Hallo Anke,
eine wirklich interessante Frage, die Du da aufgeworfen hast, so einfach sie scheint.
Auch bin ich gespannt, was dazu so „kommt“, da ich ständig auf der Suche nach … wie soll ich sagen: Verbaltabus und Zusammenhängen in Bezug auf Kommunikation und Befindlichkeit bin (hoffe ich hab das jetzt irgendwie halbwegs verständlich ausgedrückt.
Ja warum?
Erstens ist es sicher so, dass man (aber vor allem Frauen) noch immer von Kindheit an mehr oder weniger subtil eingetrichtert kriegen: Bescheidenheit, Nimm Dich nicht so wichtig, Du kannst nicht… etc.etc.
[Ich mache manchmal auf meinen Seminaren eine Übung wo jeder solche Phrasen finden soll, die ihm/ihr noch im Gedächtnis sind - unglaublich was da alles zusammenkommt und wie prägend das noch immer ist]
Es ist daher oft schon schwierig (sich) zu sagen: Das hab ich gut gemacht!
Das kann man aber vielleicht 1. leichter üben und 2. hat man darauf Einfluß in Form von Leistung.
Auf Schönheit hat man das nicht oder nur wenig. Das heutige Modebild des Menschen im Allgemeinen und der Frau im Besonderen trägt wesentlich dazu bei, dass - trotz sexueller Revolution und Nicht-Prüderie - das Körperbild und das Selbstbild von Frauen zusehends gestört ist. Früher war es das, weil der (weibliche)Körper etwas war, wofür man sich zu schämen hatte; heute muß man das glücklicherweise nicht mehr - unter der Prämisse dass er (der Körper) dem gängigen Modebild und Schönheitsideal entspricht. Und da das Leben und Ausleben desselben noch sehr viel öffentlicher ist als früher, ist da auch eine ständige Konfrontation damit gegeben.
Nun - das hat wiederrum zur Folge, dass sehr oft auch objektiv schöne Frauen subjektiv starke Mängel finden (Selbst-Über-Kritische Betrachtung seiner selbst und seiner Leistung ist überhaupt eine „Spezialität“ der Frauen).
Jemand, der sich jetzt hinstellt und davon überzeugt ist (und das kundtut): ich bin schön
… ist entweder innerlich so in seiner Persönlichkeit und Weiblichkeit gefestigt und hat ein unglaublich starkes Selbstbild (so einer Frau bin ich erst einmal begegnet, die war aber damals schon über 80 Jahr alt!!!)
… oder er/sie entspricht dem Modetyp und ist auch davon unglaublich geprägt und schöpft sehr oft seine/ihre Identität aus der Tatsache, dass er/sie dem gängigen Ideal entspricht. (und das ist wiederrum oft mit Arroganz und Herabsehen auf die weniger „Glücklichen“ verbunden)
Es ist sicher sehr gut und wichtig
und zu denken/sagen: heute gefalle ich mir, heute find ich
mich echt schön…
Und ich glaube, das ist auch gar nicht die Fragestellung Deines Freundeskreises. Denn wenn man sich morgens beim Spiegelschauen schon gefällt, ist die Ausstrahlung für den ganzen Tag gerettet.
Viele liebe Grüße#
Birgit
*dieganzseltenmitsichundihremAussehenzufriedenist*