Tatoo

Von: , Frage gestellt am Mi, 8. Aug 2001

Hallo,

ich habe ein Problem, von dem ich nicht weiß, ob es wirklich eins ist oder ob ich nur eines daraus mache:

Mein Freund und ich Leben seit einem Jahr in einer eigentlich recht harmonischen Beziehung zusammen.
Er wollte sich seit langem ein Tatoo machen und ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich das nicht so toll fände. Weiter darüber geredet haben wir nicht.

Gestern kam er nach Hause und riss seinen Ärmel des T-Shirts hoch und zeigte es mir...das frisch gestochene Tatoo.
Ich stand wie ohnmächtig vor seinem Arm und konnt nur noch sagen, dass das ja wohl nicht sein Ernst wäre.
Er hatte den Termin seit 14 Tagen. Und gestern, als er auf dem Weg in das Tatoostudio war, erzählte er mir am Telefon, er wäre "nur so" unterwegs.

Ich fühle mich einfach übergangen, weil ich schon finde, dass so eine Sache, auch wenn es sein Körper ist, durchaus besprochen werden müßte - selbst wenn er sich letztendlich durchsetzt.
Auch bin ich ziemlich enttäuscht, weil er mich - aus meiner Sicht - 14 Tage lang angelogen hat (und es wären genug gute Gelegenheiten gewesen, mir das schonend beizubringen). Noch dazu sagte er mir gestern, dass er sich eben diese 14 Tage so sehr auf das Tatoo gefreut hätte, was mich noch trauriger machte, weil er mich einmal daran hat teilhaben lassen.

Obendrein finde ich es feige von ihm, weil er so einfach einer Auseinandersetzung aus dem Weg geht.

Ich kann seit gestern nicht normal damit und mit ihm umgehen, eben aus den oben genannten Gründen.
Wenn ich das Tatoo auf seinem Arm sehe (und es gefällt mir auch als "Grafik" an sich nicht) werde ich richtiggehend wütend.

Er ist natürlich traurig über meine Reaktion, was mir wiederum leid tut, und meint, demnächst sollte ich ihm doch mal ne Liste schreiben, was er darf und was nicht (super Reaktion, fand ich..., stand ich also auch noch als Hexe da).

Ich weiß momentan nicht, wie ich da rauskommen soll und mache es durch meine Gedanken wahrscheinlich immer schlimmer ("Vorgestern im Eiscafe, wo wir so abgelacht haben...da wußte ers schon" oder "als wir 2 Stunden Auto gefahren sind und über Gott und die Welt geredet haben...da wußte er es schon... oder als er anrief nur um zu sagen, wie sehr er mich liebt...hat er das gemacht, obwohl er wußte, dass er ohne mein Wissen etwas tut, zu dem ich zumindest gehört werden will).

Bitte sagt mir, ob das wirklich ein Problem ist oder ob ich nur eines daraus mache.
Vielleicht kann mir ja auch jemand sagen, wie ich/wir diese Situation in den Griff bekommen...

Vielen Dank für Eure Meinung,
Kathrin

21 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Minuten 2 hilfreich
    Re: Tatoo

    Hallo Kathrin,

    für Dich ist es ein Problem, da Du einen Vertrauensbruch im
    Verhalten Deines Freundes siehst. Der psycholoische Aspekt ist
    da in erster Linie die Frage, wie Du damit umgehen willst und
    warum Dein Freund Dich vor vollendete Tatsachen gestellt hat.
    Wenn ihm das Tatoo so wichtig war, warum konntet ihr nicht
    gemeinsam eine Lösung finden? Wie wichtig ist es Dir in einer
    Auseinandersetzung mit ihm Recht zu behalten? Ich bin der
    Meinung, daß Streitkultur ein wichtiger Faktor in jeder
    Beziehung ist. Aber auch Respekt vor den Entscheidungen des
    Partners gehören dazu. Damit meine ich im konkreten Fall, daß Du
    zwar zu seinem Wunsch nach einem Tatoo Stellung beziehen sollst,
    aber seine Entscheidung trotzdem respektieren solltest. Es sei
    denn, Du findest ein Tatoo so ekelhaft, daß Du die Beziehung
    nicht fortsetzen möchtest.

    Gruß
    Tommes [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 59 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Tatoo

      Hallo Tommes,

      sicher hätte ich seine Entscheidung sich ein Tatoo stechen zu lassen akzeptiert, allerdings zugegebener Maßen nicht ohne Auseinandersetzung, weil es mir wirklich nicht gefällt.
      Ich weiß eben nicht mehr, wie ich damit umgehen soll, dass er mich so vor vollendete Tasachen stellt.
      Ich nehme an, das wir keine gemeinsame Lösung finden konnten, weil er zu feige ist, solche - für mich einschneidenden Dinge - im Vorfeld zu klären und es für besser hält etwaigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen und hinterher den Ärger hinzunehmen.
      Es ist mir zugegebener Maßen sehr wichtig recht zu behalten, aber es ist kein unbedingtes Muß. Ich lasse mich zwar nicht gern überzeugen, bin aber zum Einlenken bereit und versuche auch, mich mit der Denkweise meines Gegenüber auseinander zu setzen.

      Aber wie soll ich denn zu dem Wunsch Stellung beziehen, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde?
      Und wie soll ich mit meiner entsprechenden Ohnmacht umgehen???

      Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???

      • Antwort von nach 2 Stunden 4 hilfreich
        Re^3: Tattoo

        Hallo, Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???
        Hm, ein bißchen schon, finde ich. Sicher, an Deiner Stelle hätte es mich auch gefreut, wenn er mit mir drüber geredet hätte.

        Aber was genau beeinträchtigt Dein Leben oder Eure Beziehung dadurch, daß er ein Tattoo am Körper trägt? Doch nicht wirklich etwas, oder?

        Viel wichtiger ist für Dich ja die Tatsache, daß er nicht mit Dir geredet hat.
        Ich weiß nun nicht, wie Ihr beide sonst, quantitativ wie qualitativ, kommuniziert, und was für ein Typ er ist.

        Du schreibst ja, Ihr habt mal drüber geredet, und Du hast damals gesagt, daß Du es ablehnst. Es ist möglich, daß er dieses Gespräch als abschließend empfand, daß Du also so deutlich sagtest, daß Du Tattoos nicht magst, daß er nicht das Gefühl hatte, mit Dir drüber reden zu können.

        Dann liegt dort das Problem.

        Daß Du jetzt jede Handlung, jedes Gespräch der letzten 14 Tage als Verrat empfindest, ist zwar nachvollziehbar, aber übertrieben. Er muß ja einen Grund gehabt haben, es Dir nicht zu sagen. DEN würde ich wissen wollen.

        Such doch mal ein (vernünftiges) Gespräch. Sag ihm gleich zu Anfang, daß er Dir NICHT darum geht, DASS er das Tattoo hat machen lassen, sondern daß es Dich verletzt, daß er nicht mit Dir drüber geredet hat. Und findet beide heraus, warum:

        Warum er es Dir nicht erzählt hat, und
        Warum Dich das jetzt verletzt.

        Dann lernt Ihr sicher beide wieder, normal und in der nötigen Relation über die Sache zu reden.

        Liebe Grüße, Nike

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Tattoo

          Hallo,

          momentan liegt es wohl auch ein bißchen am Tatoo...ich könnt brechen, wenn ich es nur sehe, aber das liegt wohl eher an den Begleitumständen!

          Wir hatten schon ein paar Mal Ärger, weil er Dinge macht, ohne Bescheid zu sagen (z.B. über Nacht wegbleiben - harmlos, aber unschön) und jedes Mal gibt es Ärger. Nicht wegen der Tatsache an sich, sondern weil es besprochen werden kann. Mittlerweile bin ich deshalb wahrscheinlich so sensibel, dass ich aus "Ohnmächtigkeit" wütend werde.
          Wir reden viel und gerade in den letzten zwei Wochen ging es uns richtig gut!
          Aber bei all dem Spaß, den wir hatten, wußte er, dass er etwas tut, was ich total sch...finde!
          Im Übrigen wäre er total sauer, wenn ich mir meine langen Haare abschneiden ließe, ohne das vorher mit ihm zu besprechen...
          aber das ist nicht das gleiche!!!

          Viele Grüße von einer immernoch nicht wissend wies weitergehnsollenden Kathrin [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 7 Stunden 2 hilfreich
            Re^5: Tattoo

            Hallo Kathrin,
            momentan liegt es wohl auch ein bißchen am Tatoo...ich könnt
            brechen, wenn ich es nur sehe, aber das liegt wohl eher an den
            Begleitumständen!
            Aha, also doch zu einem nicht unwichtigen Teil das Tatoo selber, und nicht nur die Begleitumstände... immerhin hast Du das Tatoo hier an erster Stelle genannt...
            Wir hatten schon ein paar Mal Ärger, weil er Dinge macht, ohne
            Bescheid zu sagen (z.B. über Nacht wegbleiben - harmlos, aber
            unschön) und jedes Mal gibt es Ärger. Nicht wegen der Tatsache
            an sich, sondern weil es besprochen werden kann. Mittlerweile
            bin ich deshalb wahrscheinlich so sensibel, dass ich aus
            "Ohnmächtigkeit" wütend werde.
            Und da kann ich gut verstehen wenn Dein Freund irgendwann keine Lust mehr auf's Vorher-Diskutieren hat und die Dinge einfach macht. Dann bekommt er nachher Ärger mit Dir, aber den hätte er sowieso. Er erspart sich mit seinem Verhalten, daß er schon vorher 2 Wochen lang mit Dir diskutieren muß. Und - bitte nicht hauen - Du wirkst auf mich schon ein bißchen wie jemand, der zwar sagt "Mit mir kann man über alles reden", aber der doch letztlich immer die Spielregeln bestimmt und nicht einfach hinnimmt wenn der andere nach der Diskussion doch bei seiner Meinung bleibt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Du dann beleidigt und zickig reagierst, oder?
            Verständlich daß Dein Freund dann keine Lust auf Streiterei schon im Vorfeld hat. Was wäre passiert er hätte schon vor 2 Wochen mit Dir geredet? Du wärst 2 Wochen ungenießbar gewesen, hättest andauernd auf's neue mit ihm drüber reden wollen und wärst ihm damit sehr schnell auf die Nerven gegangen. Also erspart er sich 2 Wochen Scherereien schon im Vorfeld und nimmt das Theater jetzt im Nachherein eben hin.

            Wie die anderen schon geschrieben haben: sicher auch keine Glanzleistung von Deinem Freund und insgesamt sicher keine so tolle Aktion... Es wäre wichtig über Konfliktmanagement und Kommunikation innerhalb eurer Beziehung zu reden...

            Gruß,

            MecFleih



            Wir reden viel und gerade in den letzten zwei Wochen ging es
            uns richtig gut!
            Aber bei all dem Spaß, den wir hatten, wußte er, dass er etwas
            tut, was ich total sch...finde!
            Im Übrigen wäre er total sauer, wenn ich mir meine langen
            Haare abschneiden ließe, ohne das vorher mit ihm zu
            besprechen...
            aber das ist nicht das gleiche!!!

            Viele Grüße von einer immernoch nicht wissend wies
            weitergehnsollenden Kathrin Hallo, Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???
            Hm, ein bißchen schon, finde ich. Sicher, an Deiner Stelle
            hätte es mich auch gefreut, wenn er mit mir drüber geredet
            hätte.

            Aber was genau beeinträchtigt Dein Leben oder Eure Beziehung
            dadurch, daß er ein Tattoo am Körper trägt? Doch nicht
            wirklich etwas, oder?

            Viel wichtiger ist für Dich ja die Tatsache, daß er nicht mit
            Dir geredet hat.
            Ich weiß nun nicht, wie Ihr beide sonst, quantitativ wie
            qualitativ, kommuniziert, und was für ein Typ er ist.

            Du schreibst ja, Ihr habt mal drüber geredet, und Du hast
            damals gesagt, daß Du es ablehnst. Es ist möglich, daß er
            dieses Gespräch als abschließend empfand, daß Du also so
            deutlich sagtest, daß Du Tattoos nicht magst, daß er nicht das
            Gefühl hatte, mit Dir drüber reden zu können.

            Dann liegt dort das Problem.

            Daß Du jetzt jede Handlung, jedes Gespräch der letzten 14 Tage
            als Verrat empfindest, ist zwar nachvollziehbar, aber
            übertrieben. Er muß ja einen Grund gehabt haben, es Dir nicht
            zu sagen. DEN würde ich wissen wollen.

            Such doch mal ein (vernünftiges) Gespräch. Sag ihm gleich zu
            Anfang, daß er Dir NICHT darum geht, DASS er das Tattoo hat
            machen lassen, sondern daß es Dich verletzt, daß er nicht mit
            Dir drüber geredet hat. Und findet beide heraus, warum:

            Warum er es Dir nicht erzählt hat, und
            Warum Dich das jetzt verletzt.

            Dann lernt Ihr sicher beide wieder, normal und in der nötigen
            Relation über die Sache zu reden.

            Liebe Grüße, Nike

            • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Tattoo

              Hallo MecFleih,

              irgendwie fühle ich mich mißverstanden...
              Ich bin nur dann ohnmächtig und wütend, wenn ich so vor die vollendeten Tatsachen gestellt werde...

              So, ich hab mir jetzt mal ein Tattoo gemacht...prima...ich wußte das aber schon 2 Wochen...wollte mir die aber nicht verärgern lassen uns hab es allen ausser dir erzählt...
              das war es nun gestern und was ist es morgen?
              Schatz ich habe dein Auto verkauft und uns ein neues angeschafft, dass weiß ich schon 2 Monate, aber so wichtig wars ja nicht...???

              Ich bin keine Furie, mit der man nicht reden kann - ich bin zwar schwer zu überzeugen, aber nicht bockig oder stur. Ich
              sicher hätte ich nicht einfach gesagt: "Klasse, geh los und mach dir das Tattoo", aber es wäre mit Sicherheit nicht zu so einem großen Problem geworden. Weder für ihn, noch für mich!

              Was wäre denn, wenn ich es genauso machen würde?
              Was wäre das dann noch für eine Beziehung?

              Viele Grüße,
              Kathrin

      • Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Tatoo

        Nein, Du machst nicht die Mücke zum Elefanten. Der faire Umgang
        miteinander sollte doch das A und O einer Beziehung sein. Dazu
        gehört meiner Meinung nach zum einen, daß man solche Dinge nicht
        heimlich macht und zum anderen, daß man über alles reden kann.
        Aber über alles redet man nur dann, wenn der Ausgang dieses
        Gespräches nicht von vorneherein klar ist. Wie hättest Du denn
        reagiert, wenn Dein Freund gesagt hätte: Ich mach das jetzt,
        auch wenn es Dir nicht gefällt? Warum ist Dein Freund feige? Was
        fürchtet er? Endlose Diskusionen? Repesalien? Liebesentzug? Eine
        schmollende Partnerin? Ich kann euren Umgang miteinander nicht
        beurteilen. Da solltest Du erst mal für Dich drüber nachdenken
        und dann mit Deinem Freund drüber sprechen, denn wenn was falsch
        gelaufen ist, dann habt ihr beide wohl vorher was falsch gemacht
        und nicht nur er.

        Liebe Grüße
        Tommes

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Tatoo

          Nein, Du machst nicht die Mücke zum Elefanten. Der faire
          Umgang
          miteinander sollte doch das A und O einer Beziehung sein. Dazu
          gehört meiner Meinung nach zum einen, daß man solche Dinge
          nicht
          heimlich macht und zum anderen, daß man über alles reden kann.
          Ich bin der Meinung, dass man mit mir wirklich über alles reden kann, wenn man das will und es nicht allzu blöd anstellt!!! Ich habe halt meine eigene Meinung, aber das ist doch auch wichtig, oder nicht? Aber über alles redet man nur dann, wenn der Ausgang dieses
          Gespräches nicht von vorneherein klar ist. Wie hättest Du denn
          reagiert, wenn Dein Freund gesagt hätte: Ich mach das jetzt,
          auch wenn es Dir nicht gefällt?
          Dann wäre ich natürlich nicht begeistert gewesen, aber wäre nicht so traurig und wütend, wie ich es jetzt bin.


          Warum ist Dein Freund feige?

          Weil er mich vor vollendete Tatsachen stellt und das nicht vorab mit mir klärt und dann natürlich auch in Kauf nimmt, mal sagen zu müssen, "tut mir leid, dass dir das nicht passt, aber ich mach es trotzdem, weil mir viel daran liegt"
          Das find ich feige! Was
          fürchtet er? Endlose Diskusionen? Repesalien? Liebesentzug?
          Eine
          schmollende Partnerin?
          Tut mir leid, mittlerweile weiß ich das auch nicht mehr...wirklich nicht!

          Ich kann euren Umgang miteinander nicht beurteilen. Da solltest Du erst mal für Dich drüber nachdenken
          ich denk doch die ganze Zeit schon nach, ich komm doch aber zu keinem Ergebnis.... und dann mit Deinem Freund drüber sprechen, denn wenn was
          falsch
          gelaufen ist, dann habt ihr beide wohl vorher was falsch
          gemacht
          und nicht nur er.

          Viele Grüße,
          Kathrin Liebe Grüße
          Tommes

          • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Tatoo

            Ja, Kathrin, eine eigene Meinung ist wichtig. Und zu dieser
            Meinung zu stehen auch. Wenn man in einer Beziehung das Reden
            vergißt, kann man auf Dauer auch die Beziehung vergessen.

            Liebe Grüße
            Tommes



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