Eifersucht zwischen Gewschwistern

Hallo,

wenn mir hier jemadn helfen könnte wäre ich sehr dankbar.

Hier mein/unser Problem.

Ich lebe mit meinem Freund zusammen (30/38 Jahre) und haben 2 Kinder (Söhne). Der Große ist gute 2 Jahre und der Kleine jetzt 4 MOnate.

Unser großes Problem ist die massive Eifersucht des Großen. Anfangs dacht, es würde sich legen, aber im Großen und Ganzen hat sich wenig getan - bislang.

Wenn ich den Kleinen Stille, versucht der Große den Kleinen zu kratzen oder er packt mich fest am Arm und schiebt sein Unterkiefer vor.

Heute (und nicht zum ersten Mal) - hat er den Kleinen gebissen. Man sah noch nach einer Stunde den Abdruck der Zähne beim Kleinen. Auffallend war, das dies genau dann passierte, als ich gerade vorher ca. 1 Stunde mit dem Großen gespielt hatte. Es war also nicht so, das der Große mich an diesem Tag noch nicht genügend „hatte“.

Klar - der Kleine wird gewickelt, gebadet, gestillt, etc…bekommt viele Nähe. Dem Großen lese ich Bücher vor, oder wir kochen zusammen etc. Aber das scheint er nicht „zu rechnen“.

Vielleicht schreibe ich konfus, aber ich bräuchte einen Rat W I E ich die Sache angehen soll.

Bislang habe ich dem Großen nach solchen Vorfällen gesgat, das ich beide Kinder lieb habe. Natürlich habe ich ihn - bevor ich das sagte - geschimpft. Ich sage ihm das er z.B. nicht beißen darf und er muss kurz ( 1 Minute höchstens) auf dem Stuhl sitzen. Dann ist das Thema für mich erledigt und vergessen. Natürlich nicht wirklich, aber ich erwähne die Sache nicht mehr vor dem Großen und halte ihm nichts vor.

Heute ist mir erstmals der Kragen geplatzt. NAchdem er den Kleinen gebissen hatte, dieser brüllte wie verrückt, nahm ich den Großen habe ihm 3 Mal auf den hintern gehauen (kam noch N I E !!!) vor, und ihn auf dem Stuhl sitzen lassen und habe geschimpft.

Ich bin frustriert. Schlagen ist für mich keine Methode, aber meine bisherigen Versuche haben nichts bewirkt.

Was kann ich tun? Ich fühle mcih als Versagerin, unfähig mit meinem Kind umzugehen.

Hat jemand einen Rat - ich würde mich freuen.

Frustrierter Gruß an Euch

Anne

Hallo Anne,

ich bin zwar selbst nicht Mutter, habe aber bei meiner besten Freundin erlebt, wie sie es gehandhabt hat.

Das meiste ist allerdings bereits vor der Geburt geschehen: Sie hat der älteren Schwester immer klargemacht, daß das Kind, das da kommt, auch ihr Baby ist. Noch heute sagt sie „Mein Baby“, wenn sie von ihrem kleinen Bruder spricht. Sie haben ihr erklärt, daß der Kleine ein bruder für sie ist.

Ganz wichtig: Das erste Kind sollte abgestillt sein, bevor das zweite kommt. Sonst gibt es auf jeden Fall Eifersüchteleien.

Du schreibst nur davon, wie Euer Sohn reagiert, aber nicht von Euch. Habt ihr ihm genau erklärt, was da mit Dir und der Familie passiert? Habt ihr ihn an der Schwangerschaft und Geburt teilhaben lassen?

Ich habe da einen interessanten Text gefunden:
_"Der klassische Fall von Eifersucht tritt bei der Geburt des zweiten Kindes ein. «Das Erstgeborene wird entthront», erklärt Helen Stierlin, klinische Psychologin und tätig bei der Beratungsstelle «Pinocchio» für Eltern und Kinder im Vorschul- und frühen Schulalter in Zürich. «Das Kind kommt in den Clinch: Einerseits will es grösser werden. Andererseits erlebt es, wie die Eltern das Kleinere lieben, und es fühlt sich deswegen nicht mehr liebenswert.» Oft falle das Kind in seiner Entwicklung zurück: Es will wieder aus dem Schoppen trinken und mit Spielsachen spielen, die es schon längst zur Seite gelegt hat.

Auch die Eltern werden verunsichert. Ihr bisher liebes Erstgeborenes wird aggressiv, fühlt vielleicht den Drang, das Jüngere wieder loszuwerden. Denn schliesslich nimmt ihm das Baby Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern weg. «Doch», beruhigt Helen Stierlin, «Eifersucht ist etwas Normales und Gesundes: Es zeigt, dass ein Kind fähig ist, Gefühle zu entwickeln, zu lieben und

eben auch zu hassen. Aber es ist schwierig, die Liebe der Eltern zu teilen und diese entgegengesetzten Gefühle für das Geschwisterchen auszuhalten.»

Eifersucht kann in jedem Alter auftreten. Patentrezepte gibt es zwar keine, dafür aber Tipps, die hilfreich sind."_

Quelle: http://www.brueckenbauer.ch/INHALT/9914/14zeit2.htm

Bei den Tips auf dieser Seite steht auch, daß man dem Kind einen gewissen Grad an Eifersucht auch zugestehen muß. Das halte ich für sehr wichtig.

Erinnere Dich doch mal daran, wie es ist, eifersüchtig zu sein (das warst Du doch wahrscheinlich auch schon mal?). Eifersucht ist nichts rationales. Also kann sie auch nicht mit Ratio bekämpft werden. Wenn ihr dem Jungen sagt, daß seine Eifersucht falsch ist, werdet Ihr nichts ändern. Versucht statt dessen, ihn spüren zu lassen, daß ihr ihn sehr lieb habt, anstatt es zu sagen.

Bezieht in in die Verantwortung für den Kleinen mit ein. Wie gesagt, Du schreibst viel über den Jungen, aber wnig über Dich:
Wird er von dem Baby ferngehalten, nach dem Motto „Nein, Du darfst es nicht halten, Du läßt es sonst fallen!“. Das gibt ihm das Gefühl, daß er minderwertig, das neue Baby aber sehr kostbar ist. Laß ihn das baby halten, wickeln, fütter. So kann er auch selbst eine Beziehung zum neuen Geschwisterkind herstellen. Teilt Eure Freude am Baby mit dem Kleinen und grenzt ihn nicht aus.

Einige weitere gute Texte zu Eifersucht bei neuem Baby stehen hier:
http://www.eltern.de/schwangerschaft_geburt/geburt/g…
http://www.rund-ums-baby.de/geschwister.htm
http://www.eltern.de/erziehung/erziehung/erziehungsl…
http://www.eltern.de/mein_baby/baby_entwicklung/baby…

Außerdem würde ich einen Querverweis auf diesen Artikel hier im Eltern-Kinder Brett posten, da sind einige Eltern, die Dir sicher noch bessere Ratschläge geben können als ich.

Liebe Grüße, Nike

Hallo Anne,

ohne Dich hier entmutigen zu wollen, möchte auch ich Dir eine Antwort präsentieren:

Mein Bruder ist 5 Jahre älter als ich (bin mittlerweile 23) und NOCH IMMER eifersüchtig. Meine komplette Kindheit durch hat er mich immer wieder verprügelt - „verpetzen“ hat da nichts geholfen, denn nachdem ich meinen Eltern irgendwas gesagt habe, hat er mich gleich doppelt „rangenommen“. Irgendwie hat er sich immer wieder Dinge ausgedacht, die mir weh tun würden. Wie z. B. eine „Was-passiert-dann-Maschine“ bei der mir dann letzten Endes eine dicke Batterie auf die Stirn fiel (musste mich unter seinem Schreibtisch genau positionieren) => und da sage noch einmal jemand, die Sesamstrasse („kermit“ hatte ihn auf diese Idee gebracht) wäre pädagogisch wertvoll…

Obwohl er IMMER mehr durfte (schon wegen seines Alters) als ich, hat er sich immer benachteiligt gefühlt. Keine Ahnung, warum das so war. Witzigerweise ist er total labil und ich bin, durch diese ganzen Dinge, doch sehr abgehärtet. Mittlerweile hat er sich von der Familie abgewandt, meldet sich nur noch ganz, ganz selten bei meinen Eltern und fragt dann immer nach mir, in seinen Augen die „Vorzeige-Tochter“. Dabei bin ich gar nicht so perfekt - IHM ist in der Schule immer alles zugeflogen, wo ich drei Abende lernen musste. Er ist viel intelligenter als ich. Schon komisch…

Ich weiss auch nicht, was meine Eltern da falsch gemacht haben sollen. Vielleicht müssen Kinder wirklich mit 1,5 Jahren in eine Kinderkrippe gesteckt werden, damit sie soziales Verhalten lernen. Bei meinen Kindern werde ich das jedenfalls mal so handhaben.

Liebe Grüße und viel, viel Erfolg,
Reggi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Anne,

zunächst einmal brauchst Du überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Du Deinem Kind gegenüber negative Gefühle zeigst, auch auf handgreifliche Weise. Kinder sind dafür eingerichtet und halten das schon aus, daß Eltern auch nur Menschen sind.

Ein zweijähriges Baby kann auch aus purer Liebe kratzen und insbesondere beißen. Könnte es bei Euch nicht vielleicht das sein?

Wenn ich den Kleinen Stille, versucht der Große den Kleinen zu
kratzen oder er packt mich fest am Arm und schiebt sein
Unterkiefer vor.

Das sieht allerdings weniger danach aus.

Ich lebe mit meinem Freund zusammen (30/38 Jahre) und haben 2
Kinder (Söhne). Der Große ist gute 2 Jahre und der Kleine
jetzt 4 MOnate.
Unser großes Problem ist die massive Eifersucht des Großen.
Anfangs dacht, es würde sich legen, aber im Großen und Ganzen
hat sich wenig getan - bislang.

Wenn es genuine Eifersucht ist, dann hast Du ein wirkliches Problem. Ich selbst bin eins von hassenden Geschwistern und habe einander innig liebende Kinder.
Ich weiß nichts anderes zu raten als den Großen an der Liebe zum Kleinen teilhaben zu lassen, und ihm dabei auch durchaus mehr freie Hand zu geben, als dem Kleinen oder Dir selbst lieb ist. Auf keinen Fall darf es zu dem Automatismus kommen: wenn der Kleine plärrt, dann ist der Große schuld.

Vier Monate! Noch ein paar Wochen, dann sitzt, und dann krabbelt der, es gibt nichts niedlicheres als ein Baby in dem Alter. Auch ein Zweijähriger muß doch Freude daran haben können, daß so ein Baby mit jedem, jedem Gehampel zum Lachen zu bringen ist.

Es ist für mich natürlich nicht auszuschließen, daß irgendwas krankhaftes im Spiel ist, ich kenne ja nur Deine paar Worte aber normalerweise heißt die Devise, den Großen hinlassen, beteiligen, es sind Kinder unter sich, mal beißen hält ein Baby schon aus. Also nicht so sehr die die Bereiche trennen: jetzt beschäftige ich mich mit dem Großen, jetzt mit dem Kleinen; sondern beieinanderbleiben.

Gruß
Wolfgang

Nur die Ruhe *knuddel* !
Hallo Anne,

also, mit den bisherigen Antworten stimme ich definitiv nicht überein !

Ich habe drei Kinder mit den Altersabständen 2 Jahre und 3 Jahre. Besonders bei den beiden Großen (2 Jahre auseinander) habe ich anfangs (!!!) auch heftige Eifersucht erlebt. Ich habe gehandelt wie Du, kurze (!) Auszeit für das ältere Geschwisterchen, anschließend ein Gespräch, aber erst, wenn die Wogen sich geglättet haben. Ich denke, die „Großen“ verstehen mit ihren 2 oder 3 Jährchen noch nicht, daß man beide Kinder liebt, sie sehen nur, daß da jemand anderes ist und die Mutter/den Vater beansprucht. Sie sehen auch, daß Stillen eine besonders „sensible“ Tätigkeit ist, die die Mutter ungern unterbricht. In dieser Zeit wird besonders gerne Unfug gemacht, damit man die Mutter auf sich aufmerksam macht. Das war bei uns so und bei allen unseren Bekannten.

Wenn Du sehr im Stress bist, folgender Tipp: Geh DU aus dem Zimmer ! Verzieh Dich z.B. mit dem Baby zum Stillen ins Schlafzimmer, wenn der Große Euch massiv stört. Erklär es ihm ganz ruhig und geh. Es hilft beiden, so meine Erfahrung.

Und Kopf hoch: ES GEHT VORBEI ! Ob die Geschwister sich später lieben oder hassen, entscheidet sich durch viele Faktoren, momentan ist noch Babystress angesagt, das prägt ganz sicher nicht für’s Leben. Außerdem ändert sich das auch im Erwachsenenleben ab und zu - kann ich Dir als absolut benachteiligte ältere Schwester auch aus eigener Erfahrung bestätigen - mit über 30 haben mein Bruder und ich uns doch noch zusammengerauft.

Liebe Grüße,

Sylvia

seeehr langer Artikel!!!
Hallo Anne,

ich bin rein zufällig zu diesem Thema im Netz auf einen interessanten Artikel gestossen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Der Artikel ist sehr lang! Wer ihn sich lieber im Original durchlesen will (vielleicht etwas lesefreundlicher und bebildert ;o) : http://www.freizeit.kurier.at/
Im Moment gibt es direkt von der Homepage aus einen Link zu dem Artikel, ich hoffe er bleibt noch etwas gültig.

Viele Grüße
khadja

Hier der Artikel:

Geschwister unter sich

Schmeiß das Baby weg! Die vierjährige Nina stemmt ihre kleinen Fäuste in die Hüften und stampft zornig auf. Die Eltern sind ratlos. Seit Wochen täglich dasselbe Theater. Immer wenn Baby Max an Mutters Busen darf, gebadet, gewickelt und gehätschelt wird, verliert Nina die Fassung. Wünscht sich „den Neuen“ weit weg, lutscht Daumen, pinkelt in die Hose. Nur manchmal herrscht Friede – Nina spielt Mama, wiegt den Bruder in den Armen. Dann ist alles gut im Kinderzimmer.

Beziehung zwischen Krieg und Frieden – Geschwisterliebe ist von Beginn an ein heikler Balanceakt inmitten widersprüchlicher Gefühle. Und magisch in ihrer geballten Kraft. „Von Lebenspartnern können wir uns scheiden lassen, mit Geschwistern bleiben wir verbunden, bis dass der Tod . . ., ob wir das wollen oder nicht“, bemerkt Individualpsychologe Peter Veith. Kurt Tucholsky skizzierte: „Wilde Indianer sind entweder auf Kriegspfad oder rauchen Friedenspfeife – Geschwister jedoch können beides.“

Kain erschlägt Abel, Jakob betrügt Esau, Hänsel beschützt Gretel: Bruderdramen und Geschwistermythen sind ein alter Hut. Dennoch beginnen Forscher erst seit kurzem, das Kraftfeld dieser Beziehung zu verstehen. Ein Kraftfeld, das in seiner besonderen Qualität vieles möglich macht. „Geschwisterbeziehungen oszillieren zwischen Liebe und Hass, Lust und Schmerz, Großzügigkeit und Neid, Angst und Vertrauen, Solidarität und Rivalität“, schreibt die Schweizer Psychoanalytikerin Katharina Ley in ihrem im Herbst erscheinenden Buch „Geschwisterbande“. Prominente Beispiele verdeutlichen die Magie dieser schicksalshaften, prägenden Lebens-Beziehung: Michael Schumacher behauptet, er fahre lieber gegen Ralf um Siege als gegen andere,Niki Lauda spendete seinem Bruder Florian die lebensrettende Niere, Udo Jürgens singt: „Ja, mein Bruder ist ein Maler, ich bin nur ein Musikant.“

Durchschnittlich haben Geschwister 50 Prozent identische Erbanlagen – zufällig können es auch mehr oder weniger Gemeinsamkeiten sein. Je identischer die Gene – desto verblüffender die Ähnlichkeiten. Bestes Beispiel: eineiige Zwillinge. Sie entwickeln sich sogar ähnlich, wenn sie getrennt aufwachsen. Und sie stehen sich emotional extrem nah. „Wie Tag und Nacht“, beurteilen andererseits viele Eltern ihre Kinder. Rätseln über die enormen Unterschiede, die Geschwister trennen. Hier der Star – dort der Stille, hier die Chaotin – dort das Organisationswunder. Ö 3-Moderatorin Claudia Stöckl – mit drei Schwestern und einem Bruder aufgewachsen – erinnert sich: „Barbara war immer schon die Ordentliche – ich die Schlampige. Wir teilten uns ein Zimmer und weil ich so chaotisch war, stritten wir oft.“ Amerikanische Psychologen haben herausgefunden, dass Geschwister – besonders wenn sie gleichen Geschlechts sind und der Altersunterschied gering ist – dazu neigen, sich vom anderen deutlich abzugrenzen und eigene Wege zu gehen. Ein wichtiger Prozess, um eigenes Profil zu entwickeln.

Was aus Brüderchen und Schwesterchen am Ende der Geschichte wirklich wird, hängt auch vom Geschwisterrang ab. Erst seit kurzem ist die Bedeutung der Geburtenfolge in den Mittelpunkt gerückt. Es ist nicht egal, ob man als Prinz oder Nesthäkchen geboren wird. So stellten die Psychologen Forer und Still fest, dass die Stellung der Geschwisterreihe bestimmt, wie jemand seine gesteckten Ziele erreichen möchte. Muss er kämpfen, ist er sich seiner Macht sicher, neigt er zum Taktieren? Der Jugendpsychiater Univ.-Prof. Max Friedrich erklärt: „Am ersten Kind dilettiert man am meisten, auch werden viele Ängste projiziert. Erstgeborene sind daher vorsichtiger.“ Kommt das zweite, folgt die Entthronung – ein eiskalter Konkurrenzkampf beginnt. Gnadenlos wird um die Liebe der Eltern gebuhlt. Timna Brauer – älteste eines Dreimäderlhauses – traktierte die zweieinhalb Jahre jüngere Nathalie so, dass es „ihr heute leid tut, so grauslich war ich manchmal“. Zweitgeborene wiederum hecheln den Leistungen des Großen unerbittlich nach. Friedrich: „Es braucht ein hohes Maß an Durchsetzungskraft und Diplomatie.“ Zum problematischen „Sandwich-Kind“ wird es, wenn die Eltern noch ein drittes Baby in die Welt setzen. Dann heißt es durchboxen – nach oben, nach unten. Der Rest erledigt sich – fast – von selbst. Nummer vier, Nummer fünf werden von den Größeren erzogen.

Drehbuch Familie: Als revolutionär gelten die Publikationen des amerikanischen Wissenschaftshistorikers Frank Sulloway. Er studierte Tausende Lebensläufe bekannter Persönlichkeiten und erforschte den Zusammenhang zwischen Geburtenfolge und Charakter. Die Erkenntnisse: Erstgeborene wie etwa Isaac Newton oder Bruce Willis sind offen für Innovationen, radikale Denker. Sie übernehmen eine Ersatz-Elternrolle, sind diszipliniert und verantwortungsbewusst. Nesthäkchen – wie etwa Charles Darwin oder Charlie Chaplin – sind offen fürs Neue und risikobereiter – weil sie wenig Chance auf Macht haben, gibt es in ihren Durchsetzungsstrategien kaum Dominanzstreben. Auch so lassen sich vielleicht die drastischen Charakterunterschiede der Geschwister erklären. Kritiker dieser These sind freilich sicher, dass die Eltern auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Der deutsche Familienforscher Hartmut Kasten ist überzeugt: „Viel mehr als die Geburtenrangfolge sind Erziehung, soziale Schicht und Schule für die Persönlichkeit der Kinder entscheidend.“ Er plädiert im übrigen für den optimalen Drei- Jahres-Abstand zwischen den Kindern.

„Dann hat das größere Kind Vertrauen und Persönlichkeit so weit entwickelt, dass es auf die Ankunft des Familienneulings gelassen reagiert.“ Geplagte Eltern wie die der eifersüchtigen Nina hoffen auf diesen magischen Wendepunkt. Täglich, stündlich. Damit endlich alles gut wird im Kinderzimmer.

Von Gabriele Kuhn

Hallo an Euch,

danke einstweilen schon mal für Eure Antworten.

Einige Tips sind bestimmt hilfreich und ich werde sie jetzt mal erproben.

Liebe Grüße Anne