Wie Kindheitstrauma brechen?

Hallo,

wir hatten letztens im Freundeskreis eine interessante Diskussion, wie man Kindheitstrauma durchbrechen kann. Konkret ging es um durch den Stiefvater „eingeredete“ Schuldgefühle. Es kristallisierten sich zwei Meinungen heraus:

  1. Konfrontation
    Engen Kontakt mit jemandem halten, der immer wieder in die gleiche Kerbe haut und Stärke zeigen. Selbst wenn derjenige, der in die Kerbe haut, der Ehepartner ist.

  2. Ausruhen
    Enge Kontakte zu Leuten, die Schuldgefühle einreden wollen, meiden. Anstelle dessen jemanden suchen, der extrem Kooperativ ist.

Warum machen Leute das überhaut, anderen Schuldgefühle einreden meien ich? In dem von uns diskutierten Fall wurde auf fast alles was der Mann als Junge gemacht hat, laut schimpfend oder gar mit Schlägen reagiert. Seies es Streiche seiner Schwester, schlechte Klassenarbeiten gewesen oder einfach, dass er etwas fallen gelassen hat. Jeder Fehler wurde vom Stiefvater wie ein Weltuntergang behandelt. Kann es sein, daß der Stuefvater selbst Schuldgefühle, Unsicherheit oder Minderwertigkeitskomplexe hatte?

Resultat jedenfalls war, daß der Mann (der Sohn von dem Stiefvater) mit seiner Ehefrau nicht mehr zusammenleben konnte, da sie - wenn auch nicht so extrem - sich ähnlich wie der Stiefvater entwickelte. Dazu gleich die nächste Frage, ziehen sich solche Leute an?

Wir freuen uns auf Antworten
L&M

Hallo !

Also erst einmal entwickelt man wahrscheinlich mit einer solchen miesen Kindheit ein ganz spezielles Ohr für Aussagen, in denen sich die eigene Abwertung verbergen könnte. Man nimmt selektiv nach den Vorerfahrungen gefärbt, die Umwelt wahr. Hinzukommt, dass man vermutlich den Kontakt zu Menschen leichter hält, die das eigene Selbstbild („Ich kann nichts, bin ein Versager…“) widerspiegeln.

Warum machen Leute das überhaut, anderen
Schuldgefühle einreden meien ich? In dem
von uns diskutierten Fall wurde auf fast
alles was der Mann als Junge gemacht hat,
laut schimpfend oder gar mit Schlägen
reagiert. Seies es Streiche seiner
Schwester, schlechte Klassenarbeiten
gewesen oder einfach, dass er etwas
fallen gelassen hat. Jeder Fehler wurde
vom Stiefvater wie ein Weltuntergang
behandelt. Kann es sein, daß der
Stuefvater selbst Schuldgefühle,
Unsicherheit oder
Minderwertigkeitskomplexe hatte?

Hallo,
ich denke dass der Stiefvater ein unbeherrschter Mensch ist, der sehr unzufrieden ist und sich diese Unzufriedenheit in Agression ausdrückt. Selten, aber ab und zu kenne ich das von mir, dass ich auch eine Unzufriedenheit verspüre und ich dann über Nichtigkeiten wütend werde. Da ich jedoch immer überlege ob ich an anderen Tagen auch so wütend werden würde, lasse ich das dann nicht an meiner Partnerin aus. Beispiel: Zahncremetube nicht verschlossen oder Betten nicht gemacht - Wenn ich gut gelaunt bin, kann mich so etwas nicht belasten. Bin ich jedoch nicht ausgeglichen, kann das zu einen Agressionsausbruch führen. Ist man jetzt nicht in der Lage das zu kontrollieren und ist man zudem sehr häufig unzufrieden oder unausgeglichen, äußert sich das in permanenten nörgeln oder schuldzuweisungen wie im vorliegenden Fall.

Resultat jedenfalls war, daß der Mann
(der Sohn von dem Stiefvater) mit seiner
Ehefrau nicht mehr zusammenleben konnte,
da sie - wenn auch nicht so extrem - sich
ähnlich wie der Stiefvater entwickelte.
Dazu gleich die nächste Frage, ziehen
sich solche Leute an?

Der Sohn hatte als Kind keine Möglichkeit sich gegen den unbeherrschten Vater durchzusetzen, deshalb hat er sich an eine passive Art der Reaktion auf die Beschimpfungen gewöhnt. Er wird vermutlich auch mit einer inneren Wut über diese neuerliche Art der Behandlung reagieren und schnell resignieren.

So würde ich die Sache sehen. Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.

Gruß
Ivo Becker-Dujardin

Hallo,
Konfrontation ist auf jeden Fall hilfreicher als weglaufen oder wegdenken!
Und dann kommt eventuell der Punkt, wo man merkt: das war nicht ich selbst der/die so reagiert hat, sondern das wurde mir so einsuggeriert.
ti

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Hallo,

wir hatten letztens im Freundeskreis eine
interessante Diskussion, wie man
Kindheitstrauma durchbrechen kann.
Konkret ging es um durch den Stiefvater
„eingeredete“ Schuldgefühle. Es
kristallisierten sich zwei Meinungen
heraus:

  1. Konfrontation
    Engen Kontakt mit jemandem halten, der
    immer wieder in die gleiche Kerbe haut
    und Stärke zeigen. Selbst wenn derjenige,
    der in die Kerbe haut, der Ehepartner
    ist.

  2. Ausruhen
    Enge Kontakte zu Leuten, die
    Schuldgefühle einreden wollen, meiden.
    Anstelle dessen jemanden suchen, der
    extrem Kooperativ ist.

hallo,

ich glaube das jeder das für sich selber entscheiden muss.
ich selber kenne das, weil an mir laut meiner mutter alles falsch war/ist. Jahrelang, nein jahrzehntelang bin ich wie ein hund hinter ihr hergewinselt und habe versucht eineinziges mal ein nettes wort zu ergattern, aber ohne ergebnis.

heute habe ich nichts mehr mit der frau, die mich geboren hat zu tun, und ich habe eine neue lebensqualität gefunden, einen supertollen partner, ein supertolles kind und supertolle freunde.
kein mensch kann mir mehr einreden das ich doof sei, hässlich bin und zu nichts tauge, und ich glaube das das auch nur so lange geht, bis man begreift, das familie, und hier auch stiefvater nicht bedeutet, das man verwandt ist. manchmal ist es für enen selber hilfreich, das man sich von den leuten die einen nichts gutes wünschen, emotional trennt.
ich glaube nicht das das ein wegllaufen ist, weil man mit fremden, die einen böses tun ja auch nichts zu tun haben will und sich distanziert.

wer die kraft hat, sich einzugestehen, das das lebensglück nicht von den aussagen der familienmitglieder abhängt, der kann in der zukunft auch lernen sich selber gern zu haben und geht mit sich dann auch freundlicher um.
ändern tut man die meinung der madigmacher sowiso nicht, weil die unfähig sind sich ihre unfähigkeiten einzugestehen.
aber manche brauen es auch, sich mit dem peiniger auseinander zu setzen, obs hilft, da stereiten sich die psychologen…

gruß

sonja

Warum machen Leute das überhaut, anderen
Schuldgefühle einreden meien ich? In dem
von uns diskutierten Fall wurde auf fast
alles was der Mann als Junge gemacht hat,
laut schimpfend oder gar mit Schlägen
reagiert. Seies es Streiche seiner
Schwester, schlechte Klassenarbeiten
gewesen oder einfach, dass er etwas
fallen gelassen hat. Jeder Fehler wurde
vom Stiefvater wie ein Weltuntergang
behandelt. Kann es sein, daß der
Stuefvater selbst Schuldgefühle,
Unsicherheit oder
Minderwertigkeitskomplexe hatte?

Resultat jedenfalls war, daß der Mann
(der Sohn von dem Stiefvater) mit seiner
Ehefrau nicht mehr zusammenleben konnte,
da sie - wenn auch nicht so extrem - sich
ähnlich wie der Stiefvater entwickelte.
Dazu gleich die nächste Frage, ziehen
sich solche Leute an?

Wir freuen uns auf Antworten
L&M

Danke für die Anregungen, aber …
Danke für die vielen Anregungen. Der Punkt, der uns am wichtigsten war, ist aber noch etwas unklar:

Dieser Mann, dem durch seinen Stiefvater offenbar Minderwertigkeits- und Schuldkomplexe eingeredet wurden, ist mit einer Frau verheiratet, die immer in genau diese Kerbe schlägt und ihn auch für alles „schuldig“ spricht. Und er fühlt sich wirklich für alles verantwortlich, wenn er auch nur die geringste Chance gehabt hätte, es zu ändern. „Hätte ich nur …“, „Wäre ich nur …“ - so fängt er fast jeden zweiten Satz an.

Wir sind der Meinung, daß er für seine eigene Gesundheit diese Ehe beenden muß, denn sie ändert sich trotzt mehrmaliger Versuche nicht. Wir sind eh der Meinung, daß Menschen sich nicht ändern lassen, man kann nur sich selbst ändern. Aber ob er das in der Ehe schafft?

Eine andere Freundin sagt aber nun, es wäre „Davonlaufen“ und würde ihm gar nichts helfen. Er solle gefälligst in der Ehe bleiben, schon wegen der Kinder. Allerdings leiden irgendwie auch die Kinder schon unter der Situation. Und momentan sieht es so aus, als würde er auf sie hören, vermutlich da sie ihm ja eigentlich schon wieder Schuldgefühle einredet.

Was ist nun besser? Per Email, derjenige wollte hier im Forum nicht öffentlich schreiben, haben wir außerdem schon einen anderen Kontakt zu jemandem gefunden, der ähnliches erlebt hat, aber schon etwas weiter in der Sache ist. Wer also privat schreiben möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

Danke
L&M

Es ist immer kritisch, zu sagen: Trenn Dich. Die Entscheidung kann nur einer treffen: Er selbst. Meiner Meinung nach habt Ihr recht, aber das ist eben nur eine Meinung.

Ist Euch schon mal aufgefallen: Menschen, die z.B. in ihrer Kindheit geschlagen wurden, schlagen häufig ihre Kinder selbst oder (im Fall von Frauen) „suchen“ sich gewalttätige Ehemänner. Ich kenne eine Familie, in der die Großmutter von ihrem Mann verprügelt wurde, deren Tochter ging es ebenso, und deren Tochter widerum hat nun den dritten Ehemann: Alle drei Männer haben sie geschlagen.

Was ich mit diesem unschönen Beispiel sagen will ist: Kindheitstraumata sind schwer zu brechen. Und wenn man es nicht schafft, sie aufzuarbeiten und sie zu besiegen, dann landet man immer wieder in diesem Teufelskreis aus „Schuld und Sühne“. Und da kommt man nur aus eigener Kraft raus.

Einem anderen guten Freund von mir ging es genauso: Sein Vater Säufer, er schlug seine Frau und die drei Kinder. Mein Freund fing mit 20 auch an zu trinken. Er litt zeitlebens unter Schuldgefühlen. Und heiratete eine Frau, die diese Schuldgefühle hervorragend auszunutzen wußte. Der Teufelskreis eben. Die beiden bekamen ein Kind. Und während dieser Freund von mir immer weiter trank, ging langsam seine Ehe kaputt. Dann passierte etwas, was ihn total veränderte: Seine Kleine war irgendwie unartig, und fast wäre ihm die Hand ausgerutscht und er hätte sie geschlagen. In dem Moment wurde er wach, und er sah, daß er auf dem besten Wege war, ein Abziehbild des von ihm gehaßten Vaters zu werden. Er machte eine Entziehung, danach eine Therapie. Während der drei Jahre in therapeutische Behandlung trennte er sich von dieser Frau. Mittlerweile ist er seit 5 Jahren trocken, hat eine neue Freundin, und die beiden sind sehr glücklich. Seine Tochter liebt ihn abgöttisch, und er kümmert sich viel um sie. Ich habe selten einen besseren Daddy erlebt.

Das hat er ganz allein geschafft. Seine Frau war im dabei alles andere als eine Hilfe. Sie versucht auch heute noch, ihm Schuldgefühle einzureden. Aber mittlerweile gelingt ihr das nicht mehr.

Kein Rat, keine Hilfe, nur eine Geschichte zum Nachdenken.

Lieben Gruß, Nike

Da man sich anscheinend wirklich immer den Partner sucht, der ausgezeichnet zu den eigenen Macken paßt, war auch ich lange mit einem Mann verheiratet, der mich emotional und psychisch „kleingemacht“ hat. Wenn ich ihn damit konfrontiert habe, hat er alles abgestritten - ich würde mir was einbilden und sei ja anscheinend nicht ganz dicht und dergleichen mehr. D.h. die Konfrontation hat insofern nichts gebracht, als er ja gar keine Lösung dieser elenden Situation wollte, das Ergebnis war immer nur ein „mehr desselben“.
Am Ende war ich so kaputt und verwirrt, daß ich mich nicht mal mehr selber von ihm trennen konnte - das mußte letztendlich er tun… (Schande…)
Und seitdem geht´s mir richtig gut! Die Mechanismen, die in dieser Beziehung abgelaufen sind, konnte ich eigentlich erst nach der Trennung verstehen und bewerten.
Deshalb (langer Rede kurzer Sinn) glaube ich, daß eine Trennung besser ist als ein Verharren in der Situation und eine ständige Wiederholung der immer gleichen destruktiven Spielchen. Wie Sonja weiter unten gesagt hat: sich abwenden von denen, die einem nicht guttun, lernen, sich um sich selbst zu kümmern und sich selber gern zu haben. M.E. ist das kein Davonlaufen, sondern ein wichtiger Schritt zur Selbstheilung.
Alles Gute für Euren Freund und
liebe Grüße von Daisy

Eine andere Freundin sagt aber nun, es
wäre „Davonlaufen“ und würde ihm gar
nichts helfen. Er solle gefälligst in der
Ehe bleiben, schon wegen der Kinder.

… schon wegen der Kinder … zusammen zu bleiben ist der schlechteste Grund :frowning:(((

Denn was haben die von einem Elternpaar, das kein Paar mehr ist ?

Ausserdem wird automatisch (leider, leider) ihnen die Schuld dafür zugeschoben, DASS man noch zusammen ist … keine Rolle, die ein Kind ausfüllen kann, zumal es ja wirklich nichts dafür kann, dass es auf der Welt ist … und dann gleich verantwortlich sein, für das Unglück eines anderen Menschen ??? Sehr fraglich …

Gruß Hexerl :frowning:
*deren Mann auch „Schuld“ ist am Unglück seiner Mutter*

Kinder & Scheidung: du hast ja so recht!
So viele bleiben aus genau diesem Grund zusammen. Der Freund, von dem ich in meinem letzten Posting erzählt habe (der sich aus seinem Alkoholismus und seiner Ehe befreit hat) bekommt von seiner Ex-Frau auch immer zu hören, daß er an allem Schuld sein, daß er sie nie hätte verlassen dürfen, weil das Kind ja da war.

Jede Ehe, die nur wegen der Kinder (noch) besteht, ist eine Ehe zu viel.

Ich weiß, wovon ich rede. Die Ehe meiner Eltern war kaputt, als ich zwei war. Die Scheidung erfolgte, als ich gerade zwölf geworden war. 10 Jahre. Alle, die „wegen der Kinder“ zusammenbleiben, sollten sich das vor Augen halten:

10 Jahre, in denen ich spürte, daß alles irgendwie falsch war. 10 Jahre, in denen ich merkte, daß meine Eltern logen, emotional logen. 10 jahre, in denen ich nicht wußte, was ich denken sollte. 10 Jahre, in denen ich litt, weil ich sah, daß meine Eltern unglücklich waren. 10 Jahren, in denen ich meine Mutter unter dem Druck der Beziehung immer mehr schrumpfen sah, menschlich schrumpfen. 10 Jahre mit dem Grfühl, daß das alles nicht richtig ist, nicht wahr. 10 Jahre, in denen ich mich schuldig fühlte.

Und wohlgemerkt: Weder mein Vater noch meine Mutter haben mir das jemals explizit vorgeworfen. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Dinge Kinder einfach WISSEN.

Als ich dann 10, elf Jahre alt wurde, konnte ich es endlich in Worte fassen. Und habe meine Mutter gebeten, sich doch zu trennen. In diesem Moment fiel ihr auf, daß es ein Fehler gewesen war. Sie konnte nichts dafür, und ich habe ihr diesen Fehler nie vorgeworfen: Sie war selbst Kriegswaise und hatte immer so sehr einen Vater haben wollen, und sie dachte immer, besser ein schlechter Vater als gar keiner. Sie wußte es nicht besser.

Um dieser traurigen Geschichte ein happy end anzufügen: In den Jahren nach der Scheidung durfte ich erleben, wie meine Mutter zu der starken, unabhängigen, vor Energie sprühenden und humorvollen Frau wurde, die sie immer hätte sein sollen, und vielleicht auch immer irgendwo war. Ich selbst habe sehr lange gebraucht, um diese 10 Jahre zu verkraften. Viel Zeit, viel Mühe und viele kaputte Beziehungen. Aber mittlerweile habe ich mich freigestrampelt. Das war ich mir schuldig, und irgendwie auch den Kindern, die ich vielleicht irgendwann mal haben werde.

Aber diese 10 Jahre hätten mir erspart bleiben können. Und ich möchte wirklich alle Eltern bitten, ihren Kindern so etwas zu ersparen. Eine kaputte Beziehung nur wegen der Kinder aufrecht zu erhalten, das hilft niemandem. Und am allerwenigsten den Kindern selbst.

Lieben Gruß, Nike
*die seit über drei Jahren in einer glücklichen Beziehung lebt*

Liebes Pegan Couple,

Die lockere „interessante Diskussion“ mündete also in die Frage wie durchbricht man eine Haltung, die aus einem Kindheitstrauma entstanden sein kann?!

ICh glaube, daß es hier nichts zu brechen geben darf. Die Gefahr, hier etwas zu wiederholen und Schaden zu stiften, ist einfach zu groß. Klar, es gibt „konfrontative“ Therapieansätze. Grundsatz muß sein, wie richtig erwähnt, Vertrauen. Also: eine Beziehung, die eben nicht das Störende, Krankmachende wiederholt.
Nun gibt es etwa 5 Methoden, die dazu geeignet und auch anerkannt sind. Ich selber halte zwei für besonders gut: die psychoanalytische und die analytische Körperarbeit, allerdings nicht zugleich anwendbar.
Ihr seht, die Diskussion auf der Ebene fortsetzen, hieße, über die Schicksalsthematik eines anderen Menschen spekulieren. Meine Anregung ist: diesen Menschen zu Wort kommen lassen, wenn er/sie glaubt, das nun nützen zu können.
V.E.

Hallo V.E.

Liebes Pegan Couple,

„pagan“ - das ist Englsich und bedeutet „heidnisch“, hat aber etwas differenziertere Bedeutung als das deutsche Wort.

Die lockere „interessante Diskussion“
mündete also in die Frage wie durchbricht
man eine Haltung, die aus einem
Kindheitstrauma entstanden sein kann?!

Jein, wir waren schon alle der Meinung, daß er nur selbst seinen Weg gehen kann. Aber Wo sich die Geister geschieden haben, war was wir gut finden und was nicht - insbesondere für die Kinder. Und diese Freundin, die wir erwähnt haben, hat uns ja schon fast Schuldgefühle eingebracht, wie wir nur für Scheidung plädieren könnten. Wie das erst auf ihn wirken muß?

ICh glaube, daß es hier nichts zu brechen
geben darf. Die Gefahr, hier etwas zu
wiederholen und Schaden zu stiften, ist
einfach zu groß. Klar, es gibt
„konfrontative“ Therapieansätze.
Grundsatz muß sein, wie richtig erwähnt,
Vertrauen. Also: eine Beziehung, die eben
nicht das Störende, Krankmachende
wiederholt.

Ganz unsere Meinung. Daß es hier im Forum beide Meinungen gab ist gut, so haben wir nochmal neue Argumente gehört. Dennoch ist es für uns persönlich wichtig, daß offenbar viele so denken wie wir. Summa sumarum können wir festhalten, die Problematik an sich ist viel zu kompliziert, um so allgemein darüber zu reden, man müßte eigentlich noch viel mehr auf die Umstände eingehen. Dennoch haben wir hier viele Anregungen mitgenommen.

Nun gibt es etwa 5 Methoden, die dazu
geeignet und auch anerkannt sind. Ich
selber halte zwei für besonders gut: die
psychoanalytische und die analytische
Körperarbeit, allerdings nicht zugleich
anwendbar.

Wir leiten das mal weiter. Auch wenn wir mit den Begriffen nichts anfangen können.

Ihr seht, die Diskussion auf der Ebene
fortsetzen, hieße, über die
Schicksalsthematik eines anderen Menschen
spekulieren. Meine Anregung ist: diesen
Menschen zu Wort kommen lassen, wenn
er/sie glaubt, das nun nützen zu können.

Wir glauben schon, daß man solche Situationen zum Anlaß nehmen kann, über das Thema zu sprechen - und es auch tun sollte. Aber uns ist auch klar, daß wir hier das Problem nicht lösen können. Ich nehme an, das hast du gemeint?

Blessed Be
L&M

Hallo Nike,

Jede Ehe, die nur wegen der Kinder (noch)
besteht, ist eine Ehe zu viel.

Ich weiß, wovon ich rede. Die Ehe meiner
Eltern war kaputt, als ich zwei war. Die
Scheidung erfolgte, als ich gerade zwölf
geworden war. 10 Jahre. Alle, die „wegen
der Kinder“ zusammenbleiben, sollten sich
das vor Augen halten:

10 Jahre, in denen ich spürte, daß alles
irgendwie falsch war. 10 Jahre, in denen
ich merkte, daß meine Eltern logen,
emotional logen. 10 jahre, in denen ich
nicht wußte, was ich denken sollte. 10
Jahre, in denen ich litt, weil ich sah,
daß meine Eltern unglücklich waren. 10
Jahren, in denen ich meine Mutter unter
dem Druck der Beziehung immer mehr
schrumpfen sah, menschlich schrumpfen. 10
Jahre mit dem Grfühl, daß das alles nicht
richtig ist, nicht wahr. 10 Jahre, in
denen ich mich schuldig fühlte.

im Namen unseres gemeinsamen Freundes, dem wir deinen Artikel zugeschickt haben: tausend Dank für diese Aussage! Er sagte, daß bei ihm zwar alles anders laufen KÖNNTE, aber an deinem Beispiel hat er gesehen, daß es auch viel schlechter laufen könnte, als bei einer Scheidung. Mit anderen Worten, er wird von der Mutter getrennt weiterleben, will aber versuchen, den Kindern dennoch ein guter Vater zu sein, immer für sie da zu sein. Und offenbar werden „Vater und Mutter“ als Eltern auch miteinander zurechtkommen.

Insgesamt muß ich sagen, waren die Anregungen und positive wie negative Kritik, die wir hier im Forum und persönlich per Email bekommen haben, sehr wertvoll für uns - und vor allem für unseren Freund. Ganz herzlichen Dank.

Blessed Be
L&M