Traumata bewaeltigen

Ich habe mal eine Frage, und hoffe, dass jemand sachkundige Antwort weiss (bitte keine Hobby-Psychologen).
Eine Bekannte von mir flippt aus, wenn ein Gewitter kommt. Damit meine ich, sie bekommt einen Adrenalinschub, Wut, Angst und das grosse Zittern. Oft fliessen auch Traenen. Warum das so ist, kann sie nur mutmassen. Sie ist ein „normaler“, aufgeschlossener Mensch und wundert sich eigentlich darueber; sie weiss, dass ihr keine Gefahr droht. Dennoch ist sie runter mit den Nerven. Das geht sogar so weit, dass sie in schwuelen Perioden immer schon sehr aufgeregt ist, dass ein Gewitter kommen koennte. Die blosse Idee daran genuegt, oder z.B. das Startgeraeusch eines Lastwagens, etc, alles was entfernt wie Donner klingt, um Appetit und Schlaf zu rauben, mit ernsten Symptomen.
Diese Person mutmasst, dass es mit schlimmen Erlebnissen in der Kindheit zu tun hat, wo vielleicht mal nach einem Blitzschlag im Dorf ein Haus abgebrannt ist, und Leute gestorben sind. Das weiss sie aber nicht sicher.
Frage 1: Nennt man das ein „Trauma“ ?
Frage 2, die eigentliche Frage: Da man ja nicht verhindern kann, dass ab und zu ein Gewitter kommt, muss eine Strategie gefunden werden, diese Angst in den Griff zu kriegen. Was kann man tun ? Hilft eine Therapie ? Gibt es gute Buecher ?
Jede Antwort waere sehr hilfreich, denn diese Bekannte leidet sehr darunter !

Gruss, Moriarty

Hallo Moriarty,

daß wird wohl ehr als Phobie bezeichnet, deren Ursache durchaus ein traumatisches Erlebnis sein kann. Allerdings sind wohl die meisten Phobien ‚erlernt‘, zum Beispiel von Eltern übernommen. Die meisten Phobien sind behandelbar. Über ihre Krankenkasse kommt sie bestimmt an Adressen von in Frage kommenden Therapeuten.

Gruß
Tommes

Phobie ?
Moin Moriarty,

ich bin kein Fachmensch, aber gib mal in einer guten Suchmaschine die Begriffe Phobie und Gewitter ein. Vielleicht hilft euch das weiter.

Lieben Gruss
Marion

hallo moriaty,

…(bitte keine Hobby-Psychologen).

ich bin zwar weder psychologin noch ist das mein hobby, aber als unter den menschen weilende melde ich mich doch mal zu wort - zumal ich als mutter + oma für etliche ängste (bzw. deren „entschärfung“) zuständig war/bin.

Eine Bekannte von mir flippt aus, wenn ein Gewitter kommt.
(…) Adrenalinschub, Wut, Angst
und das grosse Zittern. Oft fliessen auch Traenen. Warum das
so ist, kann sie nur mutmassen. Sie ist ein „normaler“,
aufgeschlossener Mensch und wundert sich eigentlich darueber;
sie weiss, dass ihr keine Gefahr droht. Dennoch ist sie runter
mit den Nerven.

vor ein paar wochen hat hier mal eine junge frau gepostet, die das gleiche problem hatte. sie sagte auch dabei, daß ihre großmutter immer, wenn gewitter im anzug war, regelrechte katastrophen-stimmung verbreitete - wenn ich mich recht erinnere, bis hin zum gepackten koffer mit den wichtigsten papieren.
wenn deine bekannte nun auch schon von kindesbeinen an gewitter als schlimmste aller denkbaren katastrophen vermittelt bekommen hat, ist ihr verhalten erklärlich.

Diese Person mutmasst, dass es mit schlimmen Erlebnissen in
der Kindheit zu tun hat, wo vielleicht mal nach einem
Blitzschlag im Dorf ein Haus abgebrannt ist, und Leute
gestorben sind.

ach da stehts ja…

Frage 1: Nennt man das ein „Trauma“ ?

diese frage leite ich an die fachleute um.

Frage 2, die eigentliche Frage: Da man ja nicht verhindern
kann, dass ab und zu ein Gewitter kommt, muss eine Strategie
gefunden werden, diese Angst in den Griff zu kriegen. Was kann
man tun ? Hilft eine Therapie ? Gibt es gute Buecher ?

die beste therapie dagegen ist, ihr zu helfen, gewitter als etwas wunderschönes zu erleben. d.h. wenns draußen knallt und kracht, es sich drinnen gemütlich zu machen, in eine decke kuscheln, sich eventl. bei einem glas rotwein und kerzenschein geschichten (aber bloß keine gruseligen! *lol*) vorzulesen - das gewitter regelrecht zu zelebrieren. oder mit ihr zusammen von einem sicheren platz aus die lichtblitze beobachten, auf die schönheit des naturschauspiels hinweisen, und wie wunderbar die luft danach riecht… etc. schwärme dabei ruhig ein bißchen oder übertreibe sogar - es soll ja bei ihr was hängenbleiben, was ihre ihre schrecklichen bilder überlagert.
das geht alles natürlich nur step by step. fangt mit kuscheldecke, rotwein + einer schönen gewittergeschichte an.

Jede Antwort waere sehr hilfreich, denn diese Bekannte leidet
sehr darunter !

bei vielen meiner bekannten únd bei meinen kindern hat das jedenfalls immer geholfen (bei letzteren ohne rotwein natürlich *g*)

Gruss, Moriarty

ich grüße auch, wünsche vollen erfolg und gebe nun die bahn frei für die damen und herren psychologen :wink:
ann

bewältigen: das ist wohl da richtige wort.

wenn deine bekannte sich nicht auf eine aufdeckende Therapie einlassen will, sollte sie es zunächst mit einer verhaltenstherapie versuchen.

auf jedenfall wird euch hier keiner helfen können, weil ein buch lesen oder ein „achso“-erlebnis bei einer antwort hilft nicht.

sie muß erkennen, daß ihr verhalten nicht mehr gesund sondern krank ist (weil es ihr leben behindert). daraus muß sie selbst schließen, daß sie hilfe braucht. (von einem arzt.)

dort wird dann das weitere veranlasst.

winkel

Hi Moriarty,

bei dem Symptombild empfehle ich den Schritt zu einem psychologischen (Diplom-Psychologe mit Zusatzausbildung) oder medizinischen (Arzt mit Zusatzausbildung) Psychotherapeuten. Im Bereich der Phobien sind Verhaltenstherapien in der Regel sehr erfolgreich. Psychologische Psychotherapeuten findet man in der Datenbank des pid unter http://www.psychotherapiesuche.de/

Gruß
MN