Was ist normal, was nicht ? (Vorsicht! Überlänge)
Von: , Frage gestellt am Do, 11. Okt 2001
Ich weiß, das kann man schwer sagen. Trotzdem ein Versuch
folgende Situation zu ergründen:
Ich komme eben nach Hause (war seit 4 Uhr morgens
beruflich unterwegs) und setze mich neben meine
Frau. Sie erzählt mir von einer Sache, wo unser
Sohn heute sehr traurig gewurden ist. Wir haben
kurz darüber gesprochen.
Da nebenbei der Fernseher lief, lies ich mich
durch ein Surren ablenken. Ich schaute kurz zum
TV um zu ergründen wo dieses für unser Wohnzimmer
untypische Geräusch herkam. Es war eine Frau
welche sich in diesem Film mit einem Vibrator
befriedigte (etwas untypisch fürs dt. TV ;-) )
Ich lächelte kurz und wendete ich mich wieder meiner Frau zu.
Diese schaute mich vorwurfsvoll an und sagte kein Ton, starrte mich halt eben nur verächtend an, so wie ich es gar nicht
leiden kann (was sie sehr gut weiß !).
Ich mußte mir dann vorwerfen lassen, ich
würde mich überhaupt nicht für das Problem interessieren,
ich hätte kein Interesse gehabt mit ihr über sowas zu reden.
Ich versuchte dann ihr klar zu machen, das ich nicht
wegen der Frau hingeschaut hätte, sondern vielmehr
mich dies Geräusch irritierte. Ich habe während der
vorhergegangenden Situation nicht einmal zum TV geschaut !
So nun die Frage was wäre nun normal:
a) dem Manne weiter Vorwürfe machen, Aggressiv werden,
die Scheidung androhen und ihn aus dem Haus schmeißen.
b) "Ach so" sagen und mit dem Mann weiter über das
Thema reden da wo es unterbrochen wurde.
c) was anderes machen (was ?)
Wäre wirklich schön, das zu wissen. Meine Frau
hat sich leider für a) entschieden, worauf ich
nun das Weite in Richtung Arbeitszimmer gesucht
habe, nachdem auch meine 5. Erklärung der Situation
nicht verstanden, geschweige denn verarbeitet wurde.
Für mich hat Sie sich da in was hineingesteigert,
ihre erste Deutung der Situation ist halt genau
richtig, da kann er ja viel erzählen und sich
rausreden wollen. Wie sie sagte, störte es sie nicht,
das ich wegen der Frau (die übrigens fast vollständig
bekleidet war) hinschaute, sondern das ich ihr
nicht zuhörte, schlimmer: Angeblich nicht zuhören
wollte !
Was nu ??
Wäre es nun eine einmalige Situation gewesen,
könnte ich das Thema abhaken. Leider kommt das
bei uns ständig vor. Sie deutet meine Handlungen
und schafft sich eine vorgefertigte Meinung, welche
nicht, aber überhaupt nichts, mit mir zu tun hat.
Sie begegnet mir nur mit Misstrauen und bleibt
auch sturr, wenn dieses wirklich unbegründet war.
Das kann Tage gehen, oftmals kommt es nie zu einer
Klärung, es sei denn ich rede mir den Mund
fusselig wegen solch einer Sache, die in meinen
Augen nicht der Aufregung wert gewesen wäre.
Was läuft hier falsch ?
Das meine Frau eine starke depressive Phase hinter
sich hatte hab ich hier schon mal im Forum erläutert.
Doch inzwischen denkt Sie (scheinbar) viel positiver
und hat Lebensmut (wegen der Kinder ?). Da muß ich doch
solangsam mal meine Rücksichtnahme in solchen Situationen
einschränken und klar und offen meine Meinung zu sagen ?
Selber nimmt sie ja auch kein Blatt vor den Mund,
was sie sagt ist Gesetz (kommt mir so vor), meine
Handlungen werden beschnitten und ich werde
zu selten als gleichwertiger Part in der Beziehung
angesehen. Mein Gefühle scheinen ihr absolut egal
gewurden zu sein, selber darf man ihre nicht verletzen,
dann ist "Russland in Not" wie man so schön sagt.
Die kleinste Kleinigkeit bringt sie auf die Palme.
Ich kann zwar auch aggressiv werden, werde dies
jedoch erst in Folge einer solchen Situation, nachdem
ich dann irgendwann nicht mehr begreifen kann, warum
sie mich so dermaßen anmacht.
Wie ist das zu erklären, was kann ich tun ?
Zwischen den Szenen läuft es eigentlich fast
normal, dann scheint die Partnerschaft zu funktionieren.
Das läßt mich auch daran festhalten, ich will nicht im
Streit alles hinschmeissen, zumal ja auch die Kinder
noch da sind. Ehrlicherweise muß ich jedoch sagen, hätte
ich in einer Beziehung ohne Ehe und Kinder bestimmt
schon das Handtuch gewurfen. Doch nun habe ich ja
vor fast 4 Jahren meiner Frau versprochen mit Ihr
in Guten und Schlechten Tagen zusammenzuleben, so
das ich diese wirklich miesen Tage immer noch ausstehe.
Wie ihr seht, stecke ich in einer ziehmlichen Zwickmühle,
will da eigentlich auch nicht raus, ich will nur wissen,
ob und wie ich in Zukunft sowas vermeide. Falls es
eine Lösung geben sollte, ich weiß nicht ?!
Schöne Grüße
Oliver
