Tatoo

Hallo,

ich habe ein Problem, von dem ich nicht weiß, ob es wirklich eins ist oder ob ich nur eines daraus mache:

Mein Freund und ich Leben seit einem Jahr in einer eigentlich recht harmonischen Beziehung zusammen.
Er wollte sich seit langem ein Tatoo machen und ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich das nicht so toll fände. Weiter darüber geredet haben wir nicht.

Gestern kam er nach Hause und riss seinen Ärmel des T-Shirts hoch und zeigte es mir…das frisch gestochene Tatoo.
Ich stand wie ohnmächtig vor seinem Arm und konnt nur noch sagen, dass das ja wohl nicht sein Ernst wäre.
Er hatte den Termin seit 14 Tagen. Und gestern, als er auf dem Weg in das Tatoostudio war, erzählte er mir am Telefon, er wäre „nur so“ unterwegs.

Ich fühle mich einfach übergangen, weil ich schon finde, dass so eine Sache, auch wenn es sein Körper ist, durchaus besprochen werden müßte - selbst wenn er sich letztendlich durchsetzt.
Auch bin ich ziemlich enttäuscht, weil er mich - aus meiner Sicht - 14 Tage lang angelogen hat (und es wären genug gute Gelegenheiten gewesen, mir das schonend beizubringen). Noch dazu sagte er mir gestern, dass er sich eben diese 14 Tage so sehr auf das Tatoo gefreut hätte, was mich noch trauriger machte, weil er mich einmal daran hat teilhaben lassen.

Obendrein finde ich es feige von ihm, weil er so einfach einer Auseinandersetzung aus dem Weg geht.

Ich kann seit gestern nicht normal damit und mit ihm umgehen, eben aus den oben genannten Gründen.
Wenn ich das Tatoo auf seinem Arm sehe (und es gefällt mir auch als „Grafik“ an sich nicht) werde ich richtiggehend wütend.

Er ist natürlich traurig über meine Reaktion, was mir wiederum leid tut, und meint, demnächst sollte ich ihm doch mal ne Liste schreiben, was er darf und was nicht (super Reaktion, fand ich…, stand ich also auch noch als Hexe da).

Ich weiß momentan nicht, wie ich da rauskommen soll und mache es durch meine Gedanken wahrscheinlich immer schlimmer („Vorgestern im Eiscafe, wo wir so abgelacht haben…da wußte ers schon“ oder "als wir 2 Stunden Auto gefahren sind und über Gott und die Welt geredet haben…da wußte er es schon… oder als er anrief nur um zu sagen, wie sehr er mich liebt…hat er das gemacht, obwohl er wußte, dass er ohne mein Wissen etwas tut, zu dem ich zumindest gehört werden will).

Bitte sagt mir, ob das wirklich ein Problem ist oder ob ich nur eines daraus mache.
Vielleicht kann mir ja auch jemand sagen, wie ich/wir diese Situation in den Griff bekommen…

Vielen Dank für Eure Meinung,
Kathrin

Hallo Kathrin,

für Dich ist es ein Problem, da Du einen Vertrauensbruch im
Verhalten Deines Freundes siehst. Der psycholoische Aspekt ist
da in erster Linie die Frage, wie Du damit umgehen willst und
warum Dein Freund Dich vor vollendete Tatsachen gestellt hat.
Wenn ihm das Tatoo so wichtig war, warum konntet ihr nicht
gemeinsam eine Lösung finden? Wie wichtig ist es Dir in einer
Auseinandersetzung mit ihm Recht zu behalten? Ich bin der
Meinung, daß Streitkultur ein wichtiger Faktor in jeder
Beziehung ist. Aber auch Respekt vor den Entscheidungen des
Partners gehören dazu. Damit meine ich im konkreten Fall, daß Du
zwar zu seinem Wunsch nach einem Tatoo Stellung beziehen sollst,
aber seine Entscheidung trotzdem respektieren solltest. Es sei
denn, Du findest ein Tatoo so ekelhaft, daß Du die Beziehung
nicht fortsetzen möchtest.

Gruß
Tommes

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Hallo Tommes,

sicher hätte ich seine Entscheidung sich ein Tatoo stechen zu lassen akzeptiert, allerdings zugegebener Maßen nicht ohne Auseinandersetzung, weil es mir wirklich nicht gefällt.
Ich weiß eben nicht mehr, wie ich damit umgehen soll, dass er mich so vor vollendete Tasachen stellt.
Ich nehme an, das wir keine gemeinsame Lösung finden konnten, weil er zu feige ist, solche - für mich einschneidenden Dinge - im Vorfeld zu klären und es für besser hält etwaigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen und hinterher den Ärger hinzunehmen.
Es ist mir zugegebener Maßen sehr wichtig recht zu behalten, aber es ist kein unbedingtes Muß. Ich lasse mich zwar nicht gern überzeugen, bin aber zum Einlenken bereit und versuche auch, mich mit der Denkweise meines Gegenüber auseinander zu setzen.

Aber wie soll ich denn zu dem Wunsch Stellung beziehen, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde?
Und wie soll ich mit meiner entsprechenden Ohnmacht umgehen???

Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???

Hallo Katrin,

was schmerzt mehr, das Tatoo, das dir nicht gefällt oder die Tatsache, dass er selbständig entschieden hat?

Ich verstehe dich, aber ich verstehe ihn auch.
Er hat sich das Tatoo gewünscht und, wie er selbst sagt, hat er sich auch darauf gefreut. Offensichtlich war ihm die Sache so wichtig, dass er dich lieber angelogen hat als mir dir darüber diskutiert mit dem eventuellen Ergebnis, dass er vielleicht am Ende darauf verzichtet hätte.
Meiner Meinung nach habt ihr beide einen Fehler gemacht (das kann ich aber nur vermuten, dass ich die ganze Geschichte nicht genau kenne): zum einen hätte er es dir sagen sollen und das Risiko eingehen, mit dir zu streiten. Aber wahrscheinlich war der Grund, warum er das heimlich gemacht hat, dass du bei dem Thema nicht umzustimmen warst. Vielleicht hättest du da flexibler sein sollen? hättest du dich gegenüber diesem Wunsch, sich tätowieren zu lassen, offener gezeigt, hätte er wahrscheinlich nicht „gelogen“ bzw. die Sache verschwiegen (was auch einen Unterschied macht).
Nicht dass ich denke, du seiest alleine schuld… aber überlege, was ihn dazu gebracht hat, diesen „Vertrauensbruch“ zu begehen. Vielleicht kannst du es ihm dann auch verzeihen.
Sprich nochmal mit ihm darüber udn mach ihm klar, dass du dich übergangen gefühlt hast udn dass du damit nicht klar kommst. Ich denke, es ist wichtig, dass er das weiss.
Denn das ist das Problem, oder? Wenn auch das Tatoo an sich ein grosses Problem sein sollte, würde ich ein wenig an die Tiefe eurer Beziehung zweifeln…

Ich wünsche dir viel Glück,
liebe Grüße

Camilla

Nein, Du machst nicht die Mücke zum Elefanten. Der faire Umgang
miteinander sollte doch das A und O einer Beziehung sein. Dazu
gehört meiner Meinung nach zum einen, daß man solche Dinge nicht
heimlich macht und zum anderen, daß man über alles reden kann.
Aber über alles redet man nur dann, wenn der Ausgang dieses
Gespräches nicht von vorneherein klar ist. Wie hättest Du denn
reagiert, wenn Dein Freund gesagt hätte: Ich mach das jetzt,
auch wenn es Dir nicht gefällt? Warum ist Dein Freund feige? Was
fürchtet er? Endlose Diskusionen? Repesalien? Liebesentzug? Eine
schmollende Partnerin? Ich kann euren Umgang miteinander nicht
beurteilen. Da solltest Du erst mal für Dich drüber nachdenken
und dann mit Deinem Freund drüber sprechen, denn wenn was falsch
gelaufen ist, dann habt ihr beide wohl vorher was falsch gemacht
und nicht nur er.

Liebe Grüße
Tommes

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???

Hm, ein bißchen schon, finde ich. Sicher, an Deiner Stelle hätte es mich auch gefreut, wenn er mit mir drüber geredet hätte.

Aber was genau beeinträchtigt Dein Leben oder Eure Beziehung dadurch, daß er ein Tattoo am Körper trägt? Doch nicht wirklich etwas, oder?

Viel wichtiger ist für Dich ja die Tatsache, daß er nicht mit Dir geredet hat.
Ich weiß nun nicht, wie Ihr beide sonst, quantitativ wie qualitativ, kommuniziert, und was für ein Typ er ist.

Du schreibst ja, Ihr habt mal drüber geredet, und Du hast damals gesagt, daß Du es ablehnst. Es ist möglich, daß er dieses Gespräch als abschließend empfand, daß Du also so deutlich sagtest, daß Du Tattoos nicht magst, daß er nicht das Gefühl hatte, mit Dir drüber reden zu können.

Dann liegt dort das Problem.

Daß Du jetzt jede Handlung, jedes Gespräch der letzten 14 Tage als Verrat empfindest, ist zwar nachvollziehbar, aber übertrieben. Er muß ja einen Grund gehabt haben, es Dir nicht zu sagen. DEN würde ich wissen wollen.

Such doch mal ein (vernünftiges) Gespräch. Sag ihm gleich zu Anfang, daß er Dir NICHT darum geht, DASS er das Tattoo hat machen lassen, sondern daß es Dich verletzt, daß er nicht mit Dir drüber geredet hat. Und findet beide heraus, warum:

Warum er es Dir nicht erzählt hat, und
Warum Dich das jetzt verletzt.

Dann lernt Ihr sicher beide wieder, normal und in der nötigen Relation über die Sache zu reden.

Liebe Grüße, Nike

3 „Gefällt mir“

Hallo,

momentan liegt es wohl auch ein bißchen am Tatoo…ich könnt brechen, wenn ich es nur sehe, aber das liegt wohl eher an den Begleitumständen!

Wir hatten schon ein paar Mal Ärger, weil er Dinge macht, ohne Bescheid zu sagen (z.B. über Nacht wegbleiben - harmlos, aber unschön) und jedes Mal gibt es Ärger. Nicht wegen der Tatsache an sich, sondern weil es besprochen werden kann. Mittlerweile bin ich deshalb wahrscheinlich so sensibel, dass ich aus „Ohnmächtigkeit“ wütend werde.
Wir reden viel und gerade in den letzten zwei Wochen ging es uns richtig gut!
Aber bei all dem Spaß, den wir hatten, wußte er, dass er etwas tut, was ich total sch…finde!
Im Übrigen wäre er total sauer, wenn ich mir meine langen Haare abschneiden ließe, ohne das vorher mit ihm zu besprechen…
aber das ist nicht das gleiche!!!

Viele Grüße von einer immernoch nicht wissend wies weitergehnsollenden Kathrin

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Nein, Du machst nicht die Mücke zum Elefanten. Der faire
Umgang
miteinander sollte doch das A und O einer Beziehung sein. Dazu
gehört meiner Meinung nach zum einen, daß man solche Dinge
nicht
heimlich macht und zum anderen, daß man über alles reden kann.

Ich bin der Meinung, dass man mit mir wirklich über alles reden kann, wenn man das will und es nicht allzu blöd anstellt!!! Ich habe halt meine eigene Meinung, aber das ist doch auch wichtig, oder nicht?

Aber über alles redet man nur dann, wenn der Ausgang dieses
Gespräches nicht von vorneherein klar ist. Wie hättest Du denn
reagiert, wenn Dein Freund gesagt hätte: Ich mach das jetzt,
auch wenn es Dir nicht gefällt?

Dann wäre ich natürlich nicht begeistert gewesen, aber wäre nicht so traurig und wütend, wie ich es jetzt bin.

Warum ist Dein Freund feige?

Weil er mich vor vollendete Tatsachen stellt und das nicht vorab mit mir klärt und dann natürlich auch in Kauf nimmt, mal sagen zu müssen, „tut mir leid, dass dir das nicht passt, aber ich mach es trotzdem, weil mir viel daran liegt“
Das find ich feige!

Was
fürchtet er? Endlose Diskusionen? Repesalien? Liebesentzug?
Eine
schmollende Partnerin?

Tut mir leid, mittlerweile weiß ich das auch nicht mehr…wirklich nicht!

Ich kann euren Umgang miteinander nicht

beurteilen. Da solltest Du erst mal für Dich drüber nachdenken

ich denk doch die ganze Zeit schon nach, ich komm doch aber zu keinem Ergebnis…

und dann mit Deinem Freund drüber sprechen, denn wenn was
falsch
gelaufen ist, dann habt ihr beide wohl vorher was falsch
gemacht
und nicht nur er.

Viele Grüße,
Kathrin

Liebe Grüße
Tommes

Ja, Kathrin, eine eigene Meinung ist wichtig. Und zu dieser
Meinung zu stehen auch. Wenn man in einer Beziehung das Reden
vergißt, kann man auf Dauer auch die Beziehung vergessen.

Liebe Grüße
Tommes

Das ist meine größte Befürchtung…obwohl wir ja sehr viel reden…

Viel Grüße kathrin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Katrin,

was schmerzt mehr, das Tatoo, das dir nicht gefällt oder die
Tatsache, dass er selbständig entschieden hat?

Das hört sich so an als „dürfte“ er sonst nicht selbst entscheiden :wink: Nein, so ist es nicht. Das Tatoo ist natürlich nur die Spitze des Eisberges, die , die man für immer sehen wird!

Ich verstehe dich, aber ich verstehe ihn auch.
Er hat sich das Tatoo gewünscht und, wie er selbst sagt, hat
er sich auch darauf gefreut.

Ja, 14 Tage lang, der Großteil seiner Kollegen wußte es, aber ich nicht!

Offensichtlich war ihm die Sache

so wichtig, dass er dich lieber angelogen hat als mir dir
darüber diskutiert mit dem eventuellen Ergebnis, dass er
vielleicht am Ende darauf verzichtet hätte.

Hätte er ja nicht müssen. Nur, weil ich es nicht schön finde, heißt das ja nicht, dass er es nicht machen „darf“…aber man hätte doch z.B. zusammen hingehen können, damit ich mir das mal anschauen kann…

Meiner Meinung nach habt ihr beide einen Fehler gemacht (das
kann ich aber nur vermuten, dass ich die ganze Geschichte
nicht genau kenne): zum einen hätte er es dir sagen sollen und
das Risiko eingehen, mit dir zu streiten.

Aber wahrscheinlich

war der Grund, warum er das heimlich gemacht hat, dass du bei
dem Thema nicht umzustimmen warst. Vielleicht hättest du da
flexibler sein sollen? hättest du dich gegenüber diesem
Wunsch, sich tätowieren zu lassen, offener gezeigt, hätte er
wahrscheinlich nicht „gelogen“ bzw. die Sache verschwiegen
(was auch einen Unterschied macht).

Wir hatten ja noch gar nicht abschließend darüber gesprochen…

Nicht dass ich denke, du seiest alleine schuld… aber
überlege, was ihn dazu gebracht hat, diesen „Vertrauensbruch“
zu begehen. Vielleicht kannst du es ihm dann auch verzeihen.

Sprich nochmal mit ihm darüber udn mach ihm klar, dass du dich
übergangen gefühlt hast udn dass du damit nicht klar kommst.
Ich denke, es ist wichtig, dass er das weiss.
Denn das ist das Problem, oder?

Ja, denn das war nicht das erste Mal, das etwas so läuft und gerade bei nicht mehr änderbaren Sachen tut das echt weh!

Wenn auch das Tatoo an sich

ein grosses Problem sein sollte, würde ich ein wenig an die
Tiefe eurer Beziehung zweifeln…

Momentan ist es aber so, dass das Tatoo ihn für mich zu einem anderen Menschen und mich selbst so wütend macht, dass ich es nicht ertragen kann… (abgesehen davon gefällt es mir grafisch auch nicht)

Glück kann ich gebrauchen,
vielen Dank,
Kathrin

Ich wünsche dir viel Glück,
liebe Grüße

Camilla

Es ist eine Chance! Nutze Sie, egal ob für oder gegen diese
Beziehung! Das Leben kann so spannend sein!

Viel Glück
Tommes

Hallo,

das problem ist nicht „verrat“, sondern ein kommunikationsproblem.
hättet ihr gesprochen, wäre die überraschung ausgeblieben. ihr hättet ein motiv gemeinsam aus zeitschriften und katalogen auswählen können…
ich halte die story mit dem über nacht wegbleiben für wesentlich dramatischer.
du bist deiner meinung nach jemand, mit dem man alles besprechen kann, sehen das außenstehende auch so?
könnte es sein, daß er explizit allein entscheiden wollte, ohne um erlaubnis zu fragen?
fühlt er sich eventuell gegängelt, deine reaktion könnte für mich als laien darauf deuten.
ein tatoo ist eine äußerlichkeit, ich denke die inneren werte sind wichtig?(nur nebenbei gesagt, ich weiß, was dich wirklich nervt).
ist das tatoo wirklich so häßlich, könntet ihr es in ein paar monaten evtl. „überpinseln lassen“

bist du ganz sicher der meinung, ein so nebensächliches ding ist die ursache des vertrauensverlustes, oder steckt da mehr dahinter?

cu

strubbel

Hallo Kathrin,

momentan liegt es wohl auch ein bißchen am Tatoo…ich könnt
brechen, wenn ich es nur sehe, aber das liegt wohl eher an den
Begleitumständen!

Aha, also doch zu einem nicht unwichtigen Teil das Tatoo selber, und nicht nur die Begleitumstände… immerhin hast Du das Tatoo hier an erster Stelle genannt…

Wir hatten schon ein paar Mal Ärger, weil er Dinge macht, ohne
Bescheid zu sagen (z.B. über Nacht wegbleiben - harmlos, aber
unschön) und jedes Mal gibt es Ärger. Nicht wegen der Tatsache
an sich, sondern weil es besprochen werden kann. Mittlerweile
bin ich deshalb wahrscheinlich so sensibel, dass ich aus
„Ohnmächtigkeit“ wütend werde.

Und da kann ich gut verstehen wenn Dein Freund irgendwann keine Lust mehr auf’s Vorher-Diskutieren hat und die Dinge einfach macht. Dann bekommt er nachher Ärger mit Dir, aber den hätte er sowieso. Er erspart sich mit seinem Verhalten, daß er schon vorher 2 Wochen lang mit Dir diskutieren muß. Und - bitte nicht hauen - Du wirkst auf mich schon ein bißchen wie jemand, der zwar sagt „Mit mir kann man über alles reden“, aber der doch letztlich immer die Spielregeln bestimmt und nicht einfach hinnimmt wenn der andere nach der Diskussion doch bei seiner Meinung bleibt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Du dann beleidigt und zickig reagierst, oder?
Verständlich daß Dein Freund dann keine Lust auf Streiterei schon im Vorfeld hat. Was wäre passiert er hätte schon vor 2 Wochen mit Dir geredet? Du wärst 2 Wochen ungenießbar gewesen, hättest andauernd auf’s neue mit ihm drüber reden wollen und wärst ihm damit sehr schnell auf die Nerven gegangen. Also erspart er sich 2 Wochen Scherereien schon im Vorfeld und nimmt das Theater jetzt im Nachherein eben hin.

Wie die anderen schon geschrieben haben: sicher auch keine Glanzleistung von Deinem Freund und insgesamt sicher keine so tolle Aktion… Es wäre wichtig über Konfliktmanagement und Kommunikation innerhalb eurer Beziehung zu reden…

Gruß,

MecFleih

Wir reden viel und gerade in den letzten zwei Wochen ging es
uns richtig gut!
Aber bei all dem Spaß, den wir hatten, wußte er, dass er etwas
tut, was ich total sch…finde!
Im Übrigen wäre er total sauer, wenn ich mir meine langen
Haare abschneiden ließe, ohne das vorher mit ihm zu
besprechen…
aber das ist nicht das gleiche!!!

Viele Grüße von einer immernoch nicht wissend wies
weitergehnsollenden Kathrin

Hallo,

Oder ganz konkret: mach ich eine Mücke zum Elefanten???

Hm, ein bißchen schon, finde ich. Sicher, an Deiner Stelle
hätte es mich auch gefreut, wenn er mit mir drüber geredet
hätte.

Aber was genau beeinträchtigt Dein Leben oder Eure Beziehung
dadurch, daß er ein Tattoo am Körper trägt? Doch nicht
wirklich etwas, oder?

Viel wichtiger ist für Dich ja die Tatsache, daß er nicht mit
Dir geredet hat.
Ich weiß nun nicht, wie Ihr beide sonst, quantitativ wie
qualitativ, kommuniziert, und was für ein Typ er ist.

Du schreibst ja, Ihr habt mal drüber geredet, und Du hast
damals gesagt, daß Du es ablehnst. Es ist möglich, daß er
dieses Gespräch als abschließend empfand, daß Du also so
deutlich sagtest, daß Du Tattoos nicht magst, daß er nicht das
Gefühl hatte, mit Dir drüber reden zu können.

Dann liegt dort das Problem.

Daß Du jetzt jede Handlung, jedes Gespräch der letzten 14 Tage
als Verrat empfindest, ist zwar nachvollziehbar, aber
übertrieben. Er muß ja einen Grund gehabt haben, es Dir nicht
zu sagen. DEN würde ich wissen wollen.

Such doch mal ein (vernünftiges) Gespräch. Sag ihm gleich zu
Anfang, daß er Dir NICHT darum geht, DASS er das Tattoo hat
machen lassen, sondern daß es Dich verletzt, daß er nicht mit
Dir drüber geredet hat. Und findet beide heraus, warum:

Warum er es Dir nicht erzählt hat, und
Warum Dich das jetzt verletzt.

Dann lernt Ihr sicher beide wieder, normal und in der nötigen
Relation über die Sache zu reden.

Liebe Grüße, Nike

1 „Gefällt mir“

Hallo MecFleih,

irgendwie fühle ich mich mißverstanden…
Ich bin nur dann ohnmächtig und wütend, wenn ich so vor die vollendeten Tatsachen gestellt werde…

So, ich hab mir jetzt mal ein Tattoo gemacht…prima…ich wußte das aber schon 2 Wochen…wollte mir die aber nicht verärgern lassen uns hab es allen ausser dir erzählt…
das war es nun gestern und was ist es morgen?
Schatz ich habe dein Auto verkauft und uns ein neues angeschafft, dass weiß ich schon 2 Monate, aber so wichtig wars ja nicht…???

Ich bin keine Furie, mit der man nicht reden kann - ich bin zwar schwer zu überzeugen, aber nicht bockig oder stur. Ich
sicher hätte ich nicht einfach gesagt: „Klasse, geh los und mach dir das Tattoo“, aber es wäre mit Sicherheit nicht zu so einem großen Problem geworden. Weder für ihn, noch für mich!

Was wäre denn, wenn ich es genauso machen würde?
Was wäre das dann noch für eine Beziehung?

Viele Grüße,
Kathrin

Hallo,

das problem ist nicht „verrat“, sondern ein
kommunikationsproblem.
hättet ihr gesprochen, wäre die überraschung ausgeblieben. ihr
hättet ein motiv gemeinsam aus zeitschriften und katalogen
auswählen können…

Ja, aber wie erklär ich ihm das??? Alles wäre doch gar icht so eskaliert, wenn man sich hätte vernünftig auseinandersetzen können…

ich halte die story mit dem über nacht wegbleiben für
wesentlich dramatischer.

das ist nicht dramatischer, das ist genau das gleiche Problem!
Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, wenn er vorher Bescheid gesagt hätte.

du bist deiner meinung nach jemand, mit dem man alles
besprechen kann, sehen das außenstehende auch so?

Sorry, das weiß ich nicht. Aber in die Matronenecke, in der ich momentan stehe, gehöre ich bestimmt nicht.

könnte es sein, daß er explizit allein entscheiden
wollte, ohne um erlaubnis zu fragen?

Er sollte doch gar nicht um Erlaubnis fragen, er sollte es doch nur mal mit mir besprechen und mich nicht 2 Wochen lang anlügen…

fühlt er sich eventuell gegängelt, deine reaktion könnte für
mich als laien darauf deuten.

Welche Reaktion? Ich fände es schade, wenn er sich gegängelt fühlte und es dann nicht sagen würde. Wir haben in unserer Beziehung wirklich viel Freiraum, fahren auch mal allein weg oder gehen allein auf die Piste…alles wirklich kein Problem, wenn es vorher abgesprochen ist…

ein tatoo ist eine äußerlichkeit, ich denke die inneren werte
sind wichtig?(nur nebenbei gesagt, ich weiß, was dich wirklich
nervt).
ist das tatoo wirklich so häßlich, könntet ihr es in ein paar
monaten evtl. „überpinseln lassen“

Momentan ist es so, dass das Tattoo ihn für mich zu einem ganz anderen Menschen macht. Das hört sich vielleicht dramatisch und unnachvollziehbar an, ist aber so!

Ich finde es - wie gesagt - grafisch auch nicht schön und zu klein für seinen Oberarm…aber das sind wirklich Äußerlichkeiten und nicht besonders wichtig…

bist du ganz sicher der meinung, ein so nebensächliches ding
ist die ursache des vertrauensverlustes, oder steckt da mehr
dahinter?

Ich finde es nicht nebensächlich, wenn man zwei Wochen lang hintergangen wird…für mich muß da gar nicht noch mehr dahinter stecken, für meinen Geschmack reicht das!

cu2,
Kathrin

cu

strubbel

Mißverständisse & Kommunikationsprobleme
Hallo Kathrin,

nachdem ich noch mal alle Deine Zusatzantworten durchgelesen habe, drängt sich mir mehr und mehr der Eindruck auf, daß Du und Dein Freund gerne mal aneinander vorbei denken und fühlen. Ja, Ihr redet, das sagt aber noch lange nicht, worüber, und ob Ihr Euch versteht.

Es ist oft so, daß Männer anders denken als Frauen. An Eurem Beispiel:

Er hat das Thema mal angeschnitten, Du hast gesagt, Du findest Tattoos schrecklich. Damit war’s für ihn abgehakt.
Dann hat er beschlossen, sich trotzdem eins machen zu lassen, hat den termin vereinbart, es machen lassen, gut wars. In den zwei Wochen von der Terminvereinbarung bis zum Termin hat er vielleicht zwei mal dran gedacht, es Dir zu sagen, aber die Gelegenheit paßte nicht, und außerdem hattest Du Deine Meinung ja eh schon kundgetan.

Du hingegen vermutest nun hinter jedem Lachen, hinter jedem Satz in diesen zwei Wochen Hochverrat. Nach dem Motto: Er hatte es die ganze Zeit im Kopf und hat’s verschwiegen. Dabei hatte er das vielleicht gar nicht.

Buchtip für Dich:
John Gray, Auseinandergeliebt. Wie Paare ihrer Beziehung neue Energie geben können. 14,90 DM
An vielen Beispielen zeigt John Gray, mit welchen einfachen Mitteln eine Beziehungskrise, in der einer am anderen vorbeiredet, aus der Welt geschafft werden kann. Das Verständnis für das Denken und Handeln des Partners sowie gegenseitiger Respekt bilden die Grundlage für eine neue liebevolle Kommunikation. Gray ist auch der, der die „Männer sind vom Mars, Frauen von der venus“ Bücher geschrieben hat, dies ist sein neuestes.
Dies ist, glaube ich, der hier im Brett am häufigsten vorgeschlagene Ratgeber zu Beziehungsfragen. Vielleicht schaust Du mal rein.
ISBN 3442141141 Buch anschauen

Liebe Grüße, Nike

Hallo Nike,

vielen Dank für den Buchtipp, wir haben bald Urlaub und ich überleg mir, ob ich es mitnehme.
Allerdings wird mein Freund für das Buch im Urlaub wahrscheinlich kein Verständniss aufbringen…für ihn ist das Thema nun erledigt, nachdem wir gestern noch einmal ausführlich darüber geredet haben.
Mit deinem Beispiel hast du ziemlich sicher Recht. Allerdings sehe ich den Verrat nicht nur darin, dass er es die ganze Zeit im Kopf gehabt haben könnte, sondern darin, dass er etwas wichtiges „vorsätzlich“ verschweigt.
Er h a t fast immer an das Tatoo gedacht (und hat es allen ausser mir erzählt) und es gab genug gute Gelegenheiten es mir „schonend“ beizubrigen.
Was ist es dann beim nächsten Mal???
Aber, wie gesagt, wir haben nun gesern noch einmal ausführlich darüber geredet und versucht, einen Weg aus dieser Situation zu finden.

Wir haben eine Art Kompromiss für den Umgang mit solchen Situationen vereinbart und obwohl ich kein großer Freund, von solchen Vereinbarungen in einer Beziehung bin (weil ich finde, dass wenn schon etwas vereinbart werden muß, damit man Problemen aus dem Weg geht, ist der Zustand schon schlimm) werden wir es mal versuchen.

Schlimm ist, dass mein Vertrauen erstmal wieder weg ist…vielleicht bin ich da auch zu sensibel, aber ich brauch jetzt wieder einige Zeit, bis ich in den normalen Umgang zurückkehren kann.
Aber damit werd ich schon fertig… :smile:

Vielen Dank für deine Hilfe,
viele Grüße,
Kathrin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Kathrin,

Diese " Sache " steht für etwas anderes in eurer Beziehung! Solange das Tatoo im Vordergrund ist, braucht ihr euch über Eigentliches und Wesentliches nicht auseinander zusetzen.

Über was würdet ihr streiten, wenn nicht über das Tatoo?

Wenn dein Freund hier über dich posten würde, bezüglich dieser Sache, was würde er schreiben? Wie würde er das Problem benennen?

MfG Harald

Es ist doch nur eine Tätowierung…

reggi