Bei Urlaubspflege Pflanzen kaputt

Hi,

sicherlich ist das von Euch vielen bekannt, daß wenn man in Urlaub fährt, z.B. die Pflanzen in Obhut eine Nachbarn, Freundes, Bekannten… gibt. So tat ich dies auch. Nach meiner Rückkehr plante ich einen längeren Auslandsaufenthalt und besprach mit dem Pfleger meiner Pflanzen, diese bei ihm für ein paar Monate lassen zu können.

Zwischenzeitlich fragt er mal zwar nach, ob ich die Pflanzen wieder haben wolle. Auch erwähnte er einerseits, daß manche Pflanzen kaputt gegangen seien bzw. viele Blätter verloren hätten. Doch als ich konkret nachfragte, verneinte er stets, den Pflanzen ginge es sehr gut, er habe sie sogar umgetopft und was ich für tolle riesig gewachsenen Pflanzen zurückbekommen sollte. Ich habe ihn sicherlich mehrfach gefragt, ob es den Pflanzen wirklich gut ginge, einfach aufgrund seiner immer wieder kehrenden Andeutungen…

Als ich mal beiläufig auf die Pflanzen zu sprechen kam, stellte sich raus, daß ein neuer Baum für 200,-- DM nur noch 9 Blätter haben sollte. Ich war geschockt. Sofort wollte ich meine Pflanzen wieder haben, doch das sollte noch ca. 3 - 4 Wochen dauern, bis ich die letzten vertrockneten Zweige vor die Tür gestellt bekam.

Als wir später drüber sprachen, meinte er, er hätte von mir schwach gefunden, daß ich nicht einfach gesagt habe, egal wie die Pflanzen aussehen, er solle sie vorbeibringen und dann schauen wir, was man am besten draus machen kann. Er wollte sie nicht zurückbringen, weil er hatte immer noch gehofft, sie würden sich erholen. Er meinte, in meiner Stimme hätte Wut gelegen, hätte ich nach den Pflanzen mich erkundigt.

Mag sein, daß in meiner Stimme auch mal Wut bzw. Angst lag, doch meines Erachtens sicherlich nicht nur. Ich für meinen Teil konnte nicht nachvollziehen, wie jemand ca. über 30 Pflanzen nahezu alle kaputt gehen lassen kann, mir dann einen Topf Papyrus ohne Papyrus bringt und meint, der wird schon wieder, er kenne sich mit Pflanzen halt nicht so aus bzw. mir einen vertrockneten Baum hinstellt und meint, der treibe gerade viele Blätter…

Er nahm die vertrockneten Pflanzen wieder mit sich nach Hause und versucht sie angeblich zum Wachsen zu bringen. Soviel „Magisches Denken“?

Sicherlich waren wir beide konfliktscheu. Ich wollte wohl anhand seiner Andeutungen nicht glauben, daß er die Pflege entweder nicht so ernst nahm bzw. damit schlichtweg überfordert war und er hatte wohl Angst vor meinem Ärger bzw. wollte ja „gut“ sein. Dies ging leider zu Lasten von vielen Pflanzen.

Als ich ein paar Leuten die Erfahrung erzählte, schockierte mich etwas deren Reaktion, die meinten, ich solle den Kontakt zu diesem Menschen abbrechen. Nun, das mag meines Erachtens der einfachste Weg sein, doch sicherlich nicht der Beste. Jeder ist auch mal ein Arschloch bzw. jeder macht Fehler. Sicherlich mangelt es hier an einer gewissen Reife. Natürlich ist hier ein Unterschied, ob mal etwas spontan aus der Situation heraus geschieht oder ob sich etwas - so wie hier - über Monate entwickelt. Sicherlich wird sich mein Kontakt zu diesem Menschen auch etwas verändern bzw. ich habe ihn nun eben auch auf eine Weise kennengelernt, wo ich etwas Abstand suche.

Nun habe ich für hunderte von Mark Pflanzen verloren. Teils hing ich an manchen Pflanzen sehr, da sie teils Geschenke waren bzw. mit bestimmten Ereignissen, z.B. erste eigene Wohnung, zusammenhingen. Manche Pflanzen hatte ich schon 14 Jahre. Ich fühle mich momentan um ein Stück meines Lebens beraubt.

Meinen Ärger drückte ich in einen Gespräch mit ihm aus, wonach es mir auch besser ging. Davor war ich maßlos verspannt. Dennoch merke ich, mir fehlt was… Ich kann das nicht so genau benennen, doch ein (wesentlicher) Teil scheint zu sein, daß er, sobald ich Frust bezüglich Pflanzen zeige bzw. äußere, er sofort sich zurückzieht. Das kommt bei mir so an, als würde er sagen, ich habe zwar einen Fehler gemacht, aber nun gut, und wenn Du hier knatschig ein Gesicht ziehst, dann ziehe ich mich solange zurück, bis Du wieder gut drauf bist. Das kann ich bedingt verstehen und gleichzeitig fühle ich mich auch von ihm (aus meiner Sicht verständlicherweise) im Stich gelassen. Denn die Trauer wird halt noch eine Weile, ein paar Wochen oder Monate dauern. Mag sein, daß ich sogar in Jahren immer wieder mal mit einem traurigen Gefühl an diese Situation denken werde. So bin ich nun mal. Und das ist okay für mich. Damit kritisiere ich ihn ja nicht mehr.

Ich wünsche mir, daß er mich in der Situation in der ich momentan bin, traurig und auch noch ärgerlich, auch aushält. Hier geht es mir darum, daß er auch aushalten kann was er durch sein Fehlverhalten ausgelöst hat. Hier geht es nicht um Tadelung, sondern daß er nun auch die Konsequenzen ertragen bzw. erfühlen können sollte. Überdies vermittelt mir sein Rückzug das Gefühl mangelnder Verantwortung.

Wie würdet Ihr in solch einer Situation reagieren?

Ciao,
Romana (gehe jetzt ins Brett Pflanzen und kümmere mich um neue Pflanzen)

Du selbst hast geglaubt das er sich um deine Pflanzen kümmern kann.
Du selbst hast sie ihm daraufhin gegeben.
Du selbst hast nun feststellen müssen das DEIN Glaube eine Illusion war!

Sag ihm danke!
danke dafür, das er dir gezeigt hat das du selbst der beste
Pflanzenzüchter bist.
und verzeihe DIR SELBST diesen Irrtum!

deine erwartungen in ihn hat er nicht erfüllt. Sie waren einfach viel zu hoch! Deine Schuld!

er bemühte sich dennoch alles zu retten. bis zum letzten!
sag ihm danke dafür! Nimm ihn in den Arm!

und kauf dir neue Blumen.

nashino

Hi Romana,

Zwischenzeitlich fragt er mal zwar nach, ob ich die Pflanzen
wieder haben wolle. Auch erwähnte er einerseits, daß manche
Pflanzen kaputt gegangen seien bzw. viele Blätter verloren
hätten. Doch als ich konkret nachfragte, verneinte er stets,
den Pflanzen ginge es sehr gut, er habe sie sogar umgetopft
und was ich für tolle riesig gewachsenen Pflanzen
zurückbekommen sollte. Ich habe ihn sicherlich mehrfach
gefragt, ob es den Pflanzen wirklich gut ginge, einfach
aufgrund seiner immer wieder kehrenden Andeutungen…

Du hast aus Liebe zu den Pflanzen nachgebohrt, da hat seine Konfliktscheuheit seine Wahrheitsliebe übertroffen.
Vielleicht lag das ja auch an deinem Ton: actio=reactio

Als ich mal beiläufig auf die Pflanzen zu sprechen kam,
stellte sich raus, daß ein neuer Baum für 200,-- DM nur noch 9
Blätter haben sollte. Ich war geschockt. Sofort wollte ich
meine Pflanzen wieder haben, doch das sollte noch ca. 3 - 4
Wochen dauern, bis ich die letzten vertrockneten Zweige vor
die Tür gestellt bekam.

Wer gibt schon gerne zu versagt zu haben. Da er deine Nachfragen bzw. deine Reaktion auf seine Offenbarungen noch im Ohr hatte, war die Motivation natürlich gering, das schnell durchzuziehen.

Als wir später drüber sprachen, meinte er, er hätte von mir
schwach gefunden, daß ich nicht einfach gesagt habe, egal wie
die Pflanzen aussehen, er solle sie vorbeibringen und dann
schauen wir, was man am besten draus machen kann.

Passt zu meiner obigen Ausführung.

Er wollte
sie nicht zurückbringen, weil er hatte immer noch gehofft, sie
würden sich erholen. Er meinte, in meiner Stimme hätte Wut
gelegen, hätte ich nach den Pflanzen mich erkundigt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mag sein, daß in meiner Stimme auch mal Wut bzw. Angst lag,
doch meines Erachtens sicherlich nicht nur. Ich für meinen
Teil konnte nicht nachvollziehen, wie jemand ca. über 30
Pflanzen nahezu alle kaputt gehen lassen kann, mir dann einen
Topf Papyrus ohne Papyrus bringt und meint, der wird schon
wieder, er kenne sich mit Pflanzen halt nicht so aus bzw. mir
einen vertrockneten Baum hinstellt und meint, der treibe
gerade viele Blätter…

Das bring ich auch fertig, deswegen versorgt meine Freundin die Blumen.

Er nahm die vertrockneten Pflanzen wieder mit sich nach Hause
und versucht sie angeblich zum Wachsen zu bringen. Soviel
„Magisches Denken“?

Sicherlich waren wir beide konfliktscheu. Ich wollte wohl
anhand seiner Andeutungen nicht glauben, daß er die Pflege
entweder nicht so ernst nahm bzw. damit schlichtweg
überfordert war und er hatte wohl Angst vor meinem Ärger bzw.
wollte ja „gut“ sein. Dies ging leider zu Lasten von vielen
Pflanzen.

richtige Analyse

Als ich ein paar Leuten die Erfahrung erzählte, schockierte
mich etwas deren Reaktion, die meinten, ich solle den Kontakt
zu diesem Menschen abbrechen. Nun, das mag meines Erachtens
der einfachste Weg sein, doch sicherlich nicht der Beste.
Jeder ist auch mal ein Arschloch bzw. jeder macht Fehler.
Sicherlich mangelt es hier an einer gewissen Reife. Natürlich
ist hier ein Unterschied, ob mal etwas spontan aus der
Situation heraus geschieht oder ob sich etwas - so wie hier -
über Monate entwickelt. Sicherlich wird sich mein Kontakt zu
diesem Menschen auch etwas verändern bzw. ich habe ihn nun
eben auch auf eine Weise kennengelernt, wo ich etwas Abstand
suche.

Nun habe ich für hunderte von Mark Pflanzen verloren. Teils
hing ich an manchen Pflanzen sehr, da sie teils Geschenke
waren bzw. mit bestimmten Ereignissen, z.B. erste eigene
Wohnung, zusammenhingen. Manche Pflanzen hatte ich schon 14
Jahre. Ich fühle mich momentan um ein Stück meines Lebens
beraubt.

Meinen Ärger drückte ich in einen Gespräch mit ihm aus, wonach
es mir auch besser ging. Davor war ich maßlos verspannt.
Dennoch merke ich, mir fehlt was… Ich kann das nicht so
genau benennen, doch ein (wesentlicher) Teil scheint zu sein,
daß er, sobald ich Frust bezüglich Pflanzen zeige bzw. äußere,
er sofort sich zurückzieht. Das kommt bei mir so an, als würde
er sagen, ich habe zwar einen Fehler gemacht, aber nun gut,
und wenn Du hier knatschig ein Gesicht ziehst, dann ziehe ich
mich solange zurück, bis Du wieder gut drauf bist. Das kann
ich bedingt verstehen und gleichzeitig fühle ich mich auch von
ihm (aus meiner Sicht verständlicherweise) im Stich gelassen.
Denn die Trauer wird halt noch eine Weile, ein paar Wochen
oder Monate dauern. Mag sein, daß ich sogar in Jahren immer
wieder mal mit einem traurigen Gefühl an diese Situation
denken werde. So bin ich nun mal. Und das ist okay für mich.

Ich wünsche mir, daß er mich in der Situation in der ich
momentan bin, traurig und auch noch ärgerlich, auch aushält.
Hier geht es mir darum, daß er auch aushalten kann was er
durch sein Fehlverhalten ausgelöst hat. Hier geht es nicht um
Tadelung, sondern daß er nun auch die Konsequenzen ertragen
bzw. erfühlen können sollte. Überdies vermittelt mir sein
Rückzug das Gefühl mangelnder Verantwortung.

Es kommt darauf an wie, die Gespräche über die verlorenen Pflanzen verlaufen. Es gibt Situationen, wo es besser ist sich zurückzuziehen als das die Sache eskaliert. Vielleicht ist dieser Rückzug auch ein Ausdruck seiner Schuldgefühle ?

Wie würdet Ihr in solch einer Situation reagieren?

Auf neutralem Boden sich mal aussprechen. Nicht mit den Vorwürfen anfangen, sondern mit Selbstkritik ('Hab dich in letzten x Monaten nicht so tollbehandelt, weil mir das mit den Pflanzen an den Nieren gegangen ist.) Vielleicht erzählt er dann wie es bei ihm rübergekommen ist. Und der Satz, das du den Kontakt mit ihm halten moechtest, auch wenn er kein Gärtner ist.

Tschuess Marco.

Romana (gehe jetzt ins Brett Pflanzen und kümmere mich um neue
Pflanzen)

Falls Du in DD/Umgebung wohnst, melde dich mal bei mir. Meine Schwiegermutter will ihre Pflanzengarde reduzieren.

Hallo Romana,

in solch einer Situation ärgert man sich am meisten über seine eigene Fehleinschätzung.

Spontan würde ich sagen: 30 Pflanzen sind aufeinmal viel zu viele für eine pflegende Person. Ich kenne niemand, der soviel Platz zusätzlich hat, dass er soviele Fremdpflanzen aufnehmen könnte. Deshalb werden sie an ungünstigen Plätzen, möglicherweise dicht an dicht gestanden haben, Lichtmangel, Durchzug, falsche Pflege lassen Blätter abfallen…

Es sieht fast so auf, als hätte der junge Mann nicht „nein“ sagen können, obwohl er von der Situation überfordert war. Wusste er überhaupt, was auf ihn zukommt, und hast du ihm die Entscheidung dazu überlassen? Ich denke mal, du kannst ihm keinen Vorwurf machen, dass er nicht den richtigen Platz hat und vielleicht auch von Pflanzen nicht viel versteht, dafür kann er nichts!
Das Malheur scheint ihm immerhin auch sehr peinlich zu sein.

Die Überlebenschancen von Pflegepflanzen erhöhen sich, wenn sie in der eigenen Wohnung am angestammten Platz bleiben können, wo man zu einzelnen Pflanzen Zettelchen dazuzulegen kann, wo spezielle Dinge vermerkt werden: z. B. nur von unten gießen, viel gießen, sparsam gießen, usw. Das geht natürlich nur, wenn die Rolläden nicht ganz runter gelassen werden.
Auch dann ist die Faustregel für 14 Tage Fremdpflege pro Wohnung: 1-2 Pflanzen müssen immer dran glauben!

Muss man die Pflanzen an Bekannte verteilen, geht das oft nur in kleinen Zahlen und die Leute müssen es wirklich gern machen und die Bedürfnisse der Pflanzen kennen (evt. Zettel).

Sieh es als eine weitere, wenn auch schmerzhafte, Erfahrung an, aus der du lernst.
Trauere eine Weile, grüble nicht weiter darüber nach, wenn du weißt, was du beim nächsten Mal besser machst - und vor allem sei gnädig mit dem armen, überforderten Pflanzenhüter :smile:

Viele Grüße, Renate

Hallo Romana,

Hi Renate,

in solch einer Situation ärgert man sich am meisten über seine
eigene Fehleinschätzung.

Kann ich nicht sagen, ärgere mich über ihn und mich, habe allerdings noch keine Prozentrechnung gemacht. :smile:

Spontan würde ich sagen: 30 Pflanzen sind aufeinmal viel zu
viele für eine pflegende Person.

Es waren 19 teils große Pflanzen, er kannte sie, der Rest war in Töpfen und Bechern angesetzt, u.a. auch eine seltene Pflanze.

Ich kenne niemand, der soviel

Platz zusätzlich hat, dass er soviele Fremdpflanzen aufnehmen
könnte.

Er schon. Er hat es angeblich sogar genossen und sich daraufhin selbst auch Pflanzen erstmals gekauft.

Deshalb werden sie an ungünstigen Plätzen,

möglicherweise dicht an dicht gestanden haben, Lichtmangel,
Durchzug, falsche Pflege lassen Blätter abfallen…

Den Eindruck hatte ich alledings auch, denn ein Papyrus hatte es halbwegs überlebt, indes vom anderen nur noch Wurzelwerk und ein paar Halme in Topf waren. Und dann die Aussage: „Ich kenne mich nicht so aus. Er sieht ja etwas trocken aus, doch der wird schon wieder werden.“ Da war nur nichts mehr, was hätte werden können.

Es sieht fast so auf, als hätte der junge Mann nicht „nein“
sagen können, obwohl er von der Situation überfordert war.

Ja, das sehe ich auch so. Als ich ihm sagte, er sei überfordert gewesen, ging er etwas in die Luft. Er kann Aggressionen nicht zeigen. „Überfordert sein“ empfindet er als etwas sehr Beleidigendes, wobei ich denke, er kennt nicht so die wahre Bedeutung und eine Erklärung meinerseits blockte er ab, reagiert hier nur verletzt.

Wusste er überhaupt, was auf ihn zukommt, und hast du ihm die
Entscheidung dazu überlassen?

Ja.

Ich denke mal, du kannst ihm

keinen Vorwurf machen, dass er nicht den richtigen Platz hat
und vielleicht auch von Pflanzen nicht viel versteht, dafür
kann er nichts!
Das Malheur scheint ihm immerhin auch sehr peinlich zu sein.

Was heißt, keinen Vorwurf machen dürfen? Ich war / bin verärgert, verletzt, traurig und aus meiner Sicht sind diese Gefühle durchaus okay. Er hat den Platz und wenn er nicht viel von Pflanzen versteht, hätte er die Pflege nicht übernehmen dürfen bzw. dann nach dem Urlaub sie sofort zurückgeben sollen. Stattdessen, obwohl er ja einerseits wahrnahm, daß es mit den Pflanzen immer mehr bergab ging, er aber ein freundlicher, lieber, guter, braver Junge sein wollte (diese Entscheidung ist für mich einfach nicht erwachsen), hat er die Pflanzen hoffnungsvoll behalten. Ich plante ja einen längeren Auslandsaufenthalt. Sicherlich hätte ich auch mehr auf die gelegentlichen Andeutungen hören müssen. Doch jedesmal wenn ich nachfragte, verneinte er, es sei alles in Ordnung und tat so als würde ich den Botanischen Garten zurückbekommen.

Die Überlebenschancen von Pflegepflanzen erhöhen sich, wenn
sie in der eigenen Wohnung am angestammten Platz bleiben
können, wo man zu einzelnen Pflanzen Zettelchen dazuzulegen
kann, wo spezielle Dinge vermerkt werden: z. B. nur von unten
gießen, viel gießen, sparsam gießen, usw. Das geht natürlich
nur, wenn die Rolläden nicht ganz runter gelassen werden.
Auch dann ist die Faustregel für 14 Tage Fremdpflege pro
Wohnung: 1-2 Pflanzen müssen immer dran glauben!

Naja, bislang hatten meine Pflanzen Urlaubspfleger immer überlebt. Auch habe ich aus meiner Sicht eher pflegeleichte Pflanzen. Aber es ist nun wie es ist.

Muss man die Pflanzen an Bekannte verteilen, geht das oft nur
in kleinen Zahlen und die Leute müssen es wirklich gern machen
und die Bedürfnisse der Pflanzen kennen (evt. Zettel).

Nun, ich habe gefragt, er hat ja gesagt. Ich wußte nicht, daß er damit überfordert ist.

Sieh es als eine weitere, wenn auch schmerzhafte, Erfahrung
an, aus der du lernst.
Trauere eine Weile, grüble nicht weiter darüber nach, wenn du
weißt, was du beim nächsten Mal besser machst - und vor allem
sei gnädig mit dem armen, überforderten Pflanzenhüter :smile:

Nun, meiner Gnade bedarf er sicherlich nicht. Wie schon geschrieben, es wird eine Weile dauern. Selbst ist mir mal ein Elefantenbaum eingegangen, wofür ich mir monatelang immer wieder Vorwürfe gemacht habe. Was dann erst bei diesem Ausmaß an kaputten Pflanzen?

Mir ging und geht es darum, meinen Ärger ausdrücken zu können, das heißt, wenn auch mal gelegentlich die Sprache wieder auf Pflanzen kommen sollte, ich durchaus wenn es gerade der Fall ist, traurige Gefühle, ärgerliche Gefühle… ausdrücken darf, wobei dies nichts mit Vorwürfen zu tun hat bzw. haben muß. Darauf habe ich zu achten, ganz klar. Nicht okay wäre es für mich, derartige Gefühle zu unterdrücken, weil er ja ein schlechtes Gewissen hat, weil er sich zurückzieht, konfrontiert man ihn damit, in diesem Fall würde ich leider dazu neigen, bin auch nur Mensch und nicht Übermensch, meine Aggressionen / Frust / Traurigkeit durch lauter kleine Sticheleien an den Mann zu bringen, und das wäre letztendlich viel schlimmer bzw. zerstörerischer.

So wie es ist, ist es schon okay. Ich wollte eh mal mehr wissen, wie seht Ihr das, wie geht Ihr in solchen Situationen damit um? Oder bin ich die Einzige, die auf einen „Pflanzen-Killer“ reingefallen ist? :smile:

Danke und ciao,
Romana

Viele Grüße, Renate

Hi Marco,

Hi Romana,

Zwischenzeitlich fragt er mal zwar nach, ob ich die Pflanzen
wieder haben wolle. Auch erwähnte er einerseits, daß manche
Pflanzen kaputt gegangen seien bzw. viele Blätter verloren
hätten. Doch als ich konkret nachfragte, verneinte er stets,
den Pflanzen ginge es sehr gut, er habe sie sogar umgetopft
und was ich für tolle riesig gewachsenen Pflanzen
zurückbekommen sollte. Ich habe ihn sicherlich mehrfach
gefragt, ob es den Pflanzen wirklich gut ginge, einfach
aufgrund seiner immer wieder kehrenden Andeutungen…

Du hast aus Liebe zu den Pflanzen nachgebohrt, da hat seine
Konfliktscheuheit seine Wahrheitsliebe übertroffen.
Vielleicht lag das ja auch an deinem Ton: actio=reactio

Nach meinem Empfinden war ich nicht aggressiv. Mag sein, daß mal ein ängstlicher Unterton (Sorge um Pflanzen) oder auch aus Vorahnung etwas Ärger, allerdings wenn dann nur unterschwellig mitgeschwungen hat. Allerdings habe ich auch den Eindruck, da er ja scheinbar besonders lieb, gut, hilfsbereit und freundlich sein möchte, bezüglich „negativer Gefühle“ das Gras wachsen hört.

Als ich mal beiläufig auf die Pflanzen zu sprechen kam,
stellte sich raus, daß ein neuer Baum für 200,-- DM nur noch 9
Blätter haben sollte. Ich war geschockt. Sofort wollte ich
meine Pflanzen wieder haben, doch das sollte noch ca. 3 - 4
Wochen dauern, bis ich die letzten vertrockneten Zweige vor
die Tür gestellt bekam.

Wer gibt schon gerne zu versagt zu haben. Da er deine
Nachfragen bzw. deine Reaktion auf seine Offenbarungen noch im
Ohr hatte, war die Motivation natürlich gering, das schnell
durchzuziehen.

Naja, hätte er früher zugegeben, damit überfordert zu sein, hätte man manche Pflanzen sicherlich noch retten können. Früher oder später kommt doch (fast) alles raus. Oder hattet Ihr eine andere Kindheitserfahrung? :smile:

Als wir später drüber sprachen, meinte er, er hätte von mir
schwach gefunden, daß ich nicht einfach gesagt habe, egal wie
die Pflanzen aussehen, er solle sie vorbeibringen und dann
schauen wir, was man am besten draus machen kann.

Passt zu meiner obigen Ausführung.

Er wollte
sie nicht zurückbringen, weil er hatte immer noch gehofft, sie
würden sich erholen. Er meinte, in meiner Stimme hätte Wut
gelegen, hätte ich nach den Pflanzen mich erkundigt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mag sein, daß in meiner Stimme auch mal Wut bzw. Angst lag,
doch meines Erachtens sicherlich nicht nur. Ich für meinen
Teil konnte nicht nachvollziehen, wie jemand ca. über 30
Pflanzen nahezu alle kaputt gehen lassen kann, mir dann einen
Topf Papyrus ohne Papyrus bringt und meint, der wird schon
wieder, er kenne sich mit Pflanzen halt nicht so aus bzw. mir
einen vertrockneten Baum hinstellt und meint, der treibe
gerade viele Blätter…

Das bring ich auch fertig, deswegen versorgt meine Freundin
die Blumen.

Ja, doch Du hast daraus die Konsequenz gezogen, dies mag er möglicherweise nun auch bei mir tun. Aber mußte ich für diese Konsequenz sorgen? Und: ich denke, ein erwachsenere Entscheidung wäre gewesen, eben als die Pflanzen am verenden waren, dazu zu stehen, daß man dem nicht gewachsen ist.

Er nahm die vertrockneten Pflanzen wieder mit sich nach Hause
und versucht sie angeblich zum Wachsen zu bringen. Soviel
„Magisches Denken“?

Sicherlich waren wir beide konfliktscheu. Ich wollte wohl
anhand seiner Andeutungen nicht glauben, daß er die Pflege
entweder nicht so ernst nahm bzw. damit schlichtweg
überfordert war und er hatte wohl Angst vor meinem Ärger bzw.
wollte ja „gut“ sein. Dies ging leider zu Lasten von vielen
Pflanzen.

richtige Analyse

Als ich ein paar Leuten die Erfahrung erzählte, schockierte
mich etwas deren Reaktion, die meinten, ich solle den Kontakt
zu diesem Menschen abbrechen. Nun, das mag meines Erachtens
der einfachste Weg sein, doch sicherlich nicht der Beste.
Jeder ist auch mal ein Arschloch bzw. jeder macht Fehler.
Sicherlich mangelt es hier an einer gewissen Reife. Natürlich
ist hier ein Unterschied, ob mal etwas spontan aus der
Situation heraus geschieht oder ob sich etwas - so wie hier -
über Monate entwickelt. Sicherlich wird sich mein Kontakt zu
diesem Menschen auch etwas verändern bzw. ich habe ihn nun
eben auch auf eine Weise kennengelernt, wo ich etwas Abstand
suche.

Nun habe ich für hunderte von Mark Pflanzen verloren. Teils
hing ich an manchen Pflanzen sehr, da sie teils Geschenke
waren bzw. mit bestimmten Ereignissen, z.B. erste eigene
Wohnung, zusammenhingen. Manche Pflanzen hatte ich schon 14
Jahre. Ich fühle mich momentan um ein Stück meines Lebens
beraubt.

Meinen Ärger drückte ich in einen Gespräch mit ihm aus, wonach
es mir auch besser ging. Davor war ich maßlos verspannt.
Dennoch merke ich, mir fehlt was… Ich kann das nicht so
genau benennen, doch ein (wesentlicher) Teil scheint zu sein,
daß er, sobald ich Frust bezüglich Pflanzen zeige bzw. äußere,
er sofort sich zurückzieht. Das kommt bei mir so an, als würde
er sagen, ich habe zwar einen Fehler gemacht, aber nun gut,
und wenn Du hier knatschig ein Gesicht ziehst, dann ziehe ich
mich solange zurück, bis Du wieder gut drauf bist. Das kann
ich bedingt verstehen und gleichzeitig fühle ich mich auch von
ihm (aus meiner Sicht verständlicherweise) im Stich gelassen.
Denn die Trauer wird halt noch eine Weile, ein paar Wochen
oder Monate dauern. Mag sein, daß ich sogar in Jahren immer
wieder mal mit einem traurigen Gefühl an diese Situation
denken werde. So bin ich nun mal. Und das ist okay für mich.

Ich wünsche mir, daß er mich in der Situation in der ich
momentan bin, traurig und auch noch ärgerlich, auch aushält.
Hier geht es mir darum, daß er auch aushalten kann was er
durch sein Fehlverhalten ausgelöst hat. Hier geht es nicht um
Tadelung, sondern daß er nun auch die Konsequenzen ertragen
bzw. erfühlen können sollte. Überdies vermittelt mir sein
Rückzug das Gefühl mangelnder Verantwortung.

Es kommt darauf an wie, die Gespräche über die verlorenen
Pflanzen verlaufen. Es gibt Situationen, wo es besser ist sich
zurückzuziehen als das die Sache eskaliert. Vielleicht ist
dieser Rückzug auch ein Ausdruck seiner Schuldgefühle ?

Ja, sicherlich ist der Rückzug einerseits ein Ausdruck von Schuldgefühlen, doch auch scheinbar nicht ertragen zu wollen / können, wenn jemand sauer, ärgerlich, traurig ist… wo er doch nur gut und hilfsbereit, lieb Kind einfach sein wollte. Ich denke, er mag auch nicht wahrhaben, annehmen können, daß er halt nicht immer gut und freundlich ist, daß er durchaus auch weniger erfreuliche Seiten, Eigenschaften hat. Indem er sich distanziert, sieht er sich auch nicht mehr mit seinen weniger liebenswerten Seiten konfrontiert.

Parallel ging da bzw. teils tut es das heute leider immer noch, ein anderes Muster bei mir ab, keine Wut, keinen Ärger, keinen Frust äußern, sonst droht Verlustangst. Ich wußte viele Jahre ziemlich gut wie sich ein Dampfdrucktopf anfühlt. :smile: Mir ist es wichtig, diese negativen Gefühle, möglichst angemessen ausdrücken zu können, zu dürfen. Es geht um ein faires Streiten. Ich bin darin sicherlich noch nicht so wie gewünscht, doch schon sehr viel besser als früher. Allerdings wünsche ich mir dann auch ein Gegenüber, das das aushält.

Das mag nun ein nicht passendes Beispiel sein, doch in gewisser Weise ist da eine Parallele zu erkennen. In „Grundformen der Angst“ beschreibt Fritz Riemann bei einem schizoiden Mann, daß er sich mit einer Frau verlobt und als er die Verlobung verläßt, wirft er den im Vorfeld geschriebenen Brief in den Briefkasten ein, indem er die Verlobung wieder löst. Doch die Menschen tun - außenstehend betrachtet - manchmal gar sonderbare Dinge, gleichwohl sie selbst das ganz anders empfinden mögen. Ich für mich kann anscheinend noch nicht klar erkennen, wer sagt ja und ist einer Situation wie dieser auch gewachsen und wer sagt nur Ja, weil er nicht nein sagen kann?

Wie würdet Ihr in solch einer Situation reagieren?

Auf neutralem Boden sich mal aussprechen. Nicht mit den
Vorwürfen anfangen, sondern mit Selbstkritik ('Hab dich in
letzten x Monaten nicht so tollbehandelt, weil mir das mit den
Pflanzen an den Nieren gegangen ist.) Vielleicht erzählt er
dann wie es bei ihm rübergekommen ist. Und der Satz, das du
den Kontakt mit ihm halten moechtest, auch wenn er kein
Gärtner ist.

Tschuess Marco.

Romana (gehe jetzt ins Brett Pflanzen und kümmere mich um neue
Pflanzen)

Falls Du in DD/Umgebung wohnst, melde dich mal bei mir. Meine
Schwiegermutter will ihre Pflanzengarde reduzieren.

Nee, danke für das Angebot, doch Dresden ist nicht so ganz meine Ecke, komme aus der Gegend wo Bier als Grundnahrungsmittel gilt. :smile:

Ciao,
Romana

Hallo Romana,

Hi Renate,

in solch einer Situation ärgert man sich am meisten über seine
eigene Fehleinschätzung.

Kann ich nicht sagen, ärgere mich über ihn und mich, habe
allerdings noch keine Prozentrechnung gemacht. :smile:

Spontan würde ich sagen: 30 Pflanzen sind aufeinmal viel zu
viele für eine pflegende Person.

Es waren 19 teils große Pflanzen, er kannte sie, der Rest war
in Töpfen und Bechern angesetzt, u.a. auch eine seltene
Pflanze.

Ich kenne niemand, der soviel

Platz zusätzlich hat, dass er soviele Fremdpflanzen aufnehmen
könnte.

Er schon. Er hat es angeblich sogar genossen und sich
daraufhin selbst auch Pflanzen erstmals gekauft.

erstmals?
Deine Pflanzen hatten ihn sehr beeindruckt, er wollte auch welche haben und hat deren Betreuung blauäugig übernommen - er schien davon überzeugt, dass ihm das leicht von der Hand geht, wollte dich möglicherweise auch beeindrucken. Dass man dazu mehr oder weniger Erfahrung braucht - hat er erst gemerkt als es fast zu spät war…

Deshalb werden sie an ungünstigen Plätzen,

möglicherweise dicht an dicht gestanden haben, Lichtmangel,
Durchzug, falsche Pflege lassen Blätter abfallen…

Den Eindruck hatte ich alledings auch, denn ein Papyrus hatte
es halbwegs überlebt, indes vom anderen nur noch Wurzelwerk
und ein paar Halme in Topf waren. Und dann die Aussage: „Ich
kenne mich nicht so aus. Er sieht ja etwas trocken aus, doch
der wird schon wieder werden.“

Wunschdenken. Er kann den Tatsachen nicht ins Auge sehen. Er macht sich und dir etwas vor und „träumt“, dass noch ein Wunder geschieht.

Da war nur nichts mehr, was

hätte werden können.

Es sieht fast so auf, als hätte der junge Mann nicht „nein“
sagen können, obwohl er von der Situation überfordert war.

Ja, das sehe ich auch so. Als ich ihm sagte, er sei
überfordert gewesen, ging er etwas in die Luft. Er kann
Aggressionen nicht zeigen. „Überfordert sein“ empfindet er als
etwas sehr Beleidigendes, wobei ich denke, er kennt nicht so
die wahre Bedeutung und eine Erklärung meinerseits blockte er
ab, reagiert hier nur verletzt.

Für ihn ist sein Missgeschick beschämend schlimm genug.
Wer hört schon gern, dass andere denken, er sei überfordert? Er kann noch nicht damit umgehen. Jeder wird deine erste Wut verstehen - auch er sicher irgendwie. Er kann mit der für ihn schwierigen Situation nicht umgehen, er weiß nicht, wie er reagieren soll, nimmt dir deshalb das Podium (Aussprache) weg, mit dessen Hilfe du den Frust verarbeiten könntest.

Wusste er überhaupt, was auf ihn zukommt, und hast du ihm die
Entscheidung dazu überlassen?

Ja.

Ich denke mal, du kannst ihm

keinen Vorwurf machen, dass er nicht den richtigen Platz hat
und vielleicht auch von Pflanzen nicht viel versteht, dafür
kann er nichts!
Das Malheur scheint ihm immerhin auch sehr peinlich zu sein.

Was heißt, keinen Vorwurf machen dürfen? Ich war / bin
verärgert, verletzt, traurig und aus meiner Sicht sind diese
Gefühle durchaus okay.

vollkommen klar.

Er hat den Platz und wenn er nicht viel

von Pflanzen versteht, hätte er die Pflege nicht übernehmen
dürfen bzw. dann nach dem Urlaub sie sofort zurückgeben
sollen.

Das hat mich auch zunächst gewundert.

Stattdessen, obwohl er ja einerseits wahrnahm, daß es

mit den Pflanzen immer mehr bergab ging, er aber ein
freundlicher, lieber, guter, braver Junge sein wollte (diese
Entscheidung ist für mich einfach nicht erwachsen),

stimmt leider!

hat er die

Pflanzen hoffnungsvoll behalten. Ich plante ja einen längeren
Auslandsaufenthalt. Sicherlich hätte ich auch mehr auf die
gelegentlichen Andeutungen hören müssen. Doch jedesmal wenn
ich nachfragte, verneinte er, es sei alles in Ordnung und tat
so als würde ich den Botanischen Garten zurückbekommen.

Solch ein Hin und Her ist recht verdächtig.
Wir lernen daraus, in Zukunft mehr „zwischen den Zeilen“ zu lesen und zu hören.
Unsere Menschenkenntnis nimmt im Laufe des Lebens glücklicherweise zu: Wir können gekonnter die Menschen einschätzen - immr hilft es uns nicht weiter.
Obiges Verhalten zeugt etwa bei einem Menschen von einer Unsicherheit, doch der andere ist evt. ein „Spielertyp“, der es liebt andere seinerseits zu verunsichern, indem er sie probeweise mit neg. Andeutungen erschrickt, um die Reaktion zu testen (kl. Sadist), um dann aber zu versichern, dass alles ok sei.
Ein Restrisiko bleibt dir in jedem Fall…

Die Überlebenschancen von Pflegepflanzen erhöhen sich, wenn
sie in der eigenen Wohnung am angestammten Platz bleiben
können, wo man zu einzelnen Pflanzen Zettelchen dazuzulegen
kann, wo spezielle Dinge vermerkt werden: z. B. nur von unten
gießen, viel gießen, sparsam gießen, usw. Das geht natürlich
nur, wenn die Rolläden nicht ganz runter gelassen werden.
Auch dann ist die Faustregel für 14 Tage Fremdpflege pro
Wohnung: 1-2 Pflanzen müssen immer dran glauben!

Naja, bislang hatten meine Pflanzen Urlaubspfleger immer
überlebt. Auch habe ich aus meiner Sicht eher pflegeleichte
Pflanzen. Aber es ist nun wie es ist.

Muss man die Pflanzen an Bekannte verteilen, geht das oft nur
in kleinen Zahlen und die Leute müssen es wirklich gern machen
und die Bedürfnisse der Pflanzen kennen (evt. Zettel).

Nun, ich habe gefragt, er hat ja gesagt. Ich wußte nicht, daß
er damit überfordert ist.

Wusste er ja selbst nicht.

Sieh es als eine weitere, wenn auch schmerzhafte, Erfahrung
an, aus der du lernst.
Trauere eine Weile, grüble nicht weiter darüber nach, wenn du
weißt, was du beim nächsten Mal besser machst - und vor allem
sei gnädig mit dem armen, überforderten Pflanzenhüter :smile:

Nun, meiner Gnade bedarf er sicherlich nicht. Wie schon
geschrieben, es wird eine Weile dauern. Selbst ist mir mal ein
Elefantenbaum eingegangen, wofür ich mir monatelang immer
wieder Vorwürfe gemacht habe. Was dann erst bei diesem Ausmaß
an kaputten Pflanzen?

Mir ging und geht es darum, meinen Ärger ausdrücken zu können,
das heißt, wenn auch mal gelegentlich die Sprache wieder auf
Pflanzen kommen sollte, ich durchaus wenn es gerade der Fall
ist, traurige Gefühle, ärgerliche Gefühle… ausdrücken darf,
wobei dies nichts mit Vorwürfen zu tun hat bzw. haben muß.

Da hast du Recht. Doch dazu bedarf es auch einem „Gegenüber“ mit einer reiferen, gefestigten Persönlichkeit. Manch einer erreicht die nie. Schnell wird etwas persönlich genommen, ohne die Beweggründe des anderen zu verstehen oder zu erahnen.

Darauf habe ich zu achten, ganz klar. Nicht okay wäre es für
mich, derartige Gefühle zu unterdrücken, weil er ja ein
schlechtes Gewissen hat, weil er sich zurückzieht,

das wäre eher ungesund…

konfrontiert man ihn damit, in diesem Fall würde ich leider
dazu neigen, bin auch nur Mensch und nicht Übermensch, meine
Aggressionen / Frust / Traurigkeit durch lauter kleine
Sticheleien an den Mann zu bringen, und das wäre letztendlich
viel schlimmer bzw. zerstörerischer.

Er ist dir in diesen Dingen nicht gewachsen. Er muss noch lernen und tut es hoffentlich auch.

So wie es ist, ist es schon okay. Ich wollte eh mal mehr
wissen, wie seht Ihr das, wie geht Ihr in solchen Situationen
damit um? Oder bin ich die Einzige, die auf einen
„Pflanzen-Killer“ reingefallen ist? :smile:

Danke und ciao,
Romana

Gute Nacht
Renate

Hi Renate,

Hallo Romana,

nun, ich weiß nicht, wie andere mit Konflikten umgehen. Ich habe natürlich eine anständige Erziehung genossen, in der es strengstens getadelt wurde, negative Gefühle zu zeigen. :smile: Ich habe immer gut geschluckt und bin dann gelegentlich massiv explodiert. Sogesehen habe ich weniger das Problem, den anderen aggressiv nieder zu machen, wobei das wenn auch fast nie, doch auch schon vorkam, ich eher dazu neige, meine Gefühle dabei nicht zu spüren und sehr viel bzw. zuviel Verständnis für den anderen zu haben. Natürlich zahle ich es mir bzw. dem anderen dann klammheimlich heim, indem ich dann gut verteilte Spitzen hi und da loslasse und auf Dauer doch dann den Kontakt vergifte, anstatt einfach mal ein meinethalben auch reinigendes Donnerwetter zuzulassen. Doch ich habe hinsichtlich dessen viel dazu gelernt. Früher hatte ich nie verstanden, was Menschen damit meinten, im ersten Halbsatz sage ich was Positives und irgendwann zwischendurch, man merke es gar nicht, oft erst hinterher, fühlt man sich verletzt, weil in einem der zahlreichen Nebensätze, dann eine Gemeinheit bzw. eine Verletzung steckte. Tja, und dieses Spiel spiele ich nicht mehr, wenigstens nicht mehr bewußt. Von daher mache ich halt seit einiger Zeit meine Erfahrungen mit dem Ausdrücken „negativer Gefühle“. Und mir geht es, wenn auch noch etwas wackelig auf den Beinen, gut damit.

Guates Nächtle,
Romana

Hi Renate,

in solch einer Situation ärgert man sich am meisten über seine
eigene Fehleinschätzung.

Kann ich nicht sagen, ärgere mich über ihn und mich, habe
allerdings noch keine Prozentrechnung gemacht. :smile:

Spontan würde ich sagen: 30 Pflanzen sind aufeinmal viel zu
viele für eine pflegende Person.

Es waren 19 teils große Pflanzen, er kannte sie, der Rest war
in Töpfen und Bechern angesetzt, u.a. auch eine seltene
Pflanze.

Ich kenne niemand, der soviel

Platz zusätzlich hat, dass er soviele Fremdpflanzen aufnehmen
könnte.

Er schon. Er hat es angeblich sogar genossen und sich
daraufhin selbst auch Pflanzen erstmals gekauft.

erstmals?
Deine Pflanzen hatten ihn sehr beeindruckt, er wollte auch
welche haben und hat deren Betreuung blauäugig übernommen - er
schien davon überzeugt, dass ihm das leicht von der Hand geht,
wollte dich möglicherweise auch beeindrucken. Dass man dazu
mehr oder weniger Erfahrung braucht - hat er erst gemerkt als
es fast zu spät war…

Deshalb werden sie an ungünstigen Plätzen,

möglicherweise dicht an dicht gestanden haben, Lichtmangel,
Durchzug, falsche Pflege lassen Blätter abfallen…

Den Eindruck hatte ich alledings auch, denn ein Papyrus hatte
es halbwegs überlebt, indes vom anderen nur noch Wurzelwerk
und ein paar Halme in Topf waren. Und dann die Aussage: „Ich
kenne mich nicht so aus. Er sieht ja etwas trocken aus, doch
der wird schon wieder werden.“

Wunschdenken. Er kann den Tatsachen nicht ins Auge sehen. Er
macht sich und dir etwas vor und „träumt“, dass noch ein
Wunder geschieht.

Da war nur nichts mehr, was

hätte werden können.

Es sieht fast so auf, als hätte der junge Mann nicht „nein“
sagen können, obwohl er von der Situation überfordert war.

Ja, das sehe ich auch so. Als ich ihm sagte, er sei
überfordert gewesen, ging er etwas in die Luft. Er kann
Aggressionen nicht zeigen. „Überfordert sein“ empfindet er als
etwas sehr Beleidigendes, wobei ich denke, er kennt nicht so
die wahre Bedeutung und eine Erklärung meinerseits blockte er
ab, reagiert hier nur verletzt.

Für ihn ist sein Missgeschick beschämend schlimm genug.
Wer hört schon gern, dass andere denken, er sei überfordert?
Er kann noch nicht damit umgehen. Jeder wird deine erste Wut
verstehen - auch er sicher irgendwie. Er kann mit der für ihn
schwierigen Situation nicht umgehen, er weiß nicht, wie er
reagieren soll, nimmt dir deshalb das Podium (Aussprache) weg,
mit dessen Hilfe du den Frust verarbeiten könntest.

Wusste er überhaupt, was auf ihn zukommt, und hast du ihm die
Entscheidung dazu überlassen?

Ja.

Ich denke mal, du kannst ihm

keinen Vorwurf machen, dass er nicht den richtigen Platz hat
und vielleicht auch von Pflanzen nicht viel versteht, dafür
kann er nichts!
Das Malheur scheint ihm immerhin auch sehr peinlich zu sein.

Was heißt, keinen Vorwurf machen dürfen? Ich war / bin
verärgert, verletzt, traurig und aus meiner Sicht sind diese
Gefühle durchaus okay.

vollkommen klar.

Er hat den Platz und wenn er nicht viel

von Pflanzen versteht, hätte er die Pflege nicht übernehmen
dürfen bzw. dann nach dem Urlaub sie sofort zurückgeben
sollen.

Das hat mich auch zunächst gewundert.

Stattdessen, obwohl er ja einerseits wahrnahm, daß es

mit den Pflanzen immer mehr bergab ging, er aber ein
freundlicher, lieber, guter, braver Junge sein wollte (diese
Entscheidung ist für mich einfach nicht erwachsen),

stimmt leider!

hat er die

Pflanzen hoffnungsvoll behalten. Ich plante ja einen längeren
Auslandsaufenthalt. Sicherlich hätte ich auch mehr auf die
gelegentlichen Andeutungen hören müssen. Doch jedesmal wenn
ich nachfragte, verneinte er, es sei alles in Ordnung und tat
so als würde ich den Botanischen Garten zurückbekommen.

Solch ein Hin und Her ist recht verdächtig.
Wir lernen daraus, in Zukunft mehr „zwischen den Zeilen“ zu
lesen und zu hören.
Unsere Menschenkenntnis nimmt im Laufe des Lebens
glücklicherweise zu: Wir können gekonnter die Menschen
einschätzen - immr hilft es uns nicht weiter.
Obiges Verhalten zeugt etwa bei einem Menschen von einer
Unsicherheit, doch der andere ist evt. ein „Spielertyp“, der
es liebt andere seinerseits zu verunsichern, indem er sie
probeweise mit neg. Andeutungen erschrickt, um die Reaktion zu
testen (kl. Sadist), um dann aber zu versichern, dass alles ok
sei.
Ein Restrisiko bleibt dir in jedem Fall…

Die Überlebenschancen von Pflegepflanzen erhöhen sich, wenn
sie in der eigenen Wohnung am angestammten Platz bleiben
können, wo man zu einzelnen Pflanzen Zettelchen dazuzulegen
kann, wo spezielle Dinge vermerkt werden: z. B. nur von unten
gießen, viel gießen, sparsam gießen, usw. Das geht natürlich
nur, wenn die Rolläden nicht ganz runter gelassen werden.
Auch dann ist die Faustregel für 14 Tage Fremdpflege pro
Wohnung: 1-2 Pflanzen müssen immer dran glauben!

Naja, bislang hatten meine Pflanzen Urlaubspfleger immer
überlebt. Auch habe ich aus meiner Sicht eher pflegeleichte
Pflanzen. Aber es ist nun wie es ist.

Muss man die Pflanzen an Bekannte verteilen, geht das oft nur
in kleinen Zahlen und die Leute müssen es wirklich gern machen
und die Bedürfnisse der Pflanzen kennen (evt. Zettel).

Nun, ich habe gefragt, er hat ja gesagt. Ich wußte nicht, daß
er damit überfordert ist.

Wusste er ja selbst nicht.

Sieh es als eine weitere, wenn auch schmerzhafte, Erfahrung
an, aus der du lernst.
Trauere eine Weile, grüble nicht weiter darüber nach, wenn du
weißt, was du beim nächsten Mal besser machst - und vor allem
sei gnädig mit dem armen, überforderten Pflanzenhüter :smile:

Nun, meiner Gnade bedarf er sicherlich nicht. Wie schon
geschrieben, es wird eine Weile dauern. Selbst ist mir mal ein
Elefantenbaum eingegangen, wofür ich mir monatelang immer
wieder Vorwürfe gemacht habe. Was dann erst bei diesem Ausmaß
an kaputten Pflanzen?

Mir ging und geht es darum, meinen Ärger ausdrücken zu können,
das heißt, wenn auch mal gelegentlich die Sprache wieder auf
Pflanzen kommen sollte, ich durchaus wenn es gerade der Fall
ist, traurige Gefühle, ärgerliche Gefühle… ausdrücken darf,
wobei dies nichts mit Vorwürfen zu tun hat bzw. haben muß.

Da hast du Recht. Doch dazu bedarf es auch einem „Gegenüber“
mit einer reiferen, gefestigten Persönlichkeit. Manch einer
erreicht die nie. Schnell wird etwas persönlich genommen, ohne
die Beweggründe des anderen zu verstehen oder zu erahnen.

Darauf habe ich zu achten, ganz klar. Nicht okay wäre es für
mich, derartige Gefühle zu unterdrücken, weil er ja ein
schlechtes Gewissen hat, weil er sich zurückzieht,

das wäre eher ungesund…

konfrontiert man ihn damit, in diesem Fall würde ich leider
dazu neigen, bin auch nur Mensch und nicht Übermensch, meine
Aggressionen / Frust / Traurigkeit durch lauter kleine
Sticheleien an den Mann zu bringen, und das wäre letztendlich
viel schlimmer bzw. zerstörerischer.

Er ist dir in diesen Dingen nicht gewachsen. Er muss noch
lernen und tut es hoffentlich auch.

So wie es ist, ist es schon okay. Ich wollte eh mal mehr
wissen, wie seht Ihr das, wie geht Ihr in solchen Situationen
damit um? Oder bin ich die Einzige, die auf einen
„Pflanzen-Killer“ reingefallen ist? :smile:

Danke und ciao,
Romana

Gute Nacht
Renate

Hi Romana,

Nach meinem Empfinden war ich nicht aggressiv. Mag sein, daß
mal ein ängstlicher Unterton (Sorge um Pflanzen) oder auch aus
Vorahnung etwas Ärger, allerdings wenn dann nur unterschwellig
mitgeschwungen hat. Allerdings habe ich auch den Eindruck, da
er ja scheinbar besonders lieb, gut, hilfsbereit und
freundlich sein möchte, bezüglich „negativer Gefühle“ das Gras
wachsen hört.

Menschen sind halt verschieden.

Blätter haben sollte. Ich war geschockt. Sofort wollte ich
meine Pflanzen wieder haben, doch das sollte noch ca. 3 - 4
Wochen dauern, bis ich die letzten vertrockneten Zweige vor
die Tür gestellt bekam.

Wer gibt schon gerne zu versagt zu haben. Da er deine
Nachfragen bzw. deine Reaktion auf seine Offenbarungen noch im
Ohr hatte, war die Motivation natürlich gering, das schnell
durchzuziehen.

Naja, hätte er früher zugegeben, damit überfordert zu sein,
hätte man manche Pflanzen sicherlich noch retten können.
Früher oder später kommt doch (fast) alles raus. Oder hattet
Ihr eine andere Kindheitserfahrung? :smile:

Ja, doch Du hast daraus die Konsequenz gezogen,

naja - wir wohnen in einer Wohnung

dies mag er
möglicherweise nun auch bei mir tun. Aber mußte ich für diese
Konsequenz sorgen? Und: ich denke, ein erwachsenere
Entscheidung wäre gewesen, eben als die Pflanzen am verenden
waren, dazu zu stehen, daß man dem nicht gewachsen ist.

richtig,a ber welcher Mensch ist immer rational ?

Es kommt darauf an wie, die Gespräche über die verlorenen
Pflanzen verlaufen. Es gibt Situationen, wo es besser ist sich
zurückzuziehen als das die Sache eskaliert. Vielleicht ist
dieser Rückzug auch ein Ausdruck seiner Schuldgefühle ?

Ja, sicherlich ist der Rückzug einerseits ein Ausdruck von
Schuldgefühlen, doch auch scheinbar nicht ertragen zu wollen /
können, wenn jemand sauer, ärgerlich, traurig ist… wo er
doch nur gut und hilfsbereit, lieb Kind einfach sein wollte.
Ich denke, er mag auch nicht wahrhaben, annehmen können, daß
er halt nicht immer gut und freundlich ist, daß er durchaus
auch weniger erfreuliche Seiten, Eigenschaften hat. Indem er
sich distanziert, sieht er sich auch nicht mehr mit seinen
weniger liebenswerten Seiten konfrontiert.

Parallel ging da bzw. teils tut es das heute leider immer
noch, ein anderes Muster bei mir ab, keine Wut, keinen Ärger,
keinen Frust äußern, sonst droht Verlustangst. Ich wußte viele
Jahre ziemlich gut wie sich ein Dampfdrucktopf anfühlt. :smile:
Mir ist es wichtig, diese negativen Gefühle, möglichst
angemessen ausdrücken zu können, zu dürfen. Es geht um ein
faires Streiten. Ich bin darin sicherlich noch nicht so wie
gewünscht, doch schon sehr viel besser als früher. Allerdings
wünsche ich mir dann auch ein Gegenüber, das das aushält.

Du hast ein Recht auf deine Wut/Trauer… Dort liegt meines Erachtens nicht das Problem. Das Problem ist, das man diese Gefühle, die ja Grundlage für dein Handeln sind, jeden Menschen anders klarmachen muss: Der eine ist Mimose und der andere muss es mit dem Vorschlaghammer gesagt bekommen, damit er es versteht.

Tschuess Marco.

Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit
Hallo Nashino,

Machst Du es Dir da nicht zu einfach? Meiner Ansicht nach ist dieser Vorwurf: „deine erwartungen in ihn hat er nicht erfüllt. Sie waren einfach viel zu hoch! Deine Schuld!“ unüberlegt gewesen.
Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ist für manche Leute ein sehr wichtiges Kriterium für eine Beziehung zu wem auch immer. Nicht für jeden, aber ich denke, z.B. für Romana. Wenn sie damit gerechnet hätte, dass er sich nicht gebührend um die Pflanzen kümmern kann, dann hätte sie ihm diese auch nicht gegeben.
Außerdem hat sie sein Verschweigen über dem Zustand der Pflanzen nach ihrer Rückkehr gekränkt.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis jemanden, den ich mag, aber nie wieder um Hilfe bitten werde. Es gibt Menschen, die vorab nicht einschätzen können oder wollen, was auf sie zukommt, wenn man sie um einen Gefallen bittet. Und dann begehen Unterlassungsfehler. Was nützt mir eine Zusage, wenn dann nichts weiter geschieht? Mit der Zusage ist dem Hilfesuchenden nicht geholfen, sondern mit dem Gefallen, um den man bittet.
Ich habe zu der Person ein sehr freundliches Verhältnis, aber kein sehr enges.
Ganz ehrlich: ein Freund auf den ich bauen kann, der kann dies auch auf mich, und das verbindet.
Übrigens weiß ich aus Erfahrung, dass Kinder mit unzuverlässigen Mitmenschen sehr schlecht zurecht kommen. Und das halte ich für keinen Zufall. Für Kinder ist das sich auf jemanden verlassen können ein wichtiges Instrument, um in vielen Situationen zurecht zu kommen, denn nur so bekommen sie ein Gefühl für Halt in einem vermeindlichen Chaos.
Mir geht es da nicht anders.
In einem gebe ich Dir recht, es ist schon entspannender, wenn einem die Nichteinhaltung einer zugesagten Hilfe eines Bekannten nicht stört, mit all seinen Folgen. Es ist halt schade, wenn 2 verschiedene Personen zusammen kommen, der eine rechnet mit Hilfe, und der andere sagt nur zu ohne was zu tun. Klar, da gibt es Ärger. Wie gesagt, ein wenig Ehrlichkeit des Bereitwilligen (ich kenne mich mit Pflanzen nicht aus, habe wenig Zeit zum gießen, keine Garantie für das Resultat…) wäre nicht nur nett gewesen, sondern hätte auch Intelligenz bewiesen.

viele Grüße
Claudia

Hi Marco,

ja. Und es ist eine Kunst den richtigen Ton dabei zu treffen. :smile:

Doch wir haben ja alle genug Zeit und Möglichkeiten immer wieder neu zu üben. :smile:

Ciao,
Romana

Hi Claudia,

durch Eure Postings habe ich nochmal vermehrt begonnen mich zu fragen, weshalb frage ich ausgerechnet einen Menschen der überfordert ist, der unzuverlässig ist… Wenn ich ehrlich mir gegenüber bin, so nehme ich das doch sehr persönlich. Auch eine langjährige Bekannte untermauerte sofort meine Angst: „Würde der Typ Dich wirklich mögen, so wäre er nie so mit den Pflanzen umgegangen.“ Sicherlich mag es richtig sein, daß man bei Menschen die einem am Herzen liegen, sich mitunter mehr reinhängt.

Dennoch glaube ich nicht, bzw. nicht mehr länger bzw. will nicht mehr länger glauben, daß Menschen Dinge tun, weil ihnen der andere nichts bedeutet bzw. gleichgültig ist. Mag sein, daß meine Pflanzen großteils drauf gehen mußten, um mir wieder mal ins Gedächtnis zu rufen, das dies keine persönliche Sache ist, das ihm das auch mit anderen Leuten hätte passieren können. Daß wenn ich ihm gleichgültig bin, ich ihm wohl nicht allein gleichgültig bin. Ich glaube auch, daß es noch einen anderen Sinn hat.

„Negative Gefühle“ zu äußern war mir in meinem Elternhaus strengstens verboten. Sanktionen folgten. Verlustangst von Nähe und Zuwendung. Strafe mindestens. So habe ich viele Jahre meines Lebens Ärger geschluckt und bin dann früher oder später mal ex- oder eher implodiert.

Seit Jahren versuche ich mit Menschen in meinem Umfeld Konflikte zu lösen, doch sie sind immer davon gelaufen. Hm. Also, wenn sie davon laufen, dann muß das auch was mit mir zu tun haben. Aber was?

Tja, das habe ich mittels Homöopathie aufgelöst. Wenn jemand „Scheiße“ gebaut hat, z.B. wie das hier mit den Pflanzen, so habe ich nicht nur das gesehen, sondern habe es auch noch sehr persönlich genommen, so als ob es ein Attentat auf mich selbst gewesen wäre. Überdies habe ich diese „negativen Gefühle“ fleißig gesammelt und so hat dann der Eine oder Andere ein Übermaß an Ärger abbekommen bzw. hätte abbekommen, wenn ich es zulassen hätte können. Also, ich spürte die unangebrachten Gefühle und schluckte wieder runter. Ich konnte es mit jedem Dampfdrucktopf locker aufnehmen. :smile: Das heißt, ich habe dann subtil in kleinen Giftpfeilen unterschwellig meinen Ärger geäußert und somit die Beziehungen zerstört bzw. diese negativen Gefühle haben mich auf Abstand gehalten bzw. gebracht. Eine echte Nähe zu diesen Menschen war immer weniger möglich.

Ich habe meinen Ärger dem Pflanzenpfleger gegenüber meines Erachtens relativ angemessen angebracht, nicht zuviel, eher noch etwas zu wenig. Doch ich kann ja wieder mal mit ihm drüber reden und soweit nötig, restlichen Ärger ausdrücken. Naja, ich bin noch am Üben mit angemessenen Umgang vom Ausdrücken „negativer Gefühle“. Sogesehen hatten die armen Pflanzen eine große Aufgabe, mir zu helfen, negative Gefühle auszudrücken, auch wenn sie selbst dabei eingegangen sind.

Wäre er mir nur versehentlich auf die Füße getreten, wäre ich bei weitem nicht so ärgerlich, so verletzt gewesen. So hätte ich nie erfahren können, ob ich angemessen negative Gefühle ausdrücken kann und hätte nie erfahren können wie man sich danach fühlt. Sicherlich hätte ich es gerne anders gelernt, doch hierfür war wohl ein größeres Opfer notwendig.

Schade um die Pflanzen und ein Dank an die Pflanzen.

Ciao,
Romana

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