hab lange überlegt, ob hier oder in Lust und Liebe, denke hier ist es besser aufgehoben.
Der Titel sagt ja schon alles, aber eine kurze Erklärung
mag ich doch abgeben. Bin ja schon ganz am Ende der 30 ange-
langt, war im Leben noch nie wirklich eifersüchtig, na die
normalen Kleinigkeiten klar, aber was mir in meiner jetzigen
Beziehung passiert, macht mir Angst, nicht um die Beziehung,
eher um mich. Da es eine der ohnehin schon schwierigen Fern-
beziehungen ist, kann man Eifersucht, so wie ich sie jetzt erlebe nun wirklich nicht gebrauchen. Diese Eifersucht nimmt
bei mir Formen an, die mich erschrecken. Ich seh hinter allem
irgendwas. Natürlich äußere ich mich nur ganz selten offen meinem Freund gegenüber, schl. ist man gut erzogen, hat seinen Stolz und will nicht nerven. Aber mich schmeissen wirklich
schon die geringsten Sachen in eine Art „Gefühlschaos“, dem
ich recht schnell und recht gut beikommen möchte. Nur ein
Beispiel: Wir telefonieren (log.weise oft und viel) und er
sagt mir, daß er die ganze Woche über geschäftl. ins Ausland
muß. Kein Thema eigentlich, nur die Tatsache, dass er es mir
erst 2 Tage vorher sagt (was ja eigentlich überhaupt keine
Konsequenz für mich hat), wirft mich um. Ich bin tagelang fix
und fertig, nicht gut zu sprechen und weinerlich (was überhaupt
nicht meine Art ist und Freunden und Bekannten schon negativ
auffällt). Was ich sagen will, dass die Logik in der Denkweise
bei mir völlig deutlich vorhanden ist, die Gefühle dem aber
so krass entgegen stehen, daß ich mich dem nicht entziehen kann.
Wie kann man damit besser umgehen, ich will nicht so runter-
gezogen werden, schl. hab ich Kinder und ich lebe viel zu gern,
als ständig diesen Stimmungen ausgesetzt zu sein. Er weiss davon und ist nun übervorsichtig, was es nur noch schlimmer macht. Ich
weiss genau, er kann da nicht viel tun, dass muß ich in den Griff bekommen. Nur wie?? Kann mir jemand helfen oder einen
Ratschlag geben (auch wenns sich hier viell. nicht so anhört, es
ist sehr sehr belastend für mich)?
Vielen Dank und frohe Pfingsten
D.
Hallo D.,
m. E. gehört dieses Thema sehr wohl in dieses Brett und wenn Du ein wenig „stöberst“, wirst Du dazu auch schon ganz viel finden. Meine Meinung dazu in Kürze: Die Ursache für Eifersucht liegt IN ALLER REGEL bei dem/der, die sie hat bzw. darunter leidet (Stichwort: Selbstwertgefühl). Darüber hinaus könnte eine falsche/überzogene Erwartenshaltung an die Beziehung bzw. an den Partner die Eifersucht begründen. Zu diesem Thema gibt es m. E. ein sehr hilfreiches Buch von Peter Schellenberger „Das Nein in der Liebe“.
Hallo Heidi-Dilarah,
da können wir uns die Hand geben. Solche Gefühle kenne ich auch. So kann ich Dir nur schreiben, wie ich bisher damit umgegangen bin:
Dieses Neben-sich-sein und seine Gefühle und Verstand nicht in einen Topf zu bekommen, habe ich immer, wenn sich irgendetwas schleichend verändert. Auf plötzliche und gravierende Veränderung reagiere ich anders.
Dabei habe ich herausgefunden, dass diese Unruhe sich z.B. dann bemerkbar macht, wenn mein Mann in Umbruchstimmung ist, will etwas verändern, ist unzufrieden und zieht sich zurück.
Wenn Dein Freund viele Geschäftsreisen mit mehrtägigem Wegsein absolviert, dann geht das immer mit einer Trennung einher, und zieht kurz- oder langfristig Veränderungen bei ihm nach sich: viel gesehen, viel erlebt, vieles muß verdaut und bedacht werden. Vielleicht zieht er sich dann ein wenig zurück. Und das hinterläßt bei Dir das Gefühl: „komme ich noch bei ihm vor?“
Diese Frage würde ich mir jedenfalls stellen. Ich mag gern ein offenes Wort, und würde ihm mal locker über den Tisch mitteilen, wenn es gerade in Dir hoch kocht, dass ich zur Zeit ein wenig mehr Zusammensein gebrauchen könnte.
Vielleicht tust Du Dir Unrecht. Ich bin mir nicht sicher ob man dieses Gefühl als Eifersucht bezeichnen kann. Aber Verlustangst finde ich als Begriff auch zu mächtig.
Ich finde, dass jede Beziehung ihre Nähen und Distanzen brauchen, was leider von den Partnern nicht immer zum gleichen Zeitpunkt empfunden wird. Aber wenn Dein Freund ein Netter ist, dann wird er Verständnis für Dich zeigen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Gefühlsleben und mein Verstand so umsorgt werden wollen wie meine beiden Kinder (die in ihrer Unterschiedlichkeit beide liebenswert sind). Wenn Du eines vernachläßigst, dann bist Du nur ein halber Mensch.
Noch ein Tipp:
Als begeisterte Nutzerin homöopathischer Mittel habe ich gute Erfahrungen mit Lycopodium gemacht. Dieses Mittel hilft bei Menschen, die innerlich verunsichert sind. Vielleicht hast Du einen Arzt, der Dir dazu rät, und Dir die richtige Dosierung verschreiben kann. Mir hat es mal geholfen, als ich ziemlich am Boden war.
viele Grüße
Claudia
Vielen Dank
Euch beiden, den Buchtipp nehm ich gern auf, aber bes. Claudia,
ich hab vieles davon, was Du schreibst für mich übertragen
können…nur Mittelchen, auch homoepath. mag ich nicht,
ich bin Dir sehr dankbar, weil manchmal schon ein anderer
Blickwinkel zum Geschehen reicht, um seine eignen Sachen anders
einzuordnen und tatsächtl. es sind die Veränderungen und die
Distanz, die mir zu schaffen machen. Nur hab ichs so noch gar
nicht gesehen.
Nochmal danke und …wer hat schon gesagt, das die Liebe einfach ist…
H.-D.