Welcher Arzt bei Depr.?

Hallo Experten,

da ich glaube das ich unter einer Depression leide möchte ich nun endlich zu einem Arzt gehen da ich es nicht mehr aushalte bzw. mich vor mir selber fürchte.
Nun war ich noch nie wegen psychischer Probleme bei irgendeinem Arzt.

Muß ich erst zum Hausarzt, der mich dann nach einer Prüfung überweist oder kann ich gleich zu einem Psychíater?

Die Variante mit dem Hausarzt würde ich gerne bleiben lassen da ich dann dem ja darüber erzählen müßte, was mir die größten Probleme bereitet.Schließlich ist es ja auch nicht einfach mal zu einem Arzt zu gehen und dann reichts wenn ich gleich beim Richtigen bin.

Auf jeden Fall ists bestimmt schwer auch noch den richtigen Doktor zu finden.
Hoffentlich könnt ihr mir ein paar Tipps geben !

Danke im vorraus

Herbert

Hallo Herbert,

das Beste ist, du lässt dir von deiner Krankenkasse eine Liste geben, welche Psychiater in deiner Nähe von ihr anerkannt werden. Damit ersparst du dir den Hausarzt. Dann suchst du dir einen aus und erklärst ihm die Sache. Fertig. Und keine Angst: Wenn du nicht zufrieden bist, gehst du eben zu nächsten. Frag vielleicht gleich bei der Anforderung der Liste nach, wie oft du innerhalb eines Quartals wechseln darfst. In der Regel ist das aber unproblematisch.

Herzliche Grüße und viel Erfolg

Thomas Miller

Psychotherapeuten
Hi Herbert

nach dem neuen Psychotherapeutengesetz brauchst du nicht mehr wie früher zuerst eine Überweisung von einem Arzt. Der Weg ist also so, wie ihn unten Thomas Miller beschreibt: Bei deiner Krankenkasse oder Krankenversicherung bekommst du eine Liste -

Aber: Laß dir eine Liste von Psychotherapeuten geben, nicht von Psychiatern…

Gruß
Metapher

Hallo Metapher,

Aber: Laß dir eine Liste von Psychotherapeuten geben,
nicht von Psychiatern…

das ist eine Frage der Gewichtung, zumal nach einem Arzt gefragt wurde.

Aber natürlich hast du Recht, und ich danke dir für die Bemerkung. Die Listen der Krankenkassen enthalten in der Regel übrigens beides, weil es für den Patienten meistens unerheblich ist, welcher Profession derjenige angehört.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Herbert,

da ich glaube das ich unter einer Depression leide möchte ich
nun endlich zu einem Arzt gehen da ich es nicht mehr aushalte
bzw. mich vor mir selber fürchte.
Nun war ich noch nie wegen psychischer Probleme bei
irgendeinem Arzt.

Du brauchst dich wegen deines Leidens nicht zu schämen. Eine Depression ist eine Gemütskrankheit, die (vermutlich) durch eine Fehlsteuerung der Neurotransmitter im Gehirn ausgelöst wird, also genauso wenig eine Schande wie Diabetes. Du bist deswegen weder verrückt noch ein Versager oder Trottel. Die richtige Medikation führt im Schnitt nach drei Wochen zu einem Verschwinden der depressiven Symptome.

Muß ich erst zum Hausarzt, der mich dann nach einer Prüfung
überweist oder kann ich gleich zu einem Psychíater?

Beiden Wege sind möglich. Mit einem Facharztschein kannst du jederzeit zu einem Psychiater. Erkundige dich bei der Ärzekammer nach einem auf Depressionen spezialisierten Psychiater. Da die Krankheit so weit verbreitet ist, gibt es schon Spezialisten dafür.

Hoffentlich könnt ihr mir ein paar Tipps geben !

Ich leide seit ca. 40 Jahren an Depressionen, bin seit 5 Jahren in Behandlung, mache jetzt eine Langzeitprophylaxe und bin im Allgemeinen gut drauf. Ein paar Tipps:

  • Es kann ein paar Versuche brauchen, bis der Arzt das für dich am Besten wirksame Medikament heraußen hat, hier gibt es große individuelle Unterschiede. Lass dich nicht entmutigen!
  • Besonders günstig ist die Medikation in Kombination mit einer Psychotherapie. Manche Psychiater sind auch Psychotherapeuten.
  • Setz die Medikamente auf keinen Fall abrupt ab! Das führ meist zu einem bösen Rückfall.
  • Vermeide körperlichen und seelischen Stress. Bei mir treten die Depressionen meist auf, wenn ich überarbeitet oder sonstwie überfordert bin.
  • Kopf hoch und Ohren steif! du hast eine sehr kluge Entscheidung getroffen, zum Arzt zu gehen, halt durch!
    gruß,
    bb

Hi Metapher,

Aber: Laß dir eine Liste von Psychotherapeuten geben,
nicht von Psychiatern…

Für die Medikation braucht Herbert einen Psychiater, also einen Facharzt, weil der Psychotherapeut keine Medikamente verschreiben darf. Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber meist sinnlos.
gruß,
bb

Danke für eure Tipps!
Hallo

Nächste Woche werd ich mir (hoffentlich) mal ein Herz fassen und zur Krankenkasse gehen, wahrscheinlich erst mal anrufen. Die müßten mir die Liste ja auch schicken können.
Jedenfalls wird es mich bestimmt sehr viel Überwindung kosten zum Arzt zu gehen.
Ist gar nicht einfach das Ganze!
Was mich aber noch wurmt: Wenn jetzt von ärztlicher Seite tatsächlich feststeht das ich unter Depr. leide, wird dann nicht automatisch jedes Wehwehchen das ich habe erstmal darauf zurückgeführt? Es heißt ja das diese Krankheit viele andere Krankheiten auslösen soll. Und wenn ich mal wieder zum Hausarzt geh und über irgendwas klage, etwa Rückenschmerzen, der dann denkt, das ich eh depressiv bin und das keine wirklichen Schmerzen sind sondern nur Hirngespinste?? Oder wenn ich einen Unfall hab, z.B. mit dem Motorrad es dann gleich heißt: Na klar, depressiv, der ist bestimmt lebensmüde, kein Wunder! Und die Unfallversicherung: Das war kein Unfall, das war Absicht! Wir zahlen nicht…?!
Oje, so viele Fragen. Das sind aber die letzten, versprochen!

Herbert

Hallo Herbert,

erschrick jetzt nicht, aber diese Fragen sind höchstwahrscheinlich ein Symptom der Depression! Typisch ist nämlich das fruchtlose Grübeln, was wäre wenn und wer könnte was denken wenn.
Reiß dich zusammen, geh zum Arzt, je früher du das tust, desto schneller bist du deine quälenden Symptome los und wirst die Dinge auch wieder in der richtigen Perspektive sehen. warum leiden, wenns anders auch geht?
Kopf hoch,
bb
P.S. Es gibt auch anonyme, telefonische Beratungsstellen und auch im Internet Chatrooms zum Thema, wo du dir Mut holen kannst, wenn du momentan die Nerven wegschmeißen möchtest.

Ferndiagnose???
Hi barbara

Für die Medikation braucht Herbert einen Psychiater…

Sorry - aber da würde mich doch interessieren, auf dem Hintergrund welcher psychiatrischen Schule Du hier aus den geringen Andeutungen von Herbert gleich entnehmen kannst, was er braucht?

Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber meist sinnlos.

Könnte es sein, daß eine solche Quicky-Fern-Diagnose aus einer kurzen Bemerkung, die zunächst mal nichts anderes als eine depressiver Verstimmung beschreibt, etwas - will mal sagen - „unvorsichtig“ ist?

Das ist doch gerade - wie sich oben in Herberts letzter Antwort auch andeutet - der Grund, weshalb viele den ratsamen Schritt zu einer ersten psychotherapeutischen Beratung allzulange hinauszögern: weil sie Angst davor haben, in einer Ruckizucki-Diagnose auf irgendwas Dramatisches abgestempelt zu werden um dann mit Medikamenten vollgestopft zu werden.

Ich kann also Deine Postings hier nicht so ganz nachvollziehen (im Unterschied zu den höchst interessanten Beiträgen, die Du andern Orts schreibst)

Liebe Grüße
Metapher

3 „Gefällt mir“

Zustimmung
Hallo Barbara,

Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber meist sinnlos.

Davon abgesehen, daß sich über diese These diskutieren ließe, möchte ich mich Metapher anschließen.

Könnte es sein, daß eine solche Quicky-Fern-Diagnose aus einer
kurzen Bemerkung, die zunächst mal nichts anderes als eine
depressiver Verstimmung beschreibt, etwas - will mal sagen -
„unvorsichtig“ ist?

Ich lasse Dein Posting natürlich stehen - Deine Meinung will ich nicht zensieren. Aber, und da zitiere ich mal die Brettbeschreibung:
"In diesem Forum findet Ihr zwar unter anderen auch etliche wirkliche Experten auf dem Gebiet der Psychologie. Dennoch möchte ich Euch bitten, zu beachten, daß eine medizinisch / psychologische Diagnose Eures Problems hier nicht erfolgen kann."

Wir können helfen, unter die Arme greifen, Tips geben. Eine Diagnose, ob, wer, welche Medikamtente braucht, kann hier nicht stattfinden.

Liebe Grüße, Nike

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hoppla!

Du brauchst dich wegen deines Leidens nicht zu schämen.

Hat Herbert denn geschrieben, daß er sich schämt? Aber jetzt hast Du ihn auf die Idee gebracht, daß es ansonsten ja doch etwas schämenswertes sein könnte?

Eine Depression ist eine Gemütskrankheit

„Gemütskrankheit“ seit Karl Jaspers: „Allgemeine Psychopathologie“ (1923 !!) nicht mehr gebräuchlicher Ausdruck, und auch dort bereits als laienhafter Ausdruck der Umgangssprache diskutiert.

… die (vermutlich) durch eine Fehlsteuerung der Neurotransmitter im Gehirn ausgelöst wird…

Na das beruhigt Herbert ja ganz gewiß, wenn’s weiter nichts ist als eine Fehlsteuerung in seinem Gehirn! *grübel* Da wir über Herbert’s Befinden wirklich nichts weiter wissen, als was er hier schreibt, könnte es genauso gut sein, daß ihm mit 2 Tafeln Schokolade auch schon geholfen wäre… Wie kommst du darauf, ihm eine Neurotransmitter-Fehlsteuerung zu diagnostizieren? Zumal das selbst bei einer bestimmten Art von tatsächlicher Depression (nämlich eben einer physiologisch ausgelösten… die aber gar nicht so leicht zu diagnostizieren ist, wie du das hier tust) nur eine mögliche bzw. vermutete Erklärung ist.

… also genauso wenig eine Schande wie Diabetes. Du bist deswegen weder verrückt noch ein Versager oder Trottel.

Hat Herbert denn geargwöhnt, daß seine unangenehme Verfassung eine Schande sein könnte? daß er sich deswegen als Trottel oder Versager einzustufen habe?

Meinst du nicht auch, daß eine „Beruhigung“ in einer Hinsicht, in der jemand überhaupt gar nicht beunruhigt ist, eine sichere Methode ist, ihn zu beunruhigen?

SO prima ich das finde, daß Du eigene Erfahrungswerte hier einbringst, aber Deine zwei Sätze:

Die richtige Medikation führt im Schnitt nach drei Wochen zu einem Verschwinden der depressiven Symptome…

und

Ich… bin seit 5 Jahren in Behandlung, mache jetzt eine Langzeitprophylaxe…

passen wirklich toll „beruhigend“ zueinander :smile:)

… Es kann ein paar Versuche brauchen, bis der Arzt das für dich am Besten wirksame Medikament heraußen hat, hier gibt es große individuelle Unterschiede. Lass dich nicht entmutigen!

Ja - laß dich nicht entmutigen, die „Ärzte“ experimentieren bloß ein bißchen mit deinem Gehirn bzw. mit deiner Gemütskrankeit herum - auch wenn wir bisher noch gar nicht wissen, ob - und wenn ja in welchem Sinne - du dich als „krank“ bezeichnen solltest.

Weißt du, ganau diese Umgangsform mit psychischem Unwohlsein macht es dringend geboten, zunächst einmal einfach ein beratendes Vorgespräch mit einem Psychotherapeuten zu machen…

Kopf hoch und Ohren steif!
erschrick jetzt nicht, aber diese Fragen sind höchstwahrscheinlich ein Symptom der Depression!
Typisch ist nämlich…
Reiß dich zusammen…

Wirklich! Treffliche Äußerungen, „wo du dir Mut holen kannst“… damit er dann endgültig „momentan die Nerven wegschmeißen möchte…“ ?

Hi Metapher

Sorry - aber da würde mich doch interessieren, auf dem
Hintergrund welcher psychiatrischen Schule Du hier aus den
geringen Andeutungen von Herbert gleich entnehmen kannst, was
er braucht?

Ich habe gesagt, dass Medikamente nur vom Psychiater, also vom Facharzt, verschrieben werden dürfen, nicht aber von einem Psychotherapeuten ohne fachärztliche Ausbildung. Dazu brauche ich kein Mitglied einer psychiatrischen Schule zu sein.

Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber meist sinnlos.

Könnte es sein, daß eine solche Quicky-Fern-Diagnose aus einer
kurzen Bemerkung, die zunächst mal nichts anderes als eine
depressiver Verstimmung beschreibt, etwas - will mal sagen -
„unvorsichtig“ ist?

Nein. Quicky hat sich dabei was gedacht. Quicky hat seit vierzig Jahren selbst Depressionen, hat eine Psychotherapie gemacht, wurde vom Psychotherapeuten schließlich selbst angeregt einen Facharzt zu konsultieren. Quicky hat Jahrzehntelang den Scheiß erlebt, wie die Krankheit mit Aufmuntern, Vorwürfen, etc. zu behandeln versucht wurde, sogar exorzieren wollten sie mich. Nicht zuletzt hat Quicky ein Buch über Depressionen geschrieben, das vom Leiter des Kriseninterventionszentrum Wien geprüft wurde und vom Leiter des Wiener Alfred Adler-Instituts zusammen mit seinen eigenen Schriften empfohlen wird.

Das ist doch gerade - wie sich oben in Herberts letzter
Antwort auch andeutet - der Grund, weshalb viele den ratsamen
Schritt zu einer ersten psychotherapeutischen Beratung
allzulange hinauszögern: weil sie Angst davor haben, in einer
Ruckizucki-Diagnose auf irgendwas Dramatisches abgestempelt zu
werden um dann mit Medikamenten vollgestopft zu werden.

Ich sehe nicht ein, warum du unterstellst, dass ein auf Depressionen spezialisierter Facharzt oder sonst ein Facharzt eine „Ruckizucki-Diagnose“ stellt? Oder nur darauf aus ist, jemand „möglichst rasch auf etwas Dramatisches festzunageln“? Nimmst du an, das sind alles gemeingefährliche Idioten? Wenn keine Depression vortliegt, wird ihm der Arzt eine entsprechende andere Diagnose stellen.
Und: Wenn jemand selbst schon den nagenden Verdacht hat, seine komischen Symptome könnten auf Krebs hinweisen, würdest du dem dann raten, er solle auf keinen Fall zum Arzt gehen, weil der ihn dann in einer Rucki-Zucki-Diagnose auf irgend etwas Dramatisches festnageln und mit Medikamenten vollstopfen wollte?

Ich kann also Deine Postings hier nicht so ganz nachvollziehen

Ich denke, es hat sich noch nicht genug durchgesetzt, dass eine Depression keine „unanständige“ Krankheit ist, sondern erstens eine ganz normale Krankheit und zweitens enorm verbreitet, daher lag es für mich auch nahe, dass Herbert mit seiner Vermutung Recht haben könnte. Leider wird noch immer sehr oft versucht, die Krankheit zu vertuschen und nur ja nicht an den Arzt anzustreifen. Die Kranken werden gescholten, verspottet, unter Druck gesetzt, zum esoterischen Wunderheiler gebracht - alles, nur nicht zugeben, dass man depressiv sein könnte!
Sieht jetzt die Lage etwas klarer aus?
gruß,
bb

Hi Nike,

Ich lasse Dein Posting natürlich stehen - Deine Meinung will
ich nicht zensieren.

Das ist lieb von dir. Herbert hat eine Frage gestellt, ich habe sie nach bestem Wissen und Gewissen faktisch richtig geurteilt. Ich habe ihm weder Medikamente verschrieben noch eine Diagnose gestellt, sondern nur Fakten erwähnt, z.B. dass nur ein Facharzt Medikamente verschreiben darf und eine kombinierte Betreuung unter Fachärzten als das beste Angebot gilt.

"In diesem Forum findet Ihr zwar unter anderen auch etliche
wirkliche Experten auf dem Gebiet der Psychologie. Dennoch
möchte ich Euch bitten, zu beachten, daß eine medizinisch /
psychologische Diagnose Eures Problems hier nicht erfolgen
kann."

Gut. Was, meinst du, hätte ich dann an Herbert schreiben sollen? Was darf hier überhaupt irgendjemand schreiben? Wozu stellt jemand hier Fragen, wenn keine Antworten gegeben werden dürfen?

Wir können helfen, unter die Arme greifen, Tips geben. Eine
Diagnose, ob, wer, welche Medikamtente braucht, kann hier
nicht stattfinden.

Ich habe Herbert nicht gesagt, dass er irgendwelche Medikamente einnehmen soll, sondern habe ihn an den Facharzt verwiesen, an wen den sonst? Und ich habe ihm aus meiner Erfahrung Tipps gegeben. Also?
gruß,
bb

Liebe Grüße, Nike

Hit Metapher,

dieses Posting ist wirklich unter deinem Niveau.

Du unterstellst mir, dass ich Herbert vor Angst hysterisch machen möchte, dass ich ihn zu Ärzten schicke, die dann „ein bisschen an seinem Gehirn herumexperimentieren“, dass ich ihm weiß Gott was einreden will und dass ich selber zu blöd bin, meinen eigenen Zustand zu kennen.

Du bist nicht rational auf meine Antworten eingegangen, sondern mit schrillem Spott und völlig überdrehter Ironie. Diese Art, mit unqualifizierter Hysterie zu reagieren, ist mit bei dir noch nie untergekommen und kann nur ein zeichen sein, dass das bloße Gespräch über Depressionen bei dir ganz intensive Ängste auslöst, so dass du wild um dich schlägst. Warum um Himmels willen unterstellst du mir, ich würde Herbert den Kontakt mit anonymen Beratungsstellen und Internet-Chatrooms empfehlen, um ihn zur Verzweiflung zu treiben? Oder dass ich ihn mit Absicht fertig machen will? Du unterstellst mir sogar, ein rationaler Approach zur Depression wäre eine raffinierte Methode, in ihm Ängste und Entsetzen auszulösen. Das verblüfft mich. Wofür hälktst du mich, für eine Psychopathin, die hier nur postet um Leute zum Zusammenbruch zu treiben?
bb

Hi,

Eine Depression ist eine Gemütskrankheit

„Gemütskrankheit“ seit Karl Jaspers: „Allgemeine
Psychopathologie“ (1923 !!) nicht mehr gebräuchlicher
Ausdruck, und auch dort bereits als laienhafter Ausdruck der
Umgangssprache diskutiert.

Tja, das musst du den beiden hochrangigen Psychiatern sagen, die ich für mein Buch interviewt habe.

Zumal das selbst bei einer **bestimmten

Art**

von tatsächlicher Depression (nämlich eben einer
physiologisch ausgelösten… die aber gar nicht so leicht zu
diagnostizieren ist, wie du das hier tust) nur eine
mögliche bzw. vermutete Erklärung ist.

Auch falsch. Man unterscheidet nicht mehr zwischen endogenen und exogenen Depressionen.

Die richtige Medikation führt im Schnitt nach drei Wochen zu einem Verschwinden der depressiven Symptome…

und

Ich… bin seit 5 Jahren in Behandlung, mache jetzt eine Langzeitprophylaxe…

passen wirklich toll „beruhigend“ zueinander :smile:)

Sehr witzig, aber falsch gedacht. Dass die Symptome verschwinden, heißt nicht, dass man die Medikamente absetzt, sonst hat man sie ziemlichb ald wieder. Da ich zwischen den depressiven auch hypomanische Phasen habe, muss ich die Medikamente immer anpassen, was recht unangenehm ist, da sie so langsam greifen. Eine Phasenprophylaxe ebnet diese Unterschiede ein, das heißt, ich habe nicht mehr die unangenehmen „Löcher“, in denen ich die Symptome sehr stark spüre.

Ja - laß dich nicht entmutigen, die „Ärzte“ experimentieren
bloß ein bißchen mit deinem Gehirn bzw. mit deiner
Gemütskrankeit herum -

Wer macht Herbert jetzt Angst? was in aller Welt hat es mit „an deinem Gehirn herumexperimentieren“ zu tun, wenn Medikamente persönlich angepasst werden?

Weißt du, ganau diese Umgangsform mit psychischem
Unwohlsein macht es dringend geboten, zunächst einmal einfach
ein beratendes Vorgespräch mit einem Psychotherapeuten zu
machen…

Hab ich gemacht, Metapher. Hab Jahrzehntelang gehört: Suchen Sie sich einen netten Freund, gehen Sie ins Kino, schämen Sie sich so wehleidig zu sein, bekennen Sie Ihre verborgenen Sünden, suchen Sie Ihr inneres Kind, hängen Sie sich einen blauen Edelstein um den Hals, stehlen Sie mir nicht die Zeit mit Ihren Wehwehchen … Gehen Sie bloß um Himmelswillen nicht zum Arzt und lassen Sie sich behandeln.

Wirklich! Treffliche Äußerungen, "wo du dir Mut holen
kannst
"… damit er dann endgültig "momentan die
Nerven wegschmeißen möchte…
" ?

Sicher. „Kopf hoch!“ ist so ein typischer Ausspruch, mit dem man jemand in den Zusammenbruch treibt …
bb

… Dazu brauche ich kein Mitglied einer psychiatrischen Schule zu sein.

Richtig, nicht für die Erkenntnis, wer Medikamente verschreiben darf, aber für die Präsupposition, daß eine Medikation hier überhaupt anliegt! Und ferner für die Sachkenntnis:

Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber meist sinnlos.

Denn abgesehen davon, daß du keinen eindeutigen Hinweis haben kannst - außer einer von H. selbst geäußerten psychischen Instabilität - daß es sich überhaupt um eine Depression handelt, gibt es eine Unmenge von Arten depressiver Symptome, und nur für einige davon ist psychiatrische Behandlung indiziert.

Könnte es sein, daß eine solche Quicky-Fern-Diagnose … etwas - will mal sagen - „unvorsichtig“ ist?

Nein. Quicky hat sich dabei was gedacht.

Das heißt noch nicht, daß es nicht unvorsichtig ist.

Quicky hat seit vierzig Jahren selbst Depressionen…

Um so trefflicher, zu meinen, daß eine richtige Medikation nach einigen Wochen Besserung verspricht?

Und schließt du allein daraus , daß du soetwas selbst… mit vielen Malästen… erlitten hast und durchgekämpft hast (sehr gut vorstellbar übrigens, was das für eine Leistung von dir war!), daß H. ebenfalls unter demselben leide???

Mit dem „Quicky“ wollte ich doch nicht dich persönlich treffen, sondern nur deine Methode der Schlußfolgerung!

Nicht zuletzt hat Quicky ein Buch
über Depressionen geschrieben, das vom Leiter des
Kriseninterventionszentrum Wien geprüft wurde und vom Leiter
des Wiener Alfred Adler-Instituts zusammen mit seinen eigenen
Schriften empfohlen wird.

Gratuliere - und um einen Literaturhinweis wäre ich dankbar, denn ich interessiere mich - aus beruflichen Gründen - gerade sehr für persönliche Darstellungen von jedweglichen Krisenerlebnissen und -bewältigungen.

allzulange hinauszögern: weil sie [!!!] Angst davor haben, in einer Ruckizucki-Diagnose auf irgendwas Dramatisches abgestempelt zu werden um dann mit Medikamenten vollgestopft zu werden.

Ich sehe nicht ein, warum du unterstellst, dass ein auf Depressionen spezialisierter Facharzt…

Ich habe, wie leicht zu lesen ist, nicht unterstellt, daß Fachärzte ruckizucki machen…!!! Sondern daß viele Leidende nicht frühzeitig sich beraten lassen, weil sie dieses beschriebene Vorurteil haben. Und dies unterstelle ich nicht nur, sondern dafür habe ich eine große Menge von Beispielen aus meiner Klientel. Und deshalb fühle ich mich genötigt, es abzuwehren, wenn jemand eine Ferndiagnose macht, auch wenn es nur eine Fernvermutung ist.

Wenn keine Depression vorliegt, wird ihm der Arzt eine entsprechende andere Diagnose stellen.

Ja und Fachärzte freuen sich immer besonders, wenn Patienten bereits mit einer Diagnose ankommen, die sie gerüchteweise aus dem Bekanntenkreis übernommen haben…

Und: Wenn jemand selbst schon den nagenden Verdacht hat, seine
komischen Symptome könnten auf Krebs hinweisen, würdest du dem
dann raten, er solle auf keinen Fall zum Arzt gehen…

Wo habe ich H. denn empfohlen, nicht zum Psychotherapeuten zu gehen? Ich denke, gerade das Gegenteil! Aber umgekehrt empfehle ich auch nicht jemandem, der sich mal versehentlich ans Bein gepinkelt hat, er solle mal davon ausgehen, daß er Prostatakrebs habe…

Ich denke, es hat sich noch nicht genug durchgesetzt, dass eine Depression keine „unanständige“ Krankheit ist

Himmel! Meine Frage war ja eben, wo denn Herbert selbst von „unanständig“ oder ähnlichem geschrieben habe! Und da er selbst weder von „Scham“, „Trottel“, noch von sonstwas derartigem geschrieben hat, warum legst du es ihm dann - wenn auch negierend - nahe, daß irgendwer soetwas denken könnte?

erstens eine ganz normale Krankheit und zweitens enorm verbreitet, daher lag es für mich auch nahe, dass Herbert mit seiner Vermutung Recht haben könnte.

Was ist eine „normale“ Krankheit?

Und wenn der Mann im obigen Beispiel mit der Vernutung ankäme, er habe Prostatakrebs, soll ich ihm dann auch sagen, daß er damit Recht haben könnte, weil der auch enorm weit verbreitet ist?

Um mal tacheles zu reden: Viel weiter verbreitet als (irgendeine Art von) Depression ist seit ca 20 Jahren Borderline. Und zum Borderline-Syndrom gehören fast immer auch depressive Phänomene.

Und was passiert nun, wenn irgendwer aus deiner Schlußfolgerung, weil du Depressionen durchgeackert hast, müsse er ebenfalls Depressionen haben, und dafür sei die Psychiatrie zuständig, den Schluß zieht, er müsse einen Psychiater aufsuchen?? Denn mit Borderline kann die Psychiatrie bekanntlich null und nix anfangen und ist dafür nicht zuständig… Wieviele Jahre wird dieser Mensch dann verlieren, weil niemand die richtige Diagnose findet…?

Sieht jetzt die Lage etwas klarer aus?

Weiß nicht… ich hoffe!

Gruß
Metapher

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Hi Barbara

Du unterstellst mir, dass ich Herbert vor Angst hysterisch
machen möchte…

Ich nehme zur Zeit dankbar wahr, daß du eine hervorragende Schriftstellerin bist, mit offensichtlich einer guten Dosis Menschkenntnis garniert. Und daher unterstelle ich dir daher lediglich, daß du - unbeabsichtigt (!) - jemandem, der nur wenige - wenn auch vielsagende (wie ich dir privatim schrieb) - Sätze geäußert hast, Dinge beschreibst, die ihn in arge Besorgnis bringen könnten. Ob es so ist, kann H. nur selbst sagen. Vielleicht hat er ja Lust, selbst dazu etwas zu sagen…

… dass ich ihm weiß Gott was einreden will

Nein, nicht daß du es „willst“. Aber du bist vertraut mit der rhetorischen Figur der Präsupposition. Wenn ich dir z.B. schreiben würde (bitte nicht mißverstehen!), und zwar ohne den geringsten Anlaß, „hab keine Sorge, du bist nicht hysterisch“ oder „Nur Mut, falls du Hypochonder bist, läßt es sich therapieren“… was ginge dann bei dir ab, vorausgesetzt, du nähmest mich überhaupt mit solcher Bemerkung ernst (und Herbert nimmt dich ernst!!).

Es ist nun einmal so - und ich wundere mich, daß du das nicht weißt - wenn du jemandem, der von fehlendem Mut überhaupt nicht gesprochen hat, sagst „Nur Mut!“, dann verunsicherst du ihn, weil du ja mit der Äußerung die Vorunterstellung machst, daß er in einer Situation sei, von der du selbst meinst, daß sie Mut erfordere. daß er sie also als beängstigend aufzufassen habe!!

…und dass ich selber zu blöd bin, meinen eigenen Zustand zu kennen.

Hab ich? ja? Echt? Wo?

Du bist nicht rational auf meine Antworten eingegangen,

ich bin auf deine Antworten an Herbert eingegangen, die du mit einem IMHO großen Mangel an Empathie verfaßt hast.

sondern mit schrillem Spott und völlig überdrehter Ironie.

Spott - nein, wieso? Ironie - ja! überdreht? Wieso?

Diese Art, mit unqualifizierter Hysterie zu reagieren

Oups, jetzt kennst du dich auch noch mit Hysterie aus? Ich werd mich mal kundig machen, was „qualifizierte“ Hysterie ist. Soweit ich mein Geschreibsel beurteilen kann, habe ich „heftig“ reagiert - warum, habe ich dir geschrieben!! Hysterie ist was anderes - ist allerdings auch kein psychiatrischer Begriff, sondern ein psychoanalytischer.

… und kann nur ein zeichen sein, dass das bloße Gespräch über Depressionen bei dir ganz intensive Ängste auslöst, so dass du wild um dich schlägst.

Barbara! Noch eine Ferndiagnose???
Ok, du bist verständlicherweise aufgeregt, aber vielleicht magst du unseren Disput trotzdem vor dem Hintergrund sehen, in dem wir uns bisher begegnet sind. Wie ich schon schrieb, bin ich durch einen Großteil meiner Klientel sehr vertraut mit irrationalen Ängsten vor allem, was mit „Psycho“ zu tun hat (und wir haben derartiges ja hier im Forum schon zigmal durchgeackert). Das ist der Grund, aus dem ich mich genötigt fühle, dir zu kontern. Nothing else!

…um ihn zur Verzweiflung zu
treiben? Oder dass ich ihn mit Absicht fertig machen will? Du
unterstellst mir sogar, ein rationaler Approach zur Depression
wäre eine raffinierte Methode, in ihm Ängste und Entsetzen
auszulösen.

Nein, nicht mit Absicht, aber aus mangelnder Vorsicht und (in diesem speziellen Fall) mangelnder Empathie. Ein rationaler Approach ist sinnvoll und empfhelenswert, wenn eine Diagnose hieb- und stichfest ist, was aber nicht der Fall ist. Dein Approach war - sicher unbeabsichtigt - mit vielen Präsuppositionen versetzt, deren mögliche Auswirkungen du unmöglich berücksichtigt haben kannst.

Trotz der Turbulenz liebe Grüße
Metapher

Hi,

Quicky hat seit vierzig Jahren selbst Depressionen…

Um so trefflicher, zu meinen, daß eine richtige Medikation
nach einigen Wochen Besserung verspricht?

Ich habe, glaube ich, mehrfach gesagt, dass diese vierzig Jahre eben damit bedingt waren, dass ich keine sachlich richtige Diagnose und keine Medikamente bekam, sondern mit lauter Verlegenheitsdiagnosen weggeschickt wurde. Mein Psychotherapeut hat dann, nachdem er es drei Monate vergeblich mit gutem Zureden probierte, vorgeschlagen dass ich Medikamente bekomme. Und die haben binnen drei Wochen geholfen.
Im Übrigen war die Lage vor vierzig, dreißig, zwanzig Jahren auch ganz anders als heute, die modernden Antidepressiva haben keine der gefürchteten Nebenwirkungen mehr, die sie früher so unbeliebt machten.

Nicht zuletzt hat Quicky ein Buch
über Depressionen geschrieben, das vom Leiter des
Kriseninterventionszentrum Wien geprüft wurde und vom Leiter
des Wiener Alfred Adler-Instituts zusammen mit seinen eigenen
Schriften empfohlen wird.

Gratuliere - und um einen Literaturhinweis wäre ich dankbar,
denn ich interessiere mich - aus beruflichen Gründen - gerade
sehr für persönliche Darstellungen von jedweglichen
Krisenerlebnissen und -bewältigungen.

Barbara Büchner,
„Wenn die Gefühle Achterbahn fahren“, Wie man seelische Tiefs überwindet
Ueberreuter Verlag, 2000

Sondern daß viele Leidende

nicht frühzeitig sich beraten lassen, weil sie
dieses beschriebene Vorurteil haben. Und dies unterstelle ich
nicht nur, sondern dafür habe ich eine große Menge von
Beispielen aus meiner Klientel.

Das weiß ich. Du sagst selbst, dass es ein Vorurteil sei, warum schürst du es dann noch, indem du Herbert erzählst, die „Ärzte wollten mit seinem Gehirn experimentieren“ etc? Ich wollte ihm nur sagen, dass Depressionen, so er welche hat, gut behandelbar sind und er hoffen kann bald wieder fit zu sein, nichts anderes.

Und deshalb fühle ich mich

genötigt, es abzuwehren, wenn jemand eine Ferndiagnose macht,
auch wenn es nur eine Fernvermutung ist.

Ich habe keine Diagnose gestellt, sondern nur aufgegriffen, was Herbert selbst sagte, dass er sich depressiv fühle, und ihm geraten, seine Beschwerden von einem Arzt begutachten zu lassen und zwar viom zuständigen Facharzt. Meinst du, irgendein Lebensberater oder Psychoonkel könnte besser abklären, was ihm fehlt, als ein Facharzt?

Was ist eine „normale“ Krankheit?

In Deutschland und Österreich erkrankt ungefähr jeder Fünfte einmal in seinem Leben an Depressionen. Also ist eine Depression eine Allerweltskrankheit, die gut bekannt und gut behandelbar ist, und nicht irgendetwas Geheimnisvolles und Schauerliches.

Und wenn der Mann im obigen Beispiel mit der Vernutung ankäme,
er habe Prostatakrebs, soll ich ihm dann auch sagen, daß er
damit Recht haben könnte, weil der auch enorm weit verbreitet
ist?

Natürlich. Er KÖNNTE damit Recht haben, und es wäre dringend zu empfehlen dass er zum Urologen geht und abklären lässt, was da los ist. Wenn ich heute einen Knoten in der Brust finde, gehe ich auch zur Mammographie und sage denen, dass ich Verdacht auf Brustkrebs habe. Schließlich ist eine gewisse medizinische Allgemeinbildung vorhanden. Wenns kein Krebs ist, umso besser!

Und was passiert nun, wenn irgendwer aus deiner
Schlußfolgerung, weil du Depressionen durchgeackert hast,
müsse er ebenfalls Depressionen haben, und dafür sei die
Psychiatrie zuständig, den Schluß zieht, er müsse einen
Psychiater aufsuchen?? Denn mit Borderline kann die
Psychiatrie bekanntlich null und nix anfangen und ist dafür
nicht zuständig… Wieviele Jahre wird dieser Mensch dann
verlieren, weil niemand die richtige Diagnose findet…?

Ich verstehe nicht was du meinst. Wenn jemand heute zum Psychiater geht und sagt, ich habe die und die Symptome und denke, ich bin vielleicht depressiv, dann wird ihn der Arzt untersuchen und ihm sagen, entweder Nein, Sie haben irgendwas Anderes, oder Ja, und das müssen wir behandeln. Wo sonst soll jemand denn die richtige Diagnose bekommen als beim Facharzt? Meinst du, der esoterische Wunderheiler wäre da zuständig oder die Kräuterhexe Adelheid?
gruß,
bb

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Danke dir für den Literaturhinweis!

Ich habe, glaube ich, mehrfach gesagt, dass diese vierzig
Jahre eben damit bedingt waren…

usw. - und was um Himmels willen hat das mit Herbert zu tun?

Ich habe keine Diagnose gestellt, sondern nur aufgegriffen,
was Herbert selbst sagte, dass er sich depressiv fühle

Noch weiter verbreitet als Depressionen sind pseudopsychologische Redewendungen „ich bin depressiv“. Daß er seine Verfassung so nennt , was hat das damit zu tun, ob sie auch depressiv ist?? Hast du vorher überprüft, was er genau damit meint?

Ich verstehe nicht was du meinst.

Ja, kann ich verstehen, denn dein background scheint ausschließlich auf psychiatrische Diagnosen spezialisiert zu sein (deshalb vielleicht das Theater, das hier abgeht): Ich sprach von Borderline! Das ist eine der komplexesten und schwierigsten Persönlichkeitsstörungen, mit denen wir es in den letzten Jahrzehnten zu tun haben. Dazu gehören - unter vielen vielen anderen Symptomen - auch Depressionen, die aber nicht das eigentliche Problem sind. Und für Borderline ist die Psychiatrie nicht zuständig… und die Folgen, wenn diese Person ausschließlich wegen der Depression in der Psychiatrie behandelt würde… die hab ich gemeint…

Wenn jemand heute zum
Psychiater geht und sagt, ich habe die und die Symptome und
denke, ich bin vielleicht depressiv, dann wird ihn der Arzt
untersuchen und ihm sagen, entweder Nein, Sie haben irgendwas
Anderes, oder Ja, und das müssen wir behandeln.

Eben, der Psychiater würde das wohl so machen, ein anderer Psychotherapeut würde zunächst einmal nur vermerken, daß der Patient sich selbst diagnostiziert, statt es dem Therapeuten zu überlassen. Und das weitere würde sich ergeben. Was ein Laie unter „depressiv“ versteht hat ja nicht notwendig etwas mit dem psychologischen Terminus zu tun, nicht wahr? (nein, ich spreche hier nicht von dir!).

Wo sonst soll jemand denn die richtige Diagnose bekommen als beim Facharzt? Meinst du, der esoterische Wunderheiler wäre da zuständig oder die Kräuterhexe Adelheid?

Jetzt beginne ich dich zu verstehen - ein „Facharzt“ ist bei dir ein „Psychiater“ und alles andere sind Quacksalber. Nicht-psychiatrische Psychotherapien gibt es nicht, ja? Hat man das ausgerechnet in Wien immer so gesagt? Ok, lassen wirs mal dabei, es gibt anderes zu diskutieren.

Grüße
Metapher

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Hallo Herbert,

wenn Du von dem unten stehenden Streitgepräch der Experten, ob nun der Psychiater mit Medikamenten oder der Psychotherapeut mit Gesprächen die richtige Therapie sei, verunsichert bist, lass mich als selbst betroffene Person kurz von meinen ERFAHRUNGEN berichten.

Psychiater:
beim ersten Gespräch hörten sie mir mit meinem Problem noch lange zu, dann stand in der Regel die Diagnose fest, und es wurde gerne und viel verschrieben. Die weiteren Gespräche waren eher kurz und haben lediglich zu einer Veränderung der Medikation geführt. Ich habe, als ich von Alpträumen berichten wollte auch schon den Satz gehört: „Dafür haben wir hier keine Zeit.“
Allerdings gibt es auch einen, der merkte, daß ich auch einen Gesprächspartner brauchte, und der hat mich dann zu einem Psychotherapeuten verwiesen.
Trotz meiner eher schlechte Erfahrung: Für eine Diagnose und die Einstellung einer Medikation sind sie brauchbar. (vor allem, wenn Du nicht mit Deinem Hausarzt darüber reden möchtest)

Psychotherapeuten:
Hier, so meine Erfahrung spielte vor allem eine Rolle, ob mir der Mensch sympathisch war. (Natürlich spielt auch die „Qualität“ des Therapeuten eine Rolle, aber es ist auf den ersten Blick für einen Laien schwierig, die zu beurteilen).
Ich war nämlich nicht in der Lage, Dinge von jemandem anzunehmen, von dem ich gedacht habe „Was für ein Trottel das ist.“
Nicht unwichtig kann auch die Wahl des Geschlechts des Therapeuten sein. Wenn du nicht vor einem Mann über Deine Gefühle reden kannst (war zumindest bei mir so), nützt es wenig, wenn derjenige ein wahrer Experte ist.
Und wenn Du mit dem Ersten „nicht kannst“: nimm den Nächsten!
Das kann zwar schon Mal frustrierend sein, aber irgendwann findet sich eine®, der Dir dan auch hilft!
Aber ich kann Dir nur den Tip geben: Fang endlich damit an, irgendetwas zu tun, statt Dich zu fragen, ob Du noch normal bist, wenn Du zu einem „Psycho“ (egal zu welchem) gehst.
Kannst mir glauben: Du bist es!

Liebe Grüße
Louise