Typus ‚hunter‘
Hi Alex
Diese Aussagen von Dir:
Bestimmte Situationen werden ihm schnell langweilig
er braucht irgendwie ständig Abwechslung.
Das trifft zum Beispiel auf Hobbbys zu, die er am Anfang richtig gut findet, ihm aber im Lauf der Zeit (ein paar Wochen) sehr langweilig werden, der anfängliche „Kick“ fehlt einfach.
wie ich ihn kenne und wie er sich einschätzt würde er in keinem Job „auf Dauer“ richtig glücklich werden, ihm wird der Job irgendwann (im Laufe der Wochen) langweilig.
beschreiben tatsächlich eine Erscheinung, die - wie Nike schon schrieb (und charming _um_schrieb) - sehr charakteristisch in eine Richtung weist, die bis vor nicht allzulanger Zeit als ADD (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom( oder ADS (attention deficit disease) betrachtet wurde. Lange glaubte man, daß dies eine im weitesten Sinne psychische Störung sei (also etwas zu therapierendes sei) und vorwiegend bei Kindern vorkomme.
Das ist aber nicht der Fall: es ist keine psych. Störung im klassischen Sinne, sondern eine Eigenart, die man besser einfach als Persönlichkeits-Charakteristik bezeichnet.
Thom Hartmann (z.B. hier:smile:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3795007356/o/q…
hat daher einen ganz anderen psycholgischen Ansatz versucht: er unterscheidet „Jäger“-Typen (hunter) von „Farmer“-Typen.
Die einen bringen ihre Höchstleistung kurzfristig mit einer enormen Aufmerksamkeit (daher ist „ADD“ als Name dafür regelrecht falsch), zu der der „Farmer“, der eher langfristig denkt und dauerhafte Anstrengungen bewältigt, gar nicht fähig wäre.
Das Problem ist, daß unsere Kultur fast ausschließlich eine (in diesem Sinne) Farmer-Kultur ist. Hunter gehen sehr oft baden, weil für ihr Aktivitäts-Spektrum einfach kein Raum ist: weder auf Schulen (man hat sogar spezielle Schulen einzurichten versucht - das ist aber auf sehr kuriose Weise gescheitert) bzw. generell in unseren Lernsystemen, noch in den Berufsfeldern: Es gibt kaum charaskteristische Berufe für „Hunter“… aber wo auch immer eine Krise (von was auch immer) auftaucht, da sind diese Leute diejenigen, die blitzschnell und treffsicher agieren und reagieren können, ehe die „Farmer“ überhaupt merken, daß etwas nicht stimmt.
Das Problem für Hunter ist also, daß sie im Berufsleben meist Einzel"kämpfer" sind.
Die Psychotherapie kann mit diesem Phänomen nur begrenzt umgehen. Es gibt einfach kaum etwas „therapierbares“ dabei, auch wenn sich diese Menschen in ihrer Lebenswelt häufig unglücklich fühlen, weil sie sich gängigen Maßstäben nicht angemessen verhalten. Was viel wichtiger ist, sind Gespräche, aus denen man lernt, sich dieser Eigenschaften bewußt zu werden, um dann mit ihnen besser umhgehen zu können und die in geeigneter Form eine „Interessenbilanz“ ermöglichen, aus der nach und nach Wege gefunden werden können, befriedigende Tätigkeitsfelder zu finden… und - vor allem - zu lernen, ihrer Frustrationstoleranz zu erhöhen.
Zur Frustrationstoleranz hier etwas (auch wenns vom Thema her nicht hganz paßt):
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
(Nike wird jetzt wieder auf die „Enzyklopädie“ verweisen *lach*)
Tja, wegen diesem Phänomen war er zwar schon beim Arzt, der
einen zu niedrigen Blutdruck festgestellt hat, die Medikamente
zeigten jedoch keine Wirkung!
Ja - haha - das ist klar, das ist keine Sache für die Medizin.
Allerdings könntest Du Dich mal auf dieser Seite hier umsehen - es gibt zur schnellen überbrückung kritischer Situationen doch auch in diesem Bereich Hilfe…
http://www.ads-hyperaktivitaet.de/hauptteil_index.html
Grüße
Metapher