Was bedeutet der Traum?

Hallo!
Ich weiß zwar nicht ob dass das richtige Brett ist, aber
Letzte Nacht hatte ich einen ziemlich seltsamen Traum, nun würde ich gern wissen was er bedeuten könnte…
Vielen Dank schon mal,
Ich bin in einer großen Halle in einer Art Schloß. Überall. Auch auf den Fensterbrettern sitzen Mädchen und beten den Gott Mars an. Ich knie vor einem Kamin und bete dort. Danach sitzen alle an einem großen Tisch in (derselben?) einer halle. Plötzlich höre Ich alle kreischen und sehe eine Dornenranke die sich aus einem Loch im Boden schlängelt und mich packt. Der Priester meint es sei Mars der mich zu sich ziehen will und ich laufe in Panik weg.
Irgendwas war noch in der Stadt, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Kurz darauf bin ich mit einem guten Kumpel dem alles anvertrauen würde und bei dmeich mich sicher fühler bei einem Fluß und auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Kirschbaum. Er geht hinüber um mir Kirschen zu pflücken, dann sehe ich aus seiner Perspektive wie sich auf einmal der Erdboden auftut und mich verschluckt.

Hallo Babsi,

lt. Sigmund Freud steckt in jedem Traum ein Wunsch oder eine Befürchtung. Stellt sich die Frage: was stellt der Gott Mars dar? Vielleicht ein Problem? Und Du hast Angst, von diesem Problem verschluckt / überrollt zu werden?

Der Kamin, an dem Du gesessen hast könnte eventuell eine gewisse Geborgenheit, Wärme ausdrücken, dort ist ja auch noch nichts passiert. Erst als Du die Geborgenheit verlassen hast, musstest Du ständig flüchten.

Vielleicht magst Du diese Sache ja selbst noch ein bisschen auseinanderpflücken, z. B. wofür steht das Schloß, wofür die Mädchen, der Kirschbaum, etc.? Warum ist Dir immer nur etwas passiert, wenn sich eine gewisse Geborgenheit von Dir entfernt hat (Du hast beim ersten Mal nicht mehr am Feuer gesessen, beim zweiten „Angriff“ war Dein bester Freund gerade ein Stück weggegangen, um Kirschen zu pflücken!)? Angst vor dem Alleinsein?

Also gut, so weit meine Spekulationen *lächel*

Alles Liebe,
Reggi

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Hi Babsi,

ich denke , ich kann auch ein wenig hilfreich sein. Zunächst einmal würde ich mich bei der Traumdeutung nicht allzu sehr auf die Theorie von Sigmund Freud stützen. Sicher kann jeder Traum wunscherfüllend – das sagt allein die Phrase ‚wie im Traum’ die wir in der Alltagssprache für ein schönes Erlebnis verwenden – oder auch Ängste ausdrücken (Alptraum). Diese Interpretation ist allerdings zu eingeschränkt. Nützlicher ist es den Traum als eine Stellungnahme oder eine Aufarbeitung des vergangenen Tages anzusehen. Alles was von Bedeutung war, was dir emotional oder rational durch den Kopf gegangen ist, wird man im Traum auf einer abstrakten, symbolischen Ebene nochmals durchleben.

Zweitens, ist es bei einem Traum fast immer wichtig, diesen differentiell zu betrachten, ergo die spezifische Persönlichkeit, das Individuum, in diesem Fall DICH bei der Deutung mit einzubeziehen. Leider skizzierst du in deinem Artikel nur kurz das Traumerlebnis und schreibst nichts über Dich und den vorherigen Tag, was ausgesprochen fruchtbar gewesen wäre. Ich kann deshalb auch nur einige Vermutungen anstellen.

Du erzählst Du hättest in einer Halle mit anderen Mädchen den Gott Mars angebetet und dann von einer Dornenranke in einen Schlund zu Mars hingezogen worden. Eine sehr unangenehme Vorstellung, die durch deine Panik noch untermalt wird.
Mars, den Du und die Mädchen anbeten, ist der Kriegsgott. Ich folgere daraus, dass Dir sehr unwohl wird bei dem Gedanken, dass du mit anderen Mädchen in Konkurrenz stehst, bei dem Versuch einen Partner zu finden. Denn einen Partner zu haben bedeutet stets, diesen Menschen allen andern Mädchen wegzunehmen, ein für Dich sehr verwerflicher Umstand, da Du doch schließlich mit allen in einem Boot bzw. – traumsprachlich – an einem Tisch sitzt.
Was deinen Freund angeht, frage ich mich, ob eure Beziehung tatsächlich nur freundschaftlich ist, da man die Kirschen durchaus als Liebessymbol interpretieren kann. Kann es also sein das du evtl. erotische Gefühle für ihn empfindest? Bei näherer Betrachtung kommt der Akt des ‚Kirschenpflückens’ sogar einer Methapher für eine Defloration nahe.
Das du am Ende des Traums im Erdboden versinkst, kann ein Anzeichen für dein schlechtes Gewissen, dein verdrängtes Schuldbewusstsein sein. Ist dein Freund vielleicht momentan in einer Beziehung oder möchtest eigentlich auf keinen Fall euer freundschaftliches Verhältnis zerstören?
Soweit die Interpretation. Da Träume meistens sehr intim sind und ich ohnehin nur wenig Infos hatte, weiss ich jetzt natürlich nicht, in wieviele Fettnäpfchen ich getreten bin. Aber über dem Forum schwebt ja der Segen der Anonymität.

Schöne Grüße erstmal von

Ontisch

Hi!
Also erst mal danke für den interessanten Artikel. Einige der Theorein trafen ziemlich das was ich mir schon selbst über diesen Traum gedacht hatte, besondrs das die Beziehung mit dem Kirschenpflückenden nicht nur rein freundschaftlich ist.
Was ich am vorherigen Tag gemacht habe? Soweit ich mich erinnern kann folgendes: lange geschlafen, dann habe ich mich mit meinem Freund in der Stadt getroffen. Ich wollt ihn unbedingt mit auf ein Konzert nehmen, aber er wollte nicht weil er arbeiten musste. Am nächsten Tag bin ich dann für 3 Tage weg gefahren (ohne ihn).
Ob ich an diesem Tag noch mit meinem Internetfreund (den ich nur über den Chat kenne) gechattet hab, weiß ich nicht mehr.
Der Freund mit dem ich in der Stadt war ist momentan in Keiner Beziehung (außer mit mir), allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher ob wir überhaupt noch eine Beziehung führen…
Was den Internetkumpel angeht: Ich fürchte er hat sich in mich verliebt, aber ich will wirklich nur eine freundschaftliche Beziehung, allein schon der Entfernung wegen.
Könnte der Traum auf Beziehungsprobleme hingedeutet haben?

Mit freundlichen Grüßen
Babsi

Hi Babsi,

da Du mit dem ‚guten Kumpel‘ ein Beziehung führst, sieht die Sache natürlich anders aus. Das Dein Traum damit zu tun hat, ist wohl sehr wahrscheinlich. Du erwähnst ja selbst, dass du dich fragst, ob ihr tatsächlich noch eine Beziehung führt. Wenn du schon eine Diskrepanz zwischen einem wünschswerten Beziehungszustand und dem Jetzigen feststellst, bestehen aus deiner Sich offensichtlich Beziehungsprobleme.

Ich hab mir den Traumtext nochmal angesehen - ich weiss natürlich unverändert wenig über deinen Freund, wie lange ihr schon zusammen seid, ob euch gemeinsame Zeit, Vertrautheit, gegenseitiges Verständnis fehlt.
Der Fluss im Traum ist sicherlich ein Hinweis auf die Zeit oder gar die Zeitlichkeit eurer Beziehung. Interessant ist, dass du die letzte Szene, in welcher du im Erdboden verschwindest, aus der Sicht deines Freundes beobachtest. Befürchtest du vielleicht, dass ihr euch voneinander entfernt habt? Oder drückt dieser Sachverhalt den Wunsch aus, dass intensiver von deinem Freund wahrgenommen werden möchtest, dass er bemerken soll, dass ihr auseinander driftet?
Wenn ja, würd ich einfach mal fragen, ob ihm das bewußt ist!

Soweit mein Erkenntnisstand

Ontisch