Salût Nik!
mittlerweile ist es gut ein 1/2 jahr her, dass das ganze
beonnen hat… ich habe mich damit abgefunden, dass es mir so
geht… und kann mich langsam mit dem gedanken anfreunden auf
der dunklen seite „hängenzubleiben“…
Okay, das ist ein Anfang, der richtig professionell ist! Fang an, Deine dunklen Seiten lieb zu haben, nehme sie an und mache sie zu einem Teil von Dir. Das meine ich ja mit " sich kennenlernen".
Was das Hängenbleiben in diesem Zustand angeht (der Dir ja laut erstem Posting gar nicht so zusagt, oder???) würde ich erstmal abwarten. Aber auch hier hast Du eine gesunde Einstellung zu Deiner Misere: Male Dir erstmals den „bösesten“ Zustand aus, der eintreten kann. Dann wirst Du (wenn der Supergau eintreten sollte) nicht überollt und weißt schon um die Konsequenzen. Aber: Du mußt es bewußt tun. Sonst ist es dumm und nützt nichts.
ich bin mir meiner selbst bewusst… ich kenne mich selbst so
gut, wie (reine spekulation) sich die meisten nicht kennen.
Sorry, diese Aussage nehme ich Dir (aufgrund meiner Erfahrungen) nicht ab. Du kennst einen Teil von Dir und zwar den Teil, dem Du bereit warst bis jetzt zu begegnen. Es ist alles schon in Dir. Alles ist schon da. Du mußt es nur Entdecken, aus dir herauslocken. Wenn Du Dich so einzigartig (und das bist Du!) fühlst und als etwas besonderes, solltest Du neugierig werden, was sich in Deiner Persönlichkeit so alles entdecken läßt.
Jetzt kommen wir zum „schwierigen“ Teil: wie entdeckt Mensch sich denn eigentlich???
Also in „Entdecken“ steckt das „Aufdecken“ drin. Wenn Du auf die Welt kommst, wirst Du als Reines „Wesen“, nur Wesen! geboren. Du hast gewisse Anlagen, ein Karma, Schicksal, SChuld und eine Portion Neugier und Lebensfreude als Keime in Dir.
Nun wirst Du erzogen. Im Positiven wie im Negativen. Es formen Dich die Dir nahen Menschen und bringen Dir bei, wie Du -vor allem- zu überleben hast. Wenn sie Dir das beibringen (zu Recht und mit Liebe - aber auch mit Wut und emotionaler Erpressung usw) dann lehren sie Dich nur, was sie auch gelernt haben und was ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist: Mensch braucht Schutz. Und unser Kind soll lernen, was man tut und was man unterlassen soll.
Das IST lebensnotwendig. Nun kannst Du Dir vorstellen, daß das Baby, daß Du einmal warst, von Jahr zu Jahr mehr Hüllen um den eigentlichen Wesenskern „aufgezwängt“ bekommen hat: Vor allem Ängste (wenn Du Drogen nimmst Kind, landest Du in der Gosse und wirst Krank…", Wenn Du nicht fleißig bist, wirst Du verhungern…"; „Wenn Du keine Freunde hast, bist Du nicht beliebt, nicht recht für die Anderen…“; „Wenn Du nicht pi und pa machst, krigst Du kein po…“ usw.
Verstehst Du, was ich meine? Diese ganzen „aufgezwungenen“ (aber auch notwendigen), jetzt aber vielleicht unnütz gewordenen Ringe um Deinen persönlichen Wesenskern gilt es zu sprengen. Nach und nach. Und auszuprobieren, ob Du die Ängste Deiner Eltern übernehmen willst,oder nicht. Ob Du eigene Schutzringe um Deine Persönlichkeit aufbaust oder keine mehr brauchst oder nur noch zwei …oder weiß der Geier - wie Du halt willst.
Dazu braucht es aber (und jetzt fängt bei Dir das Haaresträuben an, ich weiß…) ANDERE MENSCHEN UM DICH HERUM.
W A R U M ! ! ! ! ! ???
Weil kein Mensch in der Lage ist (gerade, wenn er sich noch in der Entwicklung befindet) sich SELBER zu SPIEGELN. Und wenn Du alle anderen um Dich herum noch so bescheuert und Spatzenhirnig und angepaßt findest: Raus mit Dir. Runter „vom Sofa“!
Du brauchst ein, zwei Gegenüber die Dich Spiegeln und dich Loben und kritisieren, die Dir dankbar sind für Dein Dasein und Dich zwischendurch nicht verstehen und sich dann mit Dir zoffen. Das gehört absolut zum Leben dazu.
Der Unterschied zu früher, als Du Kind warst ist, daß Du jetzt die Freiheit hast, Dir die Menschen selber auszusuchen, mit denen Du zu tun haben willst. (Und wenn es ein Therapeut oder ´ne Therapeutin oder ne Gang oder ne Gruppe, die irgendwas abgfahrenes unternimmt ist. EGAL.)
DAS DILEMMA DES ERWACHSENWERDENS: DIE FREIHEIT!
Nik: Dir wird niemand mehr etwas vor die Nase setzen, ob Menschen oder Klamotten usw. Mammi u. Pappi sind zwar noch da, aber haben keinen direkten Einfluß mehr auf Dich, da Du Sinn und Unsinn inzwischen gut unterscheiden kannst und für Dich selber entscheiden willst. Gut, dann tu das aber auch (wenn Du magst, es wäre dran, gell?!)
bei der gelegenheit fällt mir auf,
dass Bildung sehr oft mit Intelligenz und Begabung
gleichgesetzt wird…
Ist ja oft auch so, oder? Schreib mir etwas Gegenteiliges. Ach so! Du meinst die Gefühlsebene, den EQ (Emotionaler Quotient, die Intuition, Imagination, Inspiration). Das soziale Engagement, das Einfühlungsvermögen, Empathie! Wenn Du diese Fähigkeiten und Eigenschaften meinst, hast Du natürlich recht: sie kommen in der unsrigen Gesellschaft zu kurz bei der Beurteilung von Menschen. Das ist richtig und hat mich lange wütend gemacht. Nützt aber nix!. Selber ausbilden und Dinge bewirken. Anders geht´s nicht. Und diese Menschen, die auch so leben wollen, findest Du inzwischen zu hunderten im Café, beim Sport, kulturellen Ereignissen usw. Oder, indem Du Dich sozial engagierst.
soso… eine lebensaufgabe… was hab ich dann noch zu tun ?
ich kenne mich… allein die tatsache, dass ich mich in
wenigem monaten so gut kennengelernt habe wie in den 17 jahren
davor nicht macht mich depressiv…
Na, aber: Herzlichen Glückwunsch! Und nun wirst Du größenwahnsinnig ob Deines Tempos und glaubst, da kann nichts mehr kommen… *grins*. Paß bloß auf, daß Du Dir nicht selber im Wege stehst, Du wirst Dich IMMER entwickeln, ob Du willst oder nicht, ob Du´s glaubst oder nicht. Nur: es wird nicht immer so schnell gehen. Und da Du vor einem Jahr wohl ein Michael Schumacher im Entwickeln der Persönlichkeit warst, mußt Du Dich nun eben mit Mikas Tempo oder das eines Anderern zufrieden geben.
leider kann ich nicht ändern was ich bin… was heiß leider… ich bin froh darüber…
es givbt mir soetwas wie stabilität… ich weiß was ich kann
und was ich nicht kann.
Es ist ein ganz großer Fehler der Menschen, sich selber genug zu sein. (Empfehlung: Lese mal PEER GYNT von H. IBSEN). Das Erkannte an Dir selber als endgültige Tatsache voranzustellen und starr zu werden (in dem Gedicht, wasa ich Dir geschrieben habe, kommt das gut zum Ausdruck: Aufgabe des Menschen, zieh es Dir rein, hier die Worte. Und wenn Du sie 30 mal liest, bist Du sie kapiert hast:
Und UMZUSCHAFFEN das GESCHAFFNE
Damit sich´s NICHT zum STARREN waffne
Wirkt ewiges LEBEND´GES TUN…
…Es soll sich REGEN schaffend HANDELN
Erst sich gestalten, dann VERWANDELN,
Nur scheinbar stehts Momente STILL.
Das Ew´ge regt sich fort in allem
den ALLES muß zu NICHTS zerfallen
wenn es im SEIN beharren will
Also: Handel, Verwandel => es scheint nur, als wenn Dein Leben manchmal still steht. Dein Wesenskern (und Karma) wirkt überall, wo Du Anstöße gegeben hast. Aber auch da muß Lebendigkeit drin bleiben. Das, was Du bis jetzt bewirkt und an Dir erkannt hast, muß wieder nichtig weren, unwichtig, Du mußt es loslassen (Dein Eigenlob über Deine Entwicklung im Gegensatz zu den Klassenkameraden muß sich in Dnakbarkeit und Selbstverständlichkeit wandeln, daß Du soweit bist, wie Du´s bist.
Es muß also zu NICHTS zerfallen. Es bleibt aber dadurch trotzdem in Dir. Und zwar als Sicherheit: Ich weiß, da ist etwas in mir, daß ich erkannt habe und auf das ich bauen kann. Loslassen.
Sonst wird das starr, sonst wirst Du starr, (und bist in 5 Jahren da, wo einige kopfwackelnden Greise sind: Das hab ich immer schon gesagt, es gibt nur DIESE meine MEinung und sonst keine usw.)
Werde/Bleib Tolerant Nikanoru!
hmm… leider kann ich an dieser stelle kein literarisch
wertvolles gedicht zum besten geben… dafür aber eine zeil
eaus einem songtext…
das leben ist ein wechselspiel
wie es auch die nacht, der tag
nach jedem mord, nach jeder pein
werden wunder dann vollbracht.
Richtig! Nur wenn Du durch den Schmerz, das Leid gehst, wirst Du wirklich erwachsen. Hast Du schon einmal echte Entwicklung erlebt, OHNE das ein Leid vorangegangen ist?? Gibts auch nicht.
(=> schon mal was zur Chaostheorie gelesen: Ordnung kann nur entstehen, wenn es vorher ein Durcheinander gab, oder??)
das einzige, was mir schwer zu schaffen macht, ist meine
einsamkeit.
Das verstehe ich. Kannst Du nicht irgendwann mal irgendwo hingehen, wo interessante Leute sind?? (siehe oben) (Ich würd Dich ja mal auf ne Tass Kaff einladen aber ich wohne in Baden-Württemberg an der Schweizer Grenze…)
ich sitze tag für tag vor dem rechner und mecker mich selbst
an, dass ich so einsam bin… dann versuche ich mich
aufzuraffen um was zu unternhemen… und denke an all die
peinlichen, oberflächlichen, farblosen kreaturen die sich
menschen nennen und da draußen warten und bleibe einfach
sitzen. die menschen die mir täglich in der schule begegnen
finde größtenteils einfach nur noch lächerlich. ich kann nicht
genau sagen warum.
Sei so gut (zu Dir) und finde mal raus, warum Du die alle so beknackt findest, ok?
vermutlich weil ich den eindruck habe, dass niemand üüber das
nachdenkt was er tut oder was er will. klar haben die meisten
eine klare vorstellung davon was sie später mal machen
wollen… (abitur ------> bundeswehr/zivildienst
--------> polizei (Oh no !) studieren, berufssoldat, etc
etc etc.)… diese planung schien mir früher immer sehr
vorraussehend.
Bei diesen Menschen scheint Dir die Spontanäität zu fehlen, die Tiefe, das Originelle, das Unbeschränkte. Weißt Du, daß es ebenfalls folgendes Prinzip gibt:
Was mich bei anderen Menschen ankotzt, ist Die dunkle Seite meiner eigenen Persönlichkeit, die ich noch nicht angenommen habe. Du würdest Dich hassen, wenn Du zugeben müsstest, daß Du auch eigentlich gerne einen Plan hättest, wie Du Dein Leben gestalten könntest. Aber Dein Intellekt sagt Dir, das ist bull-shit, weil alle so von Freiheit und individuellem Weg usw. reden und Du den Sinn darin erkannt hast. Tja. Nun. Da mußt Du Durch. Ein anderes Patentrezept gibt es nicht. Sorry!!! (Ich scheitere auch gerade daran. Schau mal im Brett „Psychologie“ die Diskussion zur „Motivation“ an)
heute frage ich mich was dieses ganze getue soll… was will
ich ?
mein leben so leben, dass ich jederzeit etwas anderes tun
könnte, ohne dafür alles bisher erreichte über den haufen
werfen zu müssen, eine frau finden mit der ich glücklich
werden kann und zuletzt mit der gewissheit sterben, dass es
mein leben war, dass ich gelebt habe… und nicht das leben
eines x-beliebigen… vielleicht wäre ich sogar in dem
augenblick in dem es vorbei ist glücklich…
aber wie soll ich das erreichen, wenn ich mich selbst daran
hindere ?
ich entdecke von tag zu tag immer mehr widerspüche in mir, die
ich zwar akzeptieren kann, da ich keine möglichkeit sehe meine
persönlichkeit von mir aus zu ändern, aber weiß nicht ob ich
damit auf lange sicht gesehen klarkommen werde.
ich führe gedankliche diskussinen mit mir selbst und versuche
so eine lösung zu finden… aber es klappt nicht. ich bin mir
nichtmal sicher, ob dieses problem eine lösung verlangt.
Ja, es verlangt eine Lösung. Du weißt, wie Du sonst enden wirst, nicht wahr?
zum Thema Drogen:
gelegentlich gebrauche ich drogen. allerdings denke ich dass
zwischen drogen ge- und missbrauch eine schmale, wenn auch
deutliche grenze existiert, die ich niemals überschreiten
werde.
Schon gut, habe auch alles ausprobiert.
nunja… etwas wirr der gedankengang… ich wäre dankbar für
erneute reaktionen… insbesondere von bettina… deine antwort
fand ich sehr interessant.
nundenn… ich tauche nun ab in mein einsames bett und damit
iin das land der träume.
Dann wünsche ich Dir wirklich mal wieder schöne Träume und ne göttliche Eingebung, falls Dir mein Kram hier nicht zusagt.
Liebe Grüße von Bettina