Sorry, ich stelle das jetzt einfach mal so platt in den Raum, mit fehlen die Einzelheiten. Aber unumstritten ist: Die Besatzung des B29 Bombers, die ihre Fracht über Hiroshima abwarf, wurde verrückt.
Mir ist nicht klar, wie das passieren kann.
Sie waren motiviert, hatten den Befehl des Präsidenten und trugen die Verantwortung dafür, daß der Job gemacht wurde. Keiner von denen kam an einem beschissenen Morgen auf die Idee, eine Stadt in die Luft zu jagen.
Sie sind nicht schuldig im Sinne der Anklage auf Massenmord.
Es waren mit Sicherheit sorgfältig ausgewählte Männer, die speziell auf die Aufgabe vorbereitet wurden.
Was ist dann in den Köpfen passiert?
Warum bin ich mir so sicher, daß es mir nicht passieren kann?
meiner meinung nach geht es da nur um einen Glaubenssatz.
wer innerhalb seines lebens zu der überzeugung gekommen ist,das "alles was geschiht ist richtig so " der steht da drüber und hat keine Problem damit.
Allerdings greift das schon ein wenig in die Esoterik.
jeder von und hat doch schon dinge getan die falsch waren. und jeder hat daraus gelernt, und jeder hat davon auch anderen erzählt…
schwere Frage, aber sehr interessant. Ich wußte nicht, daß die Besatzung verrückt wurde. (Die ganze Besatzung, wieviele waren es. Was hatten sie für Symptome?. Ist das vielleicht ein Mythos?) Eine bessere Antwort als „42“ habe ich leider auch nicht…
Was mir spontan eingefallen ist, daß manche Pyramidenforscher nach Entdeckung einer Mumie/eines Schatzes verückt geworden seien bzw. gestorben sind. Auf jeden Fall haben sie ein Tabu gebrochen. Die Bomberbesatzung auch. Sie waren die ersten, die soetwas taten. Und sie konnten im Grunde niemanden mehr unter die Augen treten. Sie waren schuldig an Millionen Toten, Verletzten, unvorstellbarem Leid. Von so großem Umfang, daß es wohl nicht mehr zu verdrängen ist und sozusagen dauerpräsent. Um das aus dem Kopf zu bekommen muß man vielleicht die Ebene bzw. die Realität wechseln.
Eine laienartige Erklärung, aber vielleicht gibt sie dir Anregung.
Grüße
Christian
der hass von tausenden menschen! das muß doch verrückt machen wenn man nicht damit umgehen kann. denk dran wie es war als du gehasst worden bist. wie war dein gefühl da? und das nimm mal eine million!
… unumstritten ist: Die
Besatzung des B29 Bombers, die ihre Fracht über Hiroshima
abwarf, wurde verrückt.
Woher weißt Du das? Auf die Schnelle habe ich nur diese Seite gefunden: http://home.att.net/~sallyann4/tom-ferebee.html
Hier jedenfalls deutet nichts auf Wahnsinn hin, ich lasse mich aber gern durch glaubwuerdige Quellen ueberzeugen.
drambeldier finde ich übrigend herrlich. Als alter Vogtländer gehöre ich wohl zu den wenigen, die das „akzentfrei“ aussprechen können.
Ich kann Dir keine Quelle nennen. Neben dem, was ich „immer mal wieder“ darüber hörte, erinnere ich mich an mindestens zwei Artikel, die vor zig Jahren erschienen. Einmal war es der STERN, das andere Mal - vielleicht - P.M.
Jedenfalls endete es auch mit Suizid.
„Verrückt“ ist halt nicht unbedingt der der präzise Ausdruck.
Es wird immer komischer …
… vielleicht bin ich ja bekloppt, aber was ich so finde, deutet keineswegs darauf hin, dass irgend jemand wegen der Beteiligung an dem Bombenabwurf seelische Schäden erlitten hätte. Hier der Lebenslauf eines Soldaten, der den Bombenabwurf auf Nagasaki als Wissenschaftlers aus einem Begleitflugzeug beobachtet hat:
Anbei meine Meinung zu dem Thema (ich bin kein Fachmann): Der Mensch ist ein Meister im Verdrängen. Wer setzt sich denn schon mit Schuld auseinander? Wer nimmt denn Verantwortung auf sich, solange er Ausreden findet? Wenn Schuld der Seele schaden würde, müssten wohl X Prozent (X ist beliebig) aller Menschen dem Wahnsinn anheimgefallen sein.
Was in den Köpfen passiert…
… das ist kaum nachzuvollziehen.
Jacob Beser (flew both missions to Hiroshima and Nagasaki) im Jahre 1988: „I, for one, to this day cannot forget the impression the Japanese made on me as a youth and at Pearl Harbor and Bataan and Shanghai. I felt then as I do today, in the context of 1945, that the Japanese, like the Germans, earned everything they received.“
Colonel Paul Tibbets, der Pilot, scheint keine „Störungen“ entwickelt zu haben.
Die Story von der „Durchgeknallten Besatzung“ ist somit in das Reich der Legenden zu verweisen, die auf den copiloten, Major Claude Eatherly, zurückgeführt werden können.
Claude Eatherly flog eine Stunde vor der Enola Gay, um zu prüfen, ob die Sicht für einen Bombenabwurf ausreichen würde. Es scheint kein Dokument zu geben, das eine seelische Erkrankung belegt. 1999 hat ein 20-jähriger Student begonnen, der Geschichte nachzuspüren, ohne auf handfeste Details zu stoßen: http://www.news.harvard.edu/gazette/1999/02.18/eathe…
Ein etwas anderes Licht auf die Sache wirft dieser Auszug aus einer Buchbesprechung: ("http://www.heureka.clara.net/books/war.htm"):
„Claude Eatherly commanded the path-finder aircraft that lit the way for the bombing of Hiroshima, who gave the order ‚Bomb primary‘. When the aircrews returned Claude Eatherly did not take part in the celebrations, he did not want to be a hero. Later he embarked on a career of crime, it was the only way he could be punished for the guilt he carried. Later he denounced the US use of atomic weapons and spoke at public rallies. He was immediately, with the connivance of his family, certified as insane (just like the Soviet system, if you don’t agree with the system you must be mad) and locked away. The only ones who understood were his Japanese victims, who saw him as a victim too, he received little sympathy in the US. Ironically he died of cancer.“