ich habe auf meiner Arbeit einen zwei Tage Grid Workshop mitgemacht.
Dabei sollten wir unsere Team Einstellung überdenken.
Für mich wird bei Grid Teamarbeit auf einer viel zu simplen Weise beschrieben. Aber dies ist nicht mein Problem.
Das Seminar ging am ersten Tag (Fr.) über 13. Stunden und am zweiten Tag (Sa.) über 9 Stunden. In dieser Zeit herrschte ständiger Zeitdruck, und man hatte keine Möglichkeit zwischen durch mal seine Gedanken sacken zu lassen. Wir sollten auch oft nicht unsere Meinung diskutieren, sondern die Meinung von Grid.
Ich will nun gar nicht das Gedankenmodell von Grid in Frage stellen, sondern: Sind dies nicht extreme manipulative Methoden Wissen einzutrichtern ???
Normaler Weise dauern Schulungen pro Tag nicht länger als 6 Stunden, da man danach nicht mehr aufnahmefähig ist.
Hi Stefan,
ups - Tippfehler am Link, hab in trotzdem gefunden
Also zu Deinen Fragen
Ich kannte bislang GRID nicht, sehr interessant, danke für die Infos;
Zu Deiner eigentlichen Frage:
Prinzipiell hast Du recht, vom pädagogischen Standpunkt her ist es besser und effektiver (es wird nachweislich auch in den Pausen gelernt), wenn die Lerneinheiten ohne Stress abgehalten werden und nicht allzulange angesetzt sind (aber 9 Stunden-Seminare halte ich durchaus auch einmal).
Allerdings gibt es gruppendynamische Settings (Trainingsgroups, Organisationslaboratorien etc.), in denen dieses Wissen bewußt umgangen wird, was für die Teilnehmer wirklich als unangenehm und ineffektiv erlebt wird. Das hat nichts mit Manipulation oder „Gehirnwäsche“ (das wird tatsächlich oft so empfunden) zu tun, sondern eben mit einer eigenen Dynamik, die NUR so entsteht. Das eigentliche Lernen geschieht hier nicht über die üblichen Lernprozesse sondern über das Gruppenerleben; die Evaluierung solcher Prozesse zeigt, dass das Gelernte auf andere Weise zur Verfügung steht als Solches, das über „übliche“ Lernprozesse erworben wird, dieses aber auch eine (unbewußt laufende) Verarbeitungszeit von ein, zwei Wochen braucht.
Hoffe, dass Dir das etwas weiterhilft!
Liebe Grüße#
Birgit
GRID hat Schwächen
Kenne GRID recht gut. Habe den Eindruck, dass durch den ziemlich heftigen Zeitdruck und die Länge der Arbeitszeit so eine Art militärisches Durchhaltegefühl erzeugt werden soll, das anschließend dazu beiträgt, das Image von GRID zu steigern - nach dem Motto: Die haben uns da echt hart rangenommen, das war keine Urlaubsveranstaltung!
Meine Meinung ist: In kürzerer Zeit sind Lerninhalte genauso gut zu vermitteln und zu erleben. Die stark strukturierten Übungen bilden nicht unbedingt das ab, was die TeilnehmerInnen täglich bewegt.
Das Problem mit Verfahren wie GRID liegt häufig im Erlernen neuer Begrifflichkeiten; das an sich nimmt schon eine Menge Zeit in Anspruch.
Inhaltlich gefällt mir an GRID, dass es eine sehr gute analytische Basis zur Beurteilung von Führungs- und Kooperations-Situationen bietet. Schwäche des Modells ist aber, dass es zu sehr auf 9.9 fixiert ist. Eine gute Ergänzung zu GRID ist Hersey/Blanchard’s Situational Leadership, weil dort die Reife der Beteiligten und die Machtverhältnisse berücksichtigt werden.