hallo romana,
in diesem letzten beitrag schriebst du noch einige wesentliche punkte auf:
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Sicher ginge das. Doch mir hat das was die gemacht haben am
besten gefallen, auch wenn andere nur die Hälfte oder gar ein
Viertel verlangt haben. Hier kommt meine schlechte Erfahrung
dazu, daß immer wenn ich einen Billiganbieter genommen habe,
warum glaubst du wohl, wird dein geschäftspartner diesen preis gemacht haben? warum nehmen die händler 20,- dm, wenn du auf dem basar für 1,- dm das t-shirt erwerben könntest?
kaufpreise unterscheidet man in
– kalkulatorische:
die bezeichnen die preis-untergrenze aufgrund der kostensituation
– psychologische:
…schwellenpreise: statt 10,- -> 9,80
…preisakzeptanz des kunden: wenn ich das produkt zu billig verkaufe - und sei es qualitativ noch so hochwertig -, wird mein kunde denken, es ist schrott und nicht kaufen!
– reale kaufkraft des kunden:
also: was kann sich mein kunde überhaupt leisten?
– konkurrenzpreise:
meine konkurrenz gibt das produkt für x dm raus, also muss ich versuchen sie zu unterbieten.
–umgebungspreise:
wenn ich ein buch über pelzmäntel in einem pelzladen platzieren will, liegt es in einer hohen ‚preisumgebung‘ aus und würde für 9,80 dm von den kunden als minderwertig und unpassend empfunden.
–politische preise
ich produziere, auch wenn ich drauflege, weil ich persönlich das produkt auf dem markt haben will oder weil ich eine niedrigpreispolitik zur marktetablierung fahre.
wenn du dir das durchgelesen hast, wirst du merken, dass dein problem sich im bereich psychologische preisfindung wegen der preisakzeptanz des kunden und der realen kaufkraft abspielt. du schaust bei seiner konkurrenz nicht vorbei, weil die preise so deutlich unter deinem preisempfinden liegen, dass du schon bauchweh bekommst. auf der anderen seite aber ‚beschwerst‘ [verzeih mir das harte wort, aber ich finde gerade auf die schnelle kein anderes] du dich, dass dein partner so viel damit verdient.
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ich sehe noch ein problem in den kulturellen unterschieden. wenn du eine längere zusammenarbeit willst, dann ist deine entscheidung, dir das land, die menschen und die mentalität anzusehen mit sicherheit die richtige! entweder habe ich es überlesen oder du hast nicht geschrieben, um was für ein land es sich handelt, aber - ohne jetzt diskriminieren zu wollen, das liegt mir sehr fern! - du weißt, dass in einigen ländern die frauen nicht gerade viel zu sagen haben! das kann enorme konfliktpotentiale bergen. sei also sehr auf der hut, was diese kulturellen unterschiede betrifft!
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du musst bloß gut durchkalkulieren, ob alles wirklich so viel billiger war! rechne auf die produktionskosten in jedem fall die flugkosten, die übernachtungen, die telefonate/faxe (auslandsgespräche sind nicht gerade billig von deutschland aus) und alle folgekosten auf! und dann schau, was es wirklich gekostet hat!
ich hatte beim durchlesen der ersten beiträge eigentlich nur darauf gewartet, dass du zum thema kommunikationsprobleme kommst. diese können ins ausland ziemlich schnell hohe kosten verursachen! versuche herauszubekommen, woher die probleme kommen: sprachprobleme? kulturelle differenzen? andere standards? usw.
ich würde über eine zusammenarbeit als team erst nach ein paar wirklich glatt gelaufenen aufträgen reden!
oh, ich lese gerade, dass es tatsächlich um druck geht, dann kann ich ja etwas konkreter werden: schau bloß, dass du auch genau das bekommst, was du bestellt hast! ist das papier das gewünschte? wie ist die reprografische qualität? ist der satz in ordnung? kommen die mit der fremden sprache zurecht? und und und
bei einem dienstleister hier in deutschland hast du rechtliche möglichkeiten gegen falsche produktion vorzugehen. meistens drucken die jungs auch mal unter murren nach, wenn sie aus nachgewiesenem eigenverschulden z.b. das falsche papier genommen haben. aber wie sehen deine rechtlichen möglichkeiten gegenüber dienstleistern dort aus? da solltest du dich auch kundig machen.
ein verdruckter flyer und ein anschließendes absagen einer veranstaltung kann für die druckerei ziemlich teuer werden, wenn das alles wasserdicht beauftragt war.
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ich komme jetzt zu dem punkt, warum dieser beitrag im psychologie-brett steht.
anscheinend regt sich dein gewissen. du siehst, dass der handel mit diesem einen partner ungerecht gegenüber dir und gegenüber den anderen menschen dieses landes ist. daraus ergeben sich zwei sachen:
- ungerechtigkeit gegenüber dir.
du bist eifersüchtig auf die gewinnspanne, weil du sie auch gerne hättest. anscheinend war dir das vorher nicht bewusst, oder? du hast erst im nachhinein darüber nachgedacht und dich dann über den preis geärgert? aber mit solchen sachen kommst du nicht weiter. wir können nicht auf andere länder eifersüchtig sein, nur weil die weniger steuern zahlen, geringere lebenshaltungskosten haben etc. das bringt uns für unser leben in deutschland nichts. die konsequenz daraus wäre: auswandern ;o)
- ungerechtigkeit gegenüber den anderen menschen des landes.
wenn du eine gerechtere verteilung haben willst, musst du deine aufträge über die konkurrenz verteilen. du kommst gar nicht drum herum, denn sonst fütterst du nur einen punkt des landes.
aus beiden varianten ergibt sich die frage, ob du überhaupt dort produzieren solltest. ich weiß nämlich nicht genau, wie du eine unbelastete team-beziehung mit solchen gefühlen aufbauen willst. du wirst immer bauchweh dabei haben und dich unwohl fühlen.
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deine frage ist eine verquickung aus psychologie und handel. sie gehört mit sicherheit in beide bretter, denn ich denke, du wirst von den erfahrungen anderer händler nur profitieren können. mit sicherheit hat sich ein jeder von denen auch schon mal mit deinen gedanken herumschlagen müssen, wohingegen die meisten leute hier sich mit sicherheit noch nicht mit bwl beschäftigt haben (verzeihung an all jene, die es haben :o). also: tausche dich mit anderen leuten darüber aus, die schon handelsbeziehungen dorthin haben. ich denke, das wird dich stärken.
und als letztes: in australien lässt sich gut produzieren. hoher standard, eine der europäischen sehr ähnliche kultur und gute preise.
ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben.
lieben gruß
tobias