Hi, Marina!
Hallo, Bettina
Danke erstmal für Ihre Antworten.
Sie wollten wissen und schrieben , warum mich die Mutter von
meinen Freund wieder loshaben will ....
Wir Duzen uns, okay?... ;-))(Bin auch "erst" 34 J.)
Ich kann mir nur vorstellen, dass mein Freund ihr alles von
mir erzählt. Neulich Sonntagabend hatte ich Depressionen (das
sagt mein Freund, das ich Depressionen habe). Mein Freund kam
Montagfrüh vom seiner Firma nach Hause (so spät, weil er
gerade umzieht mit der Firma). Er hat mir Vorwürfe gemacht
gemacht, weil ich ihm Sonntagnachmittags bloßgestellt habe,
vor seinen Freunden, und seiner Mutter. Ich schrie ihm an, er
war ganz cool aber schon bishen gereizt.
Eigentlich sah ich das gar nicht so schlimm, nur er sieht das,
und seine Mutter wieder alles viel schlimmer als es ist.
Also: Hast Du tatsächlich doch noch "Power", Marina: Du wehrst Dich, in dem Du Deinem Ärger Ausdruck verleihst. Das ist die "normale" Reaktion.
Mich beschleicht so langsam das Gefühl, daß Dein Freund Dich bezüglich "Depressionen", die er immer bei Dir "sehen" würde, krank reden will. Wenn er Dir ständig einredet, daß Du Depressionen hast (er ist doch sicher kein Psychologe oder Arzt oder sonst irgendwie in der Lage, echte Depressionen zu diagnostizieren, gell? Woher auch!), dann ARBEITET ER DAMIT VON SICH WEG.
Das heißt: er merkt, daß bei ihm selber der "Hase schief läuft", daß er voller Probleme steckt. Es ist ihm nur nich bewußt (nehme ich an!!), weil er sich SELBER sonst VERÄNDERN müsste.
Du schreibst ja weiter unten, was mit ihm los ist: Mit 37 Jahren immer noch keine Ablösung von der Frau Mama vollzogen, Telefonate am laufenden Band mit Mama. Geheimnisse oder Intimitäten, die er mit Dir hat, bespricht er mit Frau Mama....Also bitte! (((Frage am Rande: Liebst Du ihn noch oder bist Du in einer abhängigen Position, einmal durch die Tatsache, daß Du bei ihm die Lehre absolvierst... und vielleicht, weil Du nich allein sein möchtest/kannst und bleibst deswegen bei ihm?).
Der Herr, Dein Freund, steckt also selber voller Probleme und macht eine klassische Pojektion dieser auf Deine Gefühle, in dem er Dich pathologisiert (also Dir einredet, Du seist "krank" oder "nicht normal").
Jedesmal wenn er meinte ich hätte meine
Depressionen muß er wieder seiner Mutter alles erzählen wie
schlecht es ihm geht, und wie schlimm und krank ich bin.
Das würde ich mir ABSOLUT VERBITTEN! Und wenn er das nicht unterläßt, solltest Du die Konsequenzen daraus ziehen!
Seinen Freund musste er auch erzählen das ich Depressionen
habe. Sein Freund Bernd wollte nicht, dass ich das erfahre.
Am Montagfrüh bei dem Streit sagte mein Freund, jemand hat
gesagt, warum er eigentlich noch mit mit zusammenlebt? Ich
kriegte erstmal kein Wort raus und rannte heulend raus aus dem
Schlafzimmer.
Das spricht ja wohl eindeutig für sich! Das hast Du und NIEMAND sonst auf der Welt sich bieten zu lassen, Marina! Übrigens: Daß Du hier weinst ist völlig normal und hat nichts mit einer depressiven Situation an sich zu tun.
Wie ich langsam mitkriege kann mein Freund sich nicht
Streiten. Seine Mutter hatte nie einen Mann, sie hatte ihm
alleine erzogen, wahrscheinlich sagte sie ihm auch, sei lieb
und Streite nie, das gehört sich nicht für einen braven
Jungen.
Er ist ein noch totales Mamakind, jedesmal wenn Sie anruft bei
uns, und ihm vollquatscht, sagte er immer nur; JA, JA, JA, ich
komme nicht so spät in die Firma. Sie manipuliert ihm richtig,
und er hört immer auf sie. Das kann doch nicht normal sein?
Oder?- Mein Freund ist 37 Jahre.
NEIN, ES IST AUCH NICHT NORMAL. Aber was Dein "Freund" hat, weiß ich auch nicht. Ich kann aus dem, was Du hier schreibst nur erkennen, daß er das Problem hat, welches er Dir ständig einreden möchte.
Können Sie mir Bitte sagen, was eigentlich Depressionen sind?
Lt. dem ICD-10 (Klassifikationssystem der WHO) ist die Depressionen eine affektive Störung, die sich in 5 Hauptformen mit 46 näher benannten Unterformen äußern kann. (Ich nenne sie nicht, das ist nämlich langweilig ;-)!)
Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, nicht nur in der Klinik und Praxis des Psychiaters, sondern auch - oft verkannt - der des Allgemeinmediziners und Internisten. (Ich habe vor kurzen einen Psychiatriebericht gelesen. Dort hieß es, in den nächsten 20 Jahren wird erwartet, daß die Depression die am häufigsten diagnostizierte Krankheit sein wird. Wie gesagt: nicht nur beim Psychiater. Und das weltweit!!!) <= Leider weiß ich die Quelle nicht mehr :-((.
Fakt ist, daß jeder 3. Bürger einmal im Leben an einer depresiven Störung erkrankt. Frauen erkranken häufiger als Männer (7:3).
Depressive Syndrome werden immer durch eine Vielzahl von Faktoren, die in der ANLAGE ( = genetisch, konsitutionell oder/und biochemisch) des Betroffenen Menschen und deren Umwelt ( = ÄUßERE EINFLÜSSE) zu suchen sind, verursacht.
Ausgelöst werden kann eine Depression durch:
a. den endogenen Faktor: (genetische und physiologische Prädispositionen)
b. den somatischen Faktor: aktuelle oder chronische körperliche od. seelische Erkrankungen, depressionsauslösende Medikamente, chronische Schmerzen etc.
c. Entwicklungsfaktor: ängstlicher überfürsorglicher Erziehungsstil, unzureichend verarbeitete Verlusterlebnisse, andere Seelische Erkrankungen ín der Familie, Persönlichkeitsstörungen, Störungen der kogniiven Entwicklung.
d. reaktiver Faktor: aktuelle Verluste, starke Orientierung auf wenige Bezugspersonen, lebenszyklische Krisen, (chronische) Erkrankungen, ungelöste soziale Konflikte.
Puh....Und das sind nur die "Oberbegriffe"...
Wichtig: Depressive Syndrome sind keine "Geisteskrankheiten", sondern Ausdruck eines Gemütsleidens, welches in der Regel die Persönlichkeit nicht nachhaltig verändert (Persönlichkeit ist hier bitte nicht alltagspsychologisch zu verstehen, sondern empirisch (wissenschaftlich). Natürlich verändert eine Depression od. depressive Episode den Menschen während dieser Phase. Jedoch hat er dadurch in diesem Sinne keine "gestörte" Persönlichkeit.
Eine Depression äußert sich durch ein übergreifendes Gefühl von Traurigkeit und Bedrücktheit, die über das normale Gefühl von Traurigkeit eines "gesunden" Menschen hinausgehen. Desweiteren durch Herabsetzung der Aktivität und Tatkraft, Freudlosigkeit, Antriebsverminderung und Interessenverlust.
Angst, motorische Unruhe, Reizbarkeit, exessiver Alkoholgenuß, hysterisches Verhalten, phobische, zwanghafte und hypochondrische (sich Krankheiten einbildende) Symptome gehören ebenfalls zu dem Bild.
Aber, wenn eine Depression diagnostiziert wird, müssen eben bestimmte Faktoren vorliegen, die ich hier nicht ausführe (geht einfach zu weit....*g*). Das obige sollte helfen, eine Depression etwas deutlicher Begreifen zu können im Sinne von "worum gehts da eigentlich erstmal".
Vielleicht wäre noch folgendes wichtig. Eine Depression macht sich so "bemerkbar":
Ein- und Durchschlafstörungen, Morgen- oder Abendtief, Gefühl der Fühllosigkeit, STimmungswechsel, SChuldthematik und Selbstanklage, Melancholie, scheinbares "Fehlen" von sichtbaren Auslösern, Wahn, neurotische Symptome (Ich-Schwäche, Angst) Konfliktfelder, biographische Auffälligkeiten. (Mix aus endogenen und psychogenen Depressionen!)
Und warum sich mein Freund nicht richtig Streiten kann?
Warum Dein Freund dazu nicht in der Lage ist, weiß ich nicht. Ich kann nur zweierlei vermuten: entweder bist Du es ihm nicht mehr Wert, daß er sich mit Dir auseinandersetzt (??!!!!) oder er hat es nicht gelernt, kann es einfach nicht (sollte das dann aber über sich wissen und sich seiner Unfähigkeit diesbezüglich bewußt werden).
Eigentlich wollte ich schon immer mit jemanden darüber
sprechen über das Thema, aber leider habe ich keinen.
Das ist eine prima Idee: gehe zu einem Therapeuten (Psychiater od. Psychologen), suche, bis Du einen/eine richtig nette(n) gefunden hast. Die Krankenkasse zahlt. Das ist kein Problem! Und wenn Du Dich "schämen" solltest, daß Du einen Therapeuten brauchst: Jeder hat einen Therapeuten. Nur die einen Bezahlen eben dafür, die anderen nicht. :-) (Ehrlich, heute ist es eher unnormal, KEINEN Therapeuten zu haben. Du wärest sozusgen "in").
Ich danke für Ihre Antworten
Marina
Bitte gern geschehen. Alles Liebe und viel Kraft von mir für Dich!
Bettina