Re: Klinik für Depressive - mit Kind
Liebe Waltraud,
Bedenke bitte,daß ein Zusammenleben von Mutter und Kind in diesem Stadium einer
psychischen Erkrankung für das KIND negative Folgen haben kann.
Wenn ich Dein Posting richtig verstehe, ist es momentan nicht möglich, Deine
Schwester ambulant zu behandeln. Weiterhin gehe ich davon aus, daß Deine
Schwester deutliche Krankheitsanzeichen zeigt. All dies ist für ein so kleines Kind
äußerst belastend. Kinder erkennen ganz schnell wenn mit den Eltern etwas nicht stimmt, sie fühlen sich hilflos und vielleicht sogar schuldig. Mit der sogenannten "unbeschwerten Kindheit" ist es jedenfalls vorbei.
Einen gemeinsamen Klinikaufenthalt von Mutter und Kind halte ich aus 2 Gründen
für nicht durchführbar.
1. Wer kümmert sich während der therapeutischen Sitzungen und Arbeitsgruppen
um die Kleine? Und was ich für gravierender halte -
2. Wie erlebt ein Kind das Zusammenleben mit einer ganzen Gruppe psychisch
kranker Menschen?
Ich habe selber 2 kleine Kinder und die Vorstellung wochenlang von ihnen getrennt zu sein finde ich auch fürchterlich.
Aber mal angenommen Deine Schwester wäre an Krebs erkrankt und müßte ins KH ........ dann könnte sie ihr Kind auch nicht mitnehmen und es müßte eine Betreuungslösung gefunden werden!
Ich wünsche Euch viel Kraft und Stärke um diese Krise zu bewältigen!
Susanne