Hey Maja,
Deine Antwort muss ich mal ein bisschen auseinander pflücken (hoffe, das ist nicht so schlimm...).
ein Mensch, der nie Liebe erfahren hat, sehnt sich nach Liebe,
eine Frau sehnt sich nach einem Kind, obwohl sie noch nie
Kinder geboren hat, man sehnt sich nach fremden Ländern,
obwohl man noch nie dort war
Liebe, Kinder, ferne Länder...: schon klar, das kenne ich auch. ABER: über die Liebe sieht man tausende von Filmen, dort kann man auch ferne Welten sehen. Darüber hört und sieht man wirklich viel. Und das Schwangerschaftsthema kenne ich auch: wehe, wenn die Muttergefühle erwachen *g*. Ich habe auch noch kein Kind geboren und sehne mich oft so sehr danach, endlich spüren zu können, wie ein Leben in mir wächst. Dennoch: man hört so viele Sachen von Schwangeren, dass man sich einfach mit Leichtigkeit vorstellen kann, wie es sein muss. Ausserdem: Muttergefühle und der Wunsch, ein Kind zu kriegen sind ein Instinkt - sonst wäre die Evolution nicht so weit gekommen, wie sie heute ist!
Klar gibt es auch Filme wie "Flatliners", aber das ist doch alles Blödsinn! Ich meine: wer sagt uns denn, dass diese Todeserlebnisse wirklich so sind: Tunnel, vorbeiziehendes Leben, etc.! Das alles kann auch nur zwei Sekunden dauern und eine chemische Reaktion sein, um das Sterben zu erleichtern! Und danach ist nur noch Dunkelheit, aber davon wissen die Überlebenden nichts mehr.
Öfters sieht man dann, dass die Erfüllung des gewünschten doch
nicht das ist, was man sich in der Phantasie vorgestellt hat.
Ich empfehle hierzu die Geschichte von Janosch *Oh, wie schön
ist Panama*. Die Geschichte ist zwar für Kinder gedacht,
enthält aber auf sehr einfache und schöne Weise eine große
Wahrheit :-).
Werde ich mir mal besorgen. Ich LIEBE Kinderbücher *lächel*
Manche Menschen spüren diese Sehnsucht, weil das Leben in dem
Moment so grau, aussichtslos und öde ist. Dann ist die
Todessehnsucht vermeintlich der bessere Weg und spiegelt
Sehnsucht nach erhofte Erleichterung und Problemlösung.
Also, um mal ehrlich zu sein: ich spüre das auch. Wenn ich wieder einmal nicht mehr weiss, wo hinten und vorne ist, dann überlege ich sehr oft, ob es nicht jetzt einfacher wäre, aus dem 4. Stock zu springen und dann war`s das! Nie wieder ein schmerzendes Herz, nie wieder Enttäuschungen, nicht erfüllte Erwartungen. Das ist eine sehr, sehr angenehme Vorstellung.
Dennoch ist das Wort "Todessehnsucht" doch ein Paradoxon, denn man sehnt sich nicht nach dem Tod (ist bei mir zumindest so) sondern einfach nur nach Problemlösung, Herzschmerz-Erlösung und nach der Sicherheit, nie mehr enttäuscht zu werden. Wenn man dann auch noch von niemandem gebraucht wird, ist der Gedanke wirklich verlockend.
Die Frage ist nur: was ist feiger? Springen oder nicht?
Liebe Grüße,
Reggi