Auf der achterbahn

hallo

ich weiß nicht, wohin mit dieser frage.

wieso kreischen nur frauen auf der achterbahn? trauen sich die männer nicht, weil sie angst haben als waschlappen dazustehen, oder haben frauen mehr angst, oder gibt es andere gründe? klar liegt es auch daran, daß man die sopräne besser hört, aber ich habs beobachtet, männer schreien tatsächlich fast nicht.

bitte ernsthafte antworten, das ist kein scherz.

danke euch :smile:

Psychologie des Kreischens :smile:
Liebe lehitraot

hier eine Liste der gängigsten Theorien über das Defizit maskulinen Kreischvermögens:

  1. Männer verstehen nichts vom adäquaten Ausdruck von Gefühlen

  2. Männer schätzen bei sich selbst mehr die inneren Werte: sie kreischen sozusagen innerlich

  3. Männer sind eher cognitiv, nicht orgasmisch orientiert: Sie sind immer die ersten, die angesichts des Entsetzens schreien „es ist doch nur ein Film“

  4. Männer sind eher cocknitiv, nicht abyssal orientiert: Statt den Sturz in die Tiefe zu internalisieren, sagen sie lieber „ich kenn eine viel höhere Achterbahn“

  5. Männer sind Mystiker: Sie wissen allzusehr, daß die wahren Abgründe der Existenz nicht auf der Achterbahn zu finden sind

bitte ernsthafte antworten, das ist kein scherz.

SCNR :smile:))

feixende Grüße
Metapher

hallo,

ich habe durchaus gejault in der Achterbahn „Wilde Maus“ auf dem Oktoberfest neulich. „Halt!“ schrie es unwillkürlich schrill aus mir heraus, als mein Lendenwirbel schmerzhaft meldete, solch Vergnügen sei in meinem Alter nicht mehr das richtige.

Gruß

Wolfgang Berger

voller Ernst
Tach,

bei meiner letzten Achterbahn-/Terminatorfahrt hatte ich Angst.
Ich hatte Angst, dass ich, falls ich kreische/schreie, den Mund nicht mehr rechtzeitig zu bekommen würde, wenn sich mein Mageninhalt noch weiter in die falsche Richtung bewegt.
Also habe ich mich mit stöhnen über die Zeit gerettet, geht auch mit geschlossenem Mund. (Könnte aber missverstanden werden, höhö.)

Gute Nacht,
Thomas

Gefühle zeigen…
Hallo Lehitraot,

also jetzt mal wirklich ernsthaft. :smile:

Die meisten Männer, die ich kenne, haben auf Achterbahnen wesentlich mehr Angst als ich. Ich kreische dort allerdings auch: Aus Vergnügen. Tatsächlich ist es aber so, daß ich bei derartigen Amüsements und auch bei Filmen viel mehr reagiere als die meisten Männer, und ich glaube, das ist der Punkt.

Das liegt wahrscheinlich an der alten Geschichte, daß Männer immer noch mehr Probleme damit haben, ihre Gefühle zu zeigen, als Frauen. Sie gehen einfach nicht so sehr aus sich heraus.

Unlängst war ich mit meinem Freund in einer Geisterbahn, die wirklich gruselig war. So ungern ich es gestehe: Ich hatte richtig Angst. Mein Freund auch - wie er mir allerdings erst nachher gestand. In der Situation selbst regte sich bei ihm der Beschützer instinkt , er nahm mich bei der Hand und führte mich durch die stockdunklen Gänge. Süß, nicht? :smile:

Quintessenz: Er hatte genau so viel Angst wie ich, auf der Achterbahn hat er sogar viel mehr Angst als ich. Aber er kreischt nicht und zeigt seine Angst auch nicht. Ob Achter- Geister- oder andere Bahnen: Auch das ist nur das wahre Leben. Und da sind Männer eben meistens introvertierter in der lautstarken Offenbarung von Emotionen.

Liebe Grüße, Nike

cocknitiv?
hallo methapher

  1. Männer sind eher cocknitiv

kommt das von cock (engl. schwanz), also schwanzfixiert???

ebenfalls feixende grüße

strubbel

hi siegesgöttin

also jetzt mal wirklich ernsthaft. :smile:

*uff* *freu* jemand nahm die frage doch ernst! deine erklärung klingt einleuchtend. wobei ich eins nicht verstehe. du sagst, viele trauen sich nicht, angst zu zeigen. ehrlich gesagt KANN ich in solchen situationen gar nicht anders als zu schreien, also achterbahnen zum beispiel, vor allem, wenn es bergab geht und man schwerelos wird - ein ungewohntes und deshalb beängstigendes gefühl. wie schafft man es, sich zu beherrschen? ich kanns nicht. sogar beim abheben des flugzeuges (weiß ich noch genau) habe ich einen unkontrollierten laut des entsetzens von mir gegeben, allerdings nur beim ersten mal. *peinlichpeinlich*. ich war ja kein kind mehr damals…

Kontrolle
Hallo nochmal,

du sagst,
viele trauen sich nicht, angst zu zeigen. ehrlich gesagt KANN
ich in solchen situationen gar nicht anders als zu schreien,
[…] wie schafft man es, sich zu
beherrschen?

Tja, das ist aber eben genau das, was ich meine: Männer lernen oft schon als kleine Kinder, daß sie sich beherrschen sollen - und wie das geht. „Indianer weinen nicht“ und ähnliche Dummheiten werden ihnen schon von kleinauf eingetrichtert, während man Mädchen dahin erzieht, weich zu sein und Gefühle zu zeigen. Und das hat sich auch in unserer Zeit immer noch nicht groß geändert. Wie man es schafft, kann ich Dir auch nicht sagen. Es ist eine Frage der Konditionierung.

Liebe Grüße, Nike

Hi Metapher!

  1. Männer sind eher cocknitiv, nicht abyssal orientiert:

Was ist denn „abyssal orientiert“? Und mich würde auch interessieren ob das cock-nitiv ein freudscher Tippfehler oder Absicht war. *gg*

Mein Kommentar zum Kreischen: Normale Achterbahn mag ich auch nicht so (ist mir zu ruckelig), aber die Wildwasserbahn auf dem Hamburger Sommerdom ist der Hammer. Das Fallgefühl wenn’s von ganz oben in die Tiefe geht kann ich nur richtig geniessen, wenn ich kreische. Ich „bestehe“ sozusagen auf dem Kreischen, das gehört zum Genuß mit dazu. Sonst hätte ich irgendwie das Gefühl die „Energie“, die durch das Fallen auf mich ausgeübt wird bleibt, in mir „stecken“.

Ein Beispiel mit umgekehrtem Vorzeichen fällt mir dazu auch noch ein:
Wenn einem ein Stein auf den Fuss fällt und man ganz laut AU!!! schreit, ist das doch viel besser zu ertragen, als wenn man das unterdrückt und sich statt dessen anspannt und ein langanhaltendes „gggnnnnwwwooooooouummmmrmf“ von sich gibt.:wink: Oder ist das nur mein ganz persönliches Phänomen?

Ich denke jedenfalls wie meine VorrednerInnen, dass Männer wohl eher dazu neigen, Impulse zu unterdrücken, deren Ausdruck „unmännlich“ wirken könnte.

Liebe Grüsse
Pamela

Hi Pamela

Was ist denn „abyssal orientiert“?

abyssal = abgründig (aber geologisch, nicht psychologisch *ggg*)

ob das cock-nitiv ein freudscher Tippfehler oder Absicht war. *gg*

Nee natürlich kein Tippfehler :smile: Es bot sich doch einfach an, oder?

Liebe Grüße
Metapher

Affekttheorie
Hi lehitraot

also sooo unernst war mein Posting garnichtmal gemeint.

Natürlich ist das Argument nicht ganz von der Hand zu weisen, daß Männer seltener als Frauen affektive Reaktionen mimisch und gestisch zeigen, bzw. weniger in unwillkürlicher Lautgebung. Eher schon verbal. Aber das trifft hier nicht so ganz - beim sexuellen Verhalten ist es oft sogar umgekehrt. Und bei Äußerungen des Staunens gibt es überhaupt keine Unterschiede.

Aber die psychologische Affekttheorie gibt bessere Argumente an die Hand:

Bei Deinem Beispiel handelt es sich um eine spezifische Art der Angstreaktion - Sofern Männer eine Lustreaktion zeigen, fügen sie beim Schrei häufig noch eine „verbale“ Komponente dazu „JAAAAAH…“. Das ist ein vorbewußter Trick, sich selbst Mut zu machen und passive Anteile (Flucht) in aktive (Angriff) umzuwandeln.

Das männliche Verhalten im Fall der Angstreaktion hat tatsächlich etwas mit einer größeren Selbstdistanz bei affektiven (Angst-)Reaktionen zu tun: In der Psychoanalyse bzw. in der Ethnopsychoanalyse wird das teilweise kulturgeschichtlich begründet (hab leider keinen Literaturhinweis - hab es nur aus direkten Diskussionen) aus Reminszenzen an das Leben in der Wildnis:

Angstreaktionen allgemein sind eng verwandt mit Aggressionssignalen. Augen- und Mundaufreißen, Arme hochreißen (incl. Erstarren in dieser Pose) sind eigentlich Drohgebärden, die den Angreifer zu einem kurzen Zögern veranlassen (Angstlähmung), das dann wiederum zur Flucht ausgenutzt wird.

Nun kommen zwei alternative Arten von Atemreaktionen dazu: Atemanhalten und Schreien.

Das Schreien unterstützt die Angstlähmung des Angreifers (das ist in Form des „kiai“-Schreies in japanischen Zweikampftechniken noch sichtbar).

Ein Nebeneffekt des Schreiens ist das Warnsignal für andere Bedrohte und eine Komponente Hilferuf kommt noch hinzu.

Aber es hat auch einen Nachteil: Es macht den Angreifer auf sein Opfer aufmerksam.

Das plötzliche Atemanhalten (und genau das ist das, was nichtschreiende Männer auf der Achterbahn tun !! ) nach kurzem heftigem Einatmen (artikuliert entspricht das dem „huch!“-Laut) hat einen anderen psychologischen Grund: Dadurch werden die Aktivitäten aller Wahrnehmungfunktionen der Sinnesorgane optimiert - auch physiologisch: gemeinsam mit der Erstarrung der Pose werden alle Eigenbewegungen und -Geräusche (heftiges Atmen stört die akustische Wahrnehmung) unterdrückt und die Möglichkeit der Sondierung und Deutung der Situation optimiert.

Aber Erstarren und Atemanhalten haben noch den zweiten Eeffekt, daß die Situationsabschätzung des Angreifers irritiert wird. Das kann man gut beobachten, wenn ein Nagetier ausnahmsweise mal merkt, daß eine Schlange sich nähert: Die Schlange bewegt sich nur auf das Opfer zu während dieses sich bewegt. Das kann schon ein Wimperklimpern oder eine Atembewegung sein. Die Schlange „weiß“ genau, daß während dieser Bewegung die Wahrnehmung des Opfers irritiert ist. Wenn das Nagetier trotzdem diese ihm unbekannte Gefahr wittert, erstarrt es und die Schlange greift es nicht an - das kann Stunden dauern. Und es kann sogar sein, daß die Schlange sich abwendet - sie erkennt das Opfer nicht mehr, weil sie dazu die charakteristischen Bewegungen des Opfers braucht.

Atemanhalten hat also gleich zwei nützliche Funktionen. Gegenüber der unmittelbareren, aber aktiven, Reaktion des Schreiens (Lähmung des Angreifers und Eröffnung der Flucht) eröffnet das reflektiertere, aber passive, Erstarren (zeitlichen) Freiraum für die Sondierung weiterer Verhaltensmöglichkeiten - dazu gehört u.a. die spontane Übernahme der Schutzfunktion für andere Beteiligte (siehe Händchenhalten im Beispiel von Nike).

Grüße
Metapher

Nun hab auch ich es geschnallt! *ggg* o.w.T.

Hallo Metapher,

…was mich hier aufhören lässt, ist das Wort Affekt in Verbindung mit dem, was ja eigentlich Beherrschung ist…

  • z. B. Selbstdistanz

(wobei ich das bei einer Achterbahnfahrt verstehe, da weiss ich ja, was auf mich zu kommt, aber bei einer plötzlichen Angst-
reaktion ist dieser in der Theorie beschriebene Unterschied
zw. Männlein u. Weiblein schon erstaunlich.
Trotz aller Entwicklung ist unser Reaktionsmuster halt doch noch in den Anfängen zu suchen.

hd
*immerwiedererstaunt*

(wobei ich das bei einer Achterbahnfahrt verstehe, da weiss
ich ja, was auf mich zu kommt

grade das ist finde ich eben nicht der fall. auch wenn man genau weiß, was geschehen wird, und das noch dazu in völliger sicherheit, ist das gefühl der angst so überwältigend, daß man es nicht einfach ausschalten kann. derselbe effekt tritt ja sogar bei 3d-simulationen auf, bei denen man fest in einem sessel verharrt. der überaschungseffekt spielt sicher eine rolle. beim zweiten und dritten mal rührt sich vielleicht gar nichts mehr.

(wobei ich das bei einer Achterbahnfahrt verstehe, da weiss
ich ja, was auf mich zu kommt

grade das ist finde ich eben nicht der fall. auch wenn man
genau weiß, was geschehen wird, und das noch dazu in völliger
sicherheit, ist das gefühl der angst so überwältigend, daß man
es nicht einfach ausschalten kann.

Also das ist bei mir anders: Angst ist doch nur ein Gefühl, welches auftritt, wenn man es nicht eruieren kann. Also schlicht gesagt: Angst hat man vor dem Unbekannten, vor Sachen, die man
nicht einordnen kann.
Wenn ich genau weiss, was mich erwartet, hab ich davor vielleicht (ein unangenehmes Gespräch meinethalben) ein ungutes
Gefühl, aber keine Angst, schon gar keine akute Angstreaktion…

derselbe effekt tritt ja

sogar bei 3d-simulationen auf, bei denen man fest in einem
sessel verharrt. der überaschungseffekt spielt sicher eine
rolle. beim zweiten und dritten mal rührt sich vielleicht gar
nichts mehr.

weil Du dann weist, was passiert…?!

Angst im weitesten Sinne ist ja auch irgendwo ne Schutzreaktion,
hab ich mal gelernt. Also wenn ich auf die Achterbahn steige,
ist mir das vielleicht unangenehm, weil ein „Kribbeln im Bauch“
Dopaminausstoß, aber wirkliche Angst hab ich nicht, dann würde
ich niemals nicht einsteigen…

*imho*
(jetzt wo ich weis, was es bedeutet, gefällts mir immer besser)

-)

Hd

keine Selbstbeherrschung
Hi Dilarah

…was mich hier aufhören lässt, ist das Wort Affekt in Verbindung mit dem, was ja eigentlich Beherrschung ist…

Was ist wo „Beherrschung“?

Die affekttheoretische Deutung zeigt ja gerade, daß es eben nicht ein Zeichen von „Selbstbeherrschung“ ist, daß Männer nicht schreien auf der A. (bzw. wie ich beschrieb, nicht so schreien, wenn sie schreien, wie Frauen).

Sie zeigen eben nur die Angstreaktion der anderen Art - nämlich die mit dem Atemanhalten.

  • z. B. Selbstdistanz

Auch das hat mit Selbstbeherrschung nichts zu tun. „Selbstdistanz“ war nur meine Beschreibung der psychischen Verfassung bei der Reaktion der zweiten Art. Sie läßt, im Unterschied zu der Schreireaktion, die Möglichkeit der Selbstorientierung in der kritischen Phase und die Sondierung in einem Spektrum möglicher Verhaltensweisen zu. Und diese Reaktion gibt es mindestens schon auf elementarer Säugetierebene, wie das Beispiel zeigt.

Gruß
Metapher

Hallo Metapher,

Was ist wo „Beherrschung“?

den Affekt zu einem „Hilfeschrei/Aufschrei“ unterdrücken zu können…

Die affekttheoretische Deutung zeigt ja gerade, daß es eben
nicht ein Zeichen von „Selbstbeherrschung“ ist, daß
Männer nicht schreien auf der A. (bzw. wie ich beschrieb,
nicht so schreien, wenn sie schreien, wie Frauen).

ich hab ja auch gar nicht wiedersprochen, ich finds nur erstaunlich, schrieb ich doch…

Sie zeigen eben nur die Angstreaktion der anderen Art -
nämlich die mit dem Atemanhalten.

Ohne, das jetzt zu deuten u. ich bin auch ganz bestimmt wbl.,
d a s aber tu ich auch…(nicht Schreien siehe unter Bsp.)

  • z. B. Selbstdistanz

Auch das hat mit Selbstbeherrschung nichts zu tun.
„Selbstdistanz“ war nur meine Beschreibung der psychischen
Verfassung bei der Reaktion der zweiten Art. Sie läßt, im
Unterschied zu der Schreireaktion, die Möglichkeit der
Selbstorientierung in der kritischen Phase und die Sondierung
in einem Spektrum möglicher Verhaltensweisen zu.

gut, Du bist der Fachmann, aber Affekt, Selbstorientierung, kritische Phase, Sondierung - ich weis zu wenig, war nur aus
meinem Empfinden so geschrieben, passen für mich wenig zusammen.

Mal ein blödes Beispiel: Du bist in Gedanken…läufst über
die Straße, plötzlich hupt es neben Dir ganz laut, durchdringend.
Meine (wirklich *schäm*) Reaktion, ich saß plötzlich auf der
Straße, quasi vor Schreck, mein Mann hat gebrüllt…
So in etwa verstehe ich Affekt

Und diese

Reaktion gibt es mindestens schon auf elementarer
Säugetierebene, wie das Beispiel zeigt.

Das find ich ja so fazinierend.
Und das ganze war einfach nur als Gedanke zu Deiner Antwort gepostet, nicht als Frage, oder gar Widerspruch, obwohl ich von dieser Theorie längst nicht überzeugt bin…aber dafür sind Theorien ja da

Herzl. Grüße
Hd

cock heißt in erster linie ‚hahn‘

…aber wenn man diverse engl. internetseiten liest… gell strubbel ??

nene,

umgangssprachlich ist cock der schwanz.
auch cocktail kommt vom bunten hahnenschwanz.
warum willst du mir die pointe vermiesen?
zumal es um den großen metapher ging…
freudsche fehlleistung und so.

cu

strubbel