Therapie

Hi,

bräuchte mal eure Hilfe :smile:

Es geht um meine Schwester, sie möchte eine Therapie machen, da sie immer wieder irgendwelche, zum Teil auch sehr makaberen, Lügen erzählt. Hört sich jetzt vielleicht ziemlich komisch an, aber sie stört es halt selbst da sie sich dadurch natürlich auch bei Freunden, Partnern und so langsam auch in der Familie unnötige Probleme schafft. Naja, ich glaube es ist für meine Fragen auch eher unwichtig die ganze Problematik zu erklären…

Also darum jetzt zu meinen Fragen :smile:

Sie schafft es einfach nicht sich selbst darum zu kümmern, einen Anfang zu finden, darum hab ich ihr versprochen, das ich mich mal ein bisschen informiere…

Meine erste Frage ist folgende:
Wohin muß sie denn nun eigentlich ? Ich blicke da zugegebenermaßen selbst nicht so richtig durch… Zu einem Psychologen oder zu einem Psychotherapeuten ?
Oder ist beides dasselbe, und nur eine andere Beschreibung ?

Und noch eine Frage, sie sagt sie traut sich nicht dem Psychologen (oder wer auch immer dann nun zuständig ist :wink:allein von ihren Problemen zu erzählen, darum möchte sie beim ersten Gespräch jemanden mitnehmen, der dann dem Psychologen im „groben“ schon mal erklären kann um was es geht.
Ist das „erlaubt“ ? Ich habe da so meine Zweifel, da der Psychologe doch wahrscheinlich möchte das sie es von sich aus und allein erzählt ? Aber andersrum bin ich mir ziemlich sicher das sie sonst nie hingehen würde…

So, und nun zu meiner letzten Frage :smile:

Ich bin mir ziemlich sicher hier schon mal einen Link gesehen zu haben der zu einer Seite führte über die man Adressen von Therapeuten finden konnte, finde den Link aber leider nicht mehr, weiß ihn vielleicht jemand von Euch noch ?

Vielen Dank schon mal!

Gruß
claudia

Hi Nebelfee

…Hört sich jetzt vielleicht ziemlich komisch an, aber sie stört es halt selbst

Nein, komisch keineswegs - aber interessant. Vor allem daß sie selbst von sich aus deswegen therapeutische Hilfe sucht ist bemerkenswert. Da möcht man ja fast sagen: schade, daß man kein Therapeut ist…:wink:

Sie schafft es einfach nicht sich selbst darum zu kümmern, einen Anfang zu finden

auch das…

Zu einem Psychologen oder zu einem Psychotherapeuten ?

In D ist ein Psychotherapeut auch ein Psychologe oder ggf. ein Arzt mit Zusatzausbildung (was ich in diesem Fall aber nicht empfehlen würde). Aber nicht jeder Psychologe ist Therapeut (weil man dafür eine spezielle Therapieausbildung haben muß). Die nach wie vor zulässigen Bezeichnungen für das, was Leute psycho-mäßig anbieten, sind aber sehr vielfältig. Wenn es nur „psychologische Beratung“ heißt, handelt es sich in der Regel nicht um Psychologen und erst recht nicht um Therapeuten.

Wenn du direkt unter „Psychotherapeuten“ suchst, wirst du am ehesten richtig liegen. Die Frage stellt sich dann: was für eine Therapie…

…sie sagt sie traut sich nicht dem Psychologen … allein von ihren Problemen zu erzählen, darum möchte sie beim ersten Gespräch jemanden mitnehmen, der dann dem Psychologen im „groben“ schon mal erklären kann um was es geht.

Also dies - und die beiden anderen Beschreibungen von dir oben - veranlassen mich zu der vorsichtige Vermutung, daß erstmal eine Kontaktaufnahme (d.h. Vorgespräche) mit einem/einer Vertreter/in der Psychoanalyse (das ist eine spezielle therapeutische Methode)
sinnvoll sein dürfte.

Ist das „erlaubt“ ? Ich habe da so meine Zweifel, da der Psychologe doch wahrscheinlich möchte das sie es von sich aus und allein erzählt ?

Verboten ist in der Psychotherapie sowas ganz sicher nicht… Ihr könnt es getrost dem ausgewählten Therapeuten überlassen, wie er mit Eurem Anliegen umgeht. Und da ihr euch eh ja zuerst zu einem Vorgespräch anmeldet, wäre es sonderbar, wenn das abgelehnt würde. Das Weitere seht ihr dann…

Eine umfangreiche Linkliste hat Nike in die Brettbeschreibung gesetzt… ich kopier sie Dir hier nochmal:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Gruß
Metapher

Re^2: Danke :smile:
hi Methapher

Nein, komisch keineswegs - aber interessant. Vor allem
daß sie selbst von sich aus deswegen therapeutische Hilfe
sucht ist bemerkenswert. Da möcht man ja fast sagen: schade,
daß man kein Therapeut ist…:wink:

Ja, ich habe mich auch gewundert als sie sagte das sie jetzt mal was dagegen machen möchte, zuerst dachte ich sie erzählt das jetzt wieder mal nur so, aber da sie ja auch gefragt hat ob ich oder meine Mutter beim ersten Gespräch mitkommen würden, denk ich mal sie meint es ernst…

Zu einem Psychologen oder zu einem Psychotherapeuten ?

In D ist ein Psychotherapeut auch ein Psychologe oder ggf. ein
Arzt mit Zusatzausbildung (was ich in diesem Fall aber nicht
empfehlen würde). Aber nicht jeder Psychologe ist Therapeut
(weil man dafür eine spezielle Therapieausbildung haben muß).
Die nach wie vor zulässigen Bezeichnungen für das, was Leute
psycho-mäßig anbieten, sind aber sehr vielfältig. Wenn es nur
„psychologische Beratung“ heißt, handelt es sich in der Regel
nicht um Psychologen und erst recht nicht um Therapeuten.

Wenn du direkt unter „Psychotherapeuten“ suchst, wirst du am
ehesten richtig liegen. Die Frage stellt sich dann: was für
eine Therapie…

Danke, jetzt bin ich um einiges schlauer…
Wir werden uns dann jetzt also mal einen Termin bei 'nem Psychotherapeuten in ihrer Nähe geben lassen, und dann wird sich sicher alles andere von selbst geben…

Eine umfangreiche Linkliste hat Nike in die Brettbeschreibung
gesetzt… ich kopier sie Dir hier nochmal:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Auch hier nochmal Danke, hatte die Linkliste blöderweise übersehen…

Gruß
claudia

Hi,

Nike’s Liste ist sicherlich sehr gut, doch die Therapie wird offline ablaufen. Von daher hast Du vorort zu schauen doch mehr Möglichkeiten.

  1. Anruf bei der Krankenkasse: Koordinationsstelle für Psychotherapie - Du erhältst eine Liste der Therapeuten in Deiner Gegend, geordnet z.B. Verhaltenstherapeuten, Psychoanalytiker… Hier solltet Ihr im Vorfeld wissen, welche Art von Therapie Ihr machen wollt.

  2. Je nachdem wo Du wohnst, ob mehr ländlich oder in einer Klein- bzw. Großstadt, gibt es Institute die in einem Vorgespräch klären welche Art von Therapie für Deine Schwester in Frage kommen kann.

  3. Könnt’ Ihr den Südwest 3 (hoffe er heißt so) empfangen? nach der Sommerpause könntet Ihr mal der Brigitte Lämmle zuschauen und wenn Deiner Schwester die Arbeitsweise grundsätzlich zusagt, vielleicht auch mal anrufen und sich zu einem Therapeuten vermitteln lassen. Brigitte arbeitet familientherapeutisch. http://www.swr-online.de/laemmle-live/

  4. Es stellt sich auch die Frage, ist es Deiner Schwester auch möglich Therapie aus eigener Tasche zu bezahlen? Ich habe in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, daß hier sich Menschen oft geheilter fühlen. Sicherlich ist dies meine subjektive Wahrnehmung.

  5. Scheinbar ist dieser Bereich Neuland für Euch. Das heißt, ich empfehle Euch bzw. Deiner Schwester sich im Vorfeld mehrere Therapeuten aufzusuchen. Bei der Kasse hat man fünf Stunden und dann wird entschieden, ob eine Therapie auf Kasse genehmigt wird. Das heißt, sie könnte theoretisch 5 Therapeuten aufsuchen.

  6. Es ist sicherlich im Vorfeld auch wichtig für sich zu klären, was sie selbst möchte, welche Ziele sie hat. Und es ist nicht minder wichtig meines Erachtens zu klären, was sie sich von ihrem Therapeuten bzw. ihrer Therapeutin wünscht, damit sie sich öffnen kann und Vertrauen haben kann.

Wichtig ist offen Dinge aussprechen zu lernen. In der Therapie kommt es früher oder später wahrscheinlich auch zu Übertragungen. Beispiel: Ein Mensch fühlt sich von anderen immer ausgelacht. Auf einmal fühlt er sich auch vom Therapeuten ausgelacht, der ihn anfangs doch so empathisch und akzeptierend angenommen hatte. Man fühlt sich wieder bestätigt, z.B. in seinen Minderwertigkeitsgefühlen. Die Wahrnehmung trübt hier, vielleicht hat der Therapeut gar nicht gelacht, vielleicht hat er den Therapeuten zum Lachen provoziert. Der Therapeut hat nicht über den Klienten / Patienten gelacht sondern über die Sache. Und hier ist es das Wichtigste sich nicht zurückzuziehen, innerlich oder äußerlich, sondern die Dinge klar ansprechen!

Ciao, Romana

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Hi Romana,

  1. Anruf bei der Krankenkasse: Koordinationsstelle für
    Psychotherapie - Du erhältst eine Liste der Therapeuten in
    Deiner Gegend, geordnet z.B. Verhaltenstherapeuten,
    Psychoanalytiker… Hier solltet Ihr im Vorfeld wissen, welche
    Art von Therapie Ihr machen wollt.

Ja, hab schon gemerkt die Seite mit der Therapeutensuche ist zwar gut, aber da meine Schwester im Moment bei ihrem Freund im Umland Berlin’s wohnt ist es garnicht so einfach was zu finden…Naja wenn’s garnicht anders geht muß sie halt hier bei uns in Berlin was suchen, sie ist ja eh oft hier…

  1. Je nachdem wo Du wohnst, ob mehr ländlich oder in einer
    Klein- bzw. Großstadt, gibt es Institute die in einem
    Vorgespräch klären welche Art von Therapie für Deine Schwester
    in Frage kommen kann.

Ich hab hier in Berlin oft schon was von „Sozial-psychologischer Dienst“ gelesen, ich nehme an das ist so eine Beratungsstelle, ich glaube langsam es wird wohl auch das beste und auch einfachste sein erstmal dahin zu gehen, damit man weiß was für eine Therapie ratsam wäre und bestimmt haben die auch alle übrigen Info’s (z.b auch Adressen von Therapeuten) die man dann benötigt, wäre jedenfalls ziemlich traurig wenn eine Beratungsstelle das nicht hat *g*

  1. Es stellt sich auch die Frage, ist es Deiner Schwester auch
    möglich Therapie aus eigener Tasche zu bezahlen? Ich habe in
    meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, daß hier sich Menschen
    oft geheilter fühlen. Sicherlich ist dies meine subjektive
    Wahrnehmung.

Nein, kann sie leider nicht…

  1. Scheinbar ist dieser Bereich Neuland für Euch. Das heißt,
    ich empfehle Euch bzw. Deiner Schwester sich im Vorfeld
    mehrere Therapeuten aufzusuchen. Bei der Kasse hat man fünf
    Stunden und dann wird entschieden, ob eine Therapie auf Kasse
    genehmigt wird. Das heißt, sie könnte theoretisch 5
    Therapeuten aufsuchen.

  2. Es ist sicherlich im Vorfeld auch wichtig für sich zu
    klären, was sie selbst möchte, welche Ziele sie hat. Und es
    ist nicht minder wichtig meines Erachtens zu klären, was sie
    sich von ihrem Therapeuten bzw. ihrer Therapeutin wünscht,
    damit sie sich öffnen kann und Vertrauen haben kann.

Da kann ich leider garnichts weiter zu sagen, sie blockt da auch ein wenig ab wenn ich oder meine Mutter z.b mit ihr darüber reden wollen, naja ist ihr sicherlich auch nicht gerade angenehm.

Ich kann nur hoffen das es ihr wirklich Ernst ist, im Moment scheint es so, aber könnte auch sein das sie das jetzt nur sagt weil sie gerade die letzten Monate mal wieder richtig „Mist“ gebaut hat, sie erzählt komischerweise auch fast immer Lügen bei denen ganz klar ist das sie eh irgendwann zu 100% rauskommen, jetzt letztens z.b hat sie meiner Mutter erzählt sie hätte ein Kind bekommen und wohnt jetzt in Frankreich…Kurz davor erzählte sie jedem das meine andere Schwester angeblich schwanger sei…Einmal erzählte sie sogar einen ihrer Freunde ihr Vater sei tot, gab denjenigen aber ihre Telefonnummer und es war klar das es rauskommt, da sie da bei meinem Vater wohnte, und er halt ans Telefon geht wenn’s klingelt, also wie schon erwähnt ziemlich makaber teilweise.

Langsam finden wir es alle fast nur noch zum lachen, obwohl es das nicht ist aber was anderes fällt einem da manchmal echt schon nicht mehr ein…

Wenn man sie dann fragt warum sie das alles tut, sagt sie nur „ich weiß es nicht“ ich glaube ihr das auch, sie weiß es glaub ich wirklich nicht, zumindest nicht bewußt… Sie hat übrigens eigentlich einen sehr guten Kontakt zu meinen Eltern, ich weiß darum auch nicht warum die Lügen ziemlich oft was mit unseren Eltern zu tun haben…Sie wurde nicht schlechter oder besser als wir anderen behandelt , aber irgendwie scheint es trotzdem so als ob ihre „Spinnerein“ was mit unseren Eltern zu tun haben… Naja mir bleibt es unerklärlich warum sie so ist, aber ich hoffe mal das sie in einer Therapie vielleicht Hilfe findet auch ohne ihre Lügen auszukommen…Also die Ursachen zu finden…

Wichtig ist offen Dinge aussprechen zu lernen. In der Therapie
kommt es früher oder später wahrscheinlich auch zu
Übertragungen. Beispiel: Ein Mensch fühlt sich von anderen
immer ausgelacht. Auf einmal fühlt er sich auch vom
Therapeuten ausgelacht, der ihn anfangs doch so empathisch und
akzeptierend angenommen hatte. Man fühlt sich wieder
bestätigt, z.B. in seinen Minderwertigkeitsgefühlen. Die
Wahrnehmung trübt hier, vielleicht hat der Therapeut gar nicht
gelacht, vielleicht hat er den Therapeuten zum Lachen
provoziert. Der Therapeut hat nicht über den Klienten /
Patienten gelacht sondern über die Sache. Und hier ist es das
Wichtigste sich nicht zurückzuziehen, innerlich oder
äußerlich, sondern die Dinge klar ansprechen!

Meine größten Bedenken bei ihr sind eigentlich das sie vielleicht auch den Therapeuten irgendwann wieder nur anlügt bzw irgendwelche Geschichten erfindet.Vorallem ist so eine Therapie sicherlich auch ziemlich langfristig weil im Grunde geht es ja garnicht um die Lügen/Geschichten selbst, sondern darum „warum“ sie das tut. Ich nehme mal an, erst wenn sie das weiß wird sie sich auch ändern können.Da sie schon als Kind immer die merkwürdigsten Geschichten erzählt hat, ist dort wahrscheinlich auch irgendwo die Ursache zu finden.Mit dem sich Zurückziehen kann ich mir bei ihr kaum vorstellen, da sie ein ziemlich offener Mensch ist, der gerne und viiiel quatschen tut :wink: Aber dabei auch nur bei der Wahrheit zu bleiben…das fällt ihr offenbar nicht so einfach. Naja man wird sehen… :smile:

Auch Dir jedenfalls ein Danke für die Infò’s :smile:

Gruß
Claudia