wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

Von: , Frage gestellt am Fr, 5. Okt 2001

Hi Experten,

bedingt durch Gründe, die zum Teil in meiner Kindheit liegen, und den persönlich gemachten Erfahrungen der letzten 10 Jahre (bin jetzt knapp 30) hab ich mich von einem doch noch halbwegs lebensbejaenden Menschen zu einem Einsiedlerkrebs entwickelt, der kaum mehr wo hingeht, der alles zwischenmenschliche Grundsätzlich mal pesimistisch sieht, der kaum noch wen zum quatschen hat.
Das hängt auch mit der stattlichen Anzahl an "Körben" zusammen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben.

Ich denke mehr oder weniger Häufig darüber nach, warum ich überhaupt auf dieser Erde bin, welche "Rolle" mir in dieser Welt zugedacht ist und daß es für mich persönlich eigentlich keinen großen Sinn macht, weiterzuleben (für den letzten Schritt hab ich allerdings nicht den Mut dazu).
Ich ertappe mich bei Gedanken, daß ich Leute, die ohne große Schmerzen bei Unfällen ums Leben gekommen sind, "beneide".

Diese Gedanken beginnen mich langsam zu stören, ich wüßte aber nicht, wie ich das abstellen kann. Ich seh kein Licht am Ende des Tunnels.

Wie komm ich da wieder raus? Wenn das noch ein paar Jahre so weitergeht, wird mir vielleicht eines Tages nicht der Mut fehlen.

Bitte nur erstgemeinte Antworten, ich meine es auch erst!

Tom

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

    Hallo Tom,
    ich kann dich nur zu gut verstehen: hinter allem wittert man böse Absichten, interpretiert in die Aussagen des Partners (der Partnerin) alles mögliche (so dass es für einen selbst immer so aussieht, als würde der andere nächste Woche die Beziehung beenden), anstatt sich lediglich auf die Aussage zu konzentrieren.

    Ich bin auch ein solcher Mensch, der hinter allem immer nur Boshaftigkeit sieht und wenn ich mal Glück habe, erscheint mir das so unwahrscheinlich, dass ich mich gar nicht richtig darüber freuen kann.

    Auch ich kenne diesen "Neid", den Du beschreibst...

    Mir hilft es oft, wenn ich mir sage, dass jedes Ereignis in meinem Leben für ein weiteres Ereignis da ist. Bedeutet: wenn ich verletzt werde, springe ich nicht vom nächsten Hochhaus, sondern finde das klasse, weil es mich stärker macht. Jedenfalls so ähnlich... Und wenn eine Beziehung auseinanderbricht, dann nur, weil ab einem bestimmten Zeitpunkt halt jemand anders für mich bestimmt ist.

    Würde aber bedeuten, dass wir in unserem Leben so gut wie gar keine Kontrolle haben - das gefällt mir nun auch wieder nicht. Es ist wirklich ein Teufelskreis und meistens weiss auch ich nicht, wie ich da wieder rauskommen soll.

    Ich wünsche Dir alles, alles Gute,
    Reggi

  2. Antwort von nach 6 Stunden 5 hilfreich
    Re: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

    Hallo Tom,

    um es vorweg zu nehmen, ich habe kein Patentrezept. Von den momentan um sich greifenden Methoden halte ich nicht sonderlich viel, weil ich mir da keine große Hilfe verspreche. Denn auch wen ich mir dreimal am Tag selber sage, daß ich der Schönste, Beste und Größte bin... so richtig überzeugend ist das wahrlich nicht.

    Die Frage nach dem sinn des Lebens... ich denke Tom, die Antwort muß jeder selber finden. Weißt Du, ich bin ja Alkoholiker und ich war mit 35 drauf und dran, mich selber unter unter die Erde zu bringen. Halb unfreiwillig aber auch halb freiwillig, weil ich auch keine rechte Antwort auf Deine Fragen hatte. Heute weiß ich, daß ich ertstens falsch gefragt und zweitens die Antwort an den falschenStellen gesucht habe.

    Die erste fRage muß nämlich heißen: "Wer bin ich eigentlich und was erwarte ich selber vom Leben?" Es mag blöd klingen aber es ist so. Man definiert sich ja oft über andere. Dabei ist das Blösinn. Ich bin ich und wenn einer damit ein Problem hat, dann ist es sein Problem. Zuallererst muß erst einmal ich selber mit mir zufrieden sein. Du mußt Dich nicht über das Lob der anderen definieren Tom. Das hast Du nicht nötig. Und Du mußt Dich auch nicht an anderen messen. Die Frage ist, was Du selber willt, und wie Du selber leben möchtest.

    Der Sinn des Lebens... Ich werde nicht die Welt verändern Tom. Ich bin da bescheiden geworden. Eins aber weiß ich: Wenn ich denn schon lebe, dann habe ich das Recht und die Pflicht, meine Zeit auf erden auch zu nutzen. Und zwar auch dafür, mich zu freuen und das zu tun, was ir Spaß macht. Und ich muß mir da nicht vorschreiben lassen, was man tut und was man nicht tut. Ich gehe den Weg, den ich gehen will. Und wenn ich dabei jemanden treffe, dem ich helfen kann, dann helfe ich ihm. Und falls sich eine Möglichkeit ergibt, die Welt besser und schöner zu machen, dann nutze ich sie. Es sind nicht die großen Dinge im Leben, die wichtig sind. Da überhebt man sich nur dabei.

    Letrne einfach, die Kleinigkeiten zu sehen. Heute scheint bei mir die Sonne. Das ist ein Grund, mich zu freuen und nicht um Angst zu haben, daß es morgen wieder regnen könnte. Denn erst mal regenet es noch nicht. Und wenn es morgen doch regnet, dann werde ich die Kraft und die Möglichkeit haben, auch darauf angemessen zu reagieren.

    Weißt Du Tom, die Körbe der anderen... das ist ärgerlich, sicher. Anber davon stürzt die Welt nicht ein. Nun weißt Du wenigstens, bei wem Du es nicht mehr versuchen brauchst. Probier einfach weiter. Oder noch besser: Probier mal was neues.


    Gernot Geyer

  3. Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
    Re: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

    Hallo Tom,
    vorweg ich bin kein Experte in dem Sinne, aber habe und hatte schon mit vielen Menschen zu tun, die in verzweifelten Situationen waren.
    Etwas platt gesagt, such Dir Hilfe, mögl. professionelle, nicht
    diese "Tschakka-Profis".
    Nur dort kannst Du eine Art Ursachenforschung durchleben, auch wenn Du jetzt meinst, Du weist, woran es liegt. Es ist immer noch was dahinter, was nur wartet, ans Licht zu kommen und
    in die richtige Lage gerückt zu werden.
    Dann hast Du die große Chance, offener fürs Leben zu werden, Freunde neu kennenzulernen, Sachen, die schön sind, als solche auch zu erkennen und später sogar zu nutzen.
    Du wirst es ganz sicher nicht bereuen.
    Es ist ein Anfang.

    PS. Hey und grad heute hab ich von einem mir sehr lieben Menschen eine Karte bekommen:
    Anfang: Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

    Das passt ja...

    LG
    HD
    bedingt durch Gründe, die zum Teil in meiner Kindheit liegen,
    und den persönlich gemachten Erfahrungen der letzten 10 Jahre
    (bin jetzt knapp 30) hab ich mich von einem doch noch halbwegs
    lebensbejaenden Menschen zu einem Einsiedlerkrebs entwickelt,
    der kaum mehr wo hingeht, der alles zwischenmenschliche
    Grundsätzlich mal pesimistisch sieht, der kaum noch wen zum
    quatschen hat.
    Das hängt auch mit der stattlichen Anzahl an "Körben"
    zusammen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben.

    Ich denke mehr oder weniger Häufig darüber nach, warum ich
    überhaupt auf dieser Erde bin, welche "Rolle" mir in dieser
    Welt zugedacht ist und daß es für mich persönlich eigentlich
    keinen großen Sinn macht, weiterzuleben (für den letzten
    Schritt hab ich allerdings nicht den Mut dazu).
    Ich ertappe mich bei Gedanken, daß ich Leute, die ohne große
    Schmerzen bei Unfällen ums Leben gekommen sind, "beneide".

    Diese Gedanken beginnen mich langsam zu stören, ich wüßte aber
    nicht, wie ich das abstellen kann. Ich seh kein Licht am Ende
    des Tunnels.

    Wie komm ich da wieder raus? Wenn das noch ein paar Jahre so
    weitergeht, wird mir vielleicht eines Tages nicht der Mut
    fehlen.

    Bitte nur erstgemeinte Antworten, ich meine es auch erst!

    Tom

  4. Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
    Re: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

    Hallo Tom,

    du sagst dass du ein lebensbejahender Mensch warst, wie war das? Weißt du aus welchen Grund du lebensbejahend warst? Und was ist dann passiert?

    Der Anzahl der Körbe hängt auch wesentlich damit zusammen wie dein Verhältnis zu dir selbst aussieht.
    Also wie bist du zu dir? Magst du dich? Kennst du dich gut? Achtest du auf dich? Pflegst du deinen Körper und deinen Geist? Tust du dir Gutes? Was magst du? Machst du das, was du magst? Treibst du Sport? Wann hast du zuletzt für deine Freunde gekocht?

    Es kommt bei jeden von uns vor, das Leben, und das Sinn des Lebens zu hinterfragen. Manchmal gerät man ins grübeln...Meistens in dem Augenblick, wenn das Leben nichts verheißungsvolles zu bieten hat, oder wenn es grade nicht ganz so schön ist. Das entwickelt sich dann manchmal zu einer Spirale immer größer werdende Verzweiflung, aus der man schwerlich raus findet. Und dabei ist es gar nicht so schwer.

    Ich habe am Anfang schon mal erwähnt dass du dich selber mögen musst. Fördere dich und sei lieb zu dir.
    Das Leben ist schön und wenn man nicht das große Glück hat, hat man tausender von kleinen Momenten, die einen glücklich machen können. Soll heißen wenn man auf das große Ganze wartet, dann verpasst man all die kleinen schönen Momenten, die einem das Leben lebenswert machen.

    Hast du dir Wolken angeguckt? Weißt du wie schön die Sonne aufgeht, grade jetzt im Herbst. Schau dir die Blätter an, mit den vielen Farben. Wenn du isst, dann denke nichts, sonder schmecke und rieche und genieße es. Wenn du durstig bist und Wasser trinkst, fühle die Frische und genieße das Gefühl.

    Das Zauber des Augenblicks kannst du nur erleben, wenn du alle deine Sinne „arbeiten“ lässt“ und alles mit Achtsamkeit und offenen Herzen machst und auch auf dich wirken lässt. Schau dich um, wir haben das große Glück dass es uns sehr gut geht und es gibt unzähliges was einen glücklich machen kann.
    Wenn du Menschen begegnest, dann lächle (kann man vorm Spiegel üben :-) und wenn du zurück angelächelt wirst, dann freue dich.

    Wenn du ständig danach suchst, dann findest du auch einiges, was dich glücklich macht. Und wenn du deine Vorlieben und deine Fähigkeiten entwickelst, dann wirst du auch Menschen finden, die ähnliches mögen und mit
    denen du dich wohl fühlst..

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück, was immer du tust :-)

    Gruß,
    Maja

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

      Hallo Maja*,

      ein grosses Kompliment an Deinen Artikel,
      er bringt es garniert mit schönen Beispielen
      genau auf den Punkt:

      l(i)ebe den Moment und lerne das Glück im
      Kleinen kennen, dann bist Du erst offen
      für das so fern scheinende Glück im Grossen.

      *dickes_Sternchen_geb*
      -Andreas.

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: wie werde ich ein positiv denkender Mensch?

      Wenn du Menschen begegnest, dann lächle (kann man vorm Spiegel
      üben :-)
      Hallo Maja, Deinem Artikel kann ich im wesentlichen zustimmen, aber genau dem obengenannten Punkt nur schwer... Ich bin zur Zeit auch in einer Situation, in der mir das Leben wie eine Herausforderung erscheint. Wenn mir vieles nur schwer und kompliziert erscheint, wie soll ich dann laecheln...? Und vor allem, was nuetzt es, vor dem Spiegel ein kuenstliches Laecheln einzustudieren? Die Mitmenschen merken sowas doch auch, wenn ihnen jemand mit einem aufgesetzten Laecheln entgegentritt. Mir ist nichts mehr zuwider als aufgesetzte Emotionen. Wo doch gerade heutzutage es ueblich ist, "unecht" zu laecheln...

      Wie gesagt, ich finde, Du hast recht, dass man versuchen kann, das Glueck im Kleinen, im Augenblick, zu finden, und dass man sich damit das Glueck im Groesseren vorbereiten kann; aber mir scheint es eine komplizierte Gratwanderung zu sein, einerseits der eigene innere Zustand und andererseits die Wirkung, die man damit auf andere hat.

      Ich moechte mich einfach nicht zu einem Laecheln "verpflichtet" fuehlen, wenn mir nicht danach zumute ist.

      Authentisch sein auf der einen Seite und positiv Denken auf der anderen Seite, diesen Konflikt habe ich noch nicht so recht bewaeltigt...

      Jan

      • Antwort von nach 2 Tagen 2 hilfreich
        Lächeln :-)

        Hallo Jan,

        das Lächeln einüben in dem Sinne dass man NICHT künstlich lächelt, sondern dass man wirklich lernt innerlich positiv zu sein und das nach aussen mit einem lächeln zu zeigen.

        Wenn du lächelst, dann entkrampft sich das Gesicht. Wenn du häufiger lächelst, auch ohne Grund *gg dann wirst du das auch verinnerlichen, als Geisteshaltung sozusagen, nicht als künstlich einstudierte Grimasse :-).
        Z.B. wenn du was schönes siehst dass du lächelst, wenn du nette Menschen siehst das du lächelst...und wenn du zurück angelächelt wirst, dann kommt doch auch was positives für dich zurück.

        Ich habe das für mich rausgefunden und ich lächle oft 'grundlos', manchmal nur mit Augen...So ist mein Tag viel schöner...

        Natürlich sollte das nicht ins fratzenhaftes Grinsen ausarten *lach*, aber wenn du vorm Spiegel stehst und bist nicht so gut drauf und du dich dann anlächelst, was genau geht in dich vor? Fühlst du dich nicht wenigstens ein Deut besser?

        Nehmen wir mal an du gehst einkaufen und hältst einem alten Mann die Tür auf, er geht vorbei, sagt dir *Danke* und lächelt dich an. Dir ist gar nicht nach Lächeln zumute, du lächelst aber garantiert zurück, oder? Und das ist auch nicht künstlich. Das ist aber nur der Anfang und das kann man *ausbauen* :-)

        Was ich damit auch sagen wollte ist das man durch achtsames Verhalten (positive) Emotionen dazu gewinnt, natürlich bringt dir das nichts gute Mine zum bösen Spiel zu zeigen.
        Aber durch Aufmerksamkeit für das schöne im Leben wirst du auch wirklich was zum lächeln haben und wie gesagt, das kannst du lernen. Und wenn was nur ein Glanz in deinen Augen hervorruft, ist es auch was gewonnen :-)

        Verstehst du jetzt was ich meine?

        Schönen Sonntag und Gru7ß,
        Maja

        • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
          Re: Lächeln :-)

          Kein Witz!!
          Es gibt da so ne hochgehandelte Unternehmensberaterin die sogar ab und zu mal im Fernsehn zu sehen ist (den Namen hab ich nicht parat). Die hat sogar mal behauptet, dass es zu empfehlen ist mehrmals täglich zu grinsen (möglichst intensiv und auch grundlos) nur damit der Muskel der da tätig ist irgendeine Hormonausschüttung bewirkt, die sich stark auf ein Positives Lebensgefühl (oder so ähnlich / weiß das nicht mehr im Detail)auswirken soll.
          Die Frau ist hochintelligent, sehr lebenserfahren und als seriös anzusehen. Ich hab ihr das abgekauft.



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