Wie finde ich einen Therapeuten?

Aus verschiedenen Gründen würde ich gerne eine Therapie machen. Kann dies aber nicht bezahlen. Bin also zur Krankenkasse und bekomme dort eine wahnsinnig lange Liste mit zugelassenen Therapeuten. Soll mir da nun jemanden aussuchen. Wie soll ich das denn machen? Nach der Postleitzahl, nach dem Alfabeth, welcher Name mir gefällt, nach der Anzahl der Buchstaben im Vornamen … oder soll ich alle mal besuchen? Hilfe!!! Kann mir jemand einen Tipp geben?
Heidrun

Hallo Heidrun,

Wie soll ich das denn machen? Nach der Postleitzahl, nach dem
Alfabeth, welcher Name mir gefällt, nach der Anzahl der
Buchstaben im Vornamen … oder soll ich alle mal besuchen?

eine Qualitätsnachweis wirst du nirgendwo bekommen, es sei denn, du kennst ehemalige Patienten.

Das wichtigste ist, das du dich bei diesem Therapeuten wohl fühlst. Daher würde ich dir raten, drei oder vier aus der Liste, die in deiner Nähe praktizieren, aufzusuchen. Warum in deiner Nähe? Damit du auch eine eventuell längere Dauer durchhälst und nicht durch eine eventuelle lange Anreise plötzlich keine Lust mehr hast, falls es schwierig wird. Eine solche Ausrede ist für den Abbruch von Therapien geradezu klassisch. Also muss man sie gleich vermeiden, indem man sich einen nahe gelegenen Menschen sucht.

Diesen dreien oder vieren erzählst du von deinem Problem und entscheidest dich dann für einen von ihnen. Ob du denen erzählst, dass du noch woanders dich umsiehst, bleibt dir über-lassen. Ich selbst würde es tun, um die Reaktion zu testen.

Vorher solltest du noch abklären, ob deine Kasse einen Wechsel akzeptiert und in welchem Umfang. Sagt die Kasse, dass nur ein Wechsel pro Quartal möglich ist, dann fängst du eben nur mit einem einzigen Therapeuten an.

Viel Glück und gutes Gelingen wünscht

Thomas Miller

Hallo Heidrun,

Thomas Miller hat das Wichtigste ja schon eloquent zusammengefaßt. Hinzufügend nur: hast Du den Link zur deutschlandweiten Psychotherapiesuche in der Brettbeschreibung schon angeklickt? (Keine rhethorische Frage, viele überlesen die Brettbeschreibung :smile:).

Viel Erfolg bei Deiner Therapie, Heidrun.
Liebe Grüße, Nike

Kommt darauf an, was Du für eine Therapie brauchst…

Ich würde meinen Hausarzt fragen. Die Branche kennt sich untereinandeer und der weiß sicher, wer da auf welcher Spezialstrecke aktiv ist.

Gernot Geyer

Danke an alle! Hat mir schon weiter geholfen!

Herzliche gruesse von Minnesota …

liebe heidrun … ich hoere dich laut un klar:
Aus verschiedenen Gründen
würde ich gerne eine Therapie machen.

Kann dies aber nicht bezahlen.

Bin also zur Krankenkasse
und bekomme dort
eine wahnsinnig lange Liste
mit zugelassenen Therapeuten.

Soll mir da nun jemanden aussuchen.

Wie soll ich das denn machen?

Nach der Postleitzahl,
nach dem Alfabeth,
welcher Name mir gefällt,
nach der Anzahl der Buchstaben im Vornamen …

oder soll ich alle mal besuchen?

Hilfe!!!

Kann mir jemand einen Tipp geben?

Heidrun

. . .

liebe heidrun … ich kann dir keinen tipp geben …
dafuer schenke ich dir eine geschichte aus meinem eignen leben:

ich erinnere mich
dass mir meine last drueckte

ich erzaehlte meine schmerzen
jeder hatte einen tipp fuer mich

ja,
jeder hatte seine eigenen erfahrungen,
die zu ihm passten

meine last wurde schwerer
meine schmerzen mehr

dann kam ich zu einer stelle
wo leute im kreis versammelt waren
sie erzaehlten und hoerten einander zu
wie es ihnen im leben so gegangen ist

ohne dass es mir bewusst war
setzte ich meine last up
setzte mich hinzu
hoerte fremde leute zu
lachte und weinte mit

ohne daran zu denken
erinnerte ich mich
an meine kindheit
an mein spaeteres leben

ohne daran zu denken
erzaehlte ich meine geschichte

fremde menschen hoerten mir zu
lachten und weinten mit mir
hielten meine hand
umarmten mich

ich spuerte
zaertlichkeiten
mitleid liebe

dann hoerte ich
wie meine geschichte andere beruehrten
wie andere sich … mit meinem erzaehlen …
an ihre eigene kindheit erinnerten

ich fuehle mich verstanden …
ich war nicht mehr so alleine

spaeter erinnerte ich mich:

es gab da keine fragen
es gab da keine antworten
es gab da keine denkanstoesse
es gab da keine ratschlaege
es gab da kein experten
es gab da keine hilfloses wesen

es gab da zuhoeren
ohne bewertungen

es gab da nur eigene geschichten
und niemand hatte ein ziel
damit, jemanden zu helfen

spaeter habe ich ueber gefuehle nachgedacht:

all meine gefuehle, die ich je erlebt habe
stecken noch heute in meinem koerper

sie sind weder richtig oder falsch
sie sind weder gut oder schlecht
sie sind einfach da

sie wollen gehoert werden
sie wollen akzeptiert werden
sie wollen behandelt, nachbehandelt werden

spaeter ist mir eingefallen:

alle in der gruppe waren gleich stark, gleich schwach
jeder war die authoritaet ueber seine eigene geschichte
jeder uebernahm die verantwortung fur sein eigenes lernen
jeder durfte seine eigenen fehler machen
jeder durfte seine eigenen erfahrungen sammeln
jeder war der lehrer
jeder war der schueler

ich blieb 17 tage
die zeit verging so schnell

ich kam ohne erwartungen
ich ging mit soviele geschenke

als ich meine last wieder aufsetze
als ich alleine wieder weiter ging
war ich nicht mehr so alleine
war meine last leichter
mein druecken weniger

als ich wieder zuhause ankam
bin ich fuer drei jahre
zu drei verschiedene selbsthilfegruppen in der woche gegangen

ich habe mich dann noch an soviele andere sachen aus meiner kindheit erinnert
wie es war … in meiner familie aufzuwachsen … meine angst … meine scham …
wo und warum ich meine gefuehle als kind so gut versteckt hatte …
und wie sie mich noch heute druecken

ja, ich kuemmere mich um meine gefuehle … ich strahlte mit freude … mit staerke …

herzliche gruesse von minnesota, werner
… wie es mir im leben so gegangen ist …
http://www.geocities.com/lorbass_mpls/

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