Wer kann uns weiterhelfen?

Hallo zusammen,

ich habe bezüglich unserer Kollegin Frau X eine Anfrage.

Wir wissen nicht, ob sie ein psychologisches oder medizinisches Problem hat, wir bekommen nur die Folgen mit (kein Scherz, ich werde bald agressiv hier)

Unsere Kollegin X schlägt sich an die Backe, singt dabei, verzerrt das Gesicht, spricht zu sich selbst oder steht unverhofft auf und rennt aus dem Zimmer, sie redet auch sehr laut und mischt sich in Gespräche ein. Auch auf der Straße z.B. zur S-Bahnhaltestelle springt sie einfach in die Höhe oder geht in die Hocke, schlägt sich an die Backe und sprich mit sie selbst.
Am Anfang tat sie dies noch heimlich, z.B. wenn jemand in ihr Zimmer kam, hörte sie sofort auf. Mittlerweile schlägt sie sich ununterbrochen, ob Kolleginnen oder Kollegen im Raum sind, ist ihr egal oder sie bekommt es einfach nicht mit.

Ehrlich gesagt, wir sind am verzweifeln, weil niemand uns helfen mag. Eine Kollegin erlitt letztes Jahr einen Nervenzusammenbruch und eine Kollegin ist seit längerem krank deswegen.

Könnt ihr mir sagen, welche Krankheit unsere Kollegin hat, denn mittlerweile sind wir alle mit den Nerven fertig.

Danke und Gruß
semmelbiene

Möglicherweise …
Hallo,

Unsere Kollegin X schlägt sich an die Backe, singt dabei,
verzerrt das Gesicht, spricht zu sich selbst oder steht
unverhofft auf und rennt aus dem Zimmer, sie redet auch sehr
laut und mischt sich in Gespräche ein. Auch auf der Straße
z.B. zur S-Bahnhaltestelle springt sie einfach in die Höhe
oder geht in die Hocke, schlägt sich an die Backe und sprich
mit sie selbst.
Am Anfang tat sie dies noch heimlich, z.B. wenn jemand in ihr
Zimmer kam, hörte sie sofort auf. Mittlerweile schlägt sie
sich ununterbrochen, ob Kolleginnen oder Kollegen im Raum
sind, ist ihr egal oder sie bekommt es einfach nicht mit.

ACHTUNG: FERNDIAGNOSEN WIE DIESE SIND IMMER NUR VORLÄUFIG!
möglicherweise handelt es sich um eine sogenannte Ticstörung (auch kein Witz!, für die Experten: Kategorie F95 der ICD-10). Jedenfalls deuten die beschriebenen Merkmale darauf hin:
meist entwicklungsbedingte „plötzliche, rasche, vorübergehende“ Bewegung mit „Wiederholungstendenz“ und/oder entsprechende Lautgebung (Singen). Kann psychiatrisch-medikamentös behandelt werden, ist aber an sich harmlos, aber grundsätzlich wenig erforscht. Ein Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen ist wahrscheinlich.
ACHTUNG: FERNDIAGNOSEN WIE DIESE SIND IMMER NUR VORLÄUFIG!

Ehrlich gesagt, wir sind am verzweifeln, weil niemand uns
helfen mag. Eine Kollegin erlitt letztes Jahr einen
Nervenzusammenbruch und eine Kollegin ist seit längerem krank
deswegen.

Es besteht zunächst überhaupt kein Grund zur Beunruhigung, weil Menschen mit Tics in der Regel völlig ungefährlich sind. Das wichtigste scheint mir, dass ihr alle nett zu ihr seid und sie nicht wegen dieser Erkrankung ausgrenzt. Ich weiß, dass das sehr schwierig ist und dass ein sehr dickes Fell nötig ist. Sollte der Nervenzusammenbruch der anderen Kollegin auf dieses Verhalten zurückzuführen sein, beruht diese Reaktion auf Unkenntnis. Merke: Vor dem, was man kennt, hat man keine Angst! Also ist es das beste, diese Frau und ihre Eigenheiten so gut und persönlich wie möglich kennen zu lernen.

Das ist der beste Rat, den ich euch geben kann.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

hmm
Als ich die Beschreibung las dachte ich an dasselbe, eine Tickstörung.

Ich persönlich würde selbst mit ihr darüber reden, und nicht einfach nur zusehen und überlegen was es sein könnte

Hallo Yves,

Ich persönlich würde selbst mit ihr darüber reden, und nicht
einfach nur zusehen und überlegen was es sein könnte

ja, das erscheint mir auch richtig - wie ich ja schon schrieb. Allerdings würde ich mir Zeit damit lassen, über die Krankheit zu sprechen. Es scheint mir wichtiger, überhaupt erst einmal ins Gespräch mit der Kollegin zu kommen.

Also nicht : „Hey, wie geht’s? Du machst ja schon wieder so seltsame Sachen! Ist ja geil!“
Sondern: „Hallo, wie geht’s! Hast du nicht Lust, mit uns Mittag zu essen?“
Über die Krankheit kann man später reden, muss es aber auch dann nicht unbedingt.

Ich vermute, dass du das auch meintest, ich wollte nur sicher gehen.

Gruß

Thomas Miller

Als ich die Beschreibung las dachte ich an dasselbe, eine
Tickstörung.

Ich persönlich würde selbst mit ihr darüber reden, und nicht
einfach nur zusehen und überlegen was es sein könnte

Hallo Yves,

das wurde uns von seitens der Leitung verboten!

Gruß
biene

ACHTUNG: FERNDIAGNOSEN WIE DIESE SIND IMMER NUR

VORLÄUFIG!
möglicherweise handelt es sich um eine sogenannte Ticstörung
(auch kein Witz!, für die Experten: Kategorie F95 der ICD-10).
Jedenfalls deuten die beschriebenen Merkmale darauf hin:
meist entwicklungsbedingte „plötzliche, rasche,
vorübergehende“ Bewegung mit „Wiederholungstendenz“ und/oder
entsprechende Lautgebung (Singen). Kann
psychiatrisch-medikamentös behandelt werden, ist aber an sich
harmlos, aber grundsätzlich wenig erforscht. Ein Zusammenhang
mit anderen psychischen Erkrankungen ist wahrscheinlich.
ACHTUNG: FERNDIAGNOSEN WIE DIESE SIND IMMER NUR
VORLÄUFIG!

so viel wir mitbekommen haben, ist sie in Behandlung, aber an Tagen, wenn es zum Vollmond kommt oder sie mit einer beruflichen Angelegenheit total überfordert ist, bekommen wir diese Merkmale den ganzen Tag mit ohne Unterbrechung.

Es besteht zunächst überhaupt kein Grund zur Beunruhigung,

weil Menschen mit Tics in der Regel völlig ungefährlich sind.

das ist richtig, bis jetzt schlägt sie sich ja nur selbst.
Aber auf die Dauer kann das sehr nervend sein.

Das wichtigste scheint mir, dass ihr alle nett zu ihr seid und
sie nicht wegen dieser Erkrankung ausgrenzt.

wir waren erst sehr geschockt, da wir so etwas noch nie gesehen haben, darum waren wir alle sehr zurückhaltend und nett zu ihr.

Ich weiß, dass

das sehr schwierig ist und dass ein sehr dickes Fell nötig
ist. Sollte der Nervenzusammenbruch der anderen Kollegin auf
dieses Verhalten zurückzuführen sein, beruht diese Reaktion
auf Unkenntnis.

Die Kollegin bekam den Nervenzusammenbruch, da unsere Kollegin Frau X sich nahezu den ganzen Tag geschlagen hatte, dann kamen auch die Beobachtungen dazu. Ich weiß nicht, ich finde es nicht gerade sehr erbaulich, von einer Kollegin den ganzen Tag beobachtet zu werden, was ich tue, dann hat sie sich noch in Telefongespräche eingemischt und anschließend ging die Singerei und Schlägerei weiter. Irgendwann konnte sie sich die Kollegin nicht mehr konzentrieren und brach in meinem Zimmer zusammen.

**Merke: Vor dem, was man kennt, hat man

keine Angst!**

Also ist es das beste, diese Frau und ihre
Eigenheiten so gut und persönlich wie möglich kennen zu
lernen.

Wir haben keine Angst vor ihr, wir fühlen uns total entnervt!
Ihre Verhaltensweisen haben wir seit über einem Jahr beobachtet und sind zum Schluß gekommen, das wir nicht mehr mit dieser Kollegin zusammenarbeiten können.

Gruß
biene

Das ist der beste Rat, den ich euch geben kann.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

jupp
dat meinte ich :smile:

Hmm, beschissene Leitung.

Haben die euch generell den Umgang mit ihr verboten? Ich finde auch wenn Chefchen was dagegen hat, es spricht nichts dagegen sich mit ihr anzufreunden. Irgendwann könnte sich dann in einem Gespräch klären (ned mit der tür ins haus fallen) wieso sie das macht.

Ansonsten mal mit der Leitung darüber sprechen.

Hmm, beschissene Leitung.

ich denke mir meinen Teil, grins…

Haben die euch generell den Umgang mit ihr verboten?

nein, das geht auch nicht, denn wir sitzen und arbeiten mit ihr zusammen.

Ich finde

auch wenn Chefchen was dagegen hat, es spricht nichts dagegen
sich mit ihr anzufreunden. Irgendwann könnte sich dann in
einem Gespräch klären (ned mit der tür ins haus fallen) wieso
sie das macht.

das wollten wir ja auch, aber dann hieß es, wir würden sie noch mehr aufregen…

Ansonsten mal mit der Leitung darüber sprechen.

das ist vergebene Müh,

biene

Hallo ihr beiden,

Ich persönlich würde selbst mit ihr darüber reden, und nicht
einfach nur zusehen und überlegen was es sein könnte

wie ich schon sagte, ich sprach dieses Thema bei meiner Chefin an, aber die meinte, ich solle das lassen, sonst bekäme ich noch mehr Ärger.

ja, das erscheint mir auch richtig - wie ich ja schon schrieb.
Allerdings würde ich mir Zeit damit lassen, über die Krankheit
zu sprechen. Es scheint mir wichtiger, überhaupt erst einmal
ins Gespräch mit der Kollegin zu kommen.

Also nicht : „Hey, wie geht’s? Du machst ja schon wieder
so seltsame Sachen! Ist ja geil!“
Sondern: „Hallo, wie geht’s! Hast du nicht Lust, mit uns
Mittag zu essen?“
Über die Krankheit kann man später reden, muss es aber auch
dann nicht unbedingt.

Am Anfang sind einige Kollegen mit ihr in die Mensa gegangen, aber das hat sich schlagartig geändert, als sie sahen, welche Essgewohnheiten diese Dame hat. Dies hat wahrscheinlich nichts mit ihrer Krankheit zu tun, sondern eher mit ihrer Erziehung,
denke ich mir.

biene

Ich vermute, dass du das auch meintest, ich wollte nur sicher
gehen.

Gruß

Thomas Miller

Liebe Semmelbiene,

so viel wir mitbekommen haben, ist sie in Behandlung, aber an
Tagen, wenn es zum Vollmond kommt oder sie mit einer
beruflichen Angelegenheit total überfordert ist, bekommen wir
diese Merkmale den ganzen Tag mit ohne Unterbrechung.

ich weiß, das ist anstrengend.

Es besteht zunächst überhaupt kein Grund zur Beunruhigung,

weil Menschen mit Tics in der Regel völlig ungefährlich sind.

das ist richtig, bis jetzt schlägt sie sich ja nur selbst.
Aber auf die Dauer kann das sehr nervend sein.

Also doch? Wieso denn „bis jetzt“? Es ist beim beschriebenen Krankheitsbild nicht zu erwarten, dass sie irgendwann mit dem Besen auf euch los geht.

Die Kollegin bekam den Nervenzusammenbruch, da unsere Kollegin
Frau X sich nahezu den ganzen Tag geschlagen hatte, dann kamen
auch die Beobachtungen dazu. Ich weiß nicht, ich finde es
nicht gerade sehr erbaulich, von einer Kollegin den ganzen Tag
beobachtet zu werden, was ich tue, dann hat sie sich noch in
Telefongespräche eingemischt und anschließend ging die
Singerei und Schlägerei weiter. Irgendwann konnte sie sich die
Kollegin nicht mehr konzentrieren und brach in meinem Zimmer
zusammen.

Da der Chef keine Einwände hat, wohl weil noch keine Beschwerden wegen der Einmischung in Telefongespräche eingegangen sind, vermute ich, dass die Einmischung entweder nicht häufig vorkommt oder nicht so tragisch ist oder nicht-geschäftliche Gespräche betrifft. Die Beobachtungen auf der anderen Seite gehören auch zum Krankheitsbild und sind nicht persönlich gemeint.

Wir haben keine Angst vor ihr, wir fühlen uns total entnervt!
Ihre Verhaltensweisen haben wir seit über einem Jahr
beobachtet und sind zum Schluß gekommen, das wir nicht mehr
mit dieser Kollegin zusammenarbeiten können.

Schade eigentlich, wo ihr doch wisst, dass die Frau für ihr Verhalten nicht verantwortlich ist, also nicht schuld ist an dem, was sie tut.

Ich sage noch einmal: Ich weiß, wie schwierig das ist - aus eigener Erfahrung.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

die Tics sind besonders in stress-situationen stärker.

Manche haben auch den Tic andere Leute zu beleidigen *sah ne reportage über einen Mann der immer wieder „Arschloch“ sagen muss*

Hallo,

Am Anfang sind einige Kollegen mit ihr in die Mensa gegangen,
aber das hat sich schlagartig geändert, als sie sahen, welche
Essgewohnheiten diese Dame hat. Dies hat wahrscheinlich nichts
mit ihrer Krankheit zu tun, sondern eher mit ihrer Erziehung,
denke ich mir.

erstens ist es gut möglich und sogar wahrscheinlich, dass es doch etwas mit der Krankheit zu tun hat.

Zweitens erwähnst du eine Mensa, woraus ich (messerscharf) schließe, dass es sich bei deinem Arbeitsplatz um eine Uni handelt. In diesem Fall dürfte die Kollegin nicht die einzige Person mit merkwürdigen Essgewohnheiten sein.

Gruß

Thomas Miller

Hallo,

Hmm, beschissene Leitung.
ich denke mir meinen Teil, grins…

kannst du das mit der Leitung mal etwas näher spezifizieren? Arbeitest du vielleicht in einer Uniklinik? (Deiner ViKa kann ich nix entnehmen.) Dann wäre es sogar möglich, dass die Leitung gar nichts gegen die Frau unternehmen kann.

Ich finde

auch wenn Chefchen was dagegen hat, es spricht nichts dagegen
sich mit ihr anzufreunden. Irgendwann könnte sich dann in
einem Gespräch klären (ned mit der tür ins haus fallen) wieso
sie das macht.

das wollten wir ja auch, aber dann hieß es, wir würden sie
noch mehr aufregen…

Also, das verstehe ich jetzt nicht. Erst wollt ihr euch nicht mit ihr abgeben, geht zum Chef und bekommt eine Abfuhr. Dann wollt ihr euch plötzlich mit ihr abgeben und werdet von derselben Stelle aus gebremst? Seltsam, seltsam.

Wollt ihr nun, oder wollt ihr nicht? - Das ist die Frage.

Gruß

Thomas Miller

Lieber Thomas,

ich weiß, das ist anstrengend.

und wie…

Also doch? Wieso denn „bis jetzt“? Es ist beim beschriebenen

Krankheitsbild nicht zu erwarten, dass sie irgendwann mit dem
Besen auf euch los geht.

auch noch des…also bis jetzt hat sie sich wirklich nur selbst geschlagen oder stößt andere beim schnellen Aufstehen und aus der Türen rennen einfach um.

Da der Chef keine Einwände hat, wohl weil noch keine
Beschwerden wegen der Einmischung in Telefongespräche
eingegangen sind, vermute ich, dass die Einmischung entweder
nicht häufig vorkommt oder nicht so tragisch ist oder
nicht-geschäftliche Gespräche betrifft.

Leider haben wir uns sehr sehr (in Gesprächen, schriftlich, Androhung mit den Personalrat) oft bei ihr beschwert. Es wurde uns auch versprochen, wenn ein freier Raum zur Verfügung steht, würde diese Kollegin dort hineinziehen. Aber bis jetzt wurde diesbezüglich nichts unternommen. Oh, die Einmischung findet quasi jeden Tag statt, wenn ein Gespräch zustande kommt, mischt sie sich ein, ob die Antwort richtig ist oder falsch.

Die Beobachtungen auf

der anderen Seite gehören auch zum Krankheitsbild und sind
nicht persönlich gemeint.

das kann ich mir schon vorstellen, aber es nervt unheimlich, wir fühlen uns wie bei big brother.

Schade eigentlich, wo ihr doch wisst, dass die Frau für ihr
Verhalten nicht verantwortlich ist, also nicht schuld ist an
dem, was sie tut.

aber wir leiden sehr darunter, viele denken an Kündigung oder Versetzung.

Ich sage noch einmal: Ich weiß, wie schwierig das ist - aus
eigener Erfahrung.

Danke nochmals für deine netten Worte.

Gruß
biene

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Ticstörung / Tourette-Syndrom
Hallo Semmelbiene,

nachdem ich jetzt Deine Frage und auch die nachfolgenden Antworten gelesen habe, kann ich nur noch ein wenig ergänzen. Denn auch ich dachte sofort an die Tic-Störung (oder auch Tourette-Syndrom).

Und ich will dazu sagen: Tics sind (zumindest nach Meinung einiger Wissenschaftler) kein psychischer, sondern ein neurologischer Defekt. Wie bei den meisten Krankheiten im psychologisch-neurologischen Bereich gibt es hier verschiedene Meinungen.

Ein Wissenschaftler definierte es so:
_[Zitat]Tics sind plötzlich einschiessende, sich wiederholende Bewegungen, die nicht vom Willen gesteuert sind, nicht rhythmisch sind und auf einige umschriebene Muskelgruppen beschränkt sind. Zu den Tics zählen ferner ebenso plötzlich einsetzende und zwecklose Lautproduktionen (Vokalisationen). Wenngleich Tics als willkürlich nicht beeinflussbar erlebt werden, können sie vorübergehend unterdrückt werden.; sie treten nicht im Schlaf auf. Tics beginnen typischerweise im Kindes- oder Jugendalter.

Medizinisch werden im wesentlichen drei Formen unterschieden, nämlich die vorübergehende Ticstörung mit Dauer bis zu 12 Monaten und frühem Beginn, die chronische motorische oder vokale Ticstörung mit Dauer von mindestens einem Jahr sowie kombinierte vokale und vielfältige motorische Tics (auch als Tourette-Syndrom bezeichnet).

Eine Unterteilung in einfache Tics (z.B. Blinzeln, Kopfwerfen oder Räuspern) und komplexe Tics (z.B. Springen oder Wiederholung von kurzen Sätzen) kann ebenfalls vorgenommen werden."[Zitat Ende]_

von Prof. Dr. Dr. med Steinhausen. Weitere Informationen zum Thema findest Du hier: http://www.tourette.ch/tgs/basisinformation.htm

Einig ist man sich aber, daß Tics eine schlimme Krankheit sind: Denn für die Mitmenschen sieht es so aus, als wäre das gegenüber einfach unverschämt und / oder nervtötend, als habe er / sie keine Manieren, keinen Benimm… keine Grenzen. Tics sind für die Mitmenschen schwer zu verstehen.

Ich würde Euch wirklich bitten: Informiert Euch doch mal, bevor Ihr urteilt. Du schreibst Sachen wie:

ist ihr egal oder sie bekommt es einfach nicht mit.

Möglicherweise bekommt sie es mit: Und kann gar nicht gegen ihr eigenes verhalten tun. Versuch mal, Dir das vorzustellen!

Wir haben keine Angst vor ihr, wir fühlen uns total entnervt!

Daß Ihr entnervt seid, ist absolut verständlich. Aber versucht bitte, Euch erst zu informieren, bevor Ihr (ver)urteilt.

Von unsere Seite aus (also Verwaltung) möchte niemand etwas mit ihr zu tun haben, wir erleben sie ja den ganzen Tag beim Arbeiten.

Das finde ich, ehrlich gesagt, nicht fair. Entweder Ihr setzt Euch - sachlich, oder so sachlich es geht - mit dem Thema auseinander und gebt Ihr eine Chance. Oder Ihr beschließt, daß Ihr es ignorieren wollt, aber dann laßt sie auch in Ruhe und seid fair zu ihr. Bitte. Sie ist krank.

Ich lege Euch mal ein Buch ans Herz. Oliver Sacks ist ein in New York praktizierender Neuropsychologe. Seine Bücher sind wissenschaftlich umstritten, da sehr populärwissenschaftlich, aber meiner Ansicht nach gerade deswegen für Laien sehr gut zu lesen. Er schildert Geschichten von Kranken, die „aus der Normalität fallen“, und er schildert sie so, daß auch wir uns vorstellen können, wie das sein muß.

Und das würde Dir und Deinen Kollegen meiner Meinung nach mal sehr gut tun.

In einem der angegebenen Bücher werden auch die Tics beschrieben, leider weiß ich nicht mehr, in welchem (ich tippe auf das erste). Schaut einfach mal rein:

Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte. 16,90 DM
ISBN:3499187809 Buch anschauen

Oliver Sacks, Eine Anthropologin auf dem Mars. Sieben paradoxe Geschichten. 16,90 DM
ISBN:3499602423 Buch anschauen

Außer der oben genannten URL kann ich Dir noch ein paar Seiten empfehlen:

http://www.kinderpsychiatrie.de/ticstoerungen.htm
http://www.kjp.uni-marburg.de/fff/NO35.HTM
http://www.informatik.fh-luebeck.de/icdger/f95_0.htm
http://www.pabst-publishers.de/Psychologie/psyzeit/v…

Ich hoffe, Dir damit ein wenig weitergeholfen zu haben.
Liebe Grüße, Nike

die Tics sind besonders in stress-situationen stärker.

das merken wir ganz deutlich!:

Manche haben auch den Tic andere Leute zu beleidigen *sah ne
reportage über einen Mann der immer wieder „Arschloch“ sagen
muss*

daran kann ich mich auch erinnen.

gruß
biene

kannst du das mit der Leitung mal etwas näher spezifizieren?
Arbeitest du vielleicht in einer Uniklinik? (Deiner ViKa kann
ich nix entnehmen.) Dann wäre es sogar möglich, dass die
Leitung gar nichts gegen die Frau unternehmen kann.

meine Chefin ist Bereichsleiterin am Rechenzentrum also öffentlicher Dienst.
Sicherlich ist da ein Kuhhandel mit dem Rektoramt gemacht worden, denn vom Rektoramt ist unsere Kollegin quasi rausgeschmissen worden (ehrlich).

Also, das verstehe ich jetzt nicht. Erst wollt ihr euch nicht

mit ihr abgeben, geht zum Chef und bekommt eine Abfuhr. Dann
wollt ihr euch plötzlich mit ihr abgeben und werdet von
derselben Stelle aus gebremst? Seltsam, seltsam.

nein, das ist nicht richtig, wir, die Verwaltung wollten von unserer chefin wissen, was diese Dame für krankheitliche Probleme hat, wir bekamen zur Antwort, das wäre sehr kompliziert und wir sollten sie (also Kollegin) in Ruhe lassen.

Andere Kollegen (nicht die Verwaltung!) gingen mir ihr zum Essen und dann plötzlich nicht mehr. Von unsere Seite aus (also Verwaltung) möchte niemand etwas mit ihr zu tun haben, wir erleben sie ja den ganzen Tag beim Arbeiten.

Wollt ihr nun, oder wollt ihr nicht? - Das ist die Frage.

biene

Thomas,

erstens ist es gut möglich und sogar wahrscheinlich, dass es
doch etwas mit der Krankheit zu tun hat.

keine Ahnung!

Zweitens erwähnst du eine Mensa, woraus ich (messerscharf)
schließe, dass es sich bei deinem Arbeitsplatz um eine Uni
handelt.

der Kanditat hat 100 Punkte.

In diesem Fall dürfte die Kollegin nicht die einzige

Person mit merkwürdigen Essgewohnheiten sein.

hm, das weiß ich nicht, grins, da ich zuhause esse, aber wir haben ihre Essgewohnheiten auch in der Kaffeerunde und beim gemeinsamen Mittagessen (z.B. Chinese) mitbekommen.
Die Dame popelt in der Nase, nimmt den Popel in die Hand und nimmt anschließend z.B. einen Kuchen in die Hand und schneidet sich ein Stück ab. Oder sie schleckt die Tasse mit ihrer Zunge ab und stellt die Tasse ungewaschen in das Regal. Das sind nur die harmlosen Geschichten, wir kennen noch härtere.

biene

Gruß

Thomas Miller

Hallo Nike,

Einig ist man sich aber, daß Tics eine schlimme Krankheit
sind: Denn für die Mitmenschen sieht es so aus, als wäre das
gegenüber einfach unverschämt und / oder nervtötend, als habe
er / sie keine Manieren, keinen Benimm… keine Grenzen. Tics
sind für die Mitmenschen schwer zu verstehen.

das kann ja sein, aber wie sieht es mit uns aus?
Anscheinend meint alle Welt, wir müssen das so hinnehmen!
Auf Allergiker (und ich bin eine Nahrungsmittelallergikerin) nimmt auch niemand Rücksicht! Ich kann nur vom Glück reden, dass ich so liebe Geschäftskollegen und Freunde habe, ansonsten sieht die Sachlage nämlich anders aus!!!

Als diese Kollegin Anfang Januar zu uns kam, wußte niemand etwas davon, dann begannen diese Merkmale und wir waren erstens sehr geschockt und verunsichert. Laut unserer Chefin sollten wir uns defensiv verhalten, sie nicht aufregen und nicht anfragen.
All dies haben wir getan, aber dennoch ist die Lage unerträglich, da unsere Kollegin auch mit anderen Kollegen zu tun hat und von dort aus Streß erhalten kann.

Außerdem wer findet es toll, ob Krankheit oder nicht, Kuchen voller Popel zu essen?

Ich würde Euch wirklich bitten: Informiert Euch doch mal,
bevor Ihr urteilt. Du schreibst Sachen wie:

ist ihr egal oder sie bekommt es einfach nicht mit.

wir urteilen nur darin, dass sie KRANK ist und wir mit dieser Situation nicht fertig werden.

Möglicherweise bekommt sie es mit: Und kann gar nicht gegen
ihr eigenes verhalten tun. Versuch mal, Dir das vorzustellen!

ich sehe das jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde…

Wir haben keine Angst vor ihr, wir fühlen uns total entnervt!

Daß Ihr entnervt seid, ist absolut verständlich. Aber versucht
bitte, Euch erst zu informieren, bevor Ihr (ver)urteilt.

meine Güte, das klingt so, als wären wir jetzt die schuldigen, nur weil ich mich erkundigt habe. Ich möchte nochmals betonen, dass wir sie niemals geschlagen, angeschrien und nachgeäfft haben.

Das finde ich, ehrlich gesagt, nicht fair. Entweder Ihr setzt
Euch - sachlich, oder so sachlich es geht - mit dem Thema
auseinander und gebt Ihr eine Chance. Oder Ihr beschließt, daß
Ihr es ignorieren wollt, aber dann laßt sie auch in Ruhe und
seid fair zu ihr. Bitte. Sie ist krank.

Ich meinte, ich möchte privat mit ihr nichts zu tun haben.
Wir ignorieren sie nicht, die Mannschaft trinkt Kaffee mit ihr, wir unterhalten uns, sie verzählt viel usw.

Verstehe mich doch: Wir lassen sie doch in Ruhe!!!

Aber irgendwann liegen auch mal deine Nerven an Boden, dann hast du noch einen schlechten Tag und nebenan wird sich ununterbrochen geschlagen und gesungen.

Ich lege Euch mal ein Buch ans Herz. Oliver Sacks ist ein in
New York praktizierender Neuropsychologe. Seine Bücher sind
wissenschaftlich umstritten, da sehr populärwissenschaftlich,
aber meiner Ansicht nach gerade deswegen für Laien sehr gut zu
lesen. Er schildert Geschichten von Kranken, die „aus der
Normalität fallen“, und er schildert sie so, daß auch wir uns
vorstellen können, wie das sein muß.

Und das würde Dir und Deinen Kollegen meiner Meinung nach mal
sehr gut tun.

ich erlebe es am eigenen Leib, wie es ist, anders zu sein.
Mein eigenes Leben ist durch diese Nahrungsmittelallergie sehr sehr beschränkt. Meine Haut verträgt Streß nicht all zu gut und hier leide ich ehrlich gesagt sehr.

Aber, irgendwie habe ich so das Gefühl, dass es euch einen Dreck angeht, wie wir uns eigentlich dabei fühlen. Warum wird auf uns keine Rücksicht genommen? Warum können wir nicht mal sagen, jetzt und für heute ist es genug.

biene

In einem der angegebenen Bücher werden auch die Tics
beschrieben, leider weiß ich nicht mehr, in welchem (ich tippe
auf das erste). Schaut einfach mal rein:

Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut
verwechselte. 16,90 DM
ISBN:3499187809 Buch anschauen

Oliver Sacks, Eine Anthropologin auf dem Mars. Sieben paradoxe
Geschichten. 16,90 DM
ISBN:3499602423 Buch anschauen

Außer der oben genannten URL kann ich Dir noch ein paar Seiten
empfehlen:

http://www.kinderpsychiatrie.de/ticstoerungen.htm
http://www.kjp.uni-marburg.de/fff/NO35.HTM
http://www.informatik.fh-luebeck.de/icdger/f95_0.htm
http://www.pabst-publishers.de/Psychologie/psyzeit/v…

Ich hoffe, Dir damit ein wenig weitergeholfen zu haben.
Liebe Grüße, Nike