vermute, dass es auch ohne quasi „direkte pensionsumverteilung“ zu problemen kommt. geld kann man nunmal nicht essen…

Schon vor vielen Jahren hat es mal eine Untersuchung gegeben,
die besagte, das in der westlichen Welt niemand mehr arbeiten
MUSS um zu überleben, Mittel währen genug da, nur sind sie
etwas ungeschickt verteilt (vornehm ausgedrückt).
Wurde glaube ich im Stern oder Spiegel veröffentlicht.

darum auch die diskussion um die grundsicherung, wie zum beispiel in österreich. was ich davon halten soll, weiß ich allerdings auch noch nicht!

Ich habe vor zwanzig Jahren eine Roman gelesen, der damals
schon alt war und eine Welt beschrieben hat in der Konsumzwang
herrschte, damit die Leute arbeiten DÜRFEN. Damit die
Industrie produzieren konnte.
Ein sogenannter einfacher Arbeiter musste konsumieren und
konnte mit guten (Konsum) Leistungen während der Freizeit in
der Hierarchie steigen, durfte dann weniger konsumieren und
durfte mehr arbeiten.
Fragt sich natürlich wo fängt Arbeit an und hört
Freizeitkonsum auf. Oder umgekehrt ?º!ª@ äh…?mhmm
Ich glaube wir sind mitlerweile an diesem Punkt angelangt.
Fakt ist das eine auf ständigem Wachstum basierende
Gesellschaft entweder auf dieser Welt an Ihre Grenzen stösst,
oder anfängt auszuwandern, oder eine neue Basis findet.

schön dass es dir so gut geht :wink:, also ich sehe dieses problem noch lange nicht.

Die alternative Zuwanderung ist für
Konservative und Rechte, die nunmal in Österreich regieren
anscheinend ein Problem. Für die
Konservativen, weil es zwischen verschiedenen
Bevölkerungsgruppen angeblich immer zu Spannungen
kommt (schließlich mögen sich in Belgien nichtmal die Flamen
und Valonen) und für die Rechten, weil sie
den Bestand der eigenen Rasse gefährdet sehen. Auch wenn
diese Parteien die wahren Gründe für ihre
Familienpolitik (mehr Kinder) nur ungern zugeben. Darüber
darf man denken was man will.

Das ist’s wohl …
Hat was mit Bildung, Erziehung und Minderwertigkeitskomplexen
zu tun oder?

schwierig zu sagen. das sind einfach urinstinkte des menschen. in österreich sagen wir dazu die „wiasanwia“ - mentalität (wir-sind-wir) warum hauen sich anhänger verschiedener fußballclubs in die schnauze? ein gewisses minderwertigkeitsgefühl kann natürlich auch dazu führen, sich verstärkt in eine gruppe flüchten zu wollen, aber ich bin kein psychologe…

gruß,
herbert