Wirksamkeit von Outdoors-Trainigs

Hallo alle miteinander

Mich würde mal interessieren wie das mit der Wirksamkeit von Outdoor-Trainings aussieht. Wer hat schon mal so was mitgemacht bzw. welcher Verantwortliche (Chef ?!?) hat so ein Training durchführen lassen. Was wurde gemacht und mit welchen Erwartungen wurde an diese Sache rangegangen. Was wollte man erreichen/lernen. Wurden diese Erwartungen erfüllt? Was hat das outdoor-Training gebracht (persönlich/für die Gruppe/Unternehmen etc.)? Was war besonders gut, oder warum hat es nichts gebracht? Einfach alles was Euch dazu einfällt…

Gefragt sind alle: Teilnehmer, Durchführende, Verantwortliche usw.
Hinweise auf entsprechende Fachliteratur/Internetseiten wären auch ganz hilfreich…

Danke in Voraus
Also dann…
Dannemann

Outdoor
Hallo

Da ich ausschließlich auf dem Gebieten Teamtechniken Rhetorik Gesprächsführung und allg. Kommunikative Kompetenz arbeite und anbiete, kann ich auch nur dafür sprechen.

Ich habe immer wieder Klagen gehört, daß Mitarbeiter in Trainings geschickt wurden (meist WE), davon euphorisch zurückkamen, und nach zwei Wochen war alles wieder beim Alten.

In meiner Praxis wird grundsätzlich - je nach Vereinbarung über die Zeitstruktur des Seminars bzw. Workshops - eine Lernerfolgsprüfung mit eingebaut, wovon die Teilnehmer zunächst gar nichts merken. Dazu gibt es dann ein feedback in Form von Einzelgesprächen. Das ergibt schon mal ein erstes Bild.

Dann kommt nach einiger Zeit (wann, hängt vom Inhalt der Seminare ab) noch ein mindestens 1-tägiges Nachseminar, dem aber Gespräche mit der Managementebene bzw. Instanz vorausgehen, in deren Interesse das Ganze stattfand.

Das betrifft die Arbeit mit Gruppen bzw. Teams.

Bei der Arbeit mit Einzelpersonen, die meist in Coachings mit jeweils vereinbarten Inhalten besteht, gibt es sowieso keine feedback-Probleme. Das liegt aber im Wesen der speziellen Dialogtechnik („Integraler Dialog“), die dabei zum Tragen kommt.

Grundsätzlich läßt sich dazu sagen: Trainings, Supervisionen, Coachings mit externen Fachleuten sind immer erfolgreicher, als mit hauseigenen Leuten - warum sollte einleuchtend sein. Dabei ist es gleichgültig, ob sie sich outdoor oder inhouse abspielen.

Outdoor-Veranstaltungen (bei kleineren Unternehmen ist das manchmal eine Kostenfrage) haben einen Vorteil und einen Nachteil:

Wenn die Mitarbeiter nicht von sich aus motiviert sind, sind sie oft in einer Art Urlaubsstimmung, und dann, besonders wenn es sich WE abspielt, werden Erwartungen manchmal zu sehr auf den Dozenten projiziert. Das macht die Arbeit anstrengender (für ebendiesen), was aber nicht den Erfolg mindern muß.

Der Vorteil liegt in der größeren Distanz zum beruflichen Umfeld. Das ist besonders bei Veranstaltungen mit psychologischen Valenzen (allg. Gesprächsführung, Führungsverhalten, Konfliktverhalten, Motivation) von herausragendem Wert.

An welchen Kriterien erkennt man die Kompetenz von externen Trainern? Nun, da kann ich verständlicherweise öffentlich wenig zu sagen, aber es gibt eine Faustregel: Ein guter Trainer sieht das Unternehmen bei anderer Gelegenheit wieder, ein schlechter nicht.

Weiteres bei detaillierteren Fragen oder backstage.

Grüße
Metapher

http://www.praxis-dialog.de

Hallo Dannemann,

guck Dich mal bei http://www.mwonline.de um (MWonline) - da kannst Du bei der Suche nach Outdoor suchen und kommst dann u. a. auf weiterführende Literatur, Tipps und in der Partner-Rubrik wohl auch auf Outdoor-Trainer, wo Du auf deren Homepages sicherlich weitere Informationen findest.
[MWonline rezensiert u. a. Artikel in Fachzeitschriften]

Hier mal zwei Rezensionen rauskopiert - gibt noch mehr Infos dort.

*

Personalführung, Sonderheft 11/97 S. 4-8 (jt)

Titel: Kontrollierte Abenteuer
Untertitel: Outdoor-Trainings können helfen, Grenzen zu überschreiten und Vertrauen neu zu erlernen
Autor: Martin Pichler

Schlagworte: Outdoor-Training, Transfer

Inhalt: Personalentwickler und Bildungsmanager erprobten bei Outdoor Unlimited Training GdbR aus Kaiserslautern, was Manager ihren Führungskräften und Teams so alles zumuten. Auf hohe Masten klettern, steile Wände bewältigen, blind in der Gruppe ein Ziel finden usw. Das Fazit ist positiv: Die Gruppe wächst zusammen, manch einer erkennt, wie es Mitarbeitern und Führungskräften immer wieder ergeht. Aufgearbeitet wird all das in Feedback Runden, wobei sich die Trainer als Moderatoren verstehen, die helfen, neue Erfahrungen mit dem Alltag zu verknüpfen.

Wertung: Wer noch nichts von Outdoor gehört hat, bekommt hier einen kleinen Eindruck. Ansonsten stellt sich wie bei allen anderen Trainings hier die Frage des Transfers. Und da blickt der kritische Leser skeptisch drein.

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Buchrezension von MWonline:

Renner, H.-G. / Strasmann, J.: Das Outdoor-Seminar in der betrieblichen Praxis, Windmühle 2000 ** (jt)

Geländespiel für Erwachsene, Betriebsausflug unter verschärften Bedingungen, bloßes Sportvergnügen oder eine effiziente Maßnahme zur Teamentwicklung? Für die Herausgeber des Bandes keine Frage. Sie sehen das Outdoor-Training als ideale Methode, nach den „Rasenmähermethoden“ Lean-Management und Reengineering das organisationale Lernen wieder zu fördern. Dass dazu aber mehr gehört, als im Grünen Brücken bauen zu lassen, Kanufahrten durchzuführen oder auf Seilen - gesichert durch das Team - zu balancieren, das wird praktisch in jedem Beitrag betont. Auf die sorgfältige Auswahl der Übungen, z.B. auf ihre Strukturähnlichkeit (Isomorphie) mit den Situationen im beruflichen Alltag, vor allem aber auf die Reflexion des Erlebten und den Transfer kommt es an, und darin unterscheidet sich das Outdoor-Training keineswegs von anderen Seminarmethoden. Damit steht und fällt das Training mit den Trainern, eine sorgfältige Auswahl scheint ratsam. Das Buch bietet keine Handlungsanleitung für die Durchführung, eher Argumentationshilfe, sowohl theoretischer Art als auch durch einige Erlebnisberichte von Teilnehmern und Trainern. Letztere bieten Einblicke in den Ablauf eines Outdoor-Trainings und erinnern - zumindest vereinzelt - dann doch an „mein schönstes Ferienerlebnis“.

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Ich selbst hab noch kein Outdoor-Training mitgemacht, aber zwei Berührungspunkte gehabt:

(1) Ein Vortrag über Outdoor-Trainings
Der Vortrag war „indoor“ *hehe*, aber es wurde eine Team-Aufgabe, wie sie draußen gestellt wurde gemacht:

Dabei galt es, anhand von zwei langen Brettern einen Fluss von Giftspinnen zu übersteigen, ohne dass Teammitglieder reinfallen. Das klingt albern, war aber ein witzes Drumherum, weil auch fette Spinnen am Boden lagen.
Die Aufgabe selbst war:
Es gab drei Fluß"steine", auf die man die Bretter legen konnte. Bei den Brettern war eines zuwenig: also man konnte nicht mal eben eine Brücke über das ganze Teil bauen, sondern musste irgendwie in Etappen die Leute rüberbringen, weil ein Brett zuwenig war (meine Güte hoffentlich erklär ich das einigermaßen verständlich).

Die Bretter lagen natürlich separat.
Einem Teil der Team-Mitglieder wurden die Augen verbunden.
Dann hieß es loslegen.

Die Übung selbst fand ich schon beeindruckend und lehrreich: Denn die relativ große Gruppe an Leuten (es waren circa ein Dutzend) verhielt sich total unterschiedlich - ein paar waren gleich die großen Macker, die angeschafft haben ohne loszulegen oder nur daran interessiert waren, selbst rüberzukommen. Andere waren total zurückhaltend.
Den „Blinden“ hatte zunächst kein Mensch was erklärt. Die standen total verunsichert im Raum, hörten nur Geräusche und hin und wieder ein paar Anschaffereien.

Bis das Team sich mal wirklich einig war, wer was macht, wie der Plan ist, wer sich worum kümmert.

Das war total gut. Auch beim anschließenden Gespräch, wo jeder zu Wort kam und nachgefragt hat - da waren schon gute Einsichten, die einfach mal so nebenbei rüberkamen.

Ohne also auf das ganze Training dieser Outdoor-Veranstalter zu schließen: diese Übung haben sie echt gut gemacht und nachbereitet.

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(2) Auf einer Veranstaltung vor zwei Jahren hab ich ein Ehepaar kennengelernt, das Outdoor-Trainings veranstaltet. Persönlich fand ich die Leute schon gruselig, vor allen Dingen bei dem Gedanken, dass sie Trainer sind - aber gut, persönlicher Eindruck.

Dann haben sie erzählt, was sie bei den Outdoor-Trainings machen. Hier ein Beispiel, bei dem mir die Haare zu Berge standen! - Wer’s mag:

Sie starten ihr Outdoor-Training am Abend. Sie holen alle Leute vom Flughafen oder wie auch immer ab. Nur EINEN der Teilnehmer (nach dem Zufallsprinzip) fahren sie nicht ins Hotel, sondern setzen ihn mit einem Handy abends in der fremden Gegend im Wald (!) aus. Das weiß der aber wohlgemerkt vorher nicht!

Währenddessen im Hotel sitzen die anderen Teilnehmer in der Einführungsrunde und dann wird ihnen gesagt: Jetzt klingelt dann das Telefon.
Das klingelt dann auch, denn der ausgesetzte Teilnehmer ruft an und will geholt werden.

Und tataraaa sind wir schon in der ersten Übung: Alle müssen in der ihnen fremden Gegend mittels Handyverbindung den fehlenden Teilnehmer finden, der im Wald steht. Egal ob es dunkel ist, egal ob es regnet.

Ich hab gefragt, ob die Leute das mit sich machen lassen oder ob einer einfach heimgefahren ist oder sich beschwert. Nö. Bislang wohl noch nicht.

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Mein Fazit: Bei Outdoor ist es doch wie mit jedem Training.
Es hängt vom gesamten ab. Von der Motivation, warum gibt es das Training. Davon, ob die eigentlichen Ziele mit dieser Art von Training überhaupt geschickterweise gemacht werden - oder ob es nicht eine viel bessere Lösung gibt.

Und natürlich vom Trainer: Der verantwortungsvoll mit der Sache umgehen sollte. Der anhand von Vorgesprächen auch erkennen muss, ob dieses Seminar geeignet ist.

Beispiel: Wenn ich eine Anfrage bekomme, dass die Mitarbeiter „motiviert werden“ sollen durch irgendwelche Methoden - oder auch mal eben in einem kleinen Kurs „zu einem Team gemacht werden“ - dann guck ich erstmal schräg und frag genauer nach. Häufig stellt sich raus, dass der Hund ganz woanders begraben ist.
Und dann läuft es darauf raus, erstmal da was zu machen. Kommt immer auf die konkrete Situation, die Leute, die Ziele an.

Vielleicht hilft Dir die Antwort ein wenig.

Viele Grüße
Gitte