Gibt es einen Fachbegriff dafür?

Von: , Frage gestellt am Di, 14. Feb 2012

... wenn Probleme in einer Beziehung "verschoben" werden. Ich weiß nicht genau, wie ich es sonst nennen soll.
Jede Beziehung kann davon betroffen sein, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Freunden und natürlich auch zwischen Partnern.

Es gibt etwas, dass mich an der anderen Person stört, ich beziehe mich jetzt mal konkret auf die Partnerschaft von Mann und Frau.

Zum Beispiel: man bespricht eine Erziehungsmethode für seine Hunde, aber der Partner hält sich später nicht mehr dran, benutzt je nach Lust und Laune untersch. Kommandos und achtet allgemein nicht mehr auf Konsequenz. Jedesmal die Ausrede, er hätte es vergessen. Ok, kann mal vorkommen. Aber wenn es andauernd passiert???

Ich spreche das Problem also an, sage ihm, dass wir uns auf bestimmte Erziehungsformen geeinigt haben.

Auf einmal macht die Persön z.B. irgend etwas ganz anderes, z.B. etwas im Haushalt, was eigentlich gar nicht seine Aufgabe war, womit er denkt, er könnte die Sache wieder gut machen.

Und so geht das immer weiter und dreht sich im Kreis, denn das eigentliche Problem wurde nicht angegangen. Immer wieder der Ärger meinerseits, die Besprechung, die "Verschiebung" von Seiten meines Partners.

Gibt es dafür einen psychologischen Fachbegriff?

Liebe Grüße

BABSI

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 17 Minuten 0 hilfreich
    Re: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

    Hallo Barbara,
    gehts da tatsächlich um Hundeerziehung? Und warum brauchen Sie einen Fachbegriff dafür? Sehr verwirrend irgendwie....
    Der einzige Fachbegriff, der mir einfällt ist Desinteresse oder Ignoranz...
    LG Susanne

    • Antwort von nach 35 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

      Hallo

      Hundeerziehung ist ein Beispiel gewesen, das Verhalten ist aber typisch, d.h. lässt sich auf all solche Situationen übertragen.

      Einen Fachbegriff suche ich, weil ich Literatur dazu suche, um einen Weg daraus zu finden. Ich weiß nicht was genau ich zu meinem Partner sagen könnte außer immer wieder zu wiederholen, worauf wir uns geeinigt hatten und warum wir das getan haben.

      lg,

      Babsi

      p.s.: worin besteht die Verwirrung?

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

        Hallo Barbara,
        dank der Erklärung bin ich nun nicht mehr verwirrt..:-)
        Also wenn mich etwas am Parner stört, ich spreche es an, er sagt "ok" dazu, wir treffen eine Vereinbarung, und dann macht er trotzdem wieder den gleichen Blödsinn, und versucht das dann aus schlechtem Gewissen (?) mit Gefälligkeiten zu kompensieren, dann kanns dafür nach meiner Meinung viele Gründe -und damit Fachbegriffe- geben.
        Möglicherweise die "geistigen Kapazitäten". So wars bei meinen Eltern. Mein Vater konnte meiner Mutter oft nicht geistig folgen, wenn die loslegte, und so bejahte er alles, und machte nachher dann doch was er wollte. Mit dem Ergebnis, dass meine Mutter immer mehr kritisierte....
        Dann kenne ich ein ähnliches Problem auch aus meiner letzten Beziehung. Da wars -neben der Ignoranz- auch zu grosser Alkoholkonsum (was ich erst gar nicht bemerkt hatte).
        Und dann gäbe es auch noch die Möglichkeit, dass ihr vielleicht ein Kommunikationsproblem haben könntet....
        LG Susanne

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

          Hallo Lilie, dank der Erklärung bin ich nun nicht mehr verwirrt..:-)
          Also wenn mich etwas am Parner stört, ich spreche es an, er
          sagt "ok" dazu, wir treffen eine Vereinbarung, und dann macht
          er trotzdem wieder den gleichen Blödsinn, und versucht das
          dann aus schlechtem Gewissen (?) mit Gefälligkeiten zu
          kompensieren
          Genau, besser hätte ich es nicht formulieren können :) Möglicherweise die "geistigen Kapazitäten". So wars bei meinen
          Eltern. Mein Vater konnte meiner Mutter oft nicht geistig
          folgen, wenn die loslegte, und so bejahte er alles, und machte
          nachher dann doch was er wollte. Mit dem Ergebnis, dass meine
          Mutter immer mehr kritisierte....
          Wobei mir die Kritik da schon irgendwie ziemlich angebracht erscheint, zumindest sollte man dann nicht "ja" im Sinne von "Hab ich verstanden" sagen, wenn's nicht so ist, sondern auch anzeigen, dass man nicht folgen kann. Dann würde ich als Partnerin versuchen, ob ich ihm das nochmal anders erklären könnte. Vielleicht fehlt da auch grundlegenderes Wissen.

          Es fehlt meinem Partner wohl an Einsicht, dass Konsequenz und Eindeutigkeit/Klarheit wirklich wichtig für die Hundeerziehung ist, weil es auf lange Sicht gesehen das Leben erleichtert.

          Das könnte die Erklärung sein, "weiter in die Zukunft zu denken" und nicht in den Tag hineinzuleben. Dann kenne ich ein ähnliches Problem auch aus meiner letzten
          Beziehung. Da wars -neben der Ignoranz- auch zu grosser
          Alkoholkonsum (was ich erst gar nicht bemerkt hatte).
          Dann hast du zumindest eine Ursache, die sofort erkennbar ist.

          Liebe Grüße

          Babsi

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

        Hallo! Ich weiß nicht was genau ich zu
        meinem Partner sagen könnte außer immer wieder zu wiederholen,
        worauf wir uns geeinigt hatten und warum wir das getan haben.
        Der Konflikt beginnt oft viel früher, als man denkt. Das Nicht-Einhalten der Einigung ist vielleicht bloß die Eskalation eines gnaz anderen Problems. Manchmal ist die Einigung an sich schon das Problem, und manchmal kann es auch noch weiter zurückgehen. Das wäre ein Punkt, an dem ich einhaken würde.

        Ein anderer Punkt wäre: Wie oft einigt ihr euch in eurer Beziehung auf das, was Du möchtest, und wie oft einigt ihr euch auf das, was er möchte? Gibt es da möglicherweise ein Ungleichgewicht, das einen grundsätzlichen Umut und entsprechenden unbewussten Widerstand gegen jegliche Vereinbarung hervorrufen könnte? Er durchschaut so etwas leider sofort und denkt er ist ein Hund und :ich will ihn dressieren.
        ... und dann macht er beim Hund genau das, was er sich von Dir eigentlich wünschen würde? Nur so ein Gedanke ... Vielleicht erkennt er in der "Hundererziehung" tatsächlich eure eigene Beziehung wieder, und sein Widerstand gegen die Hundeerziehung ist ein Widerstand gegen die Art, wie ihr miteinander umgeht. Dann erzähle ich meinem Partner, was mir Positives aufgefallen ist.
        Deiner Meinung nach positiv. Dein Partner könnte das unter Umständen auch ganz anders sehen. Sprecht ihr über so etwas? Sonst sage ich meistens auch noch als zweites, was meiner Meinung :nicht so gut gelaufen ist
        Sagst Du "Ich möchte gerne, daß das und das anders ist, weil ...", oder sagst Du: "Was vielleicht noch hätte besser sein können ist ..., weil..."?

        Worauf ich raus will, ist der Unterschied zwischen "Das ist besser" oder "Ich finde das besser" im Gegensatz zu "Ich möchte das gerne, daß Du das so und so machst." Im einen steckt eine Wertung drin, die im Fall von "Das ist besser" sogar einen sehr absoluten Anstrich bekommt, das andere ist die Äußerung eines persönllichen Bedürfnisses.

        Daneben kann es auch noch andere Gründe geben, die nichts mit eurer Beziehung zu tun hat - vielleicht ist er auch nur vergesslich oder ein Lebenskünstler, der gerne alle Fünfe grad sein lässt. In dem Fall hast Du ihn unter Umständen sogar genau deswegen geheiratet, weil er so anders ist wie Du. Dann wäre es eine Überlegung wert, was das Positive an dieser Lebenseinstellung deines Mannes ist - und ob es eurer Beziehung nicht gut tut, diesen Gegenpol zu bewahren.

        Das sind alles nur Gedankenspiele, ich kenne ich ja nicht. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen: Dein Mann ist mit der "Einigung" über die Hunderziehung ganz und gar nicht einverstanden. Es fehlt meinem Partner wohl an Einsicht, dass Konsequenz und :Eindeutigkeit/Klarheit wirklich wichtig für die Hundeerziehung ist, :weil es auf lange Sicht gesehen das Leben erleichtert.
        Das ist sicher eine gute Einstellung - aber nicht verpflichtend. Man kann seinen Hund aber auch hoffnungslos verziehen und damit glücklich sein. Grundsätzlich hat jeder Mensch nämlich auch die Freiheit, etwas falsches zu tun - eine wirkliche Einigung kann es mE nur geben, wenn man diese grundsätzliche Freiheit respektiert.

        Worauf ich raus will, ist: Habt ihr bei der Einigung einen Disput geführt über "Mein Bedürfnis versus Dein Bedürfnis", oder habt ihr einen Disput geführt über "Meine richtige Ansicht versus deine falsche Ansicht"? Das macht einen großen Unterschied.

        Gruß,
        Max

        Gruß,
        Max

  2. Antwort von nach 54 Minuten 0 hilfreich
    Re: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

    Hallo,

    Spiel. Aus der Transaktionsanalyse nach Eric Berne, populär durch das Buch "Spiele der Erwachsenen".

    Grüße
    fb

  3. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    übersprungshandlung

    Moin, ... Jedesmal die Ausrede, er hätte es vergessen. Ok, kann mal :vorkommen. Aber wenn es andauernd passiert???
    Und du bestimmst wie oft das vorkommen darf? ;)

    Ich kenne die Person nicht, aber ich gehe immer erstmal davon aus, dass jemand in einer Beziehung etwas nicht bösartig und mit Absicht vergisst. Solche Situationen wie du schilderst werden mir vor allem von Frauen über ihre Männer erzählt. Inzwischen denke ich mir, dass es ein Mischung aus einer anderen Wahrnehmung und Faulheit ist. Verhalten zu ändern kostet Energie. Viele Männer haben eine leichten Tunnelblick. EIN Ding zur Zeit. Das schnelle Hin- und Her Schalten - dass viele dann 'Multitasking' nennen - ist nicht ihr Ding. Es gibt dazu sogar Ansätze die das evolutions-biologisch erklären.

    Werden dann feste Absprachen gemacht und einer der Partner 'vergisst' es ständig und wird darauf angesprochen versucht er das wieder auszubessern und macht irgendwelche merkwürdigen Dinge.

    Lustig, dass du das Hundeerziehungsbeispiel genommen hast, denn Hunde machen das auch. Werden sie z.B. von einem dominanten Kollegen in die Schranken verwiesen können sie z.B. anschließend wie wild durch die Gegend springen oder gähnen... dient dann dem Stressabbau.

    Was du ausprobieren kannst ist das sehr konsequente ignorieren wenn er was falsch macht, und das richtige und gute 'loben', wenn es gut geht. Ist schwierig da den guten Ton zu treffen. Er soll sich ja nicht verarscht fühlen. Die Anerkennung muss zeitnah, so genau wie möglich und echt sein. Das ist wichtig. Du musst das wirklich gut finden was er gemacht hat. Darauf muss eine Weile der Fokus liegen.
    Wer etwas neues lernt und nur für das kritisiert wird was er falsch macht verliert bald die Lust.
    Bei Kindern die laufen lernen wird ja auch nicht geschimpft: "Jetzt hast du nur drei Schritte ohne festhalten geschafft - das nächste Mal muss das aber besser werden!"

    Im lernen sind wir alle Kinder. ;)
    Erfolg...lux

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re: übersprungshandlung

      Hallo Pollux




      Und du bestimmst wie oft das vorkommen darf? ;)
      das verstehe ich nicht. Ich kenne die Person nicht, aber ich gehe immer erstmal davon
      aus, dass jemand in einer Beziehung etwas nicht bösartig und
      mit Absicht vergisst.
      Das auf gar keinen Fall, da steckt keineswegs eine Absicht dahinter. Ich denke mal es wurde als nicht so wichtig eingestuft und somit vergessen. Solche Situationen wie du schilderst werden mir vor allem von Frauen über :ihre Männer erzählt.Inzwischen denke ich mir, dass es ein Mischung aus :einer anderen Wahrnehmung und Faulheit ist.
      Was genau meinst du mit anderer Wahrnehmung ? Was genau nimmt der Mann denn anders wahr als die Frau? Verhalten zu ändern kostet Energie.
      Ja das stimmt, wobei es sicherlich noch wichtig zu wissen ist, welche Ursache zu Grunde liegt. Wenn es einfach nur Faulheit ist, lässt sich das bestinmmt leichter abstellen als eine tieferliegende Ursache, wie z.B. Depressionen o.ä. Viele Männer haben eine leichten Tunnelblick.
      Womit was genau gemeint ist im Gegensatz zu Frauen? EIN Ding zur Zeit. Das schnelle Hin- und Her Schalten - dass
      viele dann 'Multitasking' nennen
      Ach so. Nur sehe ich nirgends Multitasking darin, etwas, dass ich verstanden habe, später umzusetzen. Er macht ja nicht mehrere Dinge gleichzeitig in dem Moment. Aber vielleicht kannst du es mir ja versuchen zu erklären? Was du ausprobieren kannst ist das sehr konsequente ignorieren
      wenn er was falsch macht, und das richtige und gute 'loben',
      wenn es gut geht.
      Das muss ich wirklich erstmal üben, normalerweise spreche ich sowas an, wenn wir zu zweit ganz entspannt sind und gerade nichts um die Ohren haben.
      Dann erzähle ich meinem Partner, was mir Positives aufgefallen ist.
      Sonst sage ich meistens auch noch als zweites, was meiner Meinung nicht so gut gelaufen ist ("was vielleicht noch hätte besser sein können ist..., weil...") und warum. Ich sollte vllt nur noch positiv formulieren, das kommt bestimmt am besten an. Ist schwierig da den guten Ton zu treffen.
      Ja genau, das ist eine schwierige Sache. Er soll sich ja nicht verarscht fühlen.
      Er durchschaut so etwas leider sofort und denkt er ist ein Hund und ich will ihn dressieren. Das geht dann richtig nach hinten los. Das liegt in der Familie. Seine Mutter sieht hinter allem und jedem etwas... Wer etwas neues lernt und nur für das kritisiert wird was er
      falsch macht verliert bald die Lust.
      Ja, finde ich auch.
      Nur bei manchen kommen Dinge nicht an, wenn die Kritik nicht stark genug formuliert wurde. So nach dem Motto " naja so schlimm hat se ja nicht reagiert, kann ja nicht so schlimm sein dann" Im lernen sind wir alle Kinder. ;)
      Das unterschreibe ich zu 100%

  4. Antwort von nach 23 Stunden 1 hilfreich
    Re: Gibt es einen Fachbegriff dafür?

    Hallo, Zum Beispiel: man bespricht eine Erziehungsmethode für seine
    Hunde, aber der Partner hält sich später nicht mehr dran,
    benutzt je nach Lust und Laune untersch. Kommandos und achtet
    allgemein nicht mehr auf Konsequenz. Jedesmal die Ausrede, er
    hätte es vergessen. Ok, kann mal vorkommen. Aber wenn es
    andauernd passiert???
    Subversive Verweigerungshaltung? :)

    Gruß
    Heidi



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