Hallo Experten,
meine Frage bezieht sich auf die Auswirkungen von dauerhaften Schlafverkürzungen. Ich habe kürzlich über eine Studie gelesen, in der festgestellt wurde, dass eine Schlafreduktion auf 5.5 Stunden pro Nacht keine leistungsmindernden Auswirkungen hatte auf die Ergebnisse von Stimmungs-, Gesundheits- und Leistungstests. Lediglich leichte Defizite wurden bei einem Test zur akustischen Daueraufmerksamkeit festgestellt. Weiter stand geschrieben, dass Probanden, die eine ganze Nacht wach blieben keinerlei Einbußen bei einer Reihe Tests für abstraktes Denken, Raumorientierung und logisches Denken und Verständnis zeigten. Lediglich, wenn es sich um Tests handelte, die lange Perioden ungeteilter Aufmerksamkeit verlangten, wirkte sich der Schlafentzug negativ auf die Resultate aus.
Letztendlich zog der Autor das Fazit, dass 5.5 Stunden Schlaf pro Nacht eigentlich ausreichend seien, denn erstens könnten die meisten Menschen ohne Schwierigkeiten ihren Schlaf auf diese Dauer reduzieren und zweitens nähme die Qualität eines Nachtschlafes nach 5.5 Stunden drastisch ab(z.B. mehr REM-Schlaf).
Das Fazit fand ich eher erstaunlich, denn 5.5 Stunden Schlaf erscheinen mir persönlich eher nicht ausreichend und ich bin davon ausgegangen, dass es ein interindividuell unterschiedliches Schlafbedürfnis gibt.
Mich würde interessieren, ob es auch Studien mit gegensätzlichen Ergebnissen gibt. Denn viele Leute beklagen sich über schlechte Laune, mangelnde Konzentration, Kopfschmerzen etc. wenn sie zu wenig geschlafen haben.
Ich würde mich über eure Meinung, persönliche Erfahrungen und/oder weitere Informationen zu diesem Thema freuen.
Viele Grüße
Kirsten
Ich würde mich über eure Meinung, persönliche Erfahrungen
und/oder weitere Informationen zu diesem Thema freuen.
Liebe Kirsten!
Also, ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, sondern kann nur meine persönliche Erfahrung berichten.
Ich kenne einige Leute, welche mit 5 oder 6 Stunden Schlaf auskommen. Neidvoll, weil sie ihr Leben bzw. ihre Zeit so „nützen“, habe ich das auch probiert.
Es ist für mich (23 Jahre alt) absolut UNMÖGLICH, mit so wenig Schlaf auszukommen. Noch bevor irgendwelche Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen, Kopfweh etc. auftauchen können, holt sich mein Körper, was er anscheinend braucht. Das heißt, ich höre einfach den Wecker nicht. Es sind schon einige Vormittags-Termine gewesen, die ich deshalb versäumt habe *grins*.
Liebe Grüße,
Tanne
Hallo Kirsten,
leider kann ich auch nicht mit einem Link oder einer Buchempfehlung aufwarten. Aber ich habe mir einmal einen VHS-Vortrag von einer Ernährungsfachfrau angehört (es ging um chronische Erkältungskrankheiten), dass es einen Zusammenhang zwischen ausreichendem Schlaf und einem gutem Imunsystem gibt. Wenn sie selber über Tage hinweg zuviel zu tun habe, weswegen sie dann zulange abends Büroarbeit machen müsse, würde sie trotz vitaminreicher Ernährung Schnupfen und Husten bekommen.
Im Großen und Ganzen habe ich feste Zeitpunkte für das Einschlafen und Wachwerden, die sich für mich als optimal herausgestellt haben. Leider decken sich diese Zeitpunkte meist nicht mit meinen täglichen Anforderungen (ich muß früh aufstehen, manchmal noch abends arbeiten), so dass ich mir mittags ein wenig Schlaf nachhole. Und damit komme ich klar.
Insgesamt brauche ich etwa 7 Stunden Schlaf, um mich fit zu fühlen.
viele Grüße
Claudia
Hallo,
ich bin kein Experte aber ich habe selbst Phasen starker
Durchschlafstörungen durchlebt. Die heftigste war vor ca.
zwei Jahren ein halbes Jahr lang durchschnittlich 3-4 Std.
Schlaf/Nacht und „Breaks“ im 45min Takt.
Die augenscheinlichste Veränderung, war meine extreme
Unausgeglichenheit/Gereiztheit während dieser Zeit. Zudem
verlor ich zunehmend das Interesse an sozialen Events (evtl.
Folge des vorherigen) und wurde „gefühlskälter“.
Die Konzentration war zwar vermindert aber immer noch
ausreichend um wissenschaftlich zu arbeiten.
Meine körperliche Leistungsfähigkeit war subjektiv betrachtet
am wenigsten von dem Schlafentzug betroffen.
Gruss
Enno
ohne quatsch
hallo kirsten,
ein ernstgemeinter hinweis.
vermutlich könnte dir die gauckbehörde weiterhelfen, da die stasi bei häftlingen als foltermethode schlafentzug einsetzte und diese dokumentierte.
falls du es als forschungsgegenstand benötigst, hast du die möglichkeit der einsicht.
cu
strubbel
Hi,
vermutlich könnte dir die gauckbehörde weiterhelfen, da die
stasi bei häftlingen als foltermethode schlafentzug einsetzte
und diese dokumentierte.
Klingt sehr interessant und war mir auch nicht bekannt.
falls du es als forschungsgegenstand benötigst, hast du die
möglichkeit der einsicht.
Leider ist das für mich kein Forschungsgegenstand, sondern reines Interesse. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, dem solche „Studien“ bekannt sind.
Trotzdem vielen Dank für den Tip!
Viele Grüße
Kirsten
Hallo Enno,
vielen Dank für deine Antwort. Ich hab noch ein paar Fragen zu deiner Schilderung (wenn du nichts dagegen hast).
Warst du zu der Zeit mal bei einem Arzt /Neurologen /Neuropsychologen oder sogar in einem Schlaflabor?
Weißt du also, was die Ursache für deine Schlafprobleme war? Und wie hast du wieder zu einem normalen Schlafrhythmus gefunden?
Viele Grüße
Kirsten
Hallo,
nein ich war bei keinen Arzt. Die Ursachen sind mir aber
(nachträglich) klar. Ich hatte zu der Zeit Beziehungsprobleme
(oder besser gesagt „Nachwehen“), die ich mit übermäßig viel
Sport ausgleichen wollte. Unmittelbar verantwortlich für die
Schlafstörungen war vermutlich der daraus resultierende hohe
Streßhormonspiegel. Ich zwar gegen Ende dieser Phase mit
Melatonin herumexperimentiert aber da ich mich zu dieser Zeit
ohnehin schon besser fühlte und weniger Sport trieb, wird es
vermutlich weniger am Melatonin gelegen haben.
Gruss
Enno
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]